Twitch-Streamer sammelt Spenden für guten Zweck, behält das Geld für sich

Ein französischer Twitch-Streamer gab über Jahre vor, Geld für den Kampf gegen Multiple Sklerose zu sammeln. Doch das erwies sich als Betrug. Er behielt das Geld. Das kam Ende 2019 nun raus – die Konsequenzen für den Streamer sind harsch.

Um wen geht es? Der französische Streamer ANIS13K ist seit 2014 auf Twitch und ein mittelgroßer Streamer dort. Er hat etwa 80.000 Follower.

Im letzten Jahr war er 2700 Stunden auf Sendung. ANIS13K war in allen möglichen Spielen zugange. Das sind die Zahlen eines Vollzeit-Streamers, der Twitch „grindet“: Große, erfolgreiche deutsche Streamer wie MontanaBlack oder Gronkh streamten 2019 lediglich etwa 900 Stunden auf Twitch.

Solche Entertainer-Streamer machen sich rar – „Grinder“ sind hingegen so oft wie möglich auf Twitch aktiv.

Im Schnitt schauten dem französischen Streamer zwischen 200 und 340 Leute zu.

bloodborne yharnam
176 Stunden investierte der Streamer in Bloodborne. Dabei schauten ihm im Schnitt 200 Leute zu.

Was wird dem Streamer vorgeworfen? Ein französischer Twitter-Account, „Reveal Truth“, hat dem Streamer kurz vorm Jahreswechsel vorgeworfen, seine Community über 4 Jahre betrogen zu haben. Der „Charity-Stream“, der angeblich einem guten Zweck diente, sei nichts weiter als eine Maskerade für einen Betrug gewesen.

Die gemeinnützige Organisation „French Association of Multiple Sclerosis“ (AFSEP) habe kein Geld erhalten. Es soll sich um mehrere Spenden in der Höhe zwischen 1400€ und 5000€ handeln, die AFSEP nie gesehen habe.

Twitch-Streamer wollte auch „verrücktes Equipment“

So reagierte der Streamer: ANIS13k ging am 2. Januar auf Sendung. Der Titel des Stream lautete „Fin“, das Ende. Der Streamer wirkte aufgelöst und verzweifelt. Er weinte stellenweise. ANIS13k war etwa 20 Minuten zu sehen.

Wie Dexerto berichtet, räumte er im Stream ein, die falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Es heißt, er sei in einen Teufelskreis geraten und hätte Leuten Geld geschuldet. Der Streamer musste sich dann Geld leihen, um diese Schulden zu begleichen. Das setzte sich fort. Er habe gesehen, wie andere Streamer auf Twitch vorwärts kamen und sich verrücktes Equipment kauften. Das wollte er dann für sich auch.

Jedes Mal, wenn er es tat, wusste er, dass es falsch war, habe es aber dennoch gemacht.

Streamer bittet um Verzeihung, kündigt Rückzug von Twitch an

So geht es weiter: Der Streamer bittet für sein Verhalten um Entschuldigung und hofft kein schlechtes Licht auf französische Streamer geworfen zu haben.

Er sagt, er sei in direktem Kontakt mit der gemeinnützigen Organisation, um einen Weg zu finden, ihnen jenes Geld zu überweisen, das für sie bestimmt war. Der Streamer kündigt an, nicht mehr auf Twitch streamen zu wollen.

In einem Discord-Server sagte ein Nutzer, er habe bei einem der Charity-Streams gespendet und wolle nun Klage einreichen. Er stehe in Kontakt mit dem gemeinnützigen Verein, die wollten sich der Klage anschließen.

Im Gegensatz zu diesem traurigen Beispiel für einen Charity-Stream auf Twitch, gilt der deutsche Charity-Stream „Friendly Fire“ als vorbildlich. Hier versammeln sich jährlich einige der größten deutschen Twitch-Streamer und sammeln Geld für verschiedene wohltätige Organisationen. 2019 kamen bei Friendly Fire 5 über eine Millionen Euro zusammen.

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v AmNesiA v
3 Monate zuvor

Er hat Leuten Geld geschuldet?
Hm…
Wahrscheinlich seinem Dealer, der ihn mit Aufputschmitteln versorgt hat, damit er schön lange Twitch grinden kann.
Was ein Arschloch, die Leute systematisch und über so einen Zeitraum auszunutzen und zu verarschen. Der gehört für mich eingebuchtet wegen schweren Betrugs.

