Wir haben eines der größten MMORPGs auf Steam gespielt, das kaum einer von euch kennt

Legends of Idleon MMO gehört zu den größten und vor allem beliebtesten MMORPGs auf Steam. Wie der Name schon andeutet, ist es kein klassisches MMORPG, sondern mixt Elemente von Idle-Games hinein. Nerviger Grind wird euch abgenommen, gleichzeitig aber auch ad absurdum geführt. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch hat das Spiel ausprobiert und wurde sogar positiv überrascht.

Was ist das für ein Spiel? Legends of Idleon MMO ist ein Free2Play-Spiel und verbindet klassische MMORPG-Elemente wie Quests, Dungeons, die Weiterentwicklung der Ausrüstung und Crafting mit den Idle-Games.

Das englische Wort “Idle” heißt so viel wie untätig und bezeichnet auch schon die Art und Weise, wie man spielt. Ohne großen Aufwand und Aufmerksamkeit für das Spiel soll man ein Gefühl von Erfolg und Belohnung bekommen. Eines der bekanntesten Idle-Games ist dabei der Cookie Clicker, der dieses Jahr ebenfalls auf Steam erschienen ist.

Konkret heißt das bei Legends of Idleon:

  • Ihr erledigt zwar Quests und kämpft in Dungeons
  • Doch nervige Grind wie das Hacken von Holz und das Farmen von XP oder Materialien macht das Spiel selbst.

Ihr könnt sogar zusätzliche Charaktere erstellen, die im Hintergrund für euch farmen, während ihr mit eurem Main-Charakter der Story folgt.

Wie beliebt ist das Spiel auf Steam? Mit 2.173 durchschnittlichen Spielern in den letzten 30 Tagen verpasste Legends of Idleon nur knapp die Top 10 der größten MMORPGs auf Steam im November 2021. Im Oktober befand es sich noch auf Platz 10, dann erschien jedoch Elyon.

Legends of Idleon bekommt zudem sehr positive Bewertungen. Von 5.105 Bewertungen fallen 90 % positiv aus. Ein Grund, sich das Spiel genauer anzusehen.

Wer spricht hier? Alexander Leitsch ist der MMORPG-Experte auf MeinMMO und hat tausende Stunden in Spielen des Genres verbracht. Zudem spielt regelmäßig neue Games an.

So gab es dieses Jahr bereits Anspielberichte zu New World, Bless Unleashed oder Swords of Legends Online. In diesem Artikel berichtet er euch von Legends of Idleon MMO, das er etwa 20 Stunden gespielt hat.

Eine 2D-Welt mit sehr viel Humor

Wie sieht der Einstieg aus? Der Einstieg in Legends of Idleon ist bereits großartig. Ich starte als Highlevel-Charakter und lerne die Basics des Spiels, also: laufen, hauen und Portale benutzen. Mich erwartet eine 2D-Welt, ich kann also nach rechts und links gehen und dank verschiedener Seile nach oben und unten klettern.

Direkt zum Einstieg erwarten mich einige unterhaltsame Dialoge. So treffe ich auf einen riesigen Troll, der mir verrät, dass der Boss-Raum “da unten im Loch” sein soll. Hinter dem Troll befindet sich jedoch ein riesiges Portal. Als ich den Troll darauf ansprechen, schiebt er das Portal einfach aus dem Sichtfeld. Clever!

Nachdem ich die Basics gelernt habe, werde ich von dem Troll von der Plattform geworfen und falle und falle und falle immer tiefer. Unten angekommen, bin ich dann plötzlich ein Charakter auf Stufe 1 und muss mir alles wieder erarbeiten.

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Der Charakter-Editor bietet nur wenige Optionen:

  • Name
  • Spielertyp – eine Auswahl aus verschiedenen Attributen wie Stärke, Flexibilität oder Weisheit
  • Geschlecht (Male, Female, Neither, Other, Strichmännchen)
  • Der Starter-Hut

Gerade beim Hut merkt man, dass sich das Spiel nicht zu ernst nimmt. Meine erste Ausrüstung besteht aus einem bunten Kinderhut, Boxhandschuhen und einem Shirt mit Orangen drauf. Eine immersive, stimmige Welt erwartet mich also nicht, dafür jede Menge Quatsch und Humor.

