Warum das versprochene neue Magic-MMORPG nun doch kein MMORPG wird

Das neue Spiel Magic: Legends wurde 2017 als Next-Gen MMORPG angekündigt. Doch das Gameplay zeigte jetzt ein Action-RPG in der ISO-Perspektive. Das enttäuschte viele MMORPG-Fans. Die Entwickler erklären, was zu der Änderung im Plan geführt hat.

So war das Spiel angekündigt: Im Juni 2017 kündigten die Cryptic Studios (Neverwinter, Star Trek Online) zusammen mit Perfect World ein „MMORPG“ an, das in der Welt von Magic: The Gathering spielen würde. Das Online-Rollenspiel sollte für PC und Konsolen erscheinen.

Der Genre-Begriff MMORPG wurde unterstrichen, die Ankündigung ließ keinen Zweifel dran: Es sei ein „neues Free-to-Play Action-MMORPG.“ Sogar von „Next Generation MMORPG“ war die Rede.

Magic-The-Gathering

Magic: Legends hatte eine Sonderstellung nach der Ankündigung

Darum ist das eine große Sache: Die letzten „MMORPGs“, die im Westen von etablierten Firmen veröffentlicht wurden, kamen 2014 raus: The Elder Scrolls Online und WildStar.

In den Jahren danach war die Entwicklung von Everquest Next und Titan eingestellt worden. Die waren eigentlich als die nächsten großen MMORPGs aus dem Westen vorgesehen.

Magic: Legends war nach der Ankündigung daher das „erste MMORPG eines großen westlichen Studios“ seit 5 Jahren: Eine große Sache.

Magic-Legends-Gameplay

So war es dann: Jetzt vor wenigen Tagen erschien ein Gameplay-Trailer, der Magic: Legends zeigte. Das war aber kein MMORPG in der gewohnten „3rd Person-Perspektive“, sondern sah nach einem Action-RPG in der Iso-Perspektive aus. Kommentatoren verglichen die Optik mit einem „Mobile-MMO.“

Das Spiel wird mittlerweile nicht mehr als „Action-MMORPG“ beschrieben, sondern als „Online Action-RPG“, geht also eher in Richtung Diablo.

Entscheidung zwischen MMORPG und Action-RPG ging hin und her

Wie kam es dazu? Die Entwickler haben dem Print-Magazin Game Informer ein langes Interview gegeben.

Es heißt, Cryptic Studios hätte bei der Gestaltung des Spiels viele Freiheiten gehabt. Das Team habe einen Weg gesucht, wie man die „Magic“-Erfahrung spielerisch am besten umsetzen kann. Man hat sich mehrfach umentschieden zwischen:

  • einer klassischen, erprobten traditionellen MMO-Kamera, dem MMORPG-Design
  • und einem traditionellen isometrischen Action/RPG-Format
Magic-Legends-Announce_Screenshot-2

Letztlich hat sich Cryptic Studios für das „Action/RPG“-Format entschieden, da es Spieler mit Magic verbinden, viele Kreaturen beschwören zu können. Durch die ISO-Perspektive hätten Spieler eine bessere Möglichkeit, die Übersicht zu bewahren, wenn viele Kreaturen herumlaufen.

Der Executive Producer Stephen Ricossa jr. wird zitiert:

Weil man so viele Dinge beschwört, und vor allem große aufregende Monster, schaute man oft auf die Hintern von Erd-Elementaren und solche Sachen, während man durch die Gegend rannte, um nach Dingen zu schauen, gegen die man kämpfen kann.

Stephen Ricossa jr., Executive Producer, zu Game Informer

Das steckt dahinter: Der MMORPG-Begriff ist im Westen bei den Spielern untrennbar mit der „3rd Person“-Perspektive verbunden. Praktisch alle erfolgreichen MMORPGs haben diese Perspektive: WoW, Final Fantasy XIV, ESO, Black Desert, Guild Wars 2.

Es sollen zwar jetzt aus Asien einige MMORPGs in ISO-Perspektive (Project TL und Lost Ark) kommen, aber bis die wirklich als MMORPG gelten, wird’s wohl dauern.

