Lost Ark ist tot, lang lebe Lost Ark! Gut, so extrem ist es nun auch wieder nicht. Trotzdem hat der gesamte Freundeskreis von MeinMMO-Autor Mark Sellner das MMORPG zum Release noch gefeiert und viel gespielt, aber nur ersteres davon fortgeführt. Warum ist das eigentlich so? Ein Erklärungsversuch.
Der Hype war riesig: Bevor das große MMORPG Lost Ark bei uns am 11. Februar, beziehungsweise am 8. Februar für Vorbesteller, bei uns im Westen erschien, war der Hype einfach gigantisch. Seit den ersten Trailern im Jahr 2014 waren meine Freunde und ich komplett von Vorfreude durchströmt, endlich dieses geile Game zu zocken.
Und genau so haben unsere ersten Wochen in Lost Ark auch ausgesehen: Wir waren permanent online, haben in kürzester Zeit über 500 Spielstunden angesammelt und alles in uns aufgesogen, was das MMORPG zu bieten hatte. Verschiedenste Charaktere gespielt, gemeinsam und allein gelevelt und unsere Gilde weiter nach vorn gebracht. Ich ärgerte mich sogar darüber, dass ich nicht noch mehr Geld ausgeben konnte.
Wir haben eine LAN-Party zum Release organisiert und uns Pullover drucken lassen. Die „Lost LAN“ war ein voller Erfolg und in der ersten Woche nach der Veröffentlichung haben wir alle buchstäblich nichts anderes getan, außer Lost Ark zu spielen. Doch wo ist dieser Hype heute hin?
Wo ist die Gruppe hin? Anfänglich stürzten wir uns mit ungefähr 20 Leuten in das Getümmel von Arkesia. Einige merkten schon zum Start, dass das Spiel nicht ganz etwas für sie ist. Doch mit ungefähr 12 aktiven Menschen haben wir die ersten Wochen nach Release erfolgreich und täglich in Lost Ark verbracht.
Blicke ich heute in meine Freundesliste auf Steam, sieht das Ergebnis ernüchternd aus. Von meiner Anfangsgruppe spielt noch genau einer aktiv. Eine Handvoll Menschen, eingeschlossen mir, schaut noch sporadisch in das Spiel oder macht mal tägliche Quests. Die anderen sind derweil aber komplett verschwunden.
Das dürfte, wenn man sich die Spielerzahlen einmal ansieht, in einigen Freundeskreisen der Fall sein. Auch die zunehmend negativen Bewertungen auf Steam sind ein Indikator dafür. Besonders spannend ist dabei aber, dass in meiner Gruppe niemand etwas an dem Spiel auszusetzen hat. Keiner von uns weiß wirklich, warum er nicht mehr nach Arkesia zurückkehrt.
Ein Grund dafür klingt aber so merkwürdig, wie kaum ein anderer, um mit einem MMORPG aufzuhören. Denn einige meiner Freunde kommen zu einem absurden Schluss: zu viel Content. Und auch dem kann ich mich anschließen.
Der neue Legion Raid Vykas ist für Leute im Endgame gedacht:
Ich habe keine Zeit mehr für Lost Ark
Zu viele Inhalte: Das klingt erstmal wirr, doch überraschte einige Fans in meinem direkten Umkreis. Sobald ihr Level 50 in Lost Ark erreicht habt, fängt das Spiel praktisch erst an. Von nun an überrumpelt euch das MMORPG mit täglichen Aufgaben, Dungeons, Grind, Bossen und einer Vielzahl von Inseln, Quests und mehr.
Wer sich hier nicht selbst organisiert, hat jeden Tag Stunden damit zu kämpfen, nur seine täglichen Quests zu bewältigen. Das war die erste Stelle, an der unsere Gruppe Leute verloren hat. Einigen war das Game dann doch zu grindlastig, andere hatten keine Lust auf die Timegates. Vor allem Menschen, die Lost Ark nur casual und als „Neben-MMORPG“ spielen wollten, verloren hier schnell die Lust.
„Ich möchte ja weiterspielen, aber ich habe gerade einfach keine Zeit für Lost Ark“ ist dabei ein Satz, den ich mehr als einmal hörte, als ich meine Freunde dann dazu befragte, wieso sie denn aufgehört hätten. Auch der Satz „Ich habe doch gar nicht aufgehört, ich komme nur gerade nicht dazu“ fiel des Öfteren.
Andere wiederum warten schlichtweg darauf, dass die Klasse, die sie spielen wollen, auch bei uns im Westen erscheint. Auch sie wollen nicht so viel Zeit investieren, in einen Charakter, den sie dann nicht mehr zocken möchten.
Der große Zeitaufwand scheint also ein Punkt zu sein, doch wahre Tryhards und vor allem die Leute von der Lost LAN sollte das nicht abschrecken. Wir wollten ja viel von dem Spiel, was ist also bei uns passiert?
Änderung der Spielmechaniken: Ich ganz persönlich zähle mich zu der Kategorie der Leute, die sagen würden, dass sie mit dem Spiel ja gar nicht aufgehört haben. Doch wenn ich einmal in Steam schaue, ist es über zwei Wochen her, dass ich mein eigentliches Lieblings-MMORPG zum letzten Mal gestartet habe.
Für mich war ein eigentlich kleiner Punkt dafür ausschlaggebend, dass ich die Lust verlor, aktiv weiterzuspielen. Dieser schlich sich ab dem Gebiet Rohendel in das MMORPG ein. In Spielen mit einer offenen Welt bin ich jemand, der gerne direkt bei seinem ersten Besuch alle Sammelgegenstände mitnimmt, um nicht mehr zurückkommen zu müssen. Das ging in Lost Ark, bis auf wenige Ausnahmen, bis Rohendel auch super.
Nun nervt mich das Game aber damit, dass ich ständig irgendwelche Dinge abschließen muss, bevor ich Sammelgegenstände wie Mokoko-Samen überhaupt mitnehmen darf. Das gleiche MMORPG, was mich vorher höchstens 10 Mal auf 4 Kontinenten zum Backtracking zwang, tut das nun allein in der ersten Karte von Rohendel öfter.
Während ich also mit Grind, Gearscore leveln und co. keine Probleme hatte, hat es mir schlichtweg keinen Spaß mehr gemacht, die Welt zu erkunden. Deswegen stehe ich nun irgendwo verloren herum, möchte weiterspielen und ertappe mich dann dabei, wie ich nach wenigen Minuten wieder die Lust verliere.
Und das ist traurig, weil ich eigentlich gar nicht aufgehört habe, Lost Ark zu spielen. Zumindest rede ich mir das ein, weil ich das MMORPG an sich schlichtweg großartig finde und auch heute noch jedem empfehlen kann, es einmal auszuprobieren.
Wie sieht das bei euch aus? Spielt ihr selbst noch Lost Ark oder habt ihr auch schon aufgehört, und wenn ja, warum? Sind eure Freunde noch voll dabei, oder seid ihr auch der letzte Verbliebene, der einsam durch Arkesia streift? Schreibt es uns gerne in die Kommentare hier bei MeinMMO, wir freuen uns schon auf die Diskussion!
Die aktiven Fans lieben das Juni-Update und überschütten Amazon mit Lob – „Das ist großartig“
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