Auch die Quests gehen in die gleiche Richtung, etwa wenn ein sprechender Picknickkorb mir die Aufgabe zuteilt, für ihn 200 Froschbeine zu farmen, weil die ja so lecker sind.

Legends of Idleon Fight
Mein erstes Outfit ist eine ungewöhnliche Mischung von Items. Die Boxhandschuhe machen bei den Schleimen jedoch Eindruck.

Ein Kampfsystem ohne echten Skill, auch in Gruppen-Dungeons

Wie wird gespielt? In Legends of Idleon bewegt ich mich, indem ich mit der Maus an den Wunschort klicke. Dialoge mit NPCs finden auch statt, wenn ich eigentlich sehr weit weg von ihnen stehe. Wichtig ist nur, dass ich sie mit der Maus erreiche, genau wie beim Loot.

Zu Beginn kämpfe ich mit meinen nackten Fäusten. Da ich nur einen Auto-Angriff habe, ist das Kampfsystem die ersten Stunden eher mau. Das macht aber nichts, schließlich gibt es Auto-Kampf. Dazu klicke ich einfach auf einen Knopf und los geht die Metzelei.

Naja gut… die ersten Mobs wehren sich im Grunde gar nicht. Sie verursachen anfangs einen Schaden, doch nach der ersten neuen Brustrüstung machen sie gar keinen Schaden mehr.

Mit der Zeit lerne ich neue Waffen herzustellen und meine Talente zu verbessern. So komme ich auch an neue Fähigkeiten, die jedoch das Kampfsystem nur bedingt interessanter machen. Eigentlich kämpfe ich permanent nur im Auto-Modus.

Idleon Crafting
Wenn ihr genug Kupfer gesammelt habt, könnt ihr es zu Barren weiterverarbeiten. Auch den Barren werden dann Waffen und Rüstungen.

Das Sammeln von Rohstoffen: Beim Sammeln von Rohstoffen hab ich zwei Optionen:

  • Entweder nutze ich die automatische Idle-Animation und sammel sehr langsam
  • Oder ich spiele ein Minispiel. Das geht schneller, verlangt aber meine Aufmerksamkeit

Zum Sammeln gibt es, zumindest nach meinem bisherigen Stand 3 Dinge: Erze, Bäume und das Angeln von Fischen.

Mein erstes Dungeon: Etwa mit Level 6 begegne ich meinem ersten Dungeon. Mit insgesamt 8 Spielern ziehen wir los und kämpfen gegen grüne Frösche, lila Frösche und blaue Frösche. Es läuft ein Timer von 10 Minuten und danach gibt es die Belohnung.

Während ich Frösche tötet, droppen diese Nahrung und Kugeln, die mir verschiedene Boni nur für diesen Run geben. Ich bekomme also speziell für diesen Run Boni, wie etwa mehr Leben, mehr Schaden oder höhere Kritchance. In jedem neuen Dungeon-Run kann ich gewissermaßen einem anderen Weg folgen. Zudem muss ich ständig Kuchen essen, um am Leben zu bleiben.

Eine insgesamt witzige Mechanik, die mich dazu zwingt, im Dungeon aktiv zu sein, auch wenn mein Charakter im Grunde für sich selbst kämpft.

Legends of Idleon Dungeons
In Dungeons mit bis zu 8 Spielern geht es rund.

Grind, den man in normalen MMORPGs nicht mittragen würde

Der zweite Charakter: Etwa mit Level 7 lerne ich eine besondere Mechanik des Spiels kennen. Ich kann mir einen zweiten Charakter erstellen, der dann für das Holzfällen oder das Sammeln von Erzen für mich übernimmt. Praktisch!

