Ausgerechnet die größten Fanatiker in Warhammer 40.000 sind die besten Diplomaten des Imperiums

Warhammer 40k Adepta Sororitas Ritual titel

Die Adepta Sororitas sind die vielleicht berüchtigtste Organisation in Warhammer 40.000: ein Orden, bestehend aus fanatisch gläubigen Frauen, die alles vernichten, was ihren Werten entgegensteht. Dabei ist genau dieses Bild der Schwesternschaft nur ein kleiner Ausschnitt.

Für mich sind die Sororitas die beste Fraktion in Warhammer überhaupt. Meine erste Armee besteht aus den Sisters of Battle und in jedem Spiel, in dem es möglich ist, spiele ich Sororitas. Natürlich, schließlich sind diese Krieger-Priesterinnen fast so krass wie Space Marines, nur ohne die genetischen Verbesserungen. „Normale“ Menschen mit übermenschlichen Kräften.

Selbst in der Community gelten die Sororitas als der Teil des Universums, der sich am meisten nach Warhammer anfühlt, weil sie genau das verkörpern, was die Welt ausmacht: fanatischer Glaube weit über das Glaubhafte hinaus und völlig übertriebene Darstellungen von Feuerkraft und Hingabe.

Bei all den Stereotypen wird aber gerne übersehen, dass die Sororitas viel mehr sind als nur Frauen in Powerrüstungen, die mit Flammenwerfer und Bolter die Ketzerei auslöschen. Sie sind auch Ärztinnen, Diplomatinnen und Wissenschaftlerinnen – und zählen zu den besten des Imperiums.

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Die Adepta Sororitas aus Warhammer 40.000 sind ein Orden von Kampf-Priesterinnen mit Superkräften

Das Bild einer Organisation aus tödlichen Frauen

Dass die Sororitas hauptsächlich als Kämpferinnen dargestellt werden, liegt zu einem großen Teil daran, dass ihr militärischer Arm, die „Sisters of Battle“, die meiste Präsenz in fast allen Warhammer-Medien hat.

Oft werden sie von der Inquisition angefragt, wenn diese Unterstützung braucht. Die Sororitas sind geübt in allen möglichen Formen des Kampfes, können sowohl planetare Belagerungen führen als auch Feuergefechte in den engen Straßen von Riesenstädten.

Dazu sind die Adepta Sororitas die einzige Organisation des Imperiums, die neben den Space Marines Servorüstungen standardmäßig im Arsenal führt. Gerade fürs Tabletop sind Figuren in fetten Rüstungen natürlich hübscher anzusehen als Frauen in bürgerlichen Klamotten.

Trotzdem machen genau diese anderen Berufungen einen guten Teil der Sororitas aus.

Heiler, Missionare, Übersetzer und Berater

Genau wie die Adeptus Astartes sind die Sororitas in Orden unterteilt, die verschiedene Doktrinen verfolgen. Die „Sisters of Battle“ stellen sich aus den Ordo Militaris zusammen, zu denen bekannte Orden wie „Our Martyred Lady“, „Valorous Heart“ oder „Ebon Chalice“ zählen.

Deutlich mehr Vielfalt gibt es allerdings bei den zivilen Orden. Die Ordos Hospitaller etwa stellen Chirurginnen, Ärztinnen und Krankenschwestern, die sowohl in zivilen als auch militärischen Krankenhäusern und – als eine der wenigen Organisationen – sogar wohltätig den Armen helfen.

Sisters Famulus sind Berater der Adelshäuser des Imperiums, fungieren als Hofmeister und sorgen dafür, dass selbst auf entfernten Welten nicht vergessen wird, dass auch das Imperium stets einen Teil abbekommen muss.

Die weniger bekannten Ordos Sabine bestehen aus Missionarinnen, die oft die Erkundungsmissionen des Imperiums begleiten, zu primitiven Zivilisationen vordringen und versuchen, das Wort des Imperators zu verbreiten. Andere interessante Ordos sind:

  • Sisters Dialogus, die verschiedene Dialekte des Imperiums, aber auch Xenos-Sprachen erforschen und übersetzen
  • Sisters Pronatus, die wertvolle Kirchen-Artefakte finden, aufbewahren und restaurieren, ähnlich wie die Blood Ravens der Space Marines, nur weniger kleptomanisch
  • Ordos Vespila, die quasi als Einbalsamierer und Forensikerinnen arbeiten
  • oder die Ordos Madriga, Fenestrus und Princeps, die respektive Kirchenchöre stellen, sich um die Glasarbeiten bei den Kathedralen kümmern und die kirchlichen Gesetze hüten.

