So spielt sich das MMORPG Albion Online, wenn ihr keinen Cent dafür ausgebt

Albion Online ist seit dem 10. April Free2Play. Besonders der Einstieg soll sich durch die letzten Updates vereinfacht haben. Ein guter Zeitpunkt für unseren Autor Alexander Leitsch, um einen Blick in das MMORPG zu werfen.

MMORPGs begleiten mich seit meinem elften Lebensjahr. Obwohl ich über die Jahre viele verschiedene Games angespielt habe, lief Albion aufgrund der Iso-Perspektive und Grafik immer unter meinem Radar.

Jetzt mit dem Wechsel auf Free2Play und dem großen Ansturm von neuen Spielern wollte ich jedoch einen Blick hineinwerfen. Und Albion Online hat direkt viele Stunden verschlungen.

Albion-Online-Kay-Update-Titel

Wenig Charakteroptionen, dafür viele Freiheiten

Aus Guild Wars 2, Black Desert oder ArcheAge bin ich sehr intensive und ausführliche Charaktererstellungen gewohnt. Völker, Klassen, viele Optionen für das Aussehen und für Details wie Piercings oder Tattoos.

Albion Online verzichtet bei der Charaktererstellung auf genau diese Details. Die für mich größte Umgewöhnung liegt in der Klassenwahl. Diese gibt es schlicht und einfach nicht. Wie ihr eure Klasse spielt, hängt schlussendlich von der Wahl der Ausrüstung und der freigeschalteten Inhalte auf dem Schicksalsbrett ab.

Aber auch auf andere Details wie Völker oder aufwendige Gestaltung der Charaktere wurde verzichtet. Ihr wählt zuerst aus einem von neuen Avataren. Dabei handelt es sich immer um Menschen, jedoch mit angepassten Aussehen. Im Anschluss könnt ihr dann noch zwischen Details wie Hautfarbe, Haarfarbe, Körperbehaarung und Unterwäsche wählen.

Charaktererstellung Albion Online
Mehr Details gibt die Charaktererstellung in Albion Online nicht her

Schon zum Start dreht sich alles um Grind

Nach der Erstellung des Charakters landet man auf einer kleinen Tutorial-Insel. Dort wird man mit der Steuerung und den ersten Aufgaben vertraut gemacht. Und schon auf dieser Insel sollt ihr Material wie Holz und Stein sammeln, um daraus Rüstungen und Waffen herzustellen.

Diese kleinen Quests zeigen euch schon direkt, worauf ein großer Teil der Spielzeit in Albion Online hinaus laufen wird. Denn um höhere Ausrüstungsstufen freischalten zu können, muss man die schwächere Ausrüstung wieder und wieder herstellen.

Doch auch das Anlegen der Ausrüstung muss erstmal gelernt werden. Indem man mit der schwächeren Ausrüstung viele Gegner tötet, lernt man es höhere Ausrüstung anlegen zu können.

All diese Funktionen und Inhalte laufen auf dem Schicksalsbrett zusammen. Wer das Brett verstanden hat, kennt seine Aufgaben in Albion Online.

Auf dem Schicksalsbrett findet ihr eure Fertigkeiten

Schritt für Schritt zu höheren Stufen

Nach dem Startgebiet hören dann auch irgendwann die Quests auf. Ab hier heißt es: Fokus auf das Schicksalsbrett!

Das kann das Schicksalsbrett: Egal ob das Freischalten von neuen Hardwerksstufen, neuer Ausrüstung oder schwierigeren Expeditionen. Nur wer die vorherigen Stufen grindet, erreicht eine höhere. Das macht auf den ersten Leveln noch Spaß, wird jedoch auch schnell eintönig.

Für die höchsten Stufen muss man Gegenstände zigmal herstellen und identifizieren. Nach vielen Stunden farmen und craften kam ich immerhin auf die Gegenstandsstufe 5 von möglichen 8 Tiers. Jedoch nur im Handwerk.

