Der Online-Shooter Fortnite löste 2018 einen Gaming-Hype aus wie lange kein Spiel mehr vor ihm. 2021 glauben einige nun, mit dem Spiel gehe es zu Ende. Der Hashtag #RipFortnite trendet auf Twitter. Twitch-Streamer wie Tfue, Ninja oder Nickmercs haben das Spiel verlassen. Wir erklären auf MeinMMO, was dahinter steckt.
Was ist das für ein Trend? Vorm Wochenende, am 26. März, trendete der Hashtag „Rip Fortnite“ auf Twitter. Es erschienen mehrere tausend Tweets unter diesem Hashtag, einige waren auch im deutschen Twitch zu lesen.
Unter dem Motto äußerten Spieler ihre Kritik an der gerade gestarteten Season 6 in Fortnite und an einer kontroversen Entscheidung von Epic Games.
Das ist nicht das erste Mal, dass es “#RipFortnite” in die Trends schaffte. Schon im April 2020 trendete der Hashtag: Damals glaubten Spieler, der neue Shooter “Valorant” läute jetzt das Ende für Fortnite ein.
Im März 2021 sehen wir den Trend erneut.
Nostalgie, Wut und Enttäuschung der „ernsthaften“ Spieler
Daher rührt diese Kritik: Die Kritik an Fortnite kommt diesmal vor allem von „kompetitiven Spielern“, die Fortnite mit Ehrgeiz im Ranked Modus spielen.
Die ärgert etwa eine Ansage von Epic Games: Der Betreiber von Fortnite will jetzt, dass Spieler die Geld-Wetten, die Wagers, unterlassen. Sie haben dem Twitch-Streamer Clix gesagt, er solle mit den Wetten aufhören, sonst werde er aus Fortnite gebannt.
Diese „Wagers“ werden gerade von jungen Profis und deren Zuschauer geschätzt, um „Würze“ ins Spiel zu bringen. Die Fans dieser Wetten haben nun das Gefühl, Epic will ihnen den Spaß nehmen.
Zudem werden einige Änderungen der Season 6 kritisiert: Vor allem die neue „Urzeit-Schrotflinte“ wird als zu stark angesehen.
Die kompetitiven Spieler haben das Gefühl, Epic Games vernachlässige sie und höre nicht auf ihre Einwände gegen die Richtung, die das Spiel einschlägt.
Bei vieler Kritik schwingt Nostalgie mit. Man sehnt sich nach der „guten alten Zeit“ zurück. Damals war das Skill-Niveau der Spieler noch niedriger und man konnte eine Partie in Fortnite gewinnen, indem man sich rein auf seine Shooter-Skills besann und ohne den komplexen Baumodus des Spiels bis ins Letzte zu beherrschen.
“Alle Streamer mit Persönlichkeit verlassen Fortnite – Totes Spiel”, mault Tfue
Stirbt Fortnite wirklich? Die reinen Zahlen, die wir kennen, geben die These, dass Fortnite stirbt, einfach nicht her:
- Zur Hochzeit von Fortnite, 2018, hatte das Spiel im Schnitt 155.000 Zuschauer auf Twitch
- Im Februar 2021 hatte Fortnite 160.500 Zuschauer – die Zuschauerzahlen sind also gestiegen
Die Namen der Streamer haben sich aber geändert. Einer der größten Streamer auf Twitch, Tfue, erklärt, dass viele Streamer, die mit Fortnite groß geworden sind, mittlerweile auf andere Spiele gewechselt sind (via dexerto):
- Ninja spiele nun LoL
- Nickmercs zeige Call of Duty Warzone
- Tfue selbst ist in Minecraft unterwegs
Tfue sagt: Alle Streamer mit Persönlichkeit seien von Fortnite weggewechselt und hin zu Spielen, die ihnen Spaß machen. Die Streamer bräuchten Fortnite einfach nicht mehr. Also warum sollten sie so ein mieses Game spielen?
