Diablo 3 sollte 2. Erweiterung bekommen – Darum wurde nichts draus

Ja, Diablo 3 sollte eine zweite Erweiterung erhalten. Doch die wurde gestrichen weil Diablo 3 nicht so lief, wie geplant.

Die Stimmung der Diablo-Fans ist seit den letzten Wochen getrübt. In Diablo 3 tut sich derzeit wenig, eine Ankündigung zu Diablo 4 gab es während der BlizzCon nicht.

Der Webseite Kotaku berichteten Blizzard-Mitarbeiter jetzt neue Informationen. Darunter spannende Details zu Diablo 4 und einem gecancelten Addon für Diablo 3.

Diablo 3 – zweiter DLC abgebrochen

In Kotakus Artikel die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft von Diablo sprechen ehemalige und aktuelle Mitarbeiter von Blizzard anonym über den abgebrochenen DLC zu Diablo 3.

So wurde Diablo 3 vor einiger Zeit um den Totenbeschwörer-DLC erweitert. Die neue spielbare Klasse fand Anklang in der Community, war für viele Fans aber einfach nicht genug. Zu wenig Content für Diablo 3 war häufig ein Kritikpunkt. Dabei sollte es eigentlich mehr Inhalte geben, die aber offenbar abgebrochen wurden.

Diablo 3 Deckard Cain Opening Cinematic

Warum kam die zweite Diablo-3-Erweiterung nicht raus?

Diablo 3 galt als Fail: Zu der abgebrochenen zweiten Erweiterung von Diablo 3 sagt ein anonymer Entwickler, dass diese abgebrochen wurde, weil Diablo 3 von den höheren Blizzard-Leuten als Fehlschlag abgestempelt wurde. Und das noch bevor die Reaper of Souls-Erweiterung erschien.

Was dem Team erzählt wurde, war „Ihr habt Reaper of Souls abgeschlossen, das ist echt gut. Aber wir glauben, es ist das beste für die IP, jetzt zu Diablo 4 überzugehen. In welcher Form das auch immer sein wird.“

Die allgemeine Vermutung im Team war, zumindest nach meinem Eindruck, dass es ein Misstrauensvotum der Führungskräfte gab. Sie dachten, Diablo III sei ein riesiger Fuck-Up“.

Die Wahrnehmung war insgesamt, dass das Management dachte „Dieses Team hat wirklich Mist gebaut“. Sie hätten ein paar Monate warten sollen und sehen können, wie Reaper [of Souls] performt. Aber in ihren Köpfen war Diablo III unverbesserlich.

diablo-3-reaper-of-souls

Wie sehr war das Team von der Ansage getroffen? Von dieser Entscheidung waren viele im Team enttäuscht, heißt es. Sie wollten mit einer Erweiterung zeigen, wie sie aus den Fehlern von Diablo 3 gelernt hatten.

Viele Leute waren fassungslos. Ich denke, viele von ihnen hatten das Gefühl „Wir haben bei Diablo 3 Fehler gemacht. Aber wir haben daraus gelernt und machten Reaper, um zu zeigen, was wir können. Wir haben es repariert und Reaper ist richtig gut.“ Ich glaube viele Leute hatten das Gefühl, dass wir nun den Dreh raus hatten und wissen was zutun ist. Und Erweiterung 2 hätte, was immer es auch geworden wäre, das zum Ausdruck gebracht. Dass sie den Stecker zogen ohne wirklich zu schauen, wie sich Reaper macht, tat weh.

Abbruch der 2. Erweiterung war wohl größter Blizzard-Fehler der letzten Jahre

Wie ging es nach dem Abbruch weiter? Nachdem die zweite Erweiterung gecancelt wurde, seien viele Entwickler des Teams auf andere Projekte aufgeteilt worden. Zu dem Zeitpunkt begann die Arbeit an einem Projekt mit Codename Hades, das vom Reaper of Souls Director Josh Mosqueira angeführt wurde.

