MeinMMO-Redakteurin Caro wurde aus der Redaktion ausgewählt, um in der Closed Beta von World of Tanks: HEAT ein paar Runden Panzer zu fahren. Das Problem: Sie mag weder Panzer noch Militär-Shooter. Hier erhaltet ihr den Ersteindruck der genrefremden Spielerin.
Als ich von unserer Chefredakteurin Leya mit dem Zugang zur Closed Beta von World of Tanks: HEAT überfallen wurde, war ich zugegebenermaßen … nennen wir es „wenig begeistert”. Meine bisherige Erfahrung mit World of Tanks beschränkt sich auf Trailer oder andere Clips, die ich nur mit einem Kopfschütteln belächelte. Ich finde Panzer einfach blöd und auch der militärische Vibe sorgt eher dafür, derartige Games eher ans Ende meiner Gaming-Warteliste zu setzen.
Im Prinzip ist HEAT ein hero-basierter PvP-Panzer-Shooter, in dem man in 5v5- oder 10v10-Kämpfen sein strategisches Können unter Beweis stellt und um Map-Kontrolle kämpft. Als ich das feststellte, wurde sofort eine Erkenntnis in mir wach:
Ich würde es als Hero-Shooter-Fan einfach so spielen wie Overwatch!
Mein Einstieg in die Closed Beta
Als ich das erste Mal die Closed Beta startete, wurde ich mit einem schicken Menü begrüßt, in dem man sich die Agenten mitsamt ihren Panzern und Möglichkeiten zur Customization genauer anschauen kann. Ein Genre-Fan würde sich über die Möglichkeiten freuen und anhand der Fähigkeiten und Fahrzeugeigenschaften einen Favoriten finden. Ich hingegen ging nach Vibes.
Nur ein Charakter war hinter dem Battlepass gesperrt (und zwar die einzig weibliche Agentin des Spiels, aber na gut.) Ich testete mich in KI-Kämpfen mit ein paar der unterschiedlichen Agenten-Panzer-Dreamteams und blieb schließlich an einem Favoriten hängen: Hound.
Hound gefiel mir nicht nur vom Gefühl im Kampf, er war auch deutlich mehr „lowkey” als der etwas zu erzwungen gelassene Sunnyboy Kent oder die Dad-Oneliner des Verteidigers Chopper. Hound hingegen war stiller und seine Edgelord-Maske mitsamt passenden Sprüchen machte ihn zwar etwas cringe, aber das meine ich ganz liebenswert.

(Etwas zu weit) rein ins Gefecht
Mit Hound und seinem LEO 1A6A1 (was mir bis heute immer noch nichts sagt) begab ich mich mitsamt anderen Spielern zunächst erneut in KI-Matches, um meinen nicht existenten Panzerfahrer-Skills zumindest etwas Würde zu verleihen.
Als Sniper-Archetyp entfernte ich mich vorbildlich von meinem Team, um die Map zu erkunden und erstmal nichts zum Kampf beizutragen, bis ich schließlich dieses bestimmte Gefühl erfuhr, das jeder Sniper-Fan kennt: Perfekte Position, starker Ausblick, unwissende (KI-)Gegner.
Einer nach dem anderen fiel meiner tollen Positionierung zum Opfer und das, obwohl meine eigentlich übermenschlichen Reflexe von der etwas schwerfälligen Geschwindigkeit eines Panzers gehemmt wurden. Und genau daran musste ich mich gewöhnen.
Ich mag vielleicht spielen wie eine Widowmaker, allerdings kann der LEO 1A6A1 nicht so schnell aimen, wie ich es in Hero-Shootern wie Overwatch gewohnt bin. Und das sorgte für ein weiteres Problem.
Nachdem mein Ego durch die glorreiche Positionierung zu viel gefüttert wurde, hielt ich es für eine gute Idee, mich einfach mal mitten ins Gefecht zu begeben. Und hier wurde mir klar – nicht nur das Zielen eines Panzers ist langsam.
Das schnelle Peaken hinter Gebäuden sowie im richtigen Moment zu pushen, um sich dann rechtzeitig zurückzuziehen, ist mit einem Panzer leichter gesagt als getan. Ich konnte nicht einfach schnell aus einem Gefecht fliehen, um Highground zu gewinnen. Ich war der Schwerfälligkeit dieses dicken Gefährts einfach ausgesetzt. Aufgrund meiner Overwatch-Erwartungshaltung wurde ich in World of Tanks im Sekundentakt gnadenlos in die Luft gesprengt. Aber ich wollte immer wieder „nur noch die nächste Runde”, weil ich besser werden wollte.
Ich habe tatsächlich … gelernt?
Die Lösung für mein fehlendes Zusammenspiel von Shooter-Kenntnissen und absoluter Verständnislosigkeit der Panzergeschwindigkeit: Hounds wunderbare Primärfähigkeit „Attrappe”. Durch eine platzierbare Panzer-Attrappe, die dem LEO 1A6A1 perfekt gleicht, sollen Gegner diese mit dem Spieler verwechseln und stattdessen ins Visier nehmen. Wenn die Attrappe zerstört wird, „heilt” sie dadurch das Original.

