Bei Star Citizen zeigen sich Mitarbeiter in Austin, Texas, frustriert und drücken ihren Ärger über die Führung des Studios in einem Bericht an die Presse aus. Eine Quelle sagt anonym, das Spiel fühle sich wie „ein Gacha-Spiel für teure Schiffe“ an, es gebe kaum Gameplay und der Fokus liege total auf Marketing.
So wird Star Citizen entwickelt: Das MMO Star Citizen starte mal als putziges, kleines Science-Fiction-Indie-Projekt von Chris Roberts, einem kultisch verehrten Videospiel-Pionier aus den 90ern (Wing Commander).
Der bekam für seine Vision aber so viele Millionen an US-Dollar von Spielern zugeworfen, dass Star Citizen zu einem riesigen AAA-Projekt wurde. Das wird mittlerweile von über 600 Leuten an 5 Standorten in 3 verschiedenen Ländern entwickelt:
- Das Hauptquartier sitzt in LA
- in Texas entwickelt man das persistente Universum
- in Frankfurt arbeitet man an der Technik
- in Manchester, England, werkeln die Entwickler an der Singleplayer-Erfahrung
- in Derby kümmert man sich um die Gesichter im Spiel
Dazu hat die Firma CIG noch eine Vielzahl an Partnern, die weltweit verteilt sind. Offenbar hat das “Indie-Studio” aber Schwierigkeiten, diese weltweit verstreuten Teams zu koordinieren und jederzeit zu verstehen, was in jedem der Studios gerade so los ist. Das geht aus einem Bericht der US-Seite Kotaku hervor (via Kotaku). Und das sorgt angeblich für richtig Ärger in Austin, Texas.
Mitarbeiter von Star Citizen kämpfen in Austin ums Überleben
Das ist der Auslöser für den Frust in Austin, Texas: Im Februar 2021 herrschte in Austin, Texas, eine Ausnahme-Situation: Ein Schneesturm legte das öffentliche Leben völlig lahm, ließ den Strom über lange Zeit ausfallen und brachte die Menschen in Lebensgefahr. Es gibt Berichte von Menschen, die in ihren Betten erfroren sind (via ksat).
Die US-Seite Kotaku schreibt jetzt: 6 Mitarbeiter von Star Citizen aus Austin, Texas, hätten sich anonym an sie gewandt, um auf die Miss-Stände im Studio während der Naturkatastrophe hinzuweisen. Sie sagen: Intern wird auf die Angestellten nicht gehört, also versuchen sie es extern.
Überstunden erwartet, um Naturkatastrophe auszugleichen
Das ist der Vorwurf aus Texas an die Studio-Leitung: Der Vorwurf der 6 Angestellten ist:
- Während sie in Austin, Texas, um ihr Leben kämpften, hat das die Leitung von Star Citizen nicht groß interessiert. Die haben nicht mitbekommen, wie ernst es um Texas stand.
- Ein Manager sagte ihnen: Sie sollten sich drum kümmern, wie sie die verlorene Arbeitszeit aufholen sollten, man legte ihnen nahe, am nächsten Wochenende die Arbeit in Überstunden nachzuholen.
- Andere Studios hatten offenbar kein Verständnis, wie schlimm es in Austin war. Die taten so, als mache man da „schneefrei“, während man tatsächlich um sein Überleben kämpfen musste.
- Während die Mitarbeiter in Austin Tipps austauschten, wie man noch an Lebensmittel gelangt, bekam eine Quelle eine E-Mail aus der Personalabteilung, in der es um den Weltfrauen-Tag im März ging. Der Schneesturm wurde mit keinem Wort erwähnt.
- Die Chefs der Firma in LA haben wohl erst am Ende der Katastrophen-Woche erfahren, wie schlimm es um Austin-Texas stand.