Hades war so eine Art Diablo im Dark Souls Stil. Das Projekt wurde dann aber 2016 eingestampft. Danach begann die Arbeit an Rise of the Necromancer für Diablo 3. Außerdem startete man mit Projekt Fenrir, das wohl Diablo 4 wird.

diablo 3 necromancer

Es heißt von ein paar der interviewten Mitarbeiter, der Abbruch des zweiten Diablo-Addons wäre Blizzards größter Fehler der letzten Jahre gewesen. Ein Diablo-Veteran sagt im Gespräch:

Ich erinnere mich, dass viele von uns sich angeschaut und gesagt haben: Mann, wenn wir gerade diese zweite Erweiterung gemacht hätten, statt die Hälfte des Teams durch den Abbruch zu verlieren und dann all die personellen Veränderungen, Management-Wechsel, dann die Sache mit Hades … Wenn wir nichts davon getan hätten und uns nur darauf konzentriert hätten, einen soliden dritten Akt für Diablo zu machen, wäre es jetzt draußen.“

Was genau uns bei einer zweiten Diablo-3-Erweiterung erwartet hätte, ist unklar. Viele hofften ja schon auf ein Druiden-DLC für Diablo 3.

Nur 50% der Blizzard-Projekte kommen durch

Gegenüber Kotaku erklärte Blizzard, dass nur etwa 50% der Blizzard-Projekte erscheinen. Man wolle nur Titel veröffentlichen, die den Qualitätsanforderungen entsprechen.

Was den Abbruch von Spielen betrifft, so sehen wir das als eine Stärke. Ein Ausruck unserer Qualitätsengagementes und dessen, wie wir immer gearbeitet haben. In Vergangenheit haben wir etwa 50% der gesamten Projekte, an denen wir in den letzten drei Jahrzehnten arbeiteten, veröffentlicht. Das sind die, die wir als repräsentativ für die Qualität von Blizzard betrachten.

Overwatch-Reinhardt-Hair-Amazing title

Weiter heißt es, dass es nie leicht ist, ein Spiel nicht zu bringen. Es wäre aber bisher immer die richtige Entscheidung gewesen. Das Canceln von Titan brachte Blizzard zu Overwatch. Das Canceln von Nomad führte zu World of Warcraft.

In Diablo 3 steht jetzt ein großer Patch an, doch Spieler spotten

Quelle(n): Kotaku
Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
7
Gefällt mir!

28
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
Aktivität der MeinMMO Community
MeinMMO Kommentar-Regeln
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Lygras Hypocrit
Lygras Hypocrit
1 Jahr zuvor

Ich wäre da an eurer Stelle ganz ganz vorsichtig mit Berichten von Kotaku und ganz besonders von Jason Schreier. Der Mann steckt der Industrie so tief im verlängerten Rücken dass er zu den Mandeln schon wieder rausschaut. Der macht Artikel über Games im Sinne der Industrie und nicht im Sinne der Spieler.

https://i.kym-cdn.com/photo

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Jahr zuvor

Es gibt eine Bewegung, die heißt Gamergate. Die hat genau diese Ansichten, die du hier vertrittst.

Das ist ein Politikum.Schreier wurde auch angefeindet, weil er Jude ist. Damit haben offenbar einige ein Problem. Und er sieht einige Auswüchse von YouTuber/Reddit/Gamer-Kultur kritisch. Der hat sicher einen tieferen Einblicke wie Spiele entstehen als die meisten anderen und daher eine andere Perspektive.

Das sollte man aber nicht mit einer „Industrie-Nähe“ verwechseln – sondern das ist eine Nähe zu den Entwicklern, die wirklich entwickeln, und keine zu der Gaming-Industrie, der Industrie, die du ihm hier unterstellst.

Er ist sicher vieles, aber zu sagen: Kotaku kriecht der Gaming-Industrie in den Hintern zeugt von einer tiefen Unkenntnis der Seite. Das machen sie jetzt gerade nicht. Sie kriechen aber auch nicht GamerGate in den Hintern – wie das andere Seiten machen.

