LoL gelingt das, woran viele andere Spiele scheitern – Erfolgreiche Spin-Offs

Als League of Legends 2009 erschien, brach für viele ein MOBA-Hype aus. Tatsächlich scheint es aber viel mehr ein LoL-Hype gewesen zu sein. Denn 11 Jahre später ist das Spiel noch immer erfolgreich und schafft es inzwischen, weitere Titel in ganz anderen Genren zu etablieren.

Wie erfolgreich ist LoL? 2019 verrieten die Entwickler, dass zu Spitzenzeiten etwa 8 Millionen Spieler gleichzeitig in LoL online sind. Das machte es zum beliebtesten PC-Spiel der Welt.

Im dritten Quartal 2020 kürte die Webseite Esports Observer LoL zum mit weitem Abstand einflussreichsten Spiel auf dem Markt – gemessen an Spiel-Stunden, geschauten Stunden und Turnieren.

2020 soll LoL laut der Analyse-Webseite SuperData insgesamt rund 1,75 Milliarden Dollar umgesetzt haben. Damit schafft es das Spiel immerhin auf Platz 6 der umsatzstärksten Free2Play-Spiele, nur übertroffen von Mobile-Games und dem Multiplattformer Roblox.

SuperData Spiele 2020
Die umsatzstärksten Free2Play-Spiele 2020 (via SuperData).

Doch nicht nur der Umsatz von LoL ist stark:

  • Riot schafft es jedes Jahr, dass Millionen von Menschen die Worlds schauen. Von allen E-Sport-Titeln wirken die Ligen und Turniere bei LoL am professionellsten. Sie setzen sogar auf Nachwuchsligen und eine Verbindung zum Amateursport.
  • Mit der virtuellen Band K/DA haben die Entwickler ein komplett neues Feld erschlossen. Inzwischen haben sie ein eigenes Album herausgebracht, das auf vielen Musikplattformen gehört werden kann.
  • Zu guter Letzt brachte Riot Games in den letzten beiden Jahren gleich 3 neue Spiele zum LoL-Universum heraus: Teamfight Tactics, Legends of Runeterra und nun Wild Rift. Und sie alle sind erfolgreich.

LoL überzeugt auch dann, wenn es kein MOBA ist

Was ist an den Spin-Offs so besonders? Spin-Offs zu erfolgreichen Spiele-Serien sind keine Seltenheit:

Der große Unterschied jedoch ist, dass kaum ein Spieler die genannten Titel noch auf dem Radar hat oder sie teilweise sogar schon eingestellt wurden. Sie konnten sich, verglichen mit dem Hauptspiel, nicht durchsetzen.

Dota Underlords Steam
Die Spielerzahlen von Dota Underlords sinken weiter, von den 202.254 im Peak ist man inzwischen weit entfernt (via Steamcharts).

Die Spiele zu LoL jedoch erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit oder wurden direkt aus dem Stand ein Erfolg:

Tiefe in den Charakteren und Liebe zum Detail

Warum sind Titel zu LoL so erfolgreich? Legends of Runeterra, Teamfight Tactics und Wild Rift spielen allesamt im gleichen Universum – der Welt von Runeterra. Der Art-Style, die Charaktere und die Inhalte sind bereits aus LoL bekannt und werden dort auch geliebt.

Denn obwohl es ein PvP-Spiel ist und es im Grunde kaum Story-Telling im Spiel gibt, haben die Entwickler eine gewisse Liebe zum Detail und fertigen außerhalb des Spiels einen riesigen Lore-Katalog an. Jeder Charakter hat eine tiefgründige Hintergrundgeschichte.

Brüder bekämpfen sich, Charaktere zeigen sich überraschend verletzlich und ungewöhnliche Bündnisse werden geschmiedet. Ingame erlebt man diese Geschichten im Grunde nur in Form von Emotes, wenn ein Charakter besonders auf den anderen reagiert.

Doch die Spieler sind teilweise sehr genau und ist die Story mal nicht gelungen, gibt es auch Widerstand der Spieler, wie zuletzt beim Champion Seraphine.

