Youngblood im Anspieltest: So viel Spaß macht Wolfenstein zu zweit

Youngblood lädt als neuster Ableger der Wolfenstein-Reihe wieder einmal dazu ein, auf PC, Xbox One, PS4 und sogar Nintendo Switch einem fiktiven Nazi-Regime auf die Mütze zu geben. Unsere Autoren Benedict und Jürgen konnten den neuen Shooter bereits vorab im Koop einige Stunden testen. Das ist unser erster Eindruck.

Heute, am 25. Juli um 19:00 Uhr startet Wolfenstein: Youngblood für den PC auf Steam und über Bethesda.net. PS4, Xbox One und Nintendo Switch müssen sich noch bis zum 26. Juli gedulden. Erfahrt in unserem Anspieltest, ob sich das neue Wolfenstein lohnt.

Anspieltest zu Youngblood: Das bietet das neue Wolfenstein

Worum geht es in Youngblood? April 1980: Einige Jahre nach den Geschehnisse von Wolfenstein II: The New Colossus verschwindet der Protagonist BJ Blazkowicz und verlässt ohne Nachricht seine Frau und seine beiden Töchter Jess und Soph.

Wolfenstein Youngblood Jess und Soph in Motorrüstung
Papa ist weg – also müssen nun die Töchter ran!

Nach einiger Nachforschung finden die beiden Zwillingsschwestern heraus, dass sich ihr Vater nach Paris abgesetzt hat. Dort beginnen sie nun ihre Suche und wir starten in ein Koop-Abenteuer, in dem wir immer mehr über Blazkowiczs Verbleib und den Antrieb seiner Töchter erfahren. Zu den Key-Features des Spiels zählen:

  • Reinste Koop-Action: Der Koop-Aspekt von Youngblood ist das wichtigste Feature des Spiels. Alles im neuen Wolfenstein dreht sich darum, dass die beiden Schwestern gemeinsam kämpfen. Viele Türen und Behälter lassen sich nur zu zweit öffnen. Habt Ihr keinen Freund zur Hand, mit dem Ihr spielen könnt, erledigt das eine KI für Euch.
  • Ein Level- und Skill-System: Je länger Ihr spielt, desto weiter steigt Ihr auf. Für jedes Level erhaltet Ihr Skillpunkte, mit denen Ihr neue Fähigkeiten erlernen könnt, etwa besondere Schleich-Skills oder die Möglichkeit, zwei Waffen gleichzeitig zu führen.
  • Bekannte und neue Nazis: Youngblood wäre kein Wolfenstein, wenn es nicht haufenweise Nazis gäbe, denen wir auf die Mütze hauen können. Bekannte Gegner wie Dieselsoldaten oder Panzerhunde stellen sich uns entgegen aber auch ganz neue Bosskämpfe liefern Herausforderungen.
  • Eine (halb-)offene Welt: Youngblood erlaubt uns, anders als die Vorgänger, ein sehr freies Erkunden der Umgebung. Zwar gibt es keine offene Welt per se, aber wir haben die Freiheit, die Missionen anzugehen, wie wir wollen. Der Story-Strang existiert zwar, wir können ihn aber relativ frei abschließen, wann wir möchten.
Wolfenstein Youngblood Lazer PEW PEW

Wolfenstein: Youngblood – Ein richtig cooler Shooter mit tollem Koop

In unserem Test haben Jürgen und ich direkt zusammen angefangen. Das Zusammenspiel geht dabei denkbar einfach: Ein Spieler hostet eine Session und wählt eine Schwester aus. Er kann dann Freunde von seiner Freundesliste (etwa über Steam) einladen. Der Freund übernimmt die andere Schwester und man kann zusammen zocken.

Wie spielt sich Youngblood zu zweit?

So gut ist Youngblood im Koop: Wir haben in unserer Session die erste Mission auf dem Zeppelin von General Winkler und die anschließende Mission, die Rückkehr zur Auftraggeberin, gespielt. Beide Missionen waren ziemlich knackig und benötigten viel Absprache.

Wir haben schnell bemerkt, dass Youngblood wirklich darauf ausgelegt ist, gemeinsam zu spielen. Sobald sich einer von uns kurz alleine auf den Weg gemacht hat, haben wir beide schnell das Zeitliche gesegnet.

Wolfenstein: Youngblood könnte der Koop-Knaller fürs Sommerloch werden

Haben wir dagegen als Team gespielt und uns abgesprochen und unterstützt, lief alles super flüssig. Gepanzerte Nazis? Kein Problem. Geschlossene Türen? Öffnen mit Teamwork. Einer verirrt sich? Der andere hilft dabei, den Weg zu finden.