Wer sagt, dass Kotaku oder Schreier „Shills“ sind, hat einfach keinen Plan, sondern verfolgt eine klare Agenda. Das hängt mit Gamergate zusammen mit bestimmten politischen Zielen: „Wir sind Gamer – alle anderen nicht“/“Haltet bloß Politik aus den Games raus“/“Macht gefälligst die Spiele, die wir wollen und keine anderen.“

Auch das Zitat von Schreier, dass du hier als Beleg für sein Fehlverhalten bringst, ist aus dem Kontext gerissen. Zu sagen: „Es gibt keine Objektivität – alles ist subjektiv“ ist kein Satz, der heißt: „Hallo, ich bin übrigens korrupt.“

Sondern das ist eine Einsicht, dass alles vom eigenen Blickwinkel und den persönlichen Erfahrungen gekennzeichnet und geprägt ist, was man sagt.

Es existiert nichts in einem Vakuum. Es gibt keine Objektivität. Man kann sich darum bemühen, fair zu sein. Aber zu sagen: „Ich bin objektiv – ich bringe nichts eigenes in meine Artikel ein, sondern schreibe ganz neutral das, was ich sehe, ohne es in irgendeiner Form zu beeinflussen“ -> Das ist nichts, was in der Praxis wirklich möglich ist. Das möchte auch keiner, weil es furchtbar zu lesen ist.

Lygras Hypocrit
Lygras Hypocrit
1 Jahr zuvor

1) Hab ich mich mit Gamergate nie beschäftigt. Diese Bewegung hatte in unseren Breitengraden doch überhaupt keine Bedeutung. Aus dem Grund weiß ich nicht ob sich deren und meine Einstellung decken. Was ich aber weiß ist das ich gegen Lobbyismus in der Gaming Industrie durch die Presse bin. Wenn du da ne andere Ansicht hast, ist dein gutes Recht.

2) Warum erwähnst du das Herr Schreier Jude ist, ist das irgendwie für den Blödsinn den er schreibt relevant ? Oder willst du mir irgendwie latent Antisemitismus / Rassismus unterstellen. Jetzt pass mal auf mein Freund, ich bin mit einer Ausländerin verheiratet, einer meiner besten Freunde hat persische Wurzeln. Du kannst dir solche billigen Scheinvorwürfe dahin stecken wo keine Sonne scheint. Und das als mein-mmo Team Mitglied, du solltest dich was schämen !

Man darf Herrn Schreier kritisieren obwohl und nicht weil er Jude ist, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Und den Tweet den ich verlinkt habe zeigt seine generelle Einstellung, der würde alles für die nächste exklusive Review Copy tun.

3.) Schau dir mal an wie Kotaku gegen Youtuber hetzt, weil sie Angst haben an Relevanz zu verlieren

So und jetzt kannst du den Post meinetwegen löschen wenn er dein Weltbild zu stark erschüttert.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
1 Jahr zuvor

Du verbreitest hier 1a Gamer-Gate-Thesen.

Wenn du dich nie mit „Gamergate“ beschäftigt hast, dann solltest du hinterfragen, wo du deine Informationen her hast und die mal kritisch hinterfragen.

Ich hab gesagt: Schreier wird unter anderem dafür angefeindet, Jude zu sein.

Wenn du daraus machst, dass ich dir Rassismus unterstelle, dann ist das dein Problem, nicht meins.

Wenn ich dir Rassismus unterstelle, dann siehst du es daran, dass ich dir das klar sage. Ich habe hier aber einige Sachen aufgezählt, für die Schreier angefeindet wird.

Du nimmst eins raus und erzählst mir „Meine Frau ist Perserin“ – Glückwunsch, aber das ist mir total egal.

Ich unterstelle dir, du gibst hier unreflektiert Gamergate-Thesen weitergibst, ohne die in irgendeiner Form zu belegen oder zu begründen.

In mein Weltbild passt dein Posting sehr gut. Wenn man sich mal auf reddit umschaut, dann sieht man einige, die das so sehen wie du. Und das sind Leute, die zu Gamergate gehören.