Seska Larafey
Seska Larafey
3 Monate zuvor

Er hat das wichtigste Gut missbraucht den Menschen geben können (nein nicht Geld). Das Vertrauen

A.K
3 Monate zuvor

wasn war doch für einen guten zweck. er hat sich geholfen^^

Hisuinoi
3 Monate zuvor

Finde das schon komisch, das die Community sich solange verarschen hat lassen.
Die Community hätte geschlossen nach Nachweisen verlangen müssen zumindest spätestens nach 1-2 Jahren.
So Spendennachweise vom Spenderverein.

Das ist doch alles möglich wenn es um Spenden im vierstelligen Bereich geht.
Nach wie vor wäre es besser gewesen die Leute hätten direkt Spenden sollen.
Allerdings zum Streamer an sich, Ehrlichkeit hält bekanntlich am längsten.
Wenn er eine gute Community hätte und er offen das zugegeben hätte was in diesem Beitrag steht also warum er das Geld braucht. Wäre ich mir sicher das da auch einige Spenden zusammen gekommen wäre.

Ich würde es als Stärke empfinden wenn er bei den ersten schlechten Gewissen das seiner Community gebeichtet hätte. Dann wäre die wahrscheinlichkeit auf einer Klage deutlich geringer gewesen und wäre einfacher die Summe doch noch aufzutreiben um zu Spenden.

Finde ich sehr schade das solche Leute ohne Rückgrat gibt die Streamen.
Heutzutage sollten leider Spender immer nachhaken und Streamer sollten offen sein für was die Spenden verwendet werden. Gibt viele Streamer die so offen sind.

luriup
3 Monate zuvor

„Im Gegensatz zu diesem traurigen Beispiel für einen Charity-Stream auf Twitch, gilt der deutsche Charity-Stream „Friendly Fire“ als vorbildlich. Hier versammeln sich jährlich einige der größten deutschen Twitch-Streamer und sammeln Geld für verschiedene wohltätige Organisationen“

Auf genau sowas würde ich Wert legen,bevor ich auch nur einen Cent spende.
Sprich es sollte schon klar sein,dass das Geld auch da ankommt,
wofür es gedacht ist.
Ansonsten könnte mich ja XY auf der Spraße anquatschen und mir was vom Pferd erzählen.
Es handelt sich sicher um einen Einzelfall
aber bei Geld bin ich lieber übervorsichtig.

Kikky
3 Monate zuvor

Das ist eben kein Einzelfall. was meinst du wie viele dieses „spenden“ gedöns auf twitch missbrauchen? Mehr als genug. Es hakt nur nich jeder bei jedem nach.
Und mal ganz im ernst, wenn einer gemeinnützigen Organisation spenden will tut es über deren Homepage direckt und nicht über x undneunzig „Steamer“.
So viel logisches Denken sollte dann doch noch jeder irgendwo besitzen.

luriup
3 Monate zuvor

Naja ich bin wohl auf dieser Seite der größte Twitch/Streamer/Laberaffen Gegner,
wenn sie aber etwas für diejenigen machen,
die nicht unser Glück hatten,
dann bin ich durchaus bereit zu spenden.
Ich wusste bis vorhin nichts von Friendly Fire,
ich bin geneigt auch einen Beitrag zu leisten.

Genau was Du beschreibst,die großen Hilforganisationen,
denen vertraue ich kein Stück.
Die sind zu gross geworden um sich nicht in die eigene Tasche zu arbeiten.

Kikky
3 Monate zuvor

Naja die AWO in Frankfurt, glaub war das, ist zugegebn zu deinem letzten Abschnitt ein gutes Beispiel. Da ist glaub auf Grund der Vorwürfe der komplette Vorstand zurück getreten. Stimmt schon….

artigkeitsbaer
3 Monate zuvor

Ka wie sowas in frankreich ist aber in deutschland is die sache rechtlich klar wenn leute geld an einen streamer spenden für soziale sachen haben sie keinen anspruch das dieses geld beim ziem ankommt. Weil ein streamer keine spenden sammeln kann bzw tut die leute donaten ihm das geld nicht den spendenziel. es ist wie in etwas wie mit ebay überschriften da kann stehen was es will am ende kommt es drauf an was beider artikelbeschreibung steht.