Fortnite bleibe „sterbend“ zurück mit lauter Streamern ohne Persönlichkeit.
Season 6 ist für manche die beste, für andere die schlechteste Season aller Zeiten
Einer dieser verbliebenen Streamer ist SypherPK. Der hat seine Community gefragt, wie sie Fortnite aktuell finden.
Bei 750.000 Stimmen sagten:
- 46% das Spiel sei gut
- 19% fanden Fortnite okay
- 12% sagen, es sei nicht in Bestfassung
- 15% halten die Season 6 für schlechteste Season
- 9% glauben, es sei die beste Saison überhaupt
SypherPK glaubt: Kompetitive Spieler hätten gerade miese Laune in Fortnite. Aber es sei zu früh in Season 6, um das Spiel nun für „tot“ zu halten.
„Ich spiel’s nicht mehr“ heißt „Das Spiel ist tot“
Das steckt dahinter: Fortnite ist sicher nicht mehr das Monster-Spiel, das es 2018 war, als es die Diskussion im Gaming dominierte und in den Mainstream überschwappte. Aber es ist nach wie vor eines der größten Spiele der Welt.
Gerade in den letzten Jahren sind viele “große Spiele” verschoben worden oder liefen eher enttäuschend. Durch die Pandemie ist der Bedarf an Games aber gestiegen. Es ist in den letzten Jahren nichts hochgekommen, was Fortnite dauerhaft gefährdet hätte: Es kommen zwar immer mal wieder Trend-Spiele hoch wie Fall Guys oder Among Us, aber wenig ist von Dauer. Die Gamer wenden sich sogar “alten Spielen” wie GTA 5 zu, um sich mit irgendwas die Zeit zu vertreiben.
Fortnite geht es ein wenig wie WoW im MMORPG-Genre: Zu Anfang dominierte Fortnite klar die Szene. Mittlerweile gibt es mit Apex Legends oder Call of Duty weitere Spiele, mit denen man sich das Rampenlicht teilt.
Vielleicht fehlten seit dem Start von „Chapter 2“ dem Spiel ein paar Highlights, um es weiter im Mainstream zu verankern. Das „Schwarze Loch“-Event ist jetzt auch schon mehr als ein Jahr her.
Die Ideen und Tricks von Epic Games haben sich mit der Zeit etwas abgenutzt: Es ist auch für Epic Games unmöglich, alle 3 Monate das Game neu zu erfinden.
Zudem fehlt Fortnite sicher das große Live-Event, seitdem Corona den E-Sport lahmlegte. 2019 war die Fortnite-WM ein riesiges Event mit extrem hohen Preisgeldern, das über Monate alles in Fortnite bestimmte. Das kompetetive PvP spielt seitdem keine so große Rolle mehr. Einige Spieler sind zu Valorant gewechselt, andere beschwerten sich: Der E-Sport in Fortnite sterbe.
Klar ist: Es gibt einen Generationswechsel von Fortnite. Viele Spiele der ersten Stunde sind müde vom Spiel und suchen nach Alternativen. An ihre Stelle scheinen aber viele andere, noch jüngere Spieler zu treten.
Die Idee „Fortnite ist tot“ rührt wohl aus der Sicht „Wenn ich es nicht mehr spiele, dann ist das Spiel tot.“
Dass es so einfach nicht ist, sieht man an einer Entwicklung auf Twitter: In der Folge von „#RipFortnite“ kam es auch zu einer Gegenbewegung “#ThankYouEpicGames”. Hier bedankten sich Spieler dafür, wie gut Fortnite über die mittlerweile fast 4 Jahre weiterentwickelt wurde.
Wer wirklich einen Grund hat, um zu meckern, sind aber die ursprünglichen Spieler von Fortnite:
Die ursprünglichen Spieler von Fortnite sind grade echt angepisst – Und das zu Recht
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