Wie sehr die Spieler mit der Geschichte verbunden sind, zeigte sich zuletzt auch bei der Ankündigung zum kommenden LoL-MMORPG. Der Beitrag wurde hier auf MeinMMO über 70.000 Mal aufgerufen, obwohl es sich dabei nur um einen kurzen Tweet handelte.

In den Kommentaren wurde schnell deutlich, dass sich die Spieler wegen Riot selbst, aber auch wegen der Lore und der Charaktere auf das MMO freuen.

MeinMMO-Leser Brohn schrieb beispielsweise:

Wo es Riot mit ihrem Gameplay von LoL nicht gelungen ist mich abzuholen, haben sie es allerdings mit ihrem grandiosen Art-Style und ihrer unglaublich guten Lore umso mehr geschafft. Es hat mich immer wahnsinnig interessiert wie die Welt außerhalb von Summoner’s Rift aussieht, aber bis auf die Videos auf Youtube gab es kaum richtiges Bildmaterial was eben jene Welt mal anständig zeigte (Oder ich war schlicht zu blöd entsprechendes Bildmaterial zu finden).

Von daher bin ich sehr gespannt darauf und hoffe, dass der Versuch eines MMO’s hier Früchte trägt.

Riot hat sich über die Jahre ein gewisses Vertrauen aufgebaut und gilt als eines der wenigen Studios, dem überhaupt noch ein erfolgreiches MMO zugetraut wird.

Neues Singleplayer-Spiel steht in den Startlöchern: Neben den bereits vorhandenen Titeln soll 2021 zudem das Rollenspiel „Ruined King“ erscheinen, das sich ebenfalls um die Geschichte von Runeterra dreht.

Das Ziel von Riot ist ein riesiges LoL-Universum

Wie die Entwickler uns bei einem Presse-Event zu K/DA verrieten, ist es ihr Ziel ein riesiges Universum um LoL zu entwickeln – mit allem was dazu gehört.

Neben den Spielen, riesigen Turnieren und der Musik spielten dabei auch epische Cinematics eine große Rolle. Eines der bekanntesten Videos dürfte „Warrior“ sein, das inzwischen mehr als 290 Millionen Mal aufgerufen wurde. Doch auch kleine Videos wie beispielsweise ein Trailer zu Wild Rift holen fast aus dem Stand die 40 Millionen Aufrufe.

Zuletzt erschloss sich Riot Games die Welt der sozialen Medien. Für den Champion Seraphine kreierten sie Profile auf Twitter oder Instagram und posteten Bilder, Sprüche, aber auch die „Sorgen“ des Champions. Einigen Spielern ging das zwar zu weit, doch im gesamten die Profile waren ein großer Erfolg. Inzwischen hat auch die Band K/DA solche.

LoL Faker Superstar
Faker gilt als LoL-Gott und hat selbst außerhalb des Spiels Berühmtheit erlangt. In Korea wollte man sogar Gesetze für ihn ändern.

Vor allem aber im Bereich E-Sports kann kaum ein anderes Spiel mit LoL mithalten. Eine Rolle dabei spielen auch die professionellen Inszenierungen der Teams und Spieler. Sie bauen sich ein Image auf und werden zu Werbefiguren, wie es auch im „echten“ Sport der Fall ist.

Vor allem die Inszenierung von Faker 2019 sorgte für viele Reaktionen:

Jeder liebt den weinenden LoL-Gott vor den Worlds – 3 Videos inszenieren Faker

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Frank

Also zu aller erst muss man sagen, dass es natürlich als Platzhirsch viel einfacher ist Ableger zu etablieren wie Spiele die schon im Hauptsiel geringere Spielerzahlen haben.
Dazu kommt dann noch, dass LoL Free2Play ist und durch das kindgerechte Setting eine viel größere Zielgruppe anspricht als andere Spiele. Bei F2P ist die IEnstiegshürde einfach viel geringer, wodurch auch F2P Ableger attraktiver erscheinen.
Das wurde im Artikel völlig ignoriert und macht einen Vergleich meiner Meinung nach nur sehr schwer. Wieso ist den Fortnite so beliebt. Na weil der 30 Jährige spaß haben kann aber auch jeder ab 8 Jahren. Valorant hat zwar auch ne FSK16 Freigabe erhalten aber ist trotzdem auf Comiclook getrimmt. Damit werden Kinder und Asiaten abgefarmt. Die stehen einfach auf sowas.
Und genau das selbe ist es bei LoL. Kinder sind viel begeisterungsfähiger als Erwachsene und ziehen sich das ganze drumherum (Lore) natürlich auch noch rein. Und die völlig verblendeten Asiaten die nicht wissen wie die wirkliche Welt aussieht doch auch. Da gibt man den auf Sexy getrimmten weblichen Champions noch bisschen Backstory und die Hälfte der Typen verliebt sich sofort.
Klar ist das ne erfolgreiche Strategie aber macht einen Vergleich zu spielen wie The Witcher völlig haltlos.

Frank

Du kannst LoL und Wild Rift zb auch auf ESO und ESO: Blades übertragen. Wild Rift hatte in Woche 1 der Beta mehr Downloads, als ESO Blades seit Release. Beispiele dieser Art gibt es noch häufiger.

Klar kann man das. Das Einzige was du aber machst sind Zahlen vergleichen ohne die Hintergründe genauer anzuschauen. Natürlich betreibt Riot ein hervorragendes Branding.

Ich find das tatsächlich spannend, wie schlecht hier Riot teilweise in den Kommentaren gemacht wird.

Ich wusste vor dem Artikel nicht mal, was Riot alles Entwickelt/Published.
Das ist aber auch überhaupt nicht der Punkt. Die machen sehr viel richtig. Heißt aber im Umkehrschluss nicht zwangsläufig, dass andere Unternehmen Fehler machen sondern die Art von Spiel einfach anders beworben oder ausgebaut werden muss.

Ich finde, man muss die Art der Spiele, die Spieler, Zielgruppen etc. für so einen Vergleich viel besser analysieren und nicht nur mit Download oder Spielerzahlen argumentieren. ESO ist eine völlig andere Art von Spiel wie LoL. Dazu kostenpflichtig.

The Witcher 3 ist kein Spiel mit extremer Langzeitmotivation. Der letzte Patch (1.62) war 2018. Die meisten Spielen es 1-2 mal durch und das wars. Außerdem gibt es ja Bücher und sogar eine Netflixserie als Lore. Ich weiß die Bücher gabs zuerst!

Zu Halo z.B. hat man zahlreiche Romane und Serien/Filme veröffentlicht. Sind eben andere Formen von Absatz.

Ich würde zum Beispiel niemals das sehr erfolgreiche Cod:Mobil mit LoL:Wild Rift vergleichen, weil es einfach keinen Sinn ergibt.

Ooupz

Interessant dass du alle Asiaten auf dieser Welt kennst und sie in einen Topf wirfst, da kannst du ja nur ein dickbäuchiger Deutscher sein der jeden Tag Bier und Bratwürste konsumiert.

Frank

Ohhhh mein Gott. Hör mir doch bitte auf mit solchen Aussagen. Ich kenne nicht alle Asiaten und das braucht man auch nicht. Es gibt so etwas, dass nennt sich Statistik und die kann man für Argumente verwenden. Asiatenstehen beispielsweise Pay2Win Games viel weniger kritisch gegenüber wie Europäer oder Amerikaner. Das ist einfach Fakt ohne dass ich auch nur einen Asiaten persönlich kenne. In Japan dürfen Spielcharactäre geheiratet werden. Alleine das sagt ja wohl genug über das Verhältnis von Spielern zu Ihren Charakteren aus. Brauchst mir also nicht mit deinen Pseudorassismusvorwürfen ankommen.

Und ich bin zwar gertenschlank aber die Bratwurst ist schon regelmäßig aufem Teller genau wie das Feierabendbier 😎

Ooupz

 Und die völlig verblendeten Asiaten die nicht wissen wie die wirkliche Welt aussieht doch auch. Da gibt man den auf Sexy getrimmten weblichen Champions noch bisschen Backstory und die Hälfte der Typen verliebt sich sofort.

