LoL: Twitch-Streamer schildert sein Leben als einsame Grind-Hölle – Wundert sich, was alle haben

Der Twitch-Streamer Tyler „Tyler1“ Steinkamp hat einer US-Zeitung ein großes Interview gegeben. Der Journalist fasst den Alltags des Streamers als ein Leben zusammen, das vom stundenlangen Spielen von League of Legends, von Wut, Zorn und Isolation geprägt ist. Der Streamer wundert sich über den Artikel: Das klinge ja so, als sei er einsam. Dabei wolle er das so – er brauche einfach keine Freunde.

Das ist die Situation:

  • Tyler1 ist der mit Abstand größte Streamer zu League of Legends. Jede Woche ist er etwa 50 Stunden auf Sendung und spielt das MOBA. Er stellt sich selbst extrem schwierige Herausforderungen in LoL und arbeitet monatelang darauf zu, diese zu erfüllen.
  • Ein Artikel in der Washington Post berichtete jetzt über Tyler1: Der Bericht schildert Leben des Streamers so, dass er isoliert nur mit seiner Freundin und Familie in einem kleinen Dorf haust, und sich sein Leben um LoL, das Fitness-Studio und wenig mehr dreht. Themen des Artikels sind „Einsamkeit“, „Wut“ und das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen. So leide Tyler1 unter zu wenig Schlaf, einer Zwangsstörung und schlucke regelmäßig Adderall.
  • Tyler1 äußert sich jetzt zu dem Artikel und wundert sich, was die Leute sich so anstellen. Das sei das Leben, was er sich wünsche.
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„Hatte einfach einen schlechten Tag“

Das ist die Reaktion von Tyler1: Der Twitch-Streamer sagt, er wunderte sich wirklich über die Reaktion auf den Artikel. Der Reporter sei ein Tag bei ihm gewesen und Tyler1 hätte praktisch die ganze Zeit nur gelächelt und alles sei toll gewesen. Doch der Artikel sei dann eine “Mitleids-Nummer” geworden.

Als der Bericht erschien, habe Tyler1 hunderte Nachrichten erhalten, die ihn fragten, ob es ihm denn gut gehe. Er konnte das gar nicht nachvollziehen, denn er kannte den Artikel nicht, bevor er erschien.

Er geht den Artikel dann live im Twitch-Stream durch:

  • Über eine Passage im Artikel, dass er „depressiv“ wirkte, sagt Tyler1 etwa, er habe an dem Tag von 11 LoL-Matches gleich 10 verloren und hatte einfach eine Pech-Strähne. Das sei halt manchmal so. Er hatte einfach einen schlechten Tag.
  • Zu der Anmerkung, er leide unter zu wenig Schlaf, weist Tyler1 darauf hin, dass bei ihm jetzt eine Schlaf-Apnoe diagnostiziert wurde und er sich auf die Behandlung freut.
  • Die Formulierung, er sei aus dem College „gedroppt“, kritisiert Tyler1 ausdrücklich, das klinge so, als sei er wegen miesen Noten ausgeschieden. Er hatte aber gute Noten und habe bewusst dazu entschieden, sich aus der Uni zurückzuziehen, um „andere Interessen“ zu verfolgen.
  • Ebenso ärgert ihn auch eine Passage, in der es heißt, da stünden „zig Fläschen Adderall“ auf seinem Nachttisch. Das klinge ja so, als würde er sich die Dinge wie Tic Tacs reinpfeifen – so sei es nicht. Er leide unter einer Aufmerksamkeits-Störung und nehme eben Medikamente dagegen.
  • Auch Aussagen, das Haus sei „runtergekommen“ oder überall lege „Müll“ rum, stören Tyler1 ein wenig. Das Haus sei „nicht sooo runtergekommen“, sondern nur etwa alt. Der Müll sei vor allem Fan-Post gewesen.

“Ich will gar keine Freunde im echten Leben”

Das sagt er zu seiner Einsamkeit: Tyler1 wurmt die Aussage, dass ihn niemand in der Wohnung besuche außer Freundin und Familie. Das sei zwar richtig, klinge aber so, als sehne er sich nach Gesellschaft. Das sei aber überhaupt nicht der Fall.

Tyler1 sagt, er habe kein Interesse an Freunden im echten Leben. Er könnte mit Frau, Katze und Familie nach Alaska ziehen und es wäre okay für ihn.

