Der Weltmeister erklärt, warum die USA so schlecht in LoL sind

Auch bei den LoL Worlds 2020 enttäuschten die USA: Die US-Teams der League of Legends flogen bereits in der Gruppenphase raus. Der Weltmeister von 2019, der Chinese Doinb, erklärt den Grund: Die US-Liga LCS hat zu viele alte Spieler, die einfach nicht aufhören. Es fehlt an Teenagern, die eine neue Perspektive zur League of Legends bringen.

So lief es für die USA bei den LoL Worlds zuletzt: Die letzten 2 Weltmeisterschaften liefen für die US-Liga LCS katastrophal. Zwar gilt man noch als eine der 4 großen Regionen und schickt jedes Jahr 3 Teams zu den Worlds, aber 2019 und 2020 war für alle LCS-Vertreter in der Gruppenphase bereits Schluss:

Die Höchst-Strafe gab es dieses Jahr für das nominell stärkste Team der USA: Das Team Solo Mid flog aus den Worlds, ohne ein einziges Spiel zu gewinnen. Das hat es vorher noch nicht gegeben, dass ein „Nummer 1“-Seed aus einer großen Region sieglos nach Hause fuhr.

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Doinb reagiert auf den Rücktritt von Bjergsen und die Krise im US-LoL.

In den USA sind immer nur dieselben Spieler

Warum sind die USA so schlecht? Der Midlaner von FunPlus Phoenix, Doinb, erklärt, wie er das Problem sieht:

  • in den USA kommen keine neuen Spieler, keine Rookies, hoch in die Teams
  • es würden immer nur dieselben Spieler spielen und von Jahr zu Jahr die Mannschaften wechseln
  • daher würden immer dieselben Spieler zu den Worlds fahren und dann schlechter abschneiden als gedacht
  • der typische LCS-Spieler sei in seinen 20ern

Doinb glaubt, die Teams halten so lange an „alten Spielern“ fest, weil die Fans sich an die gewöhnt haben und eher Fans der Spieler und nicht der Teams seien. Daher behalten Spieler ihre Spots, solange sie in guter Form sind und neue Spieler bekommen keine Chance, zu Profi-Spielern zu werden.

Aus Sicht der asiatischen LoL-Profis ist es völlig verwunderlich, dass Spieler in den USA „so lange“ spielen dürfen.

Tatsächlich war dieses Jahr nur ein LCS-Spieler neu bei den Worlds, der ADC von Team Liquid: Tactical. Überhaupt schafften es nur 5 Spieler als Rookies in ein LCS-Team. Die meisten LoL-Spieler im Teenageralter warten in den USA in Academy-Teams auf ihre Chancen.

LoL Doublelift Titel
Doublelift ist mittlerweile 27 Jahre alt und schafft es nicht mehr aus der Gruppenphase der Worlds rauszukommen.

Vorteil von Asien sind die vielen Teenager und ihre „Aufs Maul“-Einstellung

Das ist der Vorteil von Asien:

  • Doinb erklärt, in Korea und China hätte man jedes Jahr starke neue Rookies, die in die Liga drängen
  • Das würde auch den alten Spielern helfen, denn ständig spiele und trainiere man in den Lanes gegen Teenager
  • Spieler mit 17, 18, 19 hätten eine andere Spieleinstellung, die wären sehr auf die „Mechanik“ spezialisiert. Taktik interessiere sie kaum. Sie hätten eine „Wenn ich dich sehe, kämpfe ich gegen dich“-Einstellung, die in einem „Entweder stirbst du oder ich“ mündet

Es sei ganz normal, dass Spieler an Reaktionszeit einbüßen, wenn sie in ihre 20er kommen. Im E-Sports sei Reaktionszeit unheimlich wichtig.

Doinb sieht für die US-Liga aber Hoffnung: Viele der Spieler seien jetzt langsam im Alter, wo sie zurücktreten. Dann sei Zeit für eine neue Ära.