Denn Charaktere, die eine Idle-Aufgabe erledigen, müssen nicht eingeloggt sein. Dazu zählen etwa:

  • Automatisches Holzhacken
  • Automatisches Sammeln von Erzen
  • Automatisches Kämpfen

Das Spiel nutzt eine accountweite Truhe und in dieser kann ich Gegenstände zwischen den Charakteren hin und her tauschen. Und das ist auch bitter nötig, denn es werden absurde Mengen von Rohstoffen benötigt und ich müsste ewig mit einem Charakter grinden, um überhaupt die Erfahrungspunkte zum Abbau von Gold oder den lila Kristallen zu farmen.

Mit Level 30, 60, 130 und 225 schaltee ich übrigens weitere Charakterplätze frei, die dann ebenfalls grinden können.

Legends of Idleon Charaktere
Ihr könnt weitere Charaktere freischalten, die dann für euch farmen.

Was macht das Spiel aus? Im Grunde ist Legends of Idleon ein einziger Grind. Das Erreichen von Stufe 100 soll Wochen dauern, in denen das Spiel permanent durchläuft. Ich habe keine Ahnung, wie lange es bis Stufe 225 dauern wird.

Auch bei den Rohstoffen für neue Ausrüstung werden schnell sehr hohe Summen gebraucht.

Dass ich schon nach nicht mal 2 Spielstunden 200 Froschbeine sammeln soll, die zudem nicht mal eine 100 %tige Drop-Chance haben, ist eigentlich eine Frechheit.

Aber nur eigentlich.

Ständige Belohnungen und Charakter-Entwicklung sorgen für Spaß

Warum lohnt sich das Spiel? Legends of Idleon macht süchtig, ohne dass man wirklich spielt. Es ist ein ähnlicher Effekt, wie ich ihn von Cookie Clicker kenne.

Ständig gibt es neue Aufgaben, neue Belohnungen und man will vorankommen. Gleichzeitig braucht man dafür kaum selbst spielen, sondern schaut nur alle 30 Minuten oder vielleicht sogar nur alle paar Tage in das Spiel, fühlt sich aber trotzdem gut dabei.

Zudem bietet das Spiel eine gewisse Tiefe, etwa in der Charakterentwicklung:

  • Es gibt verschiedene Waffen
  • Über 300 verschiedene Talente, die ihr skillen könnt
  • Ihr wählt später aus verschiedenen Sub-Klassen
  • Es gibt zusätzliche Upgrades für die Ausrüstung
  • Es gibt ein Erfolgssystem

Auch einige lustige Easter Eggs und versteckte Erfolge sind in Legends of Idleon mit dabei. Das hat dazu geführt, dass ich immer am Ball geblieben bin und inzwischen meine 20 “Spielstunden” voll habe.

Ist es wirklich ein MMORPG? Ja, es gibt klassische RPG-Elemente und ihr trefft dauernd auf andere Spieler. Schon im Startgebiet standen wir zu sechst an einem Baum und haben ihn gemeinsam bearbeitet, nur dass der halt nie verschwindet.

Dadurch, dass sich Legends of Idleon auch in Dungeons quasi AFK spielen lässt, bleibt mehr Zeit zum Chatten. Und ich hatte hier schon mehr Kontakt mit anderen Spielern, als in vielen anderen MMORPGs.

Allerdings müsst ihr darauf achten, dass es verschiedene Welten im Spiel gibt. Die sind unterschiedlich stark bevölkert, doch ihr könnt sie jederzeit wechseln. Gerade bei den Dungeons empfiehlt es sich dann, auf einem vollen Server zu spielen.

Wie steht es um den Shop? Wie für ein Free2Play-MMORPG üblich, gibt es einen Shop, über den sich das Spiel finanziert. Dort könnt ihr 200 Gems für 1,99 Euro kaufen. Allerdings gibt es immer mal wieder Gems, die ihr im Spiel selbst findet.

Im Shop gibt es neben kosmetischen Inhalten auch zusätzliche Inventarplätze für 200 Gems, zusätzliche 7 Teleports zur Stadt für 200 Gems und Candy zwischen 40 und 240 Gems. Dieses Candy kann genutzt werden, um die XP- und Loot-Belohnung für eine gewisse AFK-Zeit zu bekommen. Das lässt sich als Pay2Win bezeichnen, wobei ihr nur mehr Zeit erkauft, die ihr sonst eh AFK gewesen wärt.

