Ashes of Creation befindet sich derzeit in einer Pre-Alpha. Seit Anfang 2020 teilen die Entwickler immer wieder Gameplay und Details zum MMORPG mit den Fans. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch freut sich bereits sehr auf das Spiel, hat aber 4 Dinge, die ihm etwas Sorge bereiten.
Was macht das Spiel so interessant? Ashes of Creation ist eines der wenigen MMORPGs, die derzeit im Westen entwickelt werden und die breite Masse ansprechen wollen. Zwar gibt es einige andere Projekte wie beispielsweise Crowfall, die jedoch gezielt eine Nische bedienen.
Ashes of Creation hingegen möchte die Spieler zusammenbringen, verspricht spannende PvE-Inhalte wie Dungeons und Open-World-Bosse, gleichzeitig aber auch soziale Interaktionen und PvP. Das alles kommt durch ein ganz besonderes System – die Nodes – zusammen:
- Die gesamte offene Welt teilt sich in diese Nodes
- Die werden von Spielern gelevelt und können so von kleine Zeltstädten zu riesigen Metropolen werden können.
- In den Nodes gibt es Bürgermeister, Handwerksstationen und auch Housing.
Zudem hat das Spiel eine interessante Hintergrundgeschichte. Studio-Gründer Steven Sharif ist Millionär und hat selbst ArcheAge gespielt. Doch das Sandbox-MMORPG hatte aus seiner Sicht zu viele Probleme. Darum wollte er mit Ashes of Creation etwas kreieren, dass seinen Wünschen entspricht.
Wie ist der aktuelle Stand des Spiels? Derzeit befindet sich Ashes of Creation in einer Vorstufe zur Alpha 1. Die ersten Backer, die 1.000 Euro oder sogar mehr gezahlt haben, dürften bereits Hand anlegen. Zudem werden jeden Monat neue Inhalte und Features rund um das MMORPG vorgestellt.
Im Frühjahr 2021 soll dann die offizielle Alpha ohne NDA starten.
Ich selbst habe noch keine Hand an das Spiel gelegt, sauge jedoch jedes Detail wie ein Schwamm auf. Dabei sind mir auch 4 Dinge untergekommen, die ein Hindernis für Ashes of Creation sein könnten und die ich nun mit euch teilen möchte.
1. Open-World-PvP
Was wissen wir bisher? In Ashes of Creation dreht sich viel um das Thema PvP. Das bezieht sich jedoch nicht auf Kämpfe um die riesigen Festungen oder die Nodes, sondern auch auf die offene Welt.
In Ashes of Creation gibt es keine Fraktionen. Theoretisch kann jeder Spieler jeden attackieren. Damit das System nicht ausartet, setzen die Entwickler auf ein Flagging-System. Das System hat 3 verschiedene Status:
- Nicht-Kämpfer (grün)
- PvP-Kämpfer (lila)
- Verdorben (rot)
Jeder Spieler startet erstmal als “Nicht-Kämpfer”. In diesem Status werdet ihr beispielsweise nicht verletzt, wenn ihr zufällig durch einen AoE von anderen Spielern lauft.
Solltet ihr jedoch einen anderen Spieler gezielt attackieren, werdet ihr zum “Kämpfer”. Solltet ihr einen “Nicht-Kämpfer” töten, dann werdet ihr zudem Verdorben. Wie genau das abläuft, seht ihr in diesem Bild:

Verderbnis soll direkt mehrere Nachteile haben:
- Andere Spieler können euch straffrei töten
- Ihr verliert mit jedem Level an Verderbnis Attribute wie Lebenspunkte und Mana
- Ihr werdet zudem ab einem gewissen Level auf der Weltkarte markiert
- Nach dem Tod werdet ihr nicht an regulären Spawn-Punkten, sondern irgendwo auf der Welt erscheinen
- Ihr könnt eure getragene Ausrüstung verlieren. “Nicht-Kämpfer” und “Kämpfer” hingegen haben dieses Risiko nicht. Sie verlieren lediglich ein bisschen XP, Haltbarkeit bei der Ausrüstung und Zeit
Seine Ausrüstung zu verlieren und möglicherweise an einem ganz anderen Ort der Spielwelt aufzutauchen, nur um andere Spieler beim Questen etwas zu behindern, scheint auf den ersten Blick nicht lukrativ und könnte abschreckend wirken.
