In New World machen die PvP-Kriege richtig Spaß, doch 3 Dinge bereiten mir Sorgen

Im Endgame setzt New World derzeit neben verschiedenen PvE-Events auf die Festungskämpfe im PvP, die sogenannten Kriege. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch durfte solch einen Krieg vorab spielen. Die Schlacht hat ihm dabei viel Spaß gemacht, doch einige Punkte bereiten ihm auch Sorgen.

Was sind die Kriege? Die Spielwelt des MMOs teilt sich in viele Zonen mit Siedlungen und Festungen. Die Festungen stehen unter der Kontrolle einer Kompanie (die Gilden in New World) und können angegriffen und von einer anderen Kompanie erobert werden.

Als Besitzer einer Festung könnt ihr bestimmte Zeitpunkte auswählen, zu denen ihr angreifbar werdet. Wenn euch eine Kompanie dann herausfordert, findet ein Kampf 50v50 in einem instanzierten Bereich statt.

Die Schlacht geht 30 Minuten und beinhaltet mehrere Eroberungspunkte, Festungswälle und Tore, sowie Belagerungswaffen auf beiden Seiten. Entweder gelingt es der angreifenden Gilde in die Festung vorzudringen und dort den Eroberungspunkt einzunehmen oder die Verteidiger gewinnen nach Ablauf der Zeit.

Vor den Toren der Verteidiger gibt es Eroberungspunkte, die die Angreifer für den Respawn nach dem Tod nutzen können. Das Ziel ist jedoch die Eroberung des Punktes in der Festung.

An welchem Event habe ich teilgenommen? Ich hatte die Chance am 24. August und damit kurz vor dem Preview-Event für Vorbesteller an einem Krieg teilzunehmen. Da nur die Schlacht im Fokus stand, haben wir direkt Charaktere auf Level 60 und mit der besten Ausrüstung gestellt bekommen.

In diesem Szenario traten 50 Angreifer gegen 50 Verteidiger an. Auf beiden Seiten waren Mitarbeiter von Amazon vertreten, die uns mit Strategien und Erklärungen versorgt haben.

Das Event hat mir einen guten Einblick in die Schlachten um Festungen gegeben. Und während der Krieg mir wirklich Spaß gemacht hat, hat er mir auch einige Probleme aufgezeigt.

Falls ihr euch mehr für das PvE von New World interessiert, haben wir hier alles Wichtige dazu zusammengefasst:

Was hat New World eigentlich im PvE zu bieten? Wir haben Amazon gefragt

So lief der Krieg um die Festung

Die Vorbereitung: Um an einem Krieg teilzunehmen, müsst ihr euch an einer Tafel in der zur Festung gehörenden Siedlung anmelden. In unserem Fall waren die Anmeldungen abgezählt und jeder bekam einen Platz. Sollten sich jedoch mehr als 50 Spieler auf jeder Seite anmelden, dann entscheiden die Gouverneure der jeweiligen Kompanien, wer teilnehmen darf und wer nicht.

Die teilnehmenden Spieler werden auf 10 Gruppen mit je 5 Spielern aufgeteilt. Diese Aufteilung haben wir als Angreifer auch genutzt, um uns abzusprechen. Denn Taktik spielt bei den Kriegen eine große Rolle.

Bevor der Krieg wirklich beginnt, hatte ich 15 Minuten Zeit, um der Taktikbesprechung zu lauschen, Ausrüstung anzulegen, sowie Munition und Tränke bei Händlern zu kaufen. Und da ich natürlich als Bogenschütze in die Schlacht ziehen wollte, war eine große Zahl von Pfeilen wichtig. Und dann ging es endlich los.

New World Waffenkammer
In der Waffenkammer könnt ihr euch vor der Schlacht passend ausrüsten.

Die Schlacht beginnt: Zum Start liefen wir alle zusammen zum Eroberungspunkt B, um diesen erstmal einzunehmen. Danach gingen die Gruppen 1 bis 5 zu Punkt A, die Gruppen 6-10 zu Punkt B.

Von den eroberten Punkten aus versuchten wir dann mehrere der 5 Tore der Festung einzureißen. Hilfreich sind dabei Belagerungswaffen wie Kanonen. Doch auch die Verteidiger haben Zugriff auf Maschinen, darunter eine Gatling-Gun, ein Horn für Buffs und Öltöpfe, die für ein flammendes Inferno vor den Toren sorgen.

Meinen ersten Tod finde ich durch eine riesige Explosion beim Eroberungspunkt B, die durch Belagerungswaffen und mehrere Feuer-Zauber von gegnerischen Spielern ausgelöst wurden. Das Effekt-Gewitter ist zwar nicht so schlimm wie beispielsweise im Welt-gegen-Welt in Guild Wars 2, aber gerade die Rauchgranaten der Jäger und die Belagerungswaffen sind in den ersten Minuten überfordernd.