Außerdem gibt es Gegenstände, durch die ihr 2 Crafting-Aktionen gleichzeitig durchführen könnt.

Fazit: Ein Spiel für MMORPG-Fans, die Idle-Games mögen

Legends of Idleon ist kein klassisches MMORPG. Ihr folgt keiner starken Story, ihr habt kein super tiefes Kampfsystem, ja, in den meisten Fällen spielt ihr es gar nicht aktiv, sondern lasst es im Hintergrund laufen. Man merkt ganz klar, dass der Fokus auf dem Idle-Gameplay liegt. Ihr bekommt permanent Fortschritte, ohne aber konzentriert vor dem Rechner oder dem Smartphone zu sitzen.

Doch genau damit, und mit dem sehr eigenen Humor, hat mich Legends of Idleon bisher überzeugt. Es hat einige interessante Mechaniken, wie etwa die zusätzlichen Charaktere, die AFK für euch Materialien farmen. Das ist schon fast eine Hommage an die Bots, die sonst in MMORPGs unterwegs sind.

Doch manchmal müsst ihr eben doch spielen, etwa wenn es in die Dungeons geht und ihr Kuchen essen und Orbs aufsammeln müsst, die euch dann stärker machen. Auch das Crafting, um an neue Ausrüstung zu kommen, müsst ihr noch selbst ausführen. Es spielt sich eben nicht komplett von selbst.

Wer Idle-Games wie Cookie Clicker mag und zudem ein Fable für MMORPGs hat, der sollte sich Legends of Idleon ruhig mal anschauen. Es ist ein witziges Game für zwischendurch. Wer das nächste große MMORPG sucht, wird hier jedoch nicht fündig.

Alexander Leitsch

MMORPG-Experte bei MeinMMO

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André

Also ich find das Spiel richtig geil. Ich spiele das Game jetzt seit ein paar Monaten und das macht schon richtig Spaß. Mein Account Level liegt bei fast 400 mit 7 Chars. Ja, der Anfang zieht sich ein bisschen, wie so oft. Spätestens ab dem dritten Charakter geht es richtig los. Das Schöne an dem Spiel ist vor allem der Humor, bei dem einfach alles und jeder gerne auf die Schippe genommen wird, selbst der Spieler. Es gibt eine einfache Methode Gegenstände zu verkaufen und als mir dies aufgefallen ist, hatte ich schon einige Level hinter mir. Da kommt dann tatsächlich ein Kommentar vom Entwickler “Wie? Du hast die Funktion jetzt erst mit Level 40 entdeckt? Ohje” und lauter solch Kleinigkeiten. Auch das Thema Gems ist sehr fair geregelt. Alles relevant lässt sich bis zu einem Grad mit diversen Free Gems regeln. Wer tatsächlich mehr braucht, kann sich ein Package holen. Preise finde ich fair, fairer als bei anderen Spielen. Was mir vor allem auch sehr gefällt, dass hier idle tatsächlich idle bedeutet. In der Regel sind idle Games auf 2h maximal begrenzt und man muss Unsummen bezahlen, um 10h zu kriegen, wobei die Games dann relativ Inhalt bieten. Bei diesem Spiel ist es vollkommen egal wie lange man inaktiv war. Das Einzige Limit ist die Tasche.
Außerdem gewinnt das Spiel durchaus mit der Zeit an Tiefe und es gibt jede Menge zu tun. Wem so etwas also zusagt, dem kann ich das nur empfehlen. Ein tolles Spiel eines einzelnen Entwicklers. Macht Spaß.

Onassis

Das Freischalten der weiteren Charakterplätze erfolgt auf der Summe der Lvl aller vorhandenen Chars. Also hat man den 6. Platz, wenn die ersten 5 Chars im Schnitt lvl 45 sind. Dauert nicht ewig. ^^

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