Es gibt auch 2020 noch kein festes Release-Datum für das MMORPG Lost Ark in Europa. MeinMMO-Autorin Irina Moritz macht das lange Warten aber nichts aus. Hier sind ihre Gründe, wieso sie sich auch im Frühling 2020 noch auf das Action-Rollenspiel freut.
Wie ist die Situation um den Europa-Release? Seit dem Launch von Lost Ark in Korea schauen viele MMORPG-Fans neidisch rüber und wundern sich, wann wir endlich auch mit dem neuen Spielzeug spielen dürfen.
Immer wieder betonte der Entwickler Smilegate, dass sie mit Lost Ark auf den globalen Markt abzielen und dass die Arbeit an dem Release für diesen Markt, also für den Westen, immer noch voran gehen. Erst vor einigen Wochen in einem Facebook-Post wurde das noch mal bestätigt.
Es heißt, die Entwickler freuen sich “in naher Zukunft gute Nachrichten verkünden zu können”. Ein ungefährer Zeitpunkt wurde aber nicht genannt.
Den perfekten Zeitpunkt verpasst?
Warum soll Lost Ark “tot” sein? Mittlerweile breitet sich die Sorge aus, dass Lost Ark im Westen “eine Totgeburt” werden könnte, obwohl der Hype in Europa doch 2018 noch so groß war.
Denn der Soft-Launch des MMORPGs in Korea im November 2018 unter einem äußerst günstigem Stern zu stehen. Die erste Welle an Feedback zu Lost Ark ausgesprochen positiv. Die koreanischen Spieler lobten vor allem den polierten Zustand des MMORPGs und die spannende Story. Es gab natürlich auch Kritik, aber der generelle Zensus war, dass Lost Ark Spaß macht.

Zudem spielte 2018 den Entwicklern der glückliche Zufall in die Hände.
Während der BlizzCon 2018 kündigte Blizzard das Mobile Game Diablo Immortal an, statt Diablo 4. Die Präsentation des Mobile-Titels verärgerte so manchen Fan, der sich auf das nächste große Diablo-Game schon so richtig gefreut hatte.
Es sah für viele und auch mich also so aus, als könnte Lost Ark nun das perfekte MMORPG für Action-RPG-Fans werden, die sich durch die Ankündigung von Diablo Immortal vor den Kopf gestoßen fühlten. Es würde eine Marktlücke füllen und den Spielern endlich mal ein neues frisches Action-MMO bieten.
Die Entwickler hätten nur schnell reagieren und das Spiel schon Ende oder Anfang 2019 in den Westen bringen müssen. Der Zeitpunk schien wahnsinnig günstig zu sein, glaubten viele Fans.
Frust und Gleichgültigkeit breiten sich aus
Nun sind aber schon 1,5 Jahre vergangen und der Hype ist wieder abgeflacht. Die News zu dem MMORPG werden von vielen mittlerweile eher zynisch empfangen.
Bei einigen Fans hat sich ein gewisser Frust angestaunt. In Korea wird ein großes Update nach dem anderen rausgehauen und wir schauen nur zu. Man möchte auch spielen, aber das geht nicht oder nur schwer. Entsprechend lese ich regelmäßig Posts wie:
- “Meh! Der Hype ist tot jetzt. Ich hoffe Project TL wird euch zerstören.” – Gochis G. (via Facebook)
- “Schon wieder ein koreanisches Spiel, das genauso wie Blade and Soul scheitern wird.” – William M. (via Facebook)
Die frustrierten Fans gehen davon aus, dass die Entwickler für einen West-Release einfach viel zu lange brauchen und das Lost Ark direkt wieder untergehen wird.
Ich stimme dem teilweise zu: Smilegate hat eine gute Gelegenheit verstreichen lassen. Die Zeit für Lost Ark wäre im Westen schon 2019 reif gewesen.
Aber die lange Wartezeit ändert nichts daran, dass ich mich weiterhin auf Lost Ark freue. Dafür gibt es mehrere Gründe.
2 entscheidende Gründe, wieso ich mich immer noch freue
Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis: Eigentlich mag ich gar keine asiatische Free-2-play MMORPGs. Also so gar nicht. Ich probiere sie aus, wenn sie bei uns erscheinen, aber mein Interesse verfliegt wieder sehr schnell.
Es hat mich daher regelrecht schockiert, dass Lost Ark meine Aufmerksamkeit einfangen und über so lange Zeit halten konnte. Dafür gibt es zwei große Gründe.