Was für Beweise hast du denn, dass Schreier „Lobbyist der Gaming-Industrie ist?“ Du kommst hier her, erhebst schwere Vorwürfe, die in Richtung „Rufmord/hetze“ gehen.

Dann begründe die doch. Gegen welche YouTuber hetzt Kotaku aus Angst an Relevanz zu verlieren. Das sind einfach schwere Anschuldigungen und Behauptungen, wo ich mich frage: Wo kommt das her?

Ich finde das echt heftig, über jemanden zu sagen: „Traut dem nicht – der ist gekauft. Der tut alles für ein Exklusiv-Review.“

Wenn du sowas sagst, dann solltest du das auch begründen. So kommt das für mich rüber wie gefährlicher Hate.

Um sowas unwidersprochen stehen zu lassen. möchte ich hier keine Plattform geben.

maledicus
maledicus
1 Jahr zuvor

Komische entscheidungen da bei Blizzard. Diablo 3 hat sich doch hervorragend verkauft über mehrere plattformen inklusive add-on und mehreren versionen.

Klar am anfang war die sache mit dem echtgeld-auktionshaus ein reinfall, aber sie haben das spiel umgebaut und heute ist es doch richtig gut. Das abgesagte add-on war genau das worauf ich immer noch gewartet habe und nie kapierte wieso kommt da bei einem so populären spiel nix mehr?!

Sehr schade .. ich hätte mich auf ein weiteres add-on wirklich gefreut :/

Gruß.

obermacker
obermacker
1 Jahr zuvor

Die Abschaffung des Aktionshauses war aus Spielersicht super aber aus Sicht der Investoren vermutlich eine totale Katastrophe. So kam ja kein Geld mehr fürs Nichtstun rein.

Aber ein DLC wäre echt schön gewesen.

Gorden858
Gorden858
1 Jahr zuvor

Das Problem ist ja, dass diese Entscheidung getroffen wurde, als das erste Addon releast wurde. Und da stand D3 eben nicht besonders gut da. Klar, es hatte sich ursprünglich gut verkauft, aber das lässt sich wohl auch auf die Vorschusslorbeeren zurückführen. Sie wussten nichtmal, wie sich Reaper verkaufen würde, also haben sie sich erstmal angeschaut, wie es sich entwickelt und als es sich dann damit tatsächlich zum besseren gewendet hat, waren die Leute schon in anderen Projekten. Als dann aber wieder Kapazitäten frei waren, hat man sich statt für eine Erweiterung dafür entschieden, es mit einem ganz neuen Teil noch mehr umzubauen, der hat dann aufgrund eines Entwicklungsneustarts dann aber auch länger gedauert als geplant…

Ich denke, wenn man heute einige der Entscheider inoffiziell fragen würde, würden die die Entscheidung auch durchaus bereuen. Aber hinterher ist man eben immer schlauer, die Wahl muss nur leider eben Jahre vorher schon getroffen werden.

maledicus
maledicus
1 Jahr zuvor

Das problem ist, das wir nicht wissen, was hinter der aussage genau steckt, das Diablo 3 nicht besonders gut dastand. Verkauft hat es sich auf jeden fall bombastisch, alle anderen firmen würden dann sagen – unser spiel steht gut da. An dem was kritisiert wurde sprich AH hat B was geändert.

Aus meiner sicht bleibt das eine verfrühte fehlentscheidung, und das haben wohl die mitarbeiter die an Diablo gearbeitet haben auch so gesehen. Bei Blizzard ist man in der lage spiele zu entwickeln und dann zu verwerfen, da hätte man sicher auch die zeit gehabt zu warten mit der entscheidung und zu sehen wie sich reaper of souls verkauft.

Hab kein verständnis für die entscheidung, auch nicht mit dem zusatz das man es hinterher immer besser weiss. Die probleme offenbaren sich jetzt plötzlich mit Diablo Immortal.

Gruß.

