Politiker will Gesetz ändern, damit Faker weiter LoL spielen kann

Die League of Legends ist riesig in Südkorea und systemrelevant. Ein Politiker schlägt jetzt vor, die Gesetze des Landes zu ändern, damit E-Sport-Stars wie der LoL-Spieler Lee „Faker“ Sang-Hyeok oder die Popstars von BTS ihren Wehrdienst verschieben können. So wäre es ihnen möglich, ihre Karriere fortzusetzen.

Das ist die Situation:

  • In Südkorea müssen Männer ihren Wehrdienst antreten und ableisten. Mit 19 werden die Männer gemustert und müssen dann 18 Monaten lang zu den Streitkräften, wenn sie tauglich sind. Spätestens mit 25 Jahren werden sie eingezogen.
  • LoL-Superstar Faker ist jetzt 24 Jahre alt. Nach der aktuellen Lage wäre er demnächst für den Wehrdienst fällig. Dann wäre seine Karriere als LoL-Star wohl vorbei. Der Wehrdienst ist mit einem Leben als LoL-Profi nicht zu vereinbaren.
  • Jetzt schlägt ein Politiker eine Gesetzes-Änderung vor, um Faker das Karriere-Ende zu ersparen. Den Wehrdienst müsste er erst mit 30 antreten, wenn der Kongress seiner Eingabe folgt.

„Elite der Kunst und Kultur“

Das ist die Gesetzes-Änderung: Der Politiker Jeon Yong-Gi hat eine Gesetzes-Änderung vorgeschlagen, die „exzellente Persönlichkeiten in der Kultur und Kunst“ betrifft. Es sind als Beispiele ausdrücklich die K-Pop-Band BTS und der E-Sport-Star Lee „Faker“ Sang-hyeok aufgeführt.

Die sollten ihren Wehrdienst erst mit 30 Jahren ableisten müssen.

Eine ähnliche Ausnahmeregelung gilt jetzt bereits für koreanische Männer, die sich um die Kunst und den Sport verdient gemacht haben. Bislang waren mit dieser Ausnahmeregeln vor allem Olympioniken, klassische Musiker, Schauspieler und Regisseure gemeint – nun sollen es auch E-Sportler und Pop-Stars sein. Wer eine weiterführende Schule besucht, kann den Wehrdienst in Südkorea ebenfalls aufschieben.

Vor einigen Jahren hatte Südkorea ihren Sportlern mit „Gold bei Olympia“- Perspektive das Privileg gewährt, den Wehrdienst zwei Jahre aufzuschieben. Die mussten dann lediglich eine 4-wöchige Grundausbildung absolvieren.

Der Politiker begründet seine Entscheidung: Das sei keine Ausnahmeregelung, sondern das Gegenteil davon. BTS und Faker hätten sich dieselben Chancen verdient, den Wehrdienst hinauszuzögern, wie Universitäts-Studenten. Der Politiker spricht von einer „Elite in der Kultur.“

Das steckt dahinter: Die Gesetzesänderung zeigt, welchen großen Einfluss der E-Sport und K-Pop in Südkorea haben. Beide werden offenbar als „systemrelevant“ angesehen und die Politik beschäftigt sich mit ihnen.

Faker gilt als „bester LoL-Spieler“ aller Zeiten, auch wenn seine Karriere zuletzt stockte. Aber er ist wohl ein „National-Heiligtum“, ein Ausnahmekönner und muss in den Augen des Politikers weiter seinem Job nachgehen können – das sieht man offenbar auch als wichtig für den Tourismus an.

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Sie sollte wegen eines Vergehens in LoL zurücktreten.

In Südkorea ist LoL ein Politikum

Wie wichtig Gaming für Südkorea ist, sieht man an Ryu Hyo-young. Die bekam als Politikerin im März Ärger, weil sie ihren LoL-Account 2014 geteilt hatte. Der Vorwurf war: Sie hätte sich von einem stärkeren Spieler boosten lassen.

Ein anderer Politiker hielt ihr das als Charakterfehler vor, der einer politischen Karriere im Wege stehen würde. Der Politiker, der die Vorwürfe brachte, kennt sich im Thema aus. Denn der war ebenfalls mal Pro-Gamer, aber in Starcraft, nicht in LoL.

Politikerin soll zurücktreten, weil sie ihren Account bei League of Legends teilte

Die ehemaligen Progamer, die jetzt Berufspolitiker sind, werden sicher Verständnis für die Eingabe haben, die Fakers Karriere in LoL verlängern soll. Ob die Politik die Gesetzesänderung durchwinkt, bleibt trotzdem abzuwarten:

Quelle(n): Dotesports, Inven
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Nico Saborowski

Gab es früher nicht mal direkt militärische E-Sport-Teams in Südkorea… also bspw. von deren Luftstreitkräften?

Ansonsten wünscht man sich natürlich einen tatsächlichen Frieden zwischen Nord- und Südkorea, damit so eine Wehrpflicht einfach nicht mehr notwendig ist… wird wohl noch etwas dauern.

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