Das sagen einer der angeblichen Mitarbeiter von Star Citizen nun: Die US-Seite Kotaku hat ein Statement von einem der angeblichen Angestellten veröffentlicht. Die Quelle spricht anonym über Star Citizen und ist offenbar extrem geladen. Da scheint sich viel Frust angestaut zu haben, der raus muss:
Die langsame und zögerliche Antwort von CIG und der generelle Mangel an Kommunikation hat die Angestellten hart getroffen, die eh schon eine niedrige Moral hatten und unter dem Gefühl leiden, die Firma interessiere sich nicht für sie.
All diese Dinge kommen auf ein Spiel drauf, das mehr und mehr wie ein Gacha für teure Schiffe ohne tatsächliches Gameplay wirkt, bei dem ständig nutzlose Features reingeschoben und rausgenommen werden, bei dem Marketing die absolute Macht über jede andere Abteilung hat: Da fühlen sich Angestellte nach einer Weile schon entmutigt.
Anonymer Angestellte von Star Citizen zu Kotaku
Das ist ein Gacha-Spiel: Ein “Gacha”-Spiel ist ein Videospiel, das auf Zufalls-Faktor und Lootboxen setzt. Die erfolgreichsten Gachas verdienen enorm viel Geld. Genshin Impact verwendet ein Gacha-System: Es gibt in solchen Spiele bestimmte Gegenstände, die sehr begehrt und selten sind. Bei Star Citizen sind die Schiffe begehrt und teuer – es gibt dort allerdings keine Lootboxen. Die Schiffe werden direkt im Shop verkauft.
Das sagt die Firma: Die sagen:
CIG ist betrübt zu hören, dass es Vorwürfe aus anonymen Quellen gibt. Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und deren Wohlbefinden hat für uns jederzeit oberste Priorität. Das Büro in Austin ist für die meisten Mitarbeiter seit dem Ausbruch der Pandemie geschlossen, während Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten.
Im direkten Nachgang zu dem Texas-Sturm hat sich die Leitung des Studios an die mehr als 100 Mitarbeiter in Austin gewandt, über deren Manager oder persönlich, und Hilfe angeboten – und wir machen das weiterhin, um jedem Hilfe zu bieten, der betroffen ist.
Statement von CIG
Harte Diskussion um Insider-Bericht entbrennt
Das ist die Diskussion dazu: Im Reddit von Star Citizen kritisieren die Spieler die Berichterstattung von Kotaku mit harschen Worten (via reddit). Sie erkennen der US-Seite jede Glaubwürdigkeit ab, verlangen eine Offenlegung der Quellen und fordern, CIG möge Kotaku in den Bankrott klagen.
Wer in dem entsprechenden Thread Star Citizen kritisiert, erhält Downvotes, so dass dessen Beitrag ganz unten in den Kommentaren angezeigt wird. Ein Nutzer, der 40 Downvotes erhielt, sagt: “Star Citizen ist das Stockholm-Syndrom unter den Videospielen.”
Die Nutzer von reddit, die Upvotes erhalten, zitieren Tweets von Entwicklern bei Star Citizen, die sich von dem Bericht der Seite Kotaku distanzieren. Sie hätten andere Erfahrungen gemacht. Ein Community-Manager aus Austin, Texas, nennt den Bericht sogar eine “Lüge”.
Der Autor des Kotaku-Artikels sagt (via twitter): Er hat die Quellen noch mal kontaktiert und die stehen zu ihren Aussagen. Sie hätten auch gesagt, dass zwei der Leute, die CIG nun verteidigen, fürs Marketing- oder die Personalabteilung arbeiten. Es sei eben ein großes Studio und verschiedene Leute hätten unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Für die Leute, mit denen der Reporter gesprochen hat, sei der “Breaking Point” erreicht worden. Die konnten den Zustand bei CIG nicht mehr akzeptieren.
Um Star Citizen gibt es immer wieder Diskussionen. Das MMO wird von begeisterten Spieler über Crowdfunktion finanziert, hat extrem hohe Ambitionen, allerdings wurden Release-Daten und Meilensteine schon häufig nach hinten verschoben:
Chef sagt zur langen Entwicklungszeit von Star Citizen: „Es ist kein Hirngespinst“
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