Plague1992
Plague1992
1 Jahr zuvor

~40 Mio. Verkaufte Einheiten, + 2 Jahre ein Echtgeldauktionshaus und später noch teuren DLC und D3 wird als Fail abgestempelt? Und die Entwickler sind der Meinung dass sie mit Reaper of Souls alles besser gemacht haben und sind noch stolz drauf? Ich ahne schlimmes für D4 =x

Kendrick Young
Kendrick Young
1 Jahr zuvor

Reaper of Souls war doch ungemein besser als Diablo 3 classic

40kFulgrim
40kFulgrim
1 Jahr zuvor

Größte Fehler wird es sein sich mit Aktivison eingelassen zu haben.

Luriup
Luriup
1 Jahr zuvor

Hatten sie da Mitspracherecht?
Vorher gehörten sie doch glaub Vivendi.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Es muss halt immer jemanden geben der Schuld ist. So weit ich mich erinnern kann, hatte Vivendi kein Interesse mehr im diesen Sektor aktiv zu sein und wollte sich auf andere Kernbereiche fokussieren. Daher haben sie das Aktienpaket abgestoßen.

Phil
Phil
1 Jahr zuvor

Wie es dazu kam ändert ja halt nix an der momentanen Situation, sollte uns als ‚Kunde auch egal sein, ich habe Blizzardspiele weil ich von dem Club aus Anaheim überzeugt war, wenn aber jetzt das Damoklesschwert namens Activison drüber hängt, ist es halt nicht mehr das kundenorientierte Blizz der letzten Jahrzehnte, besonders hart merkte man es an dem Releasetag von BFA und wenn ich hier auf der Seite das mit dem Overwatchpatch lese (Fehler können passieren)sage ich mal ganz frei heraus die Lücke zu EA , Ubisoft und Co wird schmaler^^

nyso
nyso
1 Jahr zuvor

Die können mir das noch so oft als Stärke verkaufen, dass sie 50% der Spiele abbrechen. Aber für jeden Mitarbeiter der sein Herzblut und viel Arbeit in ein Projekt steckt, ist es ein tritt in den Ars** und unheimlich demotivierend.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Hattest du schon mal die Leitung eines Projektes?

Ich weis nicht ob die Leute sich da rein versetzen können, wenn sie selbst noch kein eigenes, komplexeres und langfristiges Projekt gemanaget haben.

Der erste Reflex, der einem befällt wenn man anfängt Zeitgrenzen zu reisen und Budgets zu sprengen ist,mehr vom Gleichen zu machen. Also Überstunden, Kriesenmeetings, mehr Gelder bewilligen, Teammotivierungsversuche und so weiter. Und um so mehr Zeit und Geld einem fehlt um so mehr Überstunden und Meetings werden veranstaltet. Das kaschiert aber nur grundlegende Probleme ohne sie zu beheben.

Manchmal klappt das. In den meisten Fällen aber nicht. Gescheiterte Projekte sehen bei keinem Projektmanager gut aus. Manche versuchen dass dann zu überspielen in dem sie sich und allen anderen einreden: „Es war ein Mammutprojekt und die Chancen standen gegen uns. Daher ist es keine Niederlage, da jeder andere auch gescheitert wäre.“ Aber das hilft nichts.

Eine Kernaufgabe des Projektoffice und des Projektleiters ist es, bei Schwierigkeiten festzustellen, wie hoch die Chancen sind das Projekt zu vollenden. Risiken abwägen. Das ist unheimlich schwer, vor allem mit dem Interessenkonflikt im Hintergrund. Es gibt dann Rationalisierungsmethoden um die zukünftige Tragfähigkeit zu antizipieren. In dem man zum Beispiel versucht das Produkt auf ein Minimum runter zu scheiden. Alles was nicht absolut notwendig ist wird entfernt und dann ein MVP erstellt – ein Minimum Viable Product. Das schmerzt jeden Projektmitarbeiter, seine Vision zu verstümmeln, nur um zu sehen, ob es überlebensfähig sein könnte.