Kurz: In Youngblood ist Koop keine Option, sondern ein Muss. Wer alleine spielt, bekommt deswegen direkt eine nützliche KI zur Seite.

Wolfenstein Youngblood Soph und Mama beim Trainieren Soph ist geschickt
Haltet zusammen – oder sterbt.

Wie funktioniert der Buddy Pass? Passend dazu bietet die Deluxe-Edition von Wolfenstein: Youngblood einen sogenannten „Buddy Pass“. Die Edition kostet 10€ mehr als die Standard-Edition. Dafür könnt Ihr einen Freund einladen, mitzuspielen. Dieser muss Youngblood nicht besitzen.

Nachdem Ihr ausgewählt habt, ein Spiel zu hosten, habt Ihr die Option, den Buddy Pass zu nutzen. Dazu muss der entsprechende Freund, den Ihr einladen wollt, die Testversion besitzen und ein verknüpftes Konto bei Bethesda.net haben. Ihr könnt ihn dann einfach einladen, mitzuspielen.

Der Pass kann beliebig oft für beliebig viele Freunde genutzt werden, jedoch immer nur für einen Freund gleichzeitig.

Wolfenstein Youngblood Spieler einladen

Youngblood ist eine ziemliche Herausforderung

So schwer ist Youngblood: Der Koop-Aspekt spiegelt sich auch in der Schwierigkeit von Youngblood wider. Wir haben nur auf der Schwierigkeit „normal“ gespielt und sind schon in den ersten beiden Missionen mehrmals gestorben.

Youngblood fühlt sich für uns deswegen durchaus „knackig“ an, aber nicht zu schwer oder „overtuned“. Dass die Gegner nicht einfach umfallen, gibt uns das Gefühl, dass wir keine übermächtigen Supersoldaten sind, die durch die Schlappschwanz-Nazis preschen. Sondern eben zwei Mädchen, die nach Papa suchen.

Es gibt recht viele Savepoints, weswegen ein Tod nicht allzu tragisch ist. Er zeigt uns aber auf, wo wir Fehler gemacht haben und wie wir uns verbessern können. In unserer Session haben wir schnell gelernt, wie wir am besten miteinander spielen und uns absprechen.

Wolfenstein Youngblood Dieselsoldat Rampage
Dieselsoldaten können ganz schön übel sein.

Für uns war deswegen schnell klar: Youngblood ist kein Shooter, in dem man einfach mal ein wenig rumballert. Wir müssen taktisch vorgehen und uns gegen eine echte Gefahr behaupten, wenn wir weiterkommen wollen. Das machte unerwartet viel Spaß.

Die Features von Youngblood

Das Kern-Feature von Youngblood ist zwar der Koop-Modus, aber viele andere Dinge machen das Spiel erst wirklich spielenswert. Wir haben uns verschiedene Aspekte des neuen Wolfenstein genauer angesehen.

Die Grafik von Wolfenstein: Youngblood

So gut sieht Youngblood aus: Schon beim ersten Rumdaddeln fiel uns auf, wie viel die Grafik und die Details von Youngblood hergeben. Die Grafik ist außerordentlich hübsch und für einen so blutreichen Shooter sogar noch recht detailreich.

Wir sehen zwar nicht explizit Gehirne und Innereien spritzen, aber bestimmte Finishing-Moves, in denen wir Gegner mit ihren eigenen Waffen hinrichten oder ihnen Körperteile abschlagen, sind optisch sehr ansprechend und recht mitreißend.

Wolfenstein Youngblood Kopf Kaputt
Es gibt auch eindrucksvolle Cutscenes.

Dazu kommt, dass die ganze Umgebung coole Details liefert. Der Zeppelin, den wir infiltrieren, hat ein eigenes Kino mit Filmen wie „Der Französische Koch“ und eine Spielhalle, in der Videospiele wie „Froschpatsch“, „Wurstwurm“ und „Super Schlag“ angeboten werden. Solche kleinen Dinge in der Umgebung haben uns oft zum Schmunzeln gebracht.

Wolfenstein Youngblood Arcade mit lustigen Spielen
Ich hätte gerne Wurstwurm gespielt – ist aber nur Deko.

Wie gut ist das Gameplay?

So spielt sich Youngblood: Von der Bedienung her ist das neue Wolfenstein recht angenehm. Wir haben auf dem PC gespielt, nehmen aber an, dass die Versionen für PS4, Xbox One und Switch ähnlich intuitiv sind.