Meine Erfahrungen aus der russischen Beta
Die Ankündigung des Russland-Releases von Lost Ark war für mich ein Geschenk. Da ich Russisch lesen und sprechen kann, war es für mich die Gelegenheit das MMORPG endlich selbst ausführlich testen zu können.
Und das, was ich in der offenen Beta vorfand, war echt spaßig. Ich habe mir Zeit genommen möglichst viel von dem Content auszuprobieren und mich ohne Guides durch die ersten Kapitel von Lost Ark gearbeitet.
Das Spiel ist nicht ohne Fehler und ich bin selbst noch sehr gespannt, wie das Bezahlmodell hier bei uns aussehen wird. In Russland enthält es dicke Spuren von “pay-2-progress”, was auch meinen Kollegen Maurice Weber von der GameStar misstrauisch gemacht hat.
Aber allgemein habe ich mich während meiner Testzeit sehr gut unterhalten gefühlt:
- Das Kampfsystem macht Spaß und die Bosskämpfe sind cool inszeniert.
- Die Story stellte sich als unerwartet spannend heraus, auch wenn ich sie anfangs bemängelt habe
- Es gibt sehr viel Side-Content, in dem man sich verlieren kann. Allein das Segeln hat mich für Stunden und Stunden beschäftigt
- Das Spiel ist gut poliert. Von technischen Problemen oder Bugs habe ich kaum etwas mitbekommen
Die russische Beta hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass es sich lohnen wird auf Lost Ark zu warten.
Konstanter Fluss guter Nachrichten aus Korea
Ein weiterer Grund für meine positive Stimmung sind die News, die wir aus Korea bekommen. Ich beobachte Lost Ark jetzt seit über 2 Jahren und zu keinem Zeitpunkt gab es eine lang anhaltende Info-Stille.
Allein in 2019 hat das MMORPG in Korea eine ganze Reihe großer Updates erhalten:
- 4 neue Klassen, drunter Assassins und Lance Master
- Mehrere große Kontinente
- Neue Raids und Dungeons mit neuen Rüstungssets
- Housing auf einer eigenen Insel
- In 2020 wurde schon ein großes Update mit Unterwasser-Inhalten angekündigt.
Dieser stetiger Fluss an neuem Content und Infos ist für mich ein Zeichen dafür, dass es dem Spiel und dem Entwickler gut geht. Lost Ark wächst, bekommt neue Inhalte und bekommt immer mehr neue Features.
Smilegate haben offensichtlich eine klare Roadmap vor Augen, die sie konsequent durchziehen. Und sie haben damit in Korea auch Erfolg, was man unter anderem daran sieht, dass das MMORPG bei den Popular Game Awards letztes Jahr eine Menge Preise eingesammelt hat.
Mir bringen die News aus Korea also eine gewisse Vorfreude, wenn ich sehe, welche Inhalte mit der Zeit auch zu uns kommen werden. Es werden auch einige meiner persönlichen Kritikpunkte an Lost Ark beseitigt, wie etwa der Genderlock, der jetzt nach und nach entfernt werden soll.
Es zeigt mir, dass die Entwickler sich Gedanken über die Zukunft von Lost Ark machen und verstärkt die Hoffnung, dass es nicht als schneller “Cash Grab” enden wird.
Das Warten wird sich lohnen
Es ist ärgerlich, dass man diesen Content selbst noch nicht spielen kann, auch wenn es wirklich in den Fingern juckt. Da bin ich ganz bei euch. Aber die lange Wartezeit frustriert mich nicht und macht das Spiel in keiner Weise schlechter.
Im Gegenteil: Wenn ich mir die bisherige Entwicklung von Lost Ark anschaue, dann bin ich guter Hoffnung, dass es sich am Ende lohnen wird und wir ein spaßiges MMORPG bekommen.
Es wird seine Fehler, Ecken und Kanten haben, ohne geht’s ja nicht. Aber es wird Spaß machen und seine Zeit wert sein. Darum werde ich es nicht leid auf Lost Ark zu warten, auch wenn Smilegate es beim Release nicht sehr eilig zu haben scheint.
Und bis das MMORPG bei uns erschienen ist, sei es auch in 2023, gibt es Unmengen anderer toller Games, die wir zocken können. Meine Kollegin Cortyn empfiehlt zum Abschalten zum Beispiel Stardew Valley, das man auch im Koop spielen kann, und ich bin da ganz bei ihr.
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