Wo habe ich Bedenken? PvP in der offenen Welt ist ein zweischneidiges Schwert:
Ich persönlich mag den Reiz, auch mal beim Questen gestört oder in Kämpfe verwickelt zu werden. Auf einem fairen Level versteht sich. Schließlich geht der Spaß verloren, sobald Feinde mit hohem Level und starker Ausrüstung auftauchen.
Allerdings kenne ich genügend Spieler, die gerne auf Open-World-PvP verzichten und lieber in Ruhe questen würden – gerade beim Neueinstieg in ein MMORPG.
Hier hängt meiner Meinung nach viel vom Balancing der Entwickler ab. Sollten Spieler beispielsweise für das Töten eines Anfängers direkt so ein hohes Level an Verderbnis bekommen, dass sie dafür ihre Ausrüstung verlieren, wäre die Aktion vollkommen sinnlos.

Durch die Verderbnis könnte sich außerdem eine Art “Kopfgeld-System” entwickeln. Spieler, die Anfänger verteidigen möchten, könnten sich auf die Jagd nach Verdorbenen machen, diese straffrei töten und ihre Ausrüstung einsacken. Das zumindest klingt für mich nach einer unterhaltsamen Aktivität.
Eine mögliche Alternative wäre hier das System von New World. Die haben auf ein optionales PvP-Flagging umgeschwenkt und bieten im Gegenzug mehr Loot und XP an, wenn man als PvPler durch die Lande zieht. Allerdings waren die Anreize für das PvP so gering, dass kaum einer es genutzt hat. Das haben wir von MeinMMO auch in unserem Podcast zu New World kritisiert.
2. Die Spieler-Balance
Was wissen wir bisher? In Ashes of Creation spielen die Festungen eine wichtige Rolle. Davon gibt es insgesamt 5 im Spiel. Jede dieser Festungen “kontrolliert” 20% der gesamten Welt, das bedeutet, dass alle Nodes dieser Festung unterstehen und beispielsweise Steuern zahlen müssen.
Ein ähnliches System gibt es zudem bei den Nodes. Jede Node hat “Vasallen-Nodes”, die ihr unterstehen und nicht über ihre “Eltern-Node” leveln können.
Das ganze funktioniert wie ein Schneeball-System und führt so Hierarchien ein.

Wo habe ich Bedenken? Abgesehen davon, dass das System auf dem Papier unheimlich aufwendig klingt, sind solche Systeme sehr anfällig für Balance-Probleme.
Schnell kann es dazu kommen, dass eine Gilde oder Gruppe von Spielern das gesamte System dominiert oder Gilden untereinander Nichtangriffspakte schließen und so ihre Festungen und ihre Macht behalten. In den großen Schlachten sollen 500 oder sogar bis zu 1.000 Spieler gegeneinander antreten.
Meine Erfahrungen beruhen dabei vor allem auf dem Welt gegen Welt in Guild Wars 2, Festungskämpfen in Black Desert und den Kriegen in New World. In all diesen Systemen gab es Probleme rund um das Thema Population.
Hier sollten die Entwickler von Ashes of Creation auf jeden Fall Anreize schaffen, um solche Strukturen gar nicht erst entstehen zu lassen.
3. Inhalte nach dem Release
Was wissen wir bisher? In ihren ambitionierten Plänen verrieten die Entwickler bereits, dass sie ein kleineres Update im Monat und einen “Major Release” jedes Quartal veröffentlichen wollen.
Damit soll für frische Inhalte im Spiel gesorgt werden.
Wo habe ich Bedenken? Neuer Content nach dem Release ist oft ein Knackpunkt bei MMORPGs. Bei Ashes of Creation tue ich mich zudem besonders schwer, mir überhaupt neue Inhalte vorzustellen.