Vieles im Spiel erklärt sich von selbst oder wird über das Tagebuch und Laptops erklärt, die in der Gegend herumstehen und auf deren Informationen man immer wieder zurückgreifen kann. So lernen wir immer mehr darüber, wie wir unsere Charaktere beherrschen und Gegner bezwingen können.

Elemente wie das Aufsteigen von Leveln, Aursüsten von Skills und Waffen-Aufsätzen unterscheiden Youngblood von den Vorgängern, waren für uns aber passend zum Spiel. Es ist aufregend, sich anzusehen, was man alles tun kann und dann gezielt daraufhin zu arbeiten.

Wolfenstein Youngblood Akimbo Skill
Akimbo-Knarren sind Liebe!

Wie umfassend ist die Story?

So viel Geschichte kommt vor: Die Story von Youngblood haben wir noch nicht sonderlich weit gespielt. In den ersten beiden Missionen deutete sich aber an, dass es deutlich mehr zu entdecken geben wird, als nur den Aufenthaltsort von Papa BJ. Wie kamen Soph und Jess überhaupt an die Motorrüstungen und nach Paris?

Youngblood soll keine so umfassende Geschichte bieten wie die Hauptteile der Reihe. Dennoch hatten wir den Eindruck, dass genügend Story vorhanden ist, dass uns das Spiel uns eine ganze Weile fesseln wird.

Wolfenstein Youngblood Motorrüstung
Wie kamen die Mädels überhaupt an solche Technologie?

Langzeitmotivation: Wie lange fesselt das neue Wolfenstein?

Das bietet Youngblood auf Dauer: Jürgen und ich haben in den knapp zwei Stunden, in denen wir gespielt haben, die beiden ersten Haupt-Missionen gemeistert und uns dabei nicht sonderlich viel Zeit gelassen, um die Gegend zu erkunden.

In einem Interview mit VentureBeat gab der Executive Producer Jerk Gustafsson an, dass es etwa 25 bis 30 Stunden dauern wird, um Youngblood durchzuspielen. Das deckt sich mit unserem ersten Eindruck und unserer Einschätzung.

Wolfenstein Youngblood RIP Winkler
Das Ableben einiger Gegner ist sehr eindrucksvoll, aber ob es sich lohnt, sich das zweimal anzusehen, muss jeder für sich entscheiden.

Einen hohen Wiederspielwert konnten wir allerdings nicht feststellen. Es macht Spaß, zu sehen, wie sich die Charaktere entwickeln und wir sind neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

Youngblood ein zweites Mal durchzuspielen, scheint aber ein wenig unnötig zu sein. Denn sobald die Geschichte abgeschlossen und die Charaktere entwickelt sind, scheint das Spiel zu Ende zu sein. Ob in Zukunft oder am Ende noch etwas kommt, was den Wiederspielwert steigert, wissen wir allerdings noch nicht.

Wer jedoch einfach auf das Setting steht, wird Youngblood sicher auch mehrmals auf höheren Schwierigkeitsgraden durchspielen können. Fans von Story-Shootern wie Resident Evil und Tomb Raider geben ihren Schätzchen schließlich auch gerne mehrmals die Ehre.

Ist Wolfenstein: Youngblood ein Spiel für mich?

Ob sich der neue Nazi-Koop-Shooter für Euch lohnt, ist immer eine sehr subjektive Frage. Das ist unsere Einschätzung:

Youngblood lohnt sich für dich, wenn …

  • du einen coolen Koop-Shooter suchst, den du mit einem Freund durchspielen willst.
  • dir eine hübsche Umgebung und ein fesselndes Setting zusagen.
  • du einfach ein paar Nazis umbrezeln willst.
  • dir eine Charakter-Entwicklung in einem Shooter zusagt.
  • du auf viel Gewalt und Blut in einem Shooter stehst.

Youngblood ist eher nichts für dich, wenn …

  • du nur schnelle Shooter-Action ohne viel Nachdenken suchst.
  • du von einem Wolfenstein mehr Story und weniger Action und Taktik willst.
  • dich RPG-Elemente in einem Shooter stören.
  • dich Koop nervt.
5 Dinge, die ihr vor dem Kauf von Wolfenstein: Youngblood wissen solltet
Pro
  • Knifflige Koop-Action mit viel Absprache
  • Abwechslungsreiche Gegner
  • Coole Bosskämpfe und Minibosse
  • Viele unterschiedliche Waffen
  • Tolle Grafik und Details
  • Interessantes Skill- und Level-System
Contra
  • Umständliche Steuerung auf dem PC
  • Teilweise "übermächtige" Gegner
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