Auch wenn aktuell wieder viel gemeckert wird – MeinMMO-Autor Sven Galitzki blickt Ende 2020 auf Destiny 2 zurück und stellt für sich fest: Das Action-MMO von Bungie steht jetzt besser da, als in all den Jahren zuvor. Erfahrt hier, warum.
Was hat es mit dem Meckern auf sich? Das Ende des Jahres kommt langsam näher. Zu dieser Zeit wird es bei Destiny 2 traditionell ruhiger. Es gibt weniger zu tun, bisherige Inhalte sind meistens schon durch, neue lassen aber bis zum neuen Jahr auf sich warten.
Aktuell läuft zwar noch das Winter-Event “Der Anbruch”, doch sonst hat Bungies Action-MMO relativ wenig frischen Content zu bieten. Diese Zeit des Jahres wird von so manch einem gerne dafür genutzt, um auf das auslaufende Destiny-Jahr zurückzublicken und sich den aktuellen Status Quo des Spiels mal genauer anzuschauen.
Und da die Spieler gerade weniger zu tun haben, wird traditionell gerne mehr gemeckert.
Was wird kritisiert? Im Prinzip fällt die Kritik um diese Zeit Jahr für Jahr gleich aus:
- Es gibt zahlreiche Wunschlisten, was Destiny denn bitte schnellstmöglich besser machen sollte, sonst hört man damit auf.
- Immer wieder liest man, es geht nur noch bergab und wenn Destiny nicht sofort X oder Y macht, dann ist es bald tot.
- Sterben tut der Shooter sowieso seit Jahren, nach der neuen Erweiterung Beyond Light aber wieder besonders endgültig und dramatisch.
- Und was man immer wieder hört: Dem Spiel geht es so schlecht, wie nie zuvor. Die meisten Entwickler-Entscheidungen sind schlecht, gehen an der Community vorbei und schlimmer kann es doch gar nicht mehr werden.
Das ist auch 2020 nicht anders. Besonders die Beyond-Light-Erweiterung muss einiges an Kritik über sich ergehen lassen.
Doch ich sage: Auch wenn es längst nicht alle so sehen dürften – Trotz all dieser oftmals durchaus berechtigten Kritik steht Destiny 2 Ende 2020 in meinen Augen viel besser da, als in all den Jahren zuvor. Doch lasst mich erklären, warum.
Wo steht Destiny 2 Ende 2020?
Hier die wichtigsten Eckpunkte: Bei Destiny 2 ist im November die neue Erweiterung Jenseits des Lichts erschienen. Diese brachte allerlei neue Inhalte mit sich – unter anderem einen neuen Schauplatz, ein neues Schadenselement und damit einhergehende neue Kräfte für die Hüter sowie einen neuen Raid.
Bei Beyond Light handelt es dabei um die erste von insgesamt 3 großen Erweiterungen, die Destiny 2 bis ins Jahr 2022 und wohl auch darüber hinaus mit neuen Inhalten versorgen sollen. Beyond Light wurde dabei mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es gab durchaus Lob aber auch einiges an Kritik.
Zudem läuft aktuell parallel noch die nunmehr 12. Saison, die Saison der Jagd. Neben großen jährlichen Erweiterungen wie Beyond Light sorgt also das saisonale Modell mit seinen Seasons im Verlauf eines Jahres für weiteren Content-Nachschub.
Außerdem ist Destiny 2 mittlerweile viel kleiner geworden. Das Spiel konnte nicht unendlich lang wachsen und so sind zahlreiche Inhalte mit Erscheinen von Beyond Light in die sogenannte Destiny Content Vault wegrotiert – darunter zahlreiche Schauplätze und damit verbundene Aktivitäten. In der Vault befinden sich alle Inhalte aus beiden Destiny-Teilen und die Entwickler können sich hier der entsprechenden Ressourcen für den weiteren Verlauf von Destiny 2 bedienen.
Deshalb steht Destiny 2 jetzt besser da, als zuvor
Das mag sich jetzt so manch einer fragen: Jetzt kann man sich natürlich fragen: Was ist nun anders, als in den Jahren zuvor? Mit Ausnahme von Stasis und der Content Vault klingt’s doch im Prinzip wie am Ende der bisherigen Jahre auch: Eine neue Erweiterung, Seasons, das übliche Gemecker zum Jahresende.