Grind auch beim Töten der Gegner: Um eine höhere Ausrüstung anlegen zu können, muss man viele Gegner töten. Diese müssen eine bestimmte Stufe haben oder über dieser Stufe liegen.

Bisher bin ich jedoch nicht in der Lage, die Gegenstandsstufe 5 anzulegen. Und das liegt vor allem daran, dass ich kaum Gegner gefunden habe.

Die Schwertschmiedekunst – Viele Stunden Grind zum Erreichen der Stufe 17 von 100

Schöne, volle Welt

Der Wechsel auf Free2Play tat Albion Online gut. Es gab plötzlich Warteschlangen und eine riesige Zahl von Spielern, die Interesse an dem MMORPG hatten. Die Welt soll nun sogar noch vergrößert werden.

Doch das Interesse hat auch seinen Preis, besonders, wenn sich viele Spieler in den Anfangsgebieten tummeln.

Spieler machen die Städte unübersichtlich: Bei meinem ersten Versuch das Auktionshaus zu erreichen, brauchte ich fast eine Minute, um den NPC zu finden. Nicht etwa, weil dieser versteckt lag, sondern weil einfach so viele Spieler bei ihm standen.

Viele Spieler am Auktionshaus

Und das Gleiche erwartete mich teilweise in den Gebieten. Das Finden und Besiegen von Gegnern in den ersten Zonen war fast unmöglich. Die Spieler stürzten sich immer wieder auf die in meinen Augen sowieso viel zu wenigen Mobs.

Im Fokus der Gebiete liegen vor allem die Ressourcen und diese müsst ihr reichlich sammeln, um Vorwärts zu kommen.

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So erlebte ich das erste Mal den Kampf gegen andere Spieler

Für höhere Ausrüstung braucht man höhere Ressourcen. Und um an höhere Ressourcen zu kommen, muss man irgendwann zwangsläufig in höhere Gebiete. Albion Online hat ein sehr einfach zu verstehendes System:

  • Die niedrigen Gebiete haben eine blaue Markierung. In diesen gibt es kein PvP.
  • Höhere Gebiete sind mit einer gelben Markierung versehen. Dort kann man optional gegeneinander kämpfen.
  • Die roten Gebiete sind PvP-Gebiete. Hier gibt es erste Action.
  • In schwarzen Gebieten geht es quasi nur um das PvP.

Das PvP in Albion Online ist deshalb besonders interessant, weil es Full-Loot enthält. Wer stirbt, lässt seine Ausrüstung fallen und der Gegner kann sie aufsammeln. Das ist verdammt ärgerlich, wenn man gerade so eben seine erste T4-Rüstung angezogen hat.

Meine erste Erfahrung war in einem gelben Gebiet und ist urkomisch. Eigentlich wollte ich nur einen Baum fällen. Aber direkt darin stand ein Spieler. Diesen habe ich angeklickt und damit versehentlich angegriffen.

Ehe ich mich versah, wehrte sich der Spieler natürlich. Und ich war chancenlos. Getötet hat man dann zwei Optionen:

  • 3 Minuten warten und an der gleichen Stelle respawnen
  • An einem sicheren, entfernten Ort respawnen… und dafür alle Ausrüstung verlieren

Ich hab die drei Minuten gewartet und netterweise hat der andere Spieler danach nicht nochmal zugeschlagen, um mich komplett auszuziehen.

Albion Online Deutsches MMO

Wie ich in Albion Online das Kämpfen lernte

Die Fertigkeiten in Albion Online: In einem Kampf könnt ihr neben dem Auto-Angriff auf vier Waffen- und zwei Hilfsfertigkeiten zugreifen. Mehr stehen euch nicht zur Verfügung. Welche Fertigkeiten ihr einsetzen könnt, bestimmt ihr über die Ausrüstung.

Sie sind also abhängig sowohl von der Rüstungsklasse, als auch von der ausgewählten Waffe. Im Inventar hat man dann noch verschiedene Fertigkeiten zur Wahl, indem man auf die Ausrüstung klickt.