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Laut Tyler1 hätte der Journalist aus seinem Bericht heraus, auch genau den gegenteiligen Artikel schreiben können. So habe er stundenlang für Fotos posiert, bei denen er dick grinste und Triumph-Gesten machen. Der Fotograf habe sich aber dann ein Foto entschieden, auf dem er nachdenklich und traurig wirkte.

Tyler1 leugnet konsequent, reich zu sein

Was fällt noch auf? Tyler1 widerspricht konsequent jeder Aussage, er würde auch nur annähernd so viel verdienen, wie im Artikel geschildert. Dort ist die Rede davon, dass er

  • 200.000 $ im Monat verdient
  • in den letzten Jahren 5 Millionen US-Dollar eingenommen habe
  • er einen Sportwagen für 170.000 $ besitzt
  • sein Manager jedes Werbe-Angebot unter 20.000 $ ablehnt

All das leugnet Tyler1, nennt es augenrollend „Fake-News“ und versichert seinem Chat, er mache eigentlich kaum Geld. Der Wagen sei auch nur gemietet gewesen.

Bei der Aussage im Artikel, seine Freundin verdiene 200.000 $ im Jahr, quietscht Tyler1 auf und sagt: “Du verdienst ja die Brötchen! Warum stream ich überhaupt noch?”

Der angeblich geringe Verdienst von Tyler1 scheint aber genauso glaubwürdig zu sein, wie die Aussage, er sei zwei Meter groß. Laut einem Twitch-Leak gehört Tyler1 tatsächlich zu den Spitzenverdienern auf Twitch.

Auch wenn Tyler beim Thema “Geld” wieder komplett in seiner Rolle als Kunstfigur aufgeht, gerät der Twitch-Streamer an einer Stelle in Rage.

Als es darum geht, wie stark sein Leben durch den Twitch-Chat geprägt ist, zeigt Tyler1 sich dann doch so angefressen , wie im Artikel beschrieben.

Er regt sich darüber auf, wie unerbittlich sein Chat manchmal ist. Da gäbe es Leute, die einen „24 Stunden Marathon“-Stream als Ausgleich forderten, nur weil Tyler1 mal einen oder zwei Streams wegen einer Krankheit ausfallen habe lassen. Da tadelt er den Chat dann doch – offenbar hätten einige ihr Leben nicht im Griff.

Tyler1 hat LoL-Star Faker zum Knuddeln gehen – aber wirkt nicht grad, als sei er 2 Meter groß.

“Besorg dir einen Job”-Kommentar

So reagiert er auf die Kommentare: Unter dem Artikel finden sich auch einige Kommentare der Leser der Washington Post.

In einem Kommentar heißt es, Tyler1 solle endlich mal erwachsen werden und sich einen Job besorgen.

Der Streamer kann darüber nur schmunzeln. Er nennt den Schreiber des Kommentars einen „Boomer“, also jemanden, der aus der Zeit gefallen und nicht mehr auf dem Laufenden ist, und bietet an, sich mal zu treffen.

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Zwangsstörung wird immer schlimmer

Das steckt dahinter: Was für Tyler1 wie Alltag und „normales Leben“ aussieht, wirkt für einen Außenstehenden sicher wie ein Leben, das durch ständige Wiederholung, Zorn und Isolation geprägt ist. Es scheint für viele schwer vorstellbar zu sein, dass sich Tyler1 dieses Leben wirklich ausgesucht habe, aber er versichert, dass es genauso ist.

Die Idee, er könne einsam sein, lehnt Tyler1 völlig ab. Er sagt einfach, an Dingen wie “Freunden” habe er absolut kein Interesse.

An einigen Stellen wackelt das Bild aber ein bisschen:

  • Als Tyler1 darüber spricht, dass seine Kontroll-Störung immer schlimmer wird, seit er streamt, und er gar nicht mehr drauf klarkommt, wenn sich irgendwas an seinem Equipment oder seiner Position minimal „falsch“ anfühlt.
  • Eine Passage im Artikel, dass viele Bekannte von Tyler1s Freunden einen Burnout hatten und mit dem Streamen aufhören mussten, kommentiert Tyler1 nur mit “Das ist wahr.”
  • Auch dass sich seine Freundin eigentlich ein ganz anderes Leben wünscht und im Artikel darüber spricht, dass sie den Kontakt zu anderen Menschen vermisst, scheint ein wunder Punkt zu sein. Sie will außerdem noch heiraten und wünscht sich 3 bis 5 Kinder – Tyler1 kommentiert das nur mit “Ist notiert.”