Magic Legends Aufmacher

Für die Entwickler mag die Frage der Perspektive da eine von vielen Entscheidungen sein, die aus rationalen Gründen getroffen wurden, für viele MMORPG-Fans ist der Unterschied zwischen „MMORPG“ und „Action-RPG“ spürbar größer.

Durch die Entscheidung hat sich der Status von Magic: Legends geändert:

  • vom „ersten westlichen MMORPG seit 5 Jahren“
  • zu einem weiteren „Action-RPG“, wenn gerade eh so viele neue kommen
8 neue Hack and Slays kommen 2020, während ihr auf Diablo 4 wartet
Quelle(n): mop
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Scaver

Noja, dann können sie das Spiel für sich behalten. Wird dem Game aber sicher nicht schaden. Werden schon genug spielen, alleine weil Magic drauf steht!

Holzhaut

Das erinnert mich leider an die (meisten) Warhammer Games. Allein durch die Lizenz ist eigentlich schon alles vorhanden, ein tolles Universum, eine interessante und sehr umfangreiche Lore, Ideen für Story, Quest, Gegner, NPCs, Charackterklassen etc, alles wird auf dem Silbertablett serviert. Ein großer Teil der kreativen Arbeit fällt gegenüber einem neuen Franchise komplett weg. Gespaarte Zeit und Geld können stattdessen in alles andere investiert werden und trotzdem kommt ständig nur Grütze raus, es kann doch nicht so schwer sein.

Bodicore

Oder anders gesagt…

Wir haben viel rumprobiert und am Schluss das günstigste Konzept gewählt.

doc

genau das habe ich mir auch gedacht 😀

Peacebob

Hätte es nicht diese schon jetzt altbackene Grafik eines Mobile-Spieles und damit einher gehende Animationsqualität, wäre der Aufschrei sich nicht so groß gewesen.

Man kann hier wirklich nur hoffen das sie das Ruder noch herumgerissen bekommen.
Bisher scheint es eine ähnlich beschiedene Umsetzung wie Valor’s Reach zu werden, nichts dem man entgegen fiebern könnte.

Cameltoetem

Ist viel zu früh um es zu beurteilen. Wir wissen viel zu wenig über das Spiel. Ich will erstmal sehen wie es sich spielt und was man machen muss.

luriup

Nunja das wir mit New World ja nun unser westliches MMORPG bekommen,
stört mich das hier nicht so.
Ich hab etwas anderes erwartet
aber mal schauen was am Ende bei raus kommt.

Cameltoetem

Crowfall. Camelot Unchained,

IchhassePvP

Wieso macht eigentlich niemand ein in First-Person spielbares MMORPG?

Spiele z.B. die Elder Scrolls Singleplayer bevorzugt in First-Person, leider gibt es da in Sachen MMO nur Shooter, etwas schade finde ich.

Dieses Spiel hier jedenfalls ist für mich glasklar ein Hack & Slay bzw. eben ein ARPG, aber sicherlich kein MMORPG.

Captain Bimmelsack

Der MMORPG-Begriff ist im Westen bei den Spielern untrennbar mit der „3rd Person“-Perspektive verbunden.

Auf welchen Daten beruht diese Aussage denn? Viele MMO-Hardcore-Spieler zoomen so weit aus dem Spiel raus, dass die so gut wie in Iso-Perspektive spielen, muss man sich nur mal die üblichen MMO-Streamer angucken. „Bei den Spielern untrennbar“ ist jedenfalls eine Aussage, die garantiert nicht belegbar ist.

Es sollen zwar jetzt aus Asien einige MMORPGs in ISO-Perspektive (Project TL und Lost Ark) kommen, aber bis die wirklich als MMORPG gelten, wird’s wohl dauern.

Der Satz ergibt keinen Sinn, ab wann gelten die denn als MMORPG und was sind sie dann jetzt und wieso werden sie dann zu Beginn des Satzes als MMORPG bezeichnet?

Rush

Bin genau deiner meinung. Ich als alter mmo veteran kenne auch nur die 3rd person mmos. Ausser ultima online, aber das war durch die technik limitiert.

