Politikerin soll zurücktreten, weil sie ihren Account bei League of Legends teilte

In Korea soll eine Politikerin in das nationale Parlament gewählt werden, aber ein Vergehen in League of Legends steht ihr im Weg. Sie soll 2014 ihren Account mit einem Ex-Freund geteilt haben: Dieses Boosting wird ihr nun von politischen Gegnern vorgeworfen. Sie soll ihre Kandidatur zurückziehen.

Das war der Auslöser des Konflikts: Am 6. März hat eine politische Partei in Südkorea ihre Spitzenkandidatin für das nationale Parlament vorgestellt: Ryu Ho-jung wäre die jüngste Abgeordnete geworden, die je ins Parlament gewählt worden wäre.

Ryu Ho-jung hat eine Karriere in der Gaming-Industrie hinter sich. Sie war Vorsitzende eines Universitäts-eSport-Clubs, hat für verschiedene Gaming-Firmen gearbeitet und versucht eine Gewerkschaft zu gründen.

In Südkorea ist das Gaming viel stärker in der Mitte der Gesellschaft angekommen als bei uns: Man sieht es als wichtige Aufgabe des Parlaments an, Regeln für den eSport und das Gaming zu erlassen.

Ehemaliger-Starcraft-Profi erhebt Vorwürfe

Doch am 10. März wurde ihre Kandidatur harsch kritisiert. Hwang Hee-doo, ein ehemaliger StarCraft-Progamer, der nun für eine andere Partei im Parlament sitzt, warf ihr vor:

  • Ryu hätte sich in LoL „boosten“ lassen
  • das sei ein schweres Vergehen
  • es sei im Prinzip so, als lasse man jemand anderen die Prüfung für sich schreiben

In Korea ist das Boosten von Online-Accounts mittlerweile ein Verbrechen.

Boosting-Vorfall in 2014 belastet Politikerin seit Jahren

Was hat die Frau genau getan? Laut ihrer Aussage geht es um eine Aktion aus dem Jahr 2014. Dort hatte sie ihren damaligen Freund mit ihrem LoL-Account spielen lassen, weil der einige Platzierungs-Matches mit einem Freund spielen wollte.

Die Rede ist davon, dass ihr LoL-Account von Gold 1 auf Diamond 5 geboostet wurde: Das ist ein ziemlicher Sprung.

Lol Rankings
Ihr Freund soll den Account damals von Gold 1 auf Diamon 5 geboostet haben.

Ihr Freund war so gut, dass ihr Account in der Solo-Queue so stark rankte, dass sie mit dem eigenen Account nicht mehr spielen konnte. Daher hatte sie sich einen neuen LoL-Account erstellt.

Ryu Ho-jung hatte aber den „geboosteten Account“ benutzt, um in einem LoL-Turnier mitzumachen, das nur für Frauen gedacht war.

Ryu hat dafür schon Ärger bekommen: Sie hat damals ihre Position als Vorsitzenden eines eSport-Clubs unehrenhaft verloren – und jetzt scheint ihr die Kontroverse wieder zu schaden.

Südkoreas neue Gaming-Gesetze: Boosting-Dienste sollen illegal werden

Politikerin entschuldigt sich – Aber Gegner wollen Rücktritt

So ging der Konflikt weiter: Ryu hat sich für ihr Verhalten entschuldigt. Sie sei damals „unachtsam“ gewesen und es sei sehr falsch gewesen. Das hätte auch ein schlechtes Licht auf Gamerinnen geworfen.

Sie entschuldigte sich von ganzem Herzen für ihre Aktionen von damals.

Doch die politischen Gegner zeigten sich ungnädig. Es hieß: Die Entschuldigung zeige, dass sie ihr Vergehen nicht ernst nehme und nur als „Unachtsamkeit“ abtue.

Sie könne sich bei der Gaming-Community nur für ihre Fehler entschuldigen, indem sie jetzt als Kandidatin zurücktritt.

Das ist die Diskussion: In Korea diskutiert man, ob das Vergehen der Politikerin vor 6 Jahren genug ist, um sie jetzt dazu zu zwingen, ihre Kandidatur für das Parlament zu beenden:

  • Einerseits hat sie durch ihr Vergehen keine finanziellen Vorteile gehabt und „verdiene“ eine zweite Chance
  • Andererseits heißt es, die Politikerin sei vor allem wegen ihrer Karriere als Gamerin populär geworden, daher sollte sie es besser wissen
Vaevictis lol
Das LoL-Team, das nur aus Frauen bestand, wurde aus der Liga geworfen.

Ein Teil des Konflikts ist es, dass Frauen in LoL angeblich die Hilfe von Männern brauchen, um hohe Rankings zu erreichen. Das schade dem Bild von Frauen im eSport. In LoL wurde ein reines Frauen-Team jetzt aus der Liga geworfen, weil sie nur verloren hatten.

Quelle(n): Inven, Inven, engnews
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Gurkulator

Gamerinnen…. OMG

alfredo

einen rücktritt fordern weil ein sack reis in china umfällt xD man kanns auch übertreiben

luriup

Also zum ersten:
Wer nennt seine Tochter Ryu?
Zu viel Street Fighter gespielt?
Wenns der Nachname ist,man kann auchs schlechter treffen.

Zum zweiten:
Lachhaft.
Wenn in Deutschland ein Minister seinen Doktortitel erschummelt,
in dem er bei anderen abschreibt,
dann hat er es verdient seinen Doktortitel+Ministerposten zu verlieren.

Ein Ranking in LoL ist so unwichtig wie der Sack Reis,
der in China laufend umfällt.

Ma34

Also zum ersten:
Ryu ist ihr Familienname und Ho-Jung ihr persönlicher (Vor-)Name.

Zum zweiten:
Sich über einen ausländischen Namen lustig zu machen, nur weil er auf Deutsch komisch klingt ist ignorant.
Andere Länder andere Namen.

N0ma

Das ist ein echt schweres Vergehen. Dagegen ist Korruption ja regelrecht harmlos.

In Deutschland könnten wir uns freuen überhaupt mal Politiker zu haben die wissen was Gaming bedeutet.

ephikles

Das wissen doch die meisten: Videospiele generieren Amokläufer!
Und war da nicht auch noch was mit Raubmordkopiergamern?!

Tom

Ich glaube unsere Politiker haben teilweise bisschen mehr Dreck am Stecken als geboostete LOL Accounts 😀
Das sagt doch rein gar nichts über Ihre Leistung in der Politik aus.

Sveasy

Die Frage ist leicht zu klären: macht sie den Job gut? Dann scheiss drauf was in LOL war

Platzhalter

Wer frei von Sünde wahr im Jungen Alter, der werfe den ersten Stein

Man kann nun Sünde näher definieren, aber das ist dann Goldwaage zeugs

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