Das wirkt schon so, als ob im selbstgewählten Gamer-Paradies vielleicht nicht alles so toll ist. Da kann man schon nachvollziehen, warum Leute nach dem Artikel gefragt haben, ob bei Tyler1 noch alles okay ist.

Tatsächlich musste ein großer LoL-Spieler seine Karriere wegen genau so einer Zwangsstörung beenden, die Tyler1 beschreibt:

LoL-Weltmeister (22) erzählt von der Zwangsstörung, die seine Karriere beendet

Quelle(n): youtube
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Skyzi

Vlt sollte ich mal Twitch anfangen.

Don77

Gibt viele Spieler die in vollkommener Einsamkeit leben, ich zB auch hab keine real Freunde oder gar eine Freundin nicht Mal ingame Kontakte, da ich selbst wenn ein MMO ist solo immer Spiele, Eltern treffe ich vielleicht 4 mal im Jahr, ansonsten wird nur gezockt und Serien Filme geschaut.

Skyzi

Hätte auch nie gedacht, das ich nach 14 einhalb Jahren alleine bin und meine Ex mich betrogen hat mit meinem besten Freund der verheiratet ist. Das war mein Freund wir waren richtige Freunde und ich habe ihn immer geholfen in seiner Probleme und jetzt nichts. Jetzt ist er wie ein Macho und ihr gefällt das. Das sie damit eine Beziehung zerstört interessiert ihr nicht. Das er seine Arbeit von mir hat wird einfach geschwiegen. Auch die Miete die bei uns so günstig war, war auch mein Verdienst, weil sie sowas nie konnte. Früher hatten wir beim gleichen Haus mit dem Mieter und wir hatten ein Garten und eine schöne Terrasse für uns. Der Onkel von meiner Ex hat unter uns gewohnt, bis er woanders ein weiteres Haus bauen wollte. Nun ist da noch eine Wohnung für 110 Quadratmeter und ich habe an meinem Freund gefragt mit seiner Freundin von früher, ob sie das möchten und natürlich sagen sie gerne und wie teuer @Gerhard1650€ Das war ihr zuviel und ich  kenne ja mein Onkel der noch mein Onkel war ,habe ich darüber geredet und ja wir haben verhandeln. Die Miete kostet durch mich 960€ und das ist gesegnet. Unsere Miete mit 90 Quadratmeter war 470€ auch extrem günstig halt Familie halt. Das hat 6 Jahre Super funktioniert bis ich einen Unfall hatte. 
Ich bin drei Minuten gestorben mit fünf Operation. Das ich das überlebt hatte, ist ein Wunder. Danach 4Wochen ins Koma gefallen, aber ich bin immernoch da. Danach viele Situationen Rehabilitation, Logopädie, Physiotherapie, Endlich wieder 2020 Zuhause und zwei Jahre war alles toll,nur sie war unzufrieden auf einmal. Danach mehrere Affäre am Arsch, Petting, Schwanz, etc. Ja das Kartengerüst ist dann zersplittert. Danach haben beide am gleichen Tag gesagt, ich liebe dich nicht und ein Kind kann ich dir mit dir nicht vorstellen und das hat mich zerstört und dass war meine  achillesferse.
Ich bin danach mehrfach auch ohnmächtig geworden, weil das zuviel war für mich und das hat Spuren hinterlassen. Vor 26 Wochen war ich mit ihr zusammen und jetzt hat sie jetzt die untere Wohnung mit ihm und hat für sich den Garten und die Terrasse. Jetzt habe ich meine Wohnung 35 Quadratmeter. Ich bin derzeit sehr frustriert. Wie viel Kohle ich bezahlt habe ist unbegreiflich. Jetzt kennst du viel was ich erlebte. Blöd nur das ich ihr am 23 September ihr einen Antrag geben. Jetzt bin ich auch Einsam. Schönes Leben.. Freunde gute Frage, keine Sau kam mir wirklich helfen. Mein Vertrauen ist definitiv gebrandmarkt in letzter Zeit.

Trotzdem alles gute.

Taless

Schilderr
Legunet

Guten morgen 🙂

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Taless
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