Das Erste was gute Projektmanager lernen ist: „Werfe niemals verbranntem Geld frisches Geld hinterher.“ Es ist eine sehr schwierige aber sehr wichtige Aufgabe, rechtzeitig auszusteigen. Das kann sich hinterher als falsch erweisen. Auch wenn es zu dem Zeitpunkt und den damaligen Informationen die richtige Entscheidung war.

nyso
nyso
1 Jahr zuvor

Ich habe nie gesagt, dass es nicht auch Sinn ergibt Projekte abzubrechen. Aber 50% halte ich für nicht Tragbar und für sehr Geschäftsschädigend für die Außen, aber vor allem auch für die Innenwirkung.

In einer Branche die praktisch Jährlich nach neuem Input schreit, mit derartig starken IPs in allen Genres, dem KnowHow und dem Cashflow den Blizzard besitzt, sollte es möglich sein eine 20% Abbruchsrate zu erreichen.

Stattdessen werden Unmengen Budget verbrannt und Projekte eingestampft und die bestehenden Projekte auf ein Minimum an Investment betrieben. Ein neuer Held pro Spiel (Overwatch und Heroes), sowie ein paar Aktualisierungen für WoW müssen dann für die jährliche Hauptkonferenz herhalten, was wirklich erbärmlich ist.

Denn es ist mit nichten so, dass diese 50% Abbruchrate, nur die Creme de la Creme der Spiele hervorruft, denn Blizzard hatte seit Jahren schon keinen dauerhaften Hit mehr.

Sie sollten sich einfach auf Stärken berufen und mehr vom alten Anbieten, Diablo 4, Addons, etc. und nicht versuchen jedes mal das Rad neu zu erfinden, sondern schlicht auf die Bedürfnisse und Vorschläge der Community reagieren. Diese entsprechend bedienen und nebenher eine Abteilung für Konzepte und Zukunftsmärkte betreiben.

Der ständige Wechsel von KnowHow von Projekten zu Projekten mag temporär sinnvoll erscheinen, führt aber am Ende nur zu Komplikationen und Verzögerungen.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Na wenn du das für erbärmlich hältst, dann bitte. Du darfst gerne deine scheinbar kolossalen Fähigkeiten bei Blizzard andienen und ihnen Zeigen wie man sowas richtig macht.

Konsumenten schreien immer. Wenn man da jedem Ruf nachgeht, kann man direkt Insolvenz anmelden. Der Korrelationskoeffizient zwischen gescheiterten Projekten und die Intensität des innovativen Charakters ist sehr hoch und nährt sich irgend wann 1 an.

Je moderner ich sein möchte um so wahrscheinlicher ist es dass ich fehlschlagen werde und um so größer ist die zu erwartende Rendite. Ohne Risiko kein Erfolg.

Und ich weiß nicht, welche geheime Quelle du anzapfst um mit Gewissheit sagen zu können, dass 20 % der heilige Gral ist. Welcher kosmischen Formel entspringt diese Quote? Wieso nicht 23% oder 15 %? Oder 30 %?

nyso
nyso
1 Jahr zuvor

Nicht nur ich halte das für erbärmlich, der allgemeine Konsenz ist wohl, dass dies die schlechteste Blizzcon jemals war und das nicht nur wegen dem Diablo Mobil Desaster.

Sicher schreien Konsumenten immer, ist auch ihr gutes Recht, immerhin schreien Firmen auch immer nach deren Geld. Ich habe auch nie behauptet das man jedem einzelnen Ruf nachkommen soll, aber in der Heutigen Zeit ist es möglich ein Meinungsbild durch Analysen zu erhalten.

Andere Firmen wie Beispielsweise Rockstar oder CD Projekt haben scheinbar eher verstanden wie der Hase läuft. Die machen mehr vom Alten und das jedes mal besser und es verkauft sich wunderbar.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Ob sie damit falsch liegen, wird man sehen. Genau so gut kann es sein, dass ihr als Zielgruppe einfach irrelevant geworden seid.

Die Zukunft wird es weisen und auch in diesem Fall gilt wieder: Großer Einsatz, großes Risiko, großer Ertrag. Wenn der Plan aufgeht gut und wenn nicht ist es halt ein echtes Fiasko. Aber so wie der Hase im Moment läuft, sind wir „alten Gamer“ einfach keine relevante Größe mehr.