Zudem ist dieses Jahr auch noch eine Menge Content weggefallen, ferner ist viel von der hart erarbeiteten und liebgewonnenen Ausrüstung durch das Sunsetting (fürs Endgame) komplett irrelevant geworden. Wie kann das Spiel das überhaupt besser dastehen?
Es gibt endlich einen Masterplan: Nun, der Grund, warum Destiny 2 für Ende 2020 für mich so gut, wie eigentlich noch nie da steht, ist ganz einfach:
Man weiß jetzt genau, wohin die Reise geht und was man grob dabei zu erwarten hat, und zwar über 2022 hinaus. Es gibt endlich einen großem Masterplan für das Spiel, der große Rahmen für die Zukunft steht fest. Und genau das war in den Jahren zuvor anders und wurde von vielen stark kritisiert.
Ob nun am Sunsetting, an den saisonalen Inhalten oder am entfallenen Content – ja, es gibt durchaus berechtigte Kritik. Doch das sind in meinen Augen alles Kleinigkeiten im Vergleich dazu, wenn das Spiel keine klare Philosophie, keine klare Richtung hat, in die es sich entwickeln will und selbst nicht weiß, was und wie es letztendlich sein will.
Genau das hat schon dazu geführt, dass Destiny 2 in einem Zustand erschienen ist, wo jeder nur mit den Schultern zuckte und sich fragte, wie es nur dazu kommen konnte.
Hier herrschte Unsicherheit: Dazu kamen Jahre voller Unsicherheiten und Selbstfindung:
- Forsaken war gut, aber wie geht es mit dem saisonalen Modell weiter?
- Wie geht es nach der Trennung von Activision nun tatsächlich weiter?
- Was kann Bungie alleine stemmen?
- Kommt nun ein Destiny 3 oder setzt man weiterhin auf Destiny 2?
- Was hat Bungie generell mit Destiny in Zukunft vor?
Auf diese und zahlreiche andere, grundsätzliche Fragen gab es bis 2020 keine richtige Antwort. Doch Bungie konnte sich mittlerweile offenbar neu ordnen und dieses Jahr haben wir viel darüber erfahren.
Wir wissen jetzt endlich
- Es wird kein Destiny 3 geben, Bungie bekennt sich komplett und auf lange Sicht zu Destiny 2.
- Destiny 2 geht immer mehr in Richtung Action-MMO, bezeichnet sich nun selbst als solches.
- Bungie hat konkrete Pläne für das Spiel. 2021 und 2022 soll jährlich je ein weiteres, großes Addon erscheinen, gefolgt von Seasons, die bis zur nächsten Erweiterung für Content-Nachschub sorgen sollen. Damit steht der Fahrplan bis ins Jahr 2023 fest. Mit der letzten Erweiterung ist die Geschichte offenbar noch nicht zu Ende erzählt.
- Es wird nicht nochmal eine Erweiterung von der Größe Forsakens geben, das kann Bungie alleine nicht stemmen. Was für Größenordnungen uns da erwarten, zeigt das neue Beyond Light.
- Es wird 2021 Crossplay geben, sodass Spieler auf allen Plattformen miteinander zocken können.
Kurzum: Wir wissen jetzt im Prinzip sicher, was uns bei und mit Destiny 2 bis ins Jahr 2023 ungefähr erwartet. Das muss nicht jeder mögen, das muss nicht jeder mitgehen, das alles kann auch durchaus kritisiert werden – gerade die Details. Doch das ändert nichts daran, dass man jetzt endlich ein Bild vom großen Ganzen und eine genaue Vorstellung davon hat, was Destiny ist und was es in den kommenden Jahren vorhat.
Ob man ein Teil davon sein will – das muss jeder für sich entscheiden. Doch meiner Meinung nach kann man genau das nun viel besser, als in all den Jahren zuvor.
Wie seht ihr das Ganze? Wie blickt ihr aktuell auf Destiny 2? Lasst es uns und andere Leser von MeinMMO in den Kommentaren wissen.
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