Nie etwas von Rassismus erwähnt, nur dass das reine Verallgemeinerung ist und da sind die Deutschen ja sehr gut darin. 😉

Frank

Klar verallgemeinert man gerne und meine Aussage war ja auch etwas übertrieben formuliert. Aber der Kern bleibt dadurch trotzdem wahr. Es essen nicht alle Amis Junkfood, aber schaut man sich an wie viele Übergewichtige und Burgerketten es in den USA gibt dann kann man schon mal sagen, dass die Amis sich scheiße ernähren. Nicht alle aber ein viel größerer Teil als sonst wo. Und die Zocker in Fernost stehen eben auf Comicstylegames mit Waifus. Ich hab die Statistiken ja nicht gemacht. Und wenn man sich den Bierkonsum hier zulande anguckt wird man das selbe sagen können auch wenn nicht jeder Deutsche gerne Bier trinkt.

Kuchen

Für mich ist dieser Artikel zu viel Fanboyliebe.
So Toll ist dieser Publischer nicht,abgesehen von den Skandalen wie Sexismus und Sexuelle Belästigung Entwickelt Riot Games Spiele indem sie die erfolgreichen Spiele der Konkurenz Kopieren und einfach nur ihr eigenes Uniwerschum hinzufügen und das Spiel Kinderfreundlicher machen, dann kommen schon die ganzen Blinden Fanboys angerannt.

League of Legends ist eine Kopie von Dota, lol wurde stark vereinfacht damit es jedes Kind Spielen kann.

League of Legends: Wild Rift, ist LOL in noch leichter, fürs Handy.

Teamfight Tactics ist eine Kopie von Dota Auto Chess, da wollte Riot noch schnell den Auto Chess-Trend mitnehmen.

Valorant ist eine klare Kopie von CSGO, die Grafik noch Bund gemacht und ein paar Fähigkeiten eingebaut damit auch Kinder die nicht so gut Zielen können ein paar Kills machen.

Dieses Prinzip zieht sich durch alle Riot Games Spielen.

Kuchen

Alles was ich gesagt habe stimmt und über die Spielerzahlen habe ich kein Wort verloren, natürlich ist es viel leichter wenn ein Unternehmen die Steine aus dem weg gerollt hat und den weg frisch gepflastert hat über diesen Weg zu gehen anstatt selber den Weg zu Pflastern.
Ich persönlich unterstütze lieber die Original Ideen anstatt eine so zweifelhafte Firma wie Riot Games, außerdem mag ich persönlich lieber Spiele die Schwerer und Anspruchsvoller sind.

Phoesias

Sehe ich irgendwie anders.

TFT spielt doch eher eine untergeordnete Rolle, also jetzt generell so vom impcat her auf dem Markt. Legends of Runeterra obwohl grandenlos gut und hochwertig, hat auf Twtich zuschauerzahlen die idR auf dem Niveau toter Cardgames liegen, pendelt iwo zwischen 1K – 1,5 K rum, was super schwach ist und ungefähr auf dem level von GWENT, was ….tatsächlich tot ist.

LoR ist im Grunde jetzt schon gescheitert, wird aber weiter versorgt und Riot bleibt dran, es ist noch zu frisch um hier die Flinte ins Korn zu werfen aber es sieht wirklich leider überhaupt nicht gut aus aktuell mit Blick auf die Übermacht Hearthstone. Selbst die größten Streamer einzubinden, Werbung zu schalten etc.hat keinen dauerhaften Erfolg gebracht.

TFT war anfangs sehr stark, dass Genre als solches war neu und interessant. Aber letzendlich ist alles ziemlich stark verpufft, es bleibt eine Nische. Ist zwar schon deutlich erfolgreicher Unterwegs als LoR – aber vermutlich weit unter dem, was Riot sich vorgestellt hat – denke ich.

Vielleicht läuft aber auch alles nach Plan und Riot geht es weniger um das Geld sondern darum das universum breit zu streuen und zu etablieren auf möglichst vielen Kanälen & Genres. Man denkt dahingehend vermutlich einfach ein wenig größer und ich vertue mich.

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Phoesias
Nico

twitch zuschauer sind bei mobile doch egal

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