Fertigkeiten und Ausrüstung in Albion Online

Ausweichen und Unterbrechen: Erst im PvP und in den Expeditionen hab ich gelernt, dass man gegnerischen Angriffen durch geschickte Bewegungen oder Unterbrechen entgehen sollte. Die Mobs aus den ersten Gebieten haben das nicht wirklich gefordert, weshalb ich auch beim ersten PvP-Duell ordentlich auf die Mütze bekam.

Der Einstieg in das Kampfsystem von Albion Online ist also erstmal gemütlich. Wer aber gegen andere Spieler kämpft, sollte schon seine Fertigkeiten und auch die des Gegners kennen.

Albion Online Kampf

Housing und Endgame von Albion Online

Wie ist das Housing in Albion? Ebenfalls kurz vor dem Schreiben dieses Berichts habe ich mir eine eigene Insel gekauft. Dafür benötigt man zwingend einen Premium-Account. Die Insel könnt ihr nach und nach Ausbauen und dort Gebäude errichten.

Dazu zählen Häuser, die ihr dekorieren könnt, Handwerksgebäude wie die Schmiede und auch landwirtschaftliche Einrichtungen wie Felder oder Kräutergärten für Nahrungsmittel.

Auch zum Errichten dieser Gebäude benötigt ihr Silber und allerhand Materialien. Erreichen könnt ihr diese Insel von Hauptstädten aus. Meistens gibt es in diesen aber schon die Handwerksgebäude. Da auf der Insel Bank und Auktionshaus fehlen, sehe ich, mit Ausnahme der eigenen Gestaltung, keinen Grund für den Kauf dieser.

Außerdem kann man in den Städten selbst Grundstücke und Häuser erwerben. Da der Platz jedoch knapp ist, muss man auf Auktionen warten. Und auch wenn ich keine gesehen habe, billig wird der Kauf wohl nicht.

Grundstücke kaufen in Albion Online
Grundstücke kaufen in Albion Online

Die Expeditionen in Albion Online: Viel Spaß hatte ich bisher mit den Expeditionen. Dabei handelt es sich um Dungeons, die man teilweise alleine oder in einer Gruppe von einer Stadt aus betreten kann.

Expeditionen setzen jedoch Ausrüstungsstufen voraus, sodass man nicht sofort alle erleben kann. Die unteren Stufen haben jedoch viel Spaß gemacht.

Von der Schwierigkeit war ich bisher nicht beeindruckt. Aber das kann sich bei den höheren Stufen ja noch ändern.

Zufällige Dungeons: Was von der Schwierigkeit her aber nicht machbar war, waren die zufällig generierten Dungeons, die mit dem Oberon-Update im März ins Spiel kamen. Zumindest für mich.

Hätte ich eine Gruppe mit weiteren Spielern gehabt, dann wäre mein Durchgang sehr wahrscheinlich erfolgreicher gewesen. Aber das ist auch einer der wichtigen Punkte von Albion.

Man muss sich mit anderen Spielern zusammentun, um die Inhalte vollständig zu erleben. Das gilt besonders für das PvP.

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Arenen und GvGs: Wem das PvP in der offenen Welt nicht genügt, der kann sich auch organisierter beteiligen. Dafür gibt es PvP-Arenen, die jedoch auch wieder eine bestimmte Stufe an Ausrüstung vorraussetzen.

Zudem können einzelne Gilden und Allianzen bestimmte Gebiete in der Welt kontrollieren, erobern und verteidigen. Diese Bereiche machen neben dem Sammeln von Materialien und den PvE-Dungeons das Endgame des Spiels aus.

Albion Gilden Kontrolle

Mit Echtgeld wäre alles einfacher und schneller

Gold zu Silber tauschen: Erst in Richtung Ende meines Anspieltests hab ich dann doch einmal zugeschlagen und mir Gold gekauft. Für 4,40 Euro gibt es das erste Paket mit 750 Gold. Dieses Gold lässt sich in Silber, die Ingame-Währung von Albion Online, umwandeln.