Ich find das ganze auch ziemlich logisch da der streamer halt nur ne person ist und man an die person geld schickt ist es seins wäre er ein sozialer verrein siehe hier https://de.wikipedia.org/wiki/Spende

Daher hier würde nix passieren außer das der ruf im arsch ist

Halbtaub
3 Monate zuvor

Tja und das ist halt strafbar wie du schon selbst beantwortet hast, auf der „artikelbeschreibung“ kommt es drauf und wenn er während sein Stream mehrmals auf dem Verein Hinweist. Das er alle Einnahmen spenden in seine Spenden Stream hat er unter falschen Tatsachen Geld verdient. Du hast damit dein Argument selbst ausser Kraft gesetzt

Motzi
3 Monate zuvor

Wer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen anderen dazu bringt, ihm Geld zu geben begeht einen Betrug nach 263 StGB.

Kikky
3 Monate zuvor

Und der gildet in Frankreich inwiefern? Oder in Amerika? Schon mal nachgeschaut? Du kannst nicht von Deutschen Gesetzen auf andere Länder schließen. Das ist ein riesengroßer irrtum vieler deutscher.

hC.dennis
3 Monate zuvor

Sein Argument gilt (oder in Kinder sprache Gildet)
https://de.wikipedia.org/wiki/Escroquerie
„L’escroquerie est le fait, soit par l’usage d’un faux nom ou d’une fausse qualité, soit par l’abus d’une qualité vraie, soit par l’emploi de manoeuvres frauduleuses, de tromper une personne physique ou morale et de la déterminer ainsi, à son préjudice ou au préjudice d’un tiers, à remettre des fonds, des valeurs ou un bien quelconque, à fournir un service ou à consentir un acte opérant obligation ou décharge.

L’escroquerie est punie de cinq ans d’emprisonnement et de 375000 euros d’amende. »

„Escroquerie (Betrug) begeht, wer unter Verwendung eines falschen Namens oder einer falschen Eigenschaft oder unter Mißbrauch einer echten Eigenschaft oder unter Einsatz arglistiger Machenschaften eine natürliche oder juristische Person täuscht und so zu ihrem Nachteil oder zum Nachteil eines Dritten veranlaßt, Geld, Wertgegenstände oder irgendein Vermögensgut zu übergeben, eine Dienstleistung zu erbringen oder ein Rechtsgeschäft zu tätigen, das eine Verpflichtung oder Entlastung bewirkt. Der Betrug wird mit fünf Jahren Gefängnis und 375000 Euro Geldstrafe bestraft.“

– Art. 313-1 Code pénal

Die Strafbarkeit des Betrugs erhöht sich nach Art. 313-4 bei Schutzbedürftigkeit des Opfers wegen seines Alters und nach Art 313-2 bei Vortäuschen eines karitativen Zweckes.

hC.dennis
3 Monate zuvor

Sein Argument gilt (nicht gildet)
L’escroquerie est le fait, soit par l’usage d’un faux nom ou d’une fausse qualité, soit par l’abus d’une qualité vraie, soit par l’emploi de manoeuvres frauduleuses, de tromper une personne physique ou morale et de la déterminer ainsi, à son préjudice ou au préjudice d’un tiers, à remettre des fonds, des valeurs ou un bien quelconque, à fournir un service ou à consentir un acte opérant obligation ou décharge.

L’escroquerie est punie de cinq ans d’emprisonnement et de 375000 euros d’amende.
Art. 313-1 Code pénal

Die Strafbarkeit des Betrugs erhöht sich nach Art. 313-4 bei Schutzbedürftigkeit des Opfers wegen seines Alters und nach Art 313-2 bei Vortäuschen eines karitativen Zweckes.

Motzi
3 Monate zuvor

Lies mal den Ausgangskommentar auf den ich geantwortet habe. Der bezieht sich auf Deutschland.

Edit: Für Frankreich gilt Art. 313-1 Code pénal, der im Wesentlichen den gleichen Tatbestand beschreibt und darunter lässt sich das Verhalten als Betrug subsumieren.

MB
3 Monate zuvor

twitch ist doch eh nur noch verarsche. jeder will kassieren. twitch account erstellen, 0 follower und gleich einen donationbutton einfügen.

Roughster
3 Monate zuvor

Was genau soll daran Verarsche sein? Mit Twitch verdienen diejenigen Geld, die Zeit und Herzblut dafür einsetzen, um Andere zu unterhalten und genügend Follower finden, die dafür gewillt sind etwas zu zahlen. Ist wie in vielen anderen Bereichen der Unterhaltungsindustrie auch und im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen kann man selbst entscheiden ob und wieviel man für die Unterhaltung springen lässt.

Peter
3 Monate zuvor

Unmöglich sowas aber wenigstens will er es wieder gut machen..

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