Falls ihr euch übrigens wundert, warum die alle so komische Namen haben: In Warhammer 40.000 spricht man Hochgotisch, eine eigene Sprache.

Wie wird man eigentlich eine Adepta Sororitas?

Auch wenn die verschiedenen Ausrichtungen der Sororitas – gerade mit Blick auf die düstere Welt von Warhammer – fast wünschenswert klingen, ist der Weg dorthin weniger schön. In der Regel rekrutieren die Adepta Sororitas ihre Schwestern aus der Schola Progenium.

Dabei handelt es sich um eine Art Internat für Waisen, von denen es im Imperium der Menschheit Milliarden gibt. Menschen sterben nicht nur täglich zahllos im stetig herrschenden Krieg, auch das Überleben in den Städten selbst ist nur schwer möglich.

Die Scholas werden von der Ekklesiarchie betrieben. So wird sichergestellt, dass die Kinder direkt mit dem Imperialen Glauben indoktriniert werden – die perfekten Mitglieder für Orden wie die der Adepta Sororitas.

„Wenn du daran glaubst, musst du auch danach handeln“

Als ich die Möglichkeit hatte, mit Anatoly Shestov zu sprechen, dem Chef des kommenden Rollenspiels „Dark Heresy“, musste ich natürlich nach meiner Lieblingsfraktion fragen. Schließlich spielt eine Sororitas eine wichtige Rolle im RPG.

Denn trotz der Vielfalt und scheinbaren Güte der Adepta Sororitas folgen diese immer noch dem Credo des Imperiums, laut dem alles Nicht-Menschliche zu vernichten ist:

Das Imperiale Credo dreht sich nicht darum, das Sanguinalia zu feiern. Es geht darum, die Vorstellung deines Lebens und deine inneren Werte rund um die Konfrontation mit dem aufzubauen, was sich von dir unterscheidet.

Wenn du daran glaubst, musst du auch danach handeln.

Anatoly Shestov, Executive Producer von Dark Heresy bei Owlcat

Hier findet ihr die anderen Teile des Interviews:

„Sie nehmen keine Befehle an, nicht einmal von der Inquisition“

Das Besondere an den Adepta Sororitas ist, dass sie von keiner anderen Organisation des Imperiums außer der Ekklesiarchie Befehle annehmen – und sogar bei der Kirche sind sie wählerisch. Sie respektieren nur den Imperator als höhere Instanz und akzeptieren Kirchen im Imperium nur, wenn sie in ihren Augen rein genug sind. Anatoly erklärt:

In den meisten ihrer Taten sind sie vom Heiligen Wort geschützt […] Wann immer sie denken, eine lokale Kirche tue schlechte Dinge, ist das ein Problem der Kirche, nicht der Sororitas. […]

Sie nehmen keine Befehle an, nicht einmal von der Inquisition. Sie nehmen keine Order vom lokalen Herrscher, von so gut wie niemandem außerhalb der kirchlichen Autorität, die sie anerkennen.

Das ist der wichtige Punkt. Nicht irgendeine kirchliche Autorität außer solche, die sie als würdig ansehen. In unserer Geschichte wird es einige unkonventionelle Wendungen geben, wenn es darum geht, wozu Sororitas fähig sind und welchen Einfluss das auf die Umgebung hat.

Anatoly Shestov, Executive Producer von Dark Heresy bei Owlcat

Die Adepta Sororitas sind eines der besten Beispiele dafür, dass Warhammer 40.000 viel mehr zu bieten hat als nur die aufgepumpten Space Marines, die schrecklichen Chaos-Götter und die sehr grünen Orks. Allein im Imperium gibt es noch viel mehr zu entdecken: Space Marines sind ja cool und so, aber kennt ihr schon diese 6 Fraktionen aus Warhammer 40.000?

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