Das MMO New World legt seinen Fokus auf eine offene Welt und Sandbox-Inhalte. Durch besondere Funktionen sollen zudem Twitch-Streamer angelockt werden. Die Entwickler von Amazon hoffen wohl beim Release 2021 auf einen ähnlichen Hype, wie es gerade bei Rust der Fall ist.
Was ist los bei Rust? Das Survival-MMO Rust erfreut sich derzeit großer Beliebtheit, nachdem 50 Streamer gemeinsam einen Server gestartet hatten. Derzeit ist Rust die Nummer 1 auf Twitch, weil inzwischen auch Streamer aus Spanien und Deutschland auf den Zug aufgesprungen sind.
Diese große Aufmerksamkeit führte inzwischen dazu, dass Rust einen neuen Spielerrekord auf Steam aufgestellt hat. Mit 243.988 gleichzeitigen Spielern waren fast doppelt so viele Menschen gleichzeitig eingeloggt, wie beim alten Rekord aus dem April 2020 (125.415 gleichzeitige Spieler).
Das Survival-MMO aus 2013 ist heute beliebter als je zuvor.
Rust ist mit der Formel erfolgreich, die auch New World im Kopf hatte
Warum ist Rust so beliebt? Die Kern-Features von Rust sind PvP, Crafting und das nackte Überleben – alles, was ein gutes Survival-Game eben ausmacht. Jeder Spieler kämpft um sein Überleben und tut dafür, was notwendig ist. Häufig endet das dann darin, dass in einer Begegnung nur ein Spieler überlebt.
Diese Kombination birgt großes Potential für Konflikte und Dramen zwischen den Spielern. Gekoppelt mit einem neuen Trend, das alles in ein Rollenspiel zu verpacken, dient es als Unterhaltung für tausende Zuschauer auf Twitch.
Zugleich sorgen diese Dramen für eine Bindung zwischen Zuschauer und Streamer. Wer häufig im Chat aktiv ist und seinen „Liebling“ hat, der ist sogar dazu bereit, andere zu verpetzen, nur damit „sein Streamer“ einen Vorteil hat.

Wie will New World das umsetzen? New World wollte ursprünglich über genau die Elemente ein Hit werden, wie es Rust im Moment ist. Es war ein Sandbox-MMO und konzentrierte sich ursprünglich voll auf PvP und hatte sogar Survival-Elemente.
Inzwischen ist es durch Quests linearer geworden, doch trotzdem stehen Crafting, spontane Events in der offenen Welt und Schlachten im PvE und PvP im Fokus.
New World setzt weiterhin auf die Verbindung von MMO und Twitch, jedoch auf eine andere Art und Weise.
Zuschauer dienen eher als Helfer für den Streamer
Wie soll die Twitch-Integration aussehen? Damit Streamer und Zuschauer noch besser zusammenarbeiten können, wird es einen Button in New World geben, mit dem man direkt der Gruppe des Streamers beitreten kann. Das bietet sich vor allem für Events in der offenen Welt an, die mit vielen Spielern erledigt werden können.
Regelmäßig finden instanzierte PvE-Schlachten, die Invasionen, und auch PvP-Kriege statt. Hier können Streamer und ihre Communitys gemeinsam oder gegeneinander im 50v50 kämpfen. Jede der 3 Fraktionen kann so Festungen erobern, sie ausbauen und verteidigen.
Zudem gibt es eine Ingame-Funktion, durch die man anderen signalisieren kann, dass man gerade live ist. Wer von einem Streamer besiegt wird oder diesen bezwingt, kann es sich im “Replay” auf Twitch nochmal anschauen.
Tatsächlich sorgte New World im August schon für Aufmerksamkeit auf Twitch, jedoch mit einem ganz anderen Feature: der Voice-Chat, der auch bei Rust für so viel spannende Momente sorgt.
Hat sich New World mit seinem PvE-Wechsel geirrt?
Das ist der Knackpunkt: Wer an erfolgreiche Spiele auf Twitch denkt, hat wahrscheinlich Fortnite, Call of Duty oder Escape from Tarkov im Kopf. Das sind alles Spiele mit einem Fokus auf PvP.
New World jedoch hat sich jedoch Ende 2019 mit einem Rework vom PvP abgewandt. Der Zwang zum Kampf gegen andere Spieler ist weg und stattdessen soll auf mehr Wert auf PvE gelegt werden. Lediglich die 50v50-Schlachten und optionale Kämpfe in der offenen Welt sind geblieben.
Fraglich ist, ob diese Inhalte, gekoppelt mit Events im PvE, reichen, um Streamer und Zuschauer langfristig zu motivieren. Erste Bedenken gab es sogar bei dem kurzen einwöchigen Test zu New World:
- Es gab Kritik dafür, dass sich das optionale PvP gar nicht lohnt. Abgesehen von 10 % mehr XP gab es nichts, wofür man kämpfen konnte.
- Obwohl die Kriege zu Testzwecken bereits häufiger als eigentlich geplant stattfanden, war es vielen Spielern schon zu selten.
Die Umorientierung hin zum PvE könnte also gerade dem Wunsch nach Aufmerksamkeit auf Twitch schaden.
Was spricht gegen Einbußen auf Twitch? Gerade beim aktuellen Hype um Rust gibt es eine spannende Entwicklung. Obwohl das Survival-MMO vor allem ein PvP-Spiel ist, betrieben viele Streamer zum Start des neuen Servers Rollenspiel und waren eher “PvE-mäßig” unterwegs.
Die Streamer spielten friedlich vor sich hin, bis dann xQc kam und für Unruhe und Kämpfe sorgte.
Für den Wechsel hin zum PvE spricht außerdem, dass viele MMORPG-Fans sich eher dem PvE zuwenden. In einer Umfrage zum PvP hier auf MeinMMO sagten 78 % der Teilnehmer, dass sie nur oder überwiegend PvE-Inhalte spielen. PvP spielte für viele keine große Rolle. Zwar bezeichnet sich New World bisher “nur” als MMO, doch viele Inhalte gleichen einem MMORPG.
Ob sich New World generell durchsetzen kann, hängt stark von den Anpassungen ab, die derzeit in der Alpha gemacht werden. Denn im August 2020 hatte das MMO zwar gute Ansätze, doch vieles wirkte noch nicht ausgereift und braucht dringend Feinschliff:
Trotz einiger Macken: Warum Amazons New World ein echtes MMO-Juwel ist
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