Das Einzige, was die Historie belegt ist, wer stehen bleibt verschwindet über kurz oder lang. Und es gibt keinen Anhaltspunkt, wieso dass in Zukunft anders sein sollte.

RDR2 war auch ein hohes Risiko. Ein Risiko anderer Art. Wäre das Spiel gefoppt, wäre das eine finanzielle Katastrophe gewesen. Abgesehen davon, dass nur sehr sehr wenige Studios ein Spiel wie RDR2 hätten stemmen können. Die wenigsten hätten überhaupt erstmal den initialen finanziellen Einsatz in die Waagschale werfen können.

nyso
nyso
1 Jahr zuvor

Ich persönlich habe nichts gegen Diablo Mobile, ich gehe auch davon aus das es erfolgreich wird, eher im asiatischen Markt, nicht in den westlichen.

Es war schlicht der falsche Ort und der falsche Zeitpunkt dieses anzukündigen. Aber das Thema wurde auch schon genug abgekaut.

Alles was ich ursprünglich sagen wollte war, dass ständige Abbrüche die Mitarbeitermotivation Dauerhaft in den Keller bringen und irgendwann wird es nicht mehr reichen wenn der Personaler sagt: „Sie können froh sein Blizzard im Lebenslauf zu haben“.

Koronus
Koronus
1 Jahr zuvor

Meiner Meinung nach könnten sie ruhig mehr herausbringen. Ich finde derzeit würde das eher zeigen, dass sie an etwas arbeiten und weniger das Gefühl einer Small Indie Kompanie vermitteln.

Julian Von Matterhorn
Julian Von Matterhorn
1 Jahr zuvor

Viele große Firmen im Gesundheitsbereich haben eine 10% Rate.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Vermutlich meinst du Unternehmen. Was sind viele, welche vielen? Deutschland, Europa, Weltweit? und woher stammt die 10?

Julian Von Matterhorn
Julian Von Matterhorn
1 Jahr zuvor

Interne Zahlen, Deutschland. Bzgl. wer werde ich keine Interna ausplaudern. Mit viel sind übrigens 4 gemeint.

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Der Wahnsinn, 4 in Worten vier. Das ist ja ein Datenschatz, nach dem sich alle Statistiker und Datalytiker* die Finger lecken grin Abgesehen davon, ist es immer eine gute Idee branchenfremde Unternehmen zu vergleichen smile

Und wie gesagt, die meisten Leiter wollen keinen Schnitzer in ihrer Zierleiste.

Hier mal überprüfbare Zahlen mit Beleg: Steria Mummert Consulting und die Fachzeitung InformationWeek von 2009 ermittelten in Ihrer Studie einen Durchschnitt von rund 25 % fehlgeschlagener Projekte. Wobei fehlschlagen nicht den Erfolg bezeichnet sondern einen Abbruch im Bereich schnell drehender,nicht innovativer IT Konsumgüter.

2009 war agil und Scrum orientierte Methoden noch nicht wirklich in Deutschland angekommen. Daher wird die Abbruchquote vermutlich weiter angestiegen sein.

Dieses Phänomen resultiert vor allem durch Pfadabhägikeit hervorgerufene Dissonanzen. In diesem Zusammenhang spricht man daher auch von Entrapment, Sunk-Cost und Escalation of Commitment Theorie. Es gibt dazu sehr gute Literatur.#

Bezeichnender dürfte allerdings das Synonym „too-much-invested-to-quit-Syndrom“ sein.

PS: *Datalytiker habe ich so eben erfunden und halte es für das intelligenteste was ich je in meinem Leben getan habe. Daher gilt ab sofort eine nicht durchsetzbares und imaginäres Wortrecht an diesem Neologismus.

Gorden858
Gorden858
1 Jahr zuvor

Bestes Beispiel für ein MVP, welches sich als richtige Entscheidung herausgestellt hat: Overwatch

Keupi
Keupi
1 Jahr zuvor

Diablo und Dark Souls. Das wäre ne gute Mischung gewesen. <3

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.