LoL: Der größte Star im Westen beendet Karriere mit – Nach Worlds-Debakel

Hat Doinb Recht? Die US-Stars selbst machen gerne die Solo-Queue in Nordamerika für die Probleme der USA verantwortlich. Doublelift erklärte etwa, die Solo-Queue erziehe nur „Egomanen“, die dann im Team nicht funktionieren. Oft heißt es auch, Profis würden die Solo-Queue nicht ernst genug nehmen und dadurch gerate die Region in den Nachteil, weil das Niveau des Trainings so niedrig sei.

Aber tatsächlich scheint die Erklärung von Doinb schlüssig zu sein und drängt sich auf, wenn man die Stars der Worlds betrachtet und deren Alter:

Es fällt schon auf, dass in Asien der Generationswechsel bereits vollzogen ist. 2020 sind die dominanten Lol-Spieler aus Asien (und Europa) um die 20 und spielen ihre erste oder zweite WM. Die „älteren Spieler“ wie Faker können sich nicht mehr für die WM qualifizieren oder haben ihre Karriere wie Uzi bereits beendet.

Bei DAMWON Gaming haben junge Spieler wie Showmaker und Nuguri im Jahr 2019 erste Erfahrungen gesammelt und den Druck der Worlds gespürt. Da waren sie noch früh gescheitert. 2020 haben sie die erfahrenen Spieler von G2 Esports geschlagen und stehen nun im Finale.

In den USA sieht man eher die Altstars, die von Team zu Team wechseln, die zwar viel Erfahrung mitbringen und ein hohes Ansehen bei den Fans genießen, aber die Chance schwinden von Jahr zu Jahr.

Dabei sind US-Spieler mit 23 regelrecht fassungslos, dass ihre LoL-Karriere schon zu Ende sein soll. Die sehen nicht ein, warum sie Rookies Platz machen sollen, die noch nichts geleistet haben.

lol-bjergsen

Einer der besten Spieler der USA hat seine Karriere nun beendet: Der Däne Bjergsen macht nach 6 Jahren bei Team Solo Mid mit nur 24 Jahren Schluss. Auch der hat bereits an vielen Worlds teilgenommen, ohne wirklich was zu gewinnen.

Vielleicht kann sein Rücktritt den Beginn einer neuen Ära einleiten:

LoL: Der größte Star im Westen beendet Karriere mit 24 – Nach Worlds-Debakel

Quelle(n): dotesports
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Keupi

Lothar Matthäus hätte das gut gefunden, mehr Zeit für die Mädels. 😉

Nico Saborowski

Eigentlich krass, wenn man mal darüber nachdenkt: Mit spätestens Mitte 20 hast du bereits deine erste Karriere hinter dich gebracht.

Kann das gut nachvollziehen, dass man in dem Alter selbst noch Hunger hat und was erreichen will. Das scheint den eSport aber wohl elementar von anderen, physischen Sportarten zu unterscheiden, wo man mit Mitte 20 erst die Physis & mentale Stärke besitzt, um richtig durchzustarten. (denke da bspw. an MJ oder LBJ)

Andererseits besitzen die „Leader“ von LoL-Teams ja schon mit Ende 20 eine Führungspersönlichkeit, die sich sehen lassen kann.

Bin mal gespannt was die ganzen „Senioren“ dann jetzt so treiben: Coaching, Streaming, eSport-Funktionär, …

Mapache

wo man mit Mitte 20 erst die Physis & mentale Stärke besitzt, um richtig durchzustarten. (denke da bspw. an MJ oder LBJ)

Generell stimme ich dir da ja zu was den Unterschied zwischen „normalem“ und eSport betrifft. Das liegt aber auch daran, dass bei eSport Teams andere Strukturen herrschen und wirklich mehr die Leistung als das reine Standing zählt.
Allerdings sind die Beispiele nicht so treffend da diese beiden schon mit Anfang 20 recht erfolgreich (NBA All-Stars) und Leader in ihren Teams waren.

Nico Saborowski

Ja klar, wirklich erfolgreich waren die beiden aber erst in ihren späten Zwanzigern…
wenn man jetzt nach Ringen geht ^^

Gefühlt braucht man im physischen Sport länger, um sich ein gewisses Standing zu erarbeiten um nicht als „Eintagsfliege“ (bspw. Jeremy Lin) zu gelten. Das scheint im eSport schneller zu gehen.

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