Die Spielwelt ist so aufgeteilt, dass alle Gebiete immer einer Festung unterstehen. Jede Node hat zudem einen Hintergrund (wissenschaftlich, militärisch oder religiös) und ist gefüllt mit Inhalten wie Dungeons oder Weltbossen.

Der Release eines neuen Gebietes kann im Grunde also nur erfolgen, wenn auch die anderen 4 Festungen jeweils eins bekommen. Zudem beginnt mit der Veröffentlichung eines neuen Gebietes direkt ein Kampf darum, schließlich erobert man dies wohl einfacher, als eine bereits kontrollierte und ausgebaute Stadt anzugreifen.
Von neuen Gebieten sind aber auch Inhalte wie neue Dungeons oder Weltbosse abhängig. Zudem spielt Item-Balance in einem solchen MMORPG eine viel größere Rolle, als beispielsweise in WoW. Einfach immer neue Ausrüstung in die Spielwelt schmeißen ist also auch nicht die Lösung.
Hier bin ich besonders gespannt, was die Entwickler von Intrepid Studios als neue Inhalte planen, um Ashes of Creation dauerhaft interessant zu halten.
4. Die Monetarisierung
Was wissen wir bisher? Ashes of Creation setzt auf ein Abo-Modell. Ihr werdet monatlich bezahlen müssen, um das MMORPG nutzen zu können.
Neben dem Abo wird es auch einen Shop für kosmetische Inhalte geben. Wie diese Aussehen könnte, zeigen bereits die aktuellen kosmetischen Pakete, die mit den Zugängen zur Alpha und Beta verknüpft sind.
Vom 4. November bis 2. Dezember gibt es im Shop das “Harvest’s Dawn”-Paket. Das enthält:
- Einen Accessoire-Skin
- Ein Haustier
- Einen Reittier-Skin
- Ein Kostüm
- Einen Karawan-Skin
- Einen Housing-Skin
Wo habe ich Bedenken? Das hier gezeigte Paket wechselt jeden Monat. Allein im Jahr 2020 werden am Ende also 12 verschiedene Kostüme, Reittiere und all die anderen Inhalte für den Shop kreiert worden sein.
Zwar habe ich grundsätzlich nichts gegen kosmetische Inhalte in einem Shop, aber bei einem Abo-Spiel sollte das meiste eben erspielbar sein und nicht noch zusätzlich im Shop landen. Zwar macht WoW das auch, aber nicht in diesem Umfang und das sogar noch vor dem eigentlichen Release.
Auch wenn ich selbst keinen großen Wert auf das Aussehen meiner Charaktere oder Reittiere lege, hoffe ich doch, dass diese Praxis nach dem Release etwas heruntergefahren wird. Für Sammler und Spieler, die Wert auf ihr äußeres legen, kann es sonst wirklich teuer werden.
Ashes of Creation könnte ein richtig gutes MMORPG werden
Auch wenn ich an einigen Stellen meine Bedenken geäußert habe, glaube ich trotzdem, dass Ashes of Creation ein gutes MMORPG wird. Neben den Nodes reizen mich besonders die sozialen Features, wie die Zusammenarbeit in einer Stadt, und das Hybrid-Kampfsystem, dass Tab-Targeting- und Action-Fans glücklich machen soll.
Allerdings gilt die Aussage von mir nur, sofern die versprochenen Features auch kommen und so umgesetzt werden. Immerhin gab es schon häufiger Spiele, die viel versprochen haben und es nicht halten konnten. Wie erfolgreich Ashes of Creation tatsächlich wird, sehen wir wohl erst einige Wochen nach Release.
Was denkt ihr über Ashes of Creation? Könnt ihr meine Bedenken verstehen oder habt ihr noch weitere? Oder seid ihr in der Lage meine Sorgen zu zerstreuen?
Wie eingangs erwähnt gehört Ashes of Creation zu den derzeit interessantesten MMORPGs in Entwicklung. Doch es gibt noch weitere spannende Spiele. Die haben wir euch hier vorgestellt:
Die 8 aussichtsreichsten neuen MMOs und MMORPGs für 2020 und 2021
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