Und für die 750 Gold kriegt man knapp 1 Millionen Silber. Und was hab ich mir mit dem Silber dann alles an Drama erspart.

Vorteile durch einen Geld-Boost zum Start: Trägt man zu viel Gewicht in seinem Inventar, dann läuft man langsamer. Selbiges gilt auch für das Reittier. Wer aber ordentlich das Handwerk nutzen möchte, braucht viele Materialien. Abhilfe schafft hier ein Transport-Ochse. Dieses Reittier hat viel viel mehr Kapazitäten beim Tragen.

Doch dafür braucht man erstmal die knapp 10.000 Silber, um sich das Tier leisten zu können. Auch die Momente, in denen ein paar Materialien zum Erreichen der nächsten Stufe beim Handwerk fehlten, ließen sich entspannt mit einigen Silber lösen.

Ihr möchtet nicht wissen, wie oft ich zwischen den offenen Gebieten, dem Auktionshaus und den Handwerksbänken hin und her gelaufen bin, immer am Rande der Gewichtsgrenze. Das Reittier ist ein Must-Have!

Premium-Charakter als Kirsche auf dem Eisbecher: Wer dann noch einen obendrauf setzen möchte, der kauft sich einen Premium-Account. Mehr Lernpunkte, mehr Ressourcen- und Ernteertrag, mehr Silber von den Mobs und Ruhm-Bonus.

Alles sehr nützlich, wenn man schnell vorankommen und viel Zeit sparen möchte. Allerdings gilt ein solcher Premium-Status immer nur für einen Charakter. Da ihr aber an keine Klasse gebunden seid, könnt ihr den einen nach euren Wünschen immer wieder neu anpassen.

Mein Fazit

Albion Online hat mir mehr Spaß gemacht, als ich nach den ersten Minuten gedacht hätte. Die Grafik, die Steuerung und der Grind hatten mich immer wieder vom MMORPG abgehalten.

Doch während ich in Guild Wars 2 manchmal nicht weiß, was ich tun soll, gibt mir das Schicksalsbrett eine Fülle an Aufgaben. Diese sind zwar alle mit Grind verbunden, aber wer gerne die Karotte vor der Nase hat, der hat in Albion Online genug zu tun.

Die PvP-Kämpfe waren spannend und am Ende habe ich zumindest ein paar von ihnen in der offenen Welt gewonnen. Fairerweise muss ich an dieser Stelle aber auch zugeben, dass ich mich noch nicht in die Schwarzen Zonen vorgewagt habe.

Das Thema Echtgeld taucht im Zusammenhang mit Albion Online immer wieder auf. Ein Premium-Status ist in jedem Fall hilfreich, lässt sich aber theoretisch auch erreichen, indem man Ingame-Währung zu Gold tauscht. Während man zum Einstieg von einem kleinen Boost für ein gutes Reittier und erste Ausrüstung profitiert, kann man im Endgame teure Materialien verkaufen und sich dafür den Premium-Status sichern. Zumindest dann, wenn man dafür ein bisschen zusätzlichen Grind in Kauf nimmt.

Wer jedoch ein MMORPG mit Fokus auf dem PvP sucht und keine Probleme hat, seine Ausrüstung zu verlieren, der wird viel Spaß in Albion Online haben. Ich jedenfalls werde auch in den kommenden Wochen versuchen, meinen Charakter Sputtele weiter voranzubringen.

Pro
  • Gutes Kampfsystem
  • Logisches und durchdachtes Handwerk
  • Abwechslungsreiche PvP-Systeme
  • Ständig eine Karotte vor der Nase
Contra
  • Großer Einfluss durch Echtgeld-Kauf
  • Man muss den Grind mögen
  • Keine übergreifende Story
  • Aktuell ein wenig überlaufen
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