Die Attrappe wurde im Gefecht regelmäßig zu meinem Lebensretter, doch nicht zur Ablenkung – sondern als Schutzwand, wenn ich den Sniper-Panzer ungünstig mal wieder mitten ins Schussgefecht gestellt habe.
Man kann mit Rücksicht auf einen Cooldown bis zu 3 Attrappen platzieren, die nebeneinandergestellt einen perfekten Schutzwall aus „Fake-LEO-1A6A1”s kreieren. Vielleicht habe ich hiermit einen super Trick kreiert, vielleicht sind zukünftige Spieler auch einfach schlau genug, das richtige Positioning zu wählen.

Trotz Null-Bock machte HEAT einiges richtig
In meinen ersten Stunden wurde mir schnell klar: Wenn meine ehrliche Null-Bock-Einstellung auf fehlendes Know-how trifft – wie soll ich nur fair darüber berichten? Doch genau das sorgte für einen starken Pluspunkt. Denn der Einstieg war trotz manchem Übermut selbst für mich als heftigsten Noob wirklich leicht.
Das UI ist übersichtlich und verständlich und auch wenn man keine Ahnung von Panzern hat und wozu diese fähig sind, sind sowohl die Steuerung als auch das Gameplay und die Missionen intuitiv, selbsterklärend und überhaupt nicht kompliziert. Ich habe mich in keinem Moment von dem Spiel überfordert gefühlt. Und ich ertappte mich in den Momenten, in denen ich das Spiel spaßig … ich meine natürlich gar nicht so schrecklich fand, wie erwartet.
Bin ich durch die Closed Beta von World of Tanks: HEAT zu einem Fan des Genres geworden? Nein – doch das muss ich auch nicht.
Man muss von keinem Spiel erwarten, dass es wirklich jeden Gamer abholt. Vor allem, wenn es bereits eine große Fanbase voller Spieler besitzt, die absolut steil auf Panzer gehen, die sich von Mitspielern zu Freunden entwickeln und absolut aus dem Häuschen sind, wenn ein Panzer einen neuen Anstrich erhält. Das ist doch das, worauf es ankommt.
Was ich sagen kann: Ich finde Panzer immer noch blöd und hinzukommend einfach zu schwerfällig und langsam, aber … wenn ich jemals – aus welchem Grund auch immer – von Freunden zu einer oder zwei Runden HEAT eingeladen werde … dann sind Hound, LEO 1A6A1 und ich gemeinsam am Start, um den Gegnern die Sicht zu ruinieren.
Bevor World of Tanks durch meine Wenigkeit beglückt wurde, hat es bereits eine deutlich bekanntere Persönlichkeit willkommen geheißen. Und dabei handelt es sich um einen Helden, den man eigentlich aus einem anderen Genre kennt: In World of Tanks versteckt sich bald „Doctor Strange“ in eurer Garage, und ihr könnt ihn sogar als Kommandanten abstauben
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