Tode in den Belagerungen sind übrigens nicht euer Ende in der Schlacht. In Wellen, die mit dem Fortschreiten des Kampfes immer länger werden, kehrt man in das Getümmel zurück.

New World Gameplay Tod
Wenn ihr beim Kampf um die Festungen sterbt, kehr ihr in Wellen zurück. In diesem Fall musste ich 9 Sekunden warten.

Der Kampf um die Tore: Während wir relativ zügig die äußeren Punkte erobern konnten, war das Knacken der Festung deutlich anspruchsvoller. Die Verteidiger hielten gut dagegen und holten sich viele Kills, während sie auf den Wällen in einer recht sicheren Position standen.

Doch mit der Zeit lernte ich einen immer besseren Umgang mit meinem Bogen und auch mit den 3 Fertigkeiten, die dazugehören. Das Zielen, gerade von der AoE-Fähigkeit, war gar nicht so leicht. Das, und natürlich auch die Lernkurve bei den anderen Angreifern, vertrieb nach und nach die Verteidiger von den Wällen und sorgte für erste zerstöre Tore.

Jedoch können Verteidiger die Tore wieder reparieren, was auch mehrfach genutzt wurde.

New World Bogenschützen Kampf
Die Verteidiger standen sicher auf ihren Wällen. Das Anrennen gegen diese war wirklich anstrengend.

Der Durchbruch: Er nach quälend langen 16 Minuten gelang es uns tatsächlich, zwei der Tore dauerhaft in Trümmern zu halten und einen Vorstoß in die Festung zu wagen. Ich als Bogenschütze mit nur leichter Rüstung am Körper hielt mich aber lange Zeit im Hintergrund.

Denn direkt in der Festung lauerten viele Feinde, die ihre AoE- und Fernkampffähigkeiten immer wieder auf die schmalen Durchgänge schleuderten.

Besonders Spaß machte es mir dabei, kleinere Fernkampf-Duelle mit den Verteidigern auszutragen. Immer wieder suchte ich mir Ziele auf den Wällen oder hinter den Toren und versuchte sie mit einigen Schüssen aus großer Entfernung auszuschalten. In New World müsst ihr dabei mit eurem Bogen ganz genau zielen.

Ein Fernkampf-Duell zwischen mit und dem Verteidiger.

Das Ende: In den letzten 5 Minuten wurden wir jedoch immer nervöser und rannten fast ziellos in Richtung Mittelpunkt der Festung. Immerhin wollten wir Angreifer das Spiel ja gewinnen.

Doch die Verteidiger hielten standhaft dagegen, schlugen uns zurück und hielten die Festung über die vollen 30 Minuten. Wer sich übrigens eine komplette Schlacht anschauen möchte, findet hier ein Video dazu.

Die Schlacht war richtig cool, aber ich habe trotzdem bedenken

Wie fand ich den Krieg? Obwohl die ersten Minuten total chaotisch waren, wir als Angreifer teilweise etwas kopflos herumliefen und der Krieg auch nicht gewonnen wurde, hatte ich bei der Schlacht wirklich Spaß.

Im Laufe meiner MMO-Zeit habe ich an einigen Belagerungen teilgenommen, vor allem in GW2, ESO und Black Desert. New World macht im Vergleich dazu einen guten, wenn auch keinen überragenden Eindruck:

  • Wie in vielen anderen MMOs auch, können alle Angreifer die Belagerungswaffen kaufen und frei platzieren. Verteidiger hingegen haben nur Waffen an bestimmten Orten.
  • Ein großer Vorteil ist, dass die Kämpfe instanziert stattfinden und damit die Spielerzahlen ausgeglichen sind.
  • Zudem gibt es verhältnismäßig wenige Fertigkeiten pro Spieler, was die direkten Duelle etwas skillvoller macht. Ausweichen und Blocken spielen eine große Rolle, One-Shots gibt es, abseits von Belagerungswaffen, nicht. Das lobte auch ein Spieler aus der Alpha, der das Kampfsystem als besten Teil des MMOs bezeichnete.
  • Ein weiterer cooler Aspekt ist, das man bereits mit Stufe 10, nachdem man sich einer der 3 Fraktionen angeschlossen hat, an den Kämpfen teilnehmen kann. Zwar wird man mit höherem Level nützlicher, weil man Zugriff auf mehr Fertigkeiten gewinnt, aber es gibt eine Skalierung, sodass ihr nicht komplett nutzlos mit Level 10 seid.

Allerdings hat mir der Krieg auch einige Probleme aufgezeigt.

3 Probleme bei den Kriegen in New World

Die Kriege haben für mich vor allem 3 Probleme aufgezeigt, von denen ich nicht weiß, ob sie bis zum Release 2021 wirklich gelöst werden können:

  • Das Kampfsystem
  • Die Performance
  • Das Finden von Spielern

Was stört mich beim Kampfsystem? Zwar ist das Kampfsystem durch die Ausweichrolle, Blocken, das Wechseln durch 3 verschiedene Waffensets und das Zielen auf Gegner actionreich, jedoch sind die Angriffe langsam und die Animationen stellenweise sehr lang. Dadurch fühlt sich alles behäbig an.