IchhassePvP

Stimme dir absolut zu, die ISO-Perspektive wird für mich stets ein Hack & Slay bzw. ein ARPG sein, aber kein MMORPG.

Bodicore

Die ganze Dis(s)kussion ist im Kern schon falsch.

MMORPG heisst Massive Multiplayer Online Rolplaying Game das bezieht sich auf Spielermasse und Geschichte und nicht auf Genere oder Kamera oder sonstwas.

chack

Man kann auch ein MMORPG in Iso Perspektive entwickeln. Zu sagen man konnte kein MMORPG entwickeln weil die Kamera Perspektive es aufgrund des Gameplays nicht erlaubt, ist eine ziemlich lahme Ausrede. Vorallem gibt es zig andere Spiele in 3rd person oder 1st person, unter anderem auch MMORPGs in dennen man viele Monster beschwört da klappts doch auch. Aber der hat ja eh im Iterview durchblicken lassen das das Spiel in der Entwicklungsphase allem Anschein nach mehrfach geändert wurde und immer mehr vom eiogentlichen MMO Konzept verworfen wurde. Was jetzt raus gekommen ist, ist ein miserables, hässliches und langweiliges Produkt, das nur auf den Markt gebracht wird um wenigstens noch etwas Geld einzunehmen und die verluste abzufedern. Das Spiel ist DOA und wenn nicht, dann 2-3 Monate später.

N0ma

Das war wohl die falsche Entscheidung.
„Weil man so viele Dinge beschwört“
In GW1 als Neco rannte man zum Teil mit 18 beschworenen Monstern durch die Gegend, hat Spaß gemacht.

Daniel

Ich kann da seine Argumentation verstehen. Das hat mich bei Tera gestört, wenn man übergroße Monster bekämpft hat. Man hat nichts mehr gesehen und wusste nicht wohin man ausweichen sollte.
Ich finde die Entscheidung nicht gut und nicht schlecht. Erstmal sehen was sie daraus machen, das die verbohrte Community was dagegen hat ist doch normal. Alle schreien nach etwas anderem, machen die Entwickler was anderes, heul alle wiederum. Man hätte es ja wie sonst machen können. Machen die Entwickler das alt eingebackene, meckern alle rum das man was neues hätte machen können.

N0ma

Übergroße nerfen mich auch, wobei die Betonung wirklich auf übergroß liegt.

Ansonsten das mit den Kartenset halte ich für eine gute Idee. Hatte übrigens auch GW1, die Begrenzung auf 8 Skills die man vorher auswählt, war genial. Ich denke man hätte da gut ein MMORPG draus machen können, daran fehlts ja aktuell, statt zu den 10 ARPG in den letzten 2 jahren noch eins dazuzufügen.

Cameltoetem

Ja das ist wie bei New World. Da wurde auch die PvP Erwartungshaltung aufgebaut und nun enttäuscht. Zumindest für die Leute die sich auf ein PvP MMO gefreut haben.

Aber ich muss ehrlich sagen das ich gar keine große Erwartungshaltung hatte. Ich wusste es soll ein MMO werden. Mehr wusste ich gar nicht über das Spiel und es war mir auch nicht wichtig genug um danach zu suchen. Jetzt ist es ein ARPG über das wir so gut wie nichts wissen. Das wird mir einfach zu hoch gekocht. Unnötigerweise.

Cameltoetem

Evtl. für euch Journalisten. Ich glaube für die Spieler war das keine große Nummer.

Daniel

Sicher ist das etwas dumm gelaufen. Aber mal sehen, vielleicht wird es doch mehr an MMORPG als ein ARPG.
Super wäre, wenn sie die Tiefe eines MMORPG einfangen können, mit der Action eines ARPG.

luriup

Oh ja als Release Lancer kann ich mich noch gut an mein gefluche im TS erinnern,
wenn der Boss meinen gesamten Bildschirm einnahm
und ich kaum seine Attacken sah.

Rush

Der animist hat sowas wie tower Defensiv gezockt ( so als minigame hehe)

luriup

Ja eine Pilzfarm an den Gates errichten,hatte schon was für sich.

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