World of Warcraft: Vorsicht, bissige Rollenspieler! – Warum RPler manchmal gemein sind
Augen auf bei der Serverwahl

Wer in World of Warcraft schon mal auf einem RP-Server war, der weiß, dass diese Leute oft keinen Spaß verstehen. Doch warum ist das so?

Atmo-Leecher schaden dem Rollenspiel

World of Warcraft - Blutelfen

Wer auf dem falschen Server anfängt, mindert nicht nur seinen eigenen Spielspaß – sondern auch den aller anderen, wenn auch unbeabsichtigt.

Für die meisten Spieler von World of Warcraft ist Rollenspiel ein Buch mit sieben Siegeln. RPler sind eine seltsame Randerscheinung, die sich einfach nur merkwürdig und manchmal erstaunlich feindselig benehmen. 

Warum aber sind Rollenspieler auf ihren eigenen Servern oft so schrecklich abweisend gegenüber anderen, die ihre Leidenschaft und Liebe zum Ausleben des eigenen Avatars nicht teilen? Das ist im Grunde recht einfach zu erklären: Es ist ein simpler Schutzmechanismus.

Rollenspiel lebt von einer lebendigen Welt, in der sich möglichst viele andere RPler tummeln. Diese „schöne, heile Welt“ wird Stück für Stück zerstört, wenn immer mehr Spieler auf einen Rollenspiel-Server gelangen, die mit Rollenspiel eigentlich nichts am Hut haben, sondern nur „aufgrund der netten Atmosphäre hier sind“. Das ist auf der einen Seite natürlich verständlich: Auf RP-Realms herrscht meist ein etwas gehobener Sprachstil, weil Rollenspieler im Regelfall einen hohen Wert auf Rechtschreibung legen und etwas allergisch gegen Abkürzungen sind. Ein „Lasst uns ausziehen, um der Hexe das Handwerk zu legen“ klingt viel besser als „lfm pvp-m8s, warlocks ganken„.

Wenn alle Stricke reißen, werden wir gemein …

SWTOR Ziost 3.2

Kurzer Prozess mit Nicht-Rollenspielern: Alles reiner Selbstschutz.

Meistens wird versucht, verlorene Seelen zu bekehren: Denn wer kein Rollenspieler ist, kann ja immer noch einer werden. So manch ein „Xhúntêrkìllôr“ gab Wochen später einen ganz akzeptablen Mitspieler ab.

Das Problem sind aber jene, die auf einen RP-Server kommen und mit RP nichts am Hut haben. Da haben die Jahre leider gezeigt, dass höfliches Aufmerksammachen auf die falsche Serverwahl nicht zum Erfolg führt. Nur eines hat relativ lange funktioniert: Gnadenlose Ablehnung, zumindest den ärgsten Störenfrieden gegenüber. Noch heute gilt das Forum des Realms „Die Aldor“ als Hort der Gemeinheiten. Die Ursprünge davon kennen nur noch die Wenigsten. Wer das hart und ungerechtfertigt findet, dem gebe ich immer gerne folgenden Vergleich mit auf den Weg:

Stellt Euch eine Tennismannschaft vor, die auf dem Tennisplatz spielen möchte. Der Platz kann aber nur eingeschränkt genutzt werden, weil sich leider ein Boxclub entschieden hat, heute auf dem Tennisplatz zu trainieren.

WoW Aldor RP 2

Rollenspielertreff in Sturmwind – zum Glück ohne Störenfriede.

Ziemlich genau so fühlen sich RPler, wenn alle anderen wieder mit dem Argument kommen „Ich zahl aber auch meine 13 Euro im Monat!“ – Hey, warum spielt Ihr dann nicht auf einem Server, an dem nicht explizit „Rollenspiel“ dransteht?

… und sind doch eigentlich ganz lieb.

Im Grunde sind RPler auch nur ganz normale Spieler, die eine andere Art des Spiels bevorzugen. Genau wie die Raider wohl ausflippen würden, wenn PvPler plötzlich eine Instanz angreifen könnten, stört es uns eben, wenn jemand in funkelnder Rüstung Zauber spammt und durch die RP-Taverne hüpft, um dabei „olololol“ zu spammen.

Trotzdem sind RPler nicht so weit von den anderen entfernt, wie man vielleicht denken mag. Während sich im PvE über Jäger, schlechte Tanks und AFK-Heiler beschwert wird, leiden auch die Rollenspieler unter ihren kleinen Problemchen. Das Video „Aldor-RP – Kapitel 1“ des deutschen Youtubers M.N. Machinimas parodiert genau solche Problemchen. Von seltsamen Charakterkonzepten über die ewige „Ich mache besseres RP als du!“-Diskussion bis hin zu den gruseligen Gestalten aus Goldhain zeigt das Video auf amüsante Weise, womit Rollenspieler sich herumschlagen müssen.

Ich hoffe der Beitrag konnte helfen, Euch ein wenig in die „elitären, unfreundlichen und aggressiven“ RPler hineinzuversetzen – denn auch hinter ihnen stecken fast immer nur ganz gewöhnliche, nette Leute, die das beschützen wollen, was ihnen Freude macht. Und im Gegensatz zu anderen Gruppen können sie das nur selbst tun, denn die Spieleentwickler scheren sich selten darum.

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