Das Kampfsystem ist bewusst an Dark Souls angelehnt, ich persönlich mag es aber etwas dynamischer, vor allem in den Kriegen, in denen eine schnelle Reaktion wichtig für das Überleben sein kann.

Ein persönliches Problem habe ich zudem mit der Munition bei Musketen und Bögen. Während man Nahkampfwaffen und Zauber quasi durchgängig einsetzen kann, benötigt man für diese Waffen Munition, die man sich herstellen oder kaufen kann. Im Kampf sind mir mehrfach die Pfeile ausgegangen und ich habe dann mit einem Zauberstab weitergekämpft. Denn Nahkampf mit leichter Rüstung wäre wohl mein sofortiger Tod gewesen.

New World Rüstungen Female
In New World gibt es keine Klassen, eure Rüstungen und Waffen bestimmen den Spiel-Stil.

Was ist los mit der Performance? Ein weiteres Manko war für mich die Performance, unter der übrigens auch die 3 oben genannten MMORPGs leiden. Sobald viele Spieler auf einem Haufen stehen, gingen die FPS bei mir deutlich in die Knie.

In einer Situation fror das Spiel für 3 Sekunden ein, was wiederum zu meinem Tod führte. Den hätte ich andernfalls mit einer Ausweichrolle vermeiden können. Das kann in entscheidenden Situationen sehr frustrierend sein.

Welche Bedenken habe ich bezüglich der Spieler? Der Krieg mit den Entwicklern befand sich in einer perfekten Balance. Es kämpften 50 gegen 50 Spieler. Doch wird das im Endgame immer der Fall sein?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, allein 10 Leute für einen Raid in GW2 immer wieder zusammenzubekommen. Eine Schlacht um Festungen hängt von mehreren Faktoren ab. Vor allem als Angreifer muss man sich immer nach den Zeiten der Verteidiger richten. Ein einheitlicher Termin in jeder Woche wird wohl nur schwer einzuhalten sein.

Zwar kann man seine Gruppe mit zufälligen Spielern auffüllen, aber wenn diese nicht an der Kommunikation und Strategie der Kompanie teilnehmen wollen, spielt man trotzdem mit einem Handicap.

Eine weitere Sorge liegt darin, dass am Ende wenige große Gilden alles kontrollieren und die kleinen Gilden gar keine Chance gegen die eingespielten Teams haben. Fraglich ist dann, wie lange die eingespielten Gilden noch Spaß an New World haben.

Nicht nur New World setzt auf die Belagerungen von Festungen.

Interessanterweise habe ich die drei gleichen Bedenken derzeit auch bei Crowfall, einem PvP-MMORPG, das sich in der Beta befindet. Auch hier stehen die Belagerungen im Fokus und auch hier gibt es Probleme im Kampfsystem und der Performance.

Mehr dazu erfahrt ihr in meinem Anspielbericht zu Crowfall.

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Miku

Ich glaube nicht das große Gilden solch Burgen halten würden, sondern eher die hardcore pvp Gilden.

Was bringen die 1000spieler einer gilde wenn nur 50 rein dürfen. Größe wird nicht so stark ausschlaggebend sein.

Caliino

Eine weitere Sorge liegt darin, dass am Ende wenige große Gilden alles kontrollieren und die kleinen Gilden gar keine Chance gegen die eingespielten Teams haben. Fraglich ist dann, wie lange die eingespielten Gilden noch Spaß an New World haben.

Und genauso wird es auch kommen, das hat man an (hier X-beliebiges MMO der letzten Zeit einfügen) schon gesehen…

Ich bin selbst (fast) reiner PvP’ler, freue mich auch grundsätzlich auf GvG’s, Gildenburgen usw. nur sehen solche Systeme eben leider nur auf dem Papier gut aus und werden von den Spielern im Endeffekt komplett anders gespielt.

Meine Meinung:
Jegliche solcher Systeme mit mehr als 2 oder 3 Parteien/Fraktionen (im Einfluss von Spielern) sind von vorne herein zum Scheitern verurteilt bzw. werden immer darauf hinaus laufen dass die Großen über alles andere dominieren.

Und ja, selbst bei 2 oder 3 Parteien werden nicht überall gleich viele Spieler sein, aber die Chance auf ähnlich-viele ist beiweiten höher als bei über 50 verschiedenen Gilden….

Kolbe

Das gute ist das man die Spieler für eine Belagerung ja nicht alleine stellen muss. Ich denke hier wird man Gilden übergreifend zusammen arbeiten wie es z.B. auch in Archeage mit den Burgen gemacht wird. Vorteil ist das es hier dafür ein System gibt welches das deutlich einfacher machen wird.

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