Heute über Blizzard zu berichten tut mir in der Seele weh

Über den Entwickler Blizzard zu schreiben, schmerzt Cortyn inzwischen. Was ist aus dem Unternehmen geworden, mit dem man so viele Stunden der Freude verbindet?

Seit mehr als 5 Jahren schreibe ich inzwischen für Mein-MMO.de und bin zu großen Teilen für die Berichterstattung rund um World of Warcraft, Hearthstone, Heroes of the Storm und zu Teilen auch Overwatch zuständig.

BlizzCon 2018 Key Art title

Vorweg sei gesagt, dass der Artikel zu einem großen Teil auf meiner persönlichen Wahrnehmung, meiner Empfindung und Einschätzung der aktuellen Situation basiert. Ich beziehe mich dabei auf Fakten oder die Aussagen aus Interviews von anderen Seiten mit ehemaligen Blizzard-Mitarbeiten. Dennoch wird das Ganze hier vornehmlich ein emotionaler Text.

Wenn ich unter den Kommentaren lese, dass „Cortyn ja gerade alles an WoW hasst“ oder „Voll ins Blizzard-Gebashe einsteigt“, dann stört mich das und stimmt mich traurig. Aus meiner Sicht steige ich in kein „Gebashe“ ein, sondern ich versuche Meinungen und Stimmungen innerhalb der Community einzufangen und wiederzugeben.

Blizzard Games Logos title

Es würde mir viel mehr Freude bereiten, nur noch News und Artikel schreiben zu müssen, die durchweg positiv sind. Ich liebe es, kleine Besonderheiten in der Community aufzuzeigen, wie etwa den bettelarmen Autor des DBM-Addons, der nach einem Hilferuf finanziell sehr gut dasteht. Ich berichte gerne über die verschiedenen Rätsel und wie die Community aus Tausenden Spielern zusammengearbeitet hat, um sie zu lösen. Ich schreibe gerne „Fluff“-Artikel, wie „7 Dinge, die du noch nicht über WoW wusstest“ oder erstelle ein launiges Warcraft-Quiz.

Doch das ist nicht mein Job, zumindest nicht nur. MeinMMO ist keine Blizzard-Fanpage, selbst wenn ich mich als jahrelangen Blizzard-Fan betrachte. Es ist Teil meiner Arbeit, die negativen oder fragwürdigen Vorfälle aufzuzeigen und getreu unserem, an der Community orientierten, Ansatz darüber zu schreiben. Wenn es bergab geht, etwas scheitert oder die Stimmung in den sozialen Medien negativ ist, dann sollte das Erwähnung finden.

Ich will niemandem sein Spiel vermiesen. Wenn jemand Spaß mit World of Warcraft, Heroes of the Storm und all den anderen Titeln hat, dann bitte: Habt Spaß! Das habe ich doch auch. Aber nur weil ein Teil der Spieler oder auch ich selbst mit etwas sehr zufrieden bin, muss das nicht für die ganze Spielerschaft gelten. Über diese Probleme und Kritik muss berichtet werden, denn das gehört zu einer umfassenden Berichterstattung dazu.

Darum komme ich nun zum Elefanten, der seit Monaten im Raum steht: Was zur Hölle ist mit Blizzard passiert?

Blizzard, der unantastbare Koloss

In den vergangenen knapp 20 Jahren schwamm Blizzard auf einer schier endlosen Siegerwelle. Spiele, die von Blizzard veröffentlicht wurden, schlugen ein wie eine Bombe.

Ausnahmslos jedes Spiel, das von den Entwicklern auf den Markt gebracht wurde, war ein großer Erfolg, der von Spielern und Kritikern in den Himmel gelobt wurde. Und das zurecht.

Warcraft 3 Reforged Title

Auch wenn ich persönlich mit Warcraft 1 und 2 nur wenig anfangen konnte, waren diese Spiele bereits prägend für das Genre.

Diablo 1 und 2 waren absolute Meilensteine. Auch wenn es andere Hack&Slay-Spiele gab, konnte man doch in jeder Schulklasse, in jedem Sportverein und jeder Clique Mitspieler finden, um gemeinsam die großen Übel zu beseitigen oder noch einmal diesen speziellen Dungeon zu durchlaufen, der dann endlich die gewünschte Waffe gab.

Wer einen PC besaß und diesen nicht nur für die Arbeit nutzte, der hatte mindestens ein Spiel von Blizzard auf dem Rechner.

Starcraft 2 Legacy of the void

Kein Wunder, in Korea steht das uralte StarCraft noch heute für den Inbegriff von gut ausbalancierter, taktischer Echtzeit.

Kaum ein Unternehmen stampft so viele Spiele ein wie Blizzard

Doch entgegen dieser Siegesserie und Glückssträhne wird bei Blizzard bei Weitem nicht alles zu Gold, was sie anfassen. Immer wieder betonten die Entwickler und Chefs, dass man viele Spiel-Ideen auch mitten in der Entwicklung wieder verworfen habe.

Manche Spiele waren sogar schon extrem weit in der Entwicklung, wie etwa Titan, StarCraft: Ghost oder das Warcraft-Adventure mit Thrall in der Hauptrolle. Das letzte ist sogar quasi „fertig“ und kursiert spielbar im Netz herum.

Doch warum veröffentlicht Blizzard ein Spiel nie, das eigentlich fertig war? Weil Blizzard über Jahrzehnte lang einen extrem hohen Standard hatte. Wenn ein Spiel nicht ihren eigenen, nahezu perfektionistischen Erwartungen entsprach, dann wurde es schlicht nicht veröffentlicht.

Hots Nova

„Wir wollen Spiele erschaffen, die wir selbst gerne spielen würden“ hieß es von den Entwicklern. Wurde diese Ziel verfehlt, dann erschien ein Spiel nicht.

Über viele dieser Titel wurde niemals berichtet, weil Blizzard sie nie offiziell angekündigt hatte. Das ist auch nur logisch, denn man möchte den Spielern nichts versprechen, was dann an der eigenen Erwartungshaltung scheitert und doch nicht veröffentlicht wird. Im Fall von StarCraft: Ghost und Titan waren schon Informationen an die Öffentlichkeit gelangt.

Die Enttäuschung darüber, dass StarCraft: Ghost eingestellt wurde, war für damalige Verhältnisse groß. Das war die Zeit, in der „Internet-Shitstorms“ noch nicht wirklich existierten und wenn überhaupt, dann ganz andere, kleinere Ausmaße annahmen, als es heute der Fall ist.

Doch Blizzard konnte sich das erlauben. Blizzard konnte einfach Spiele „ein bisschen“ entwickeln und irgendwann einstampfen, wenn es keine Hoffnung mehr gab, dass daraus etwas wurde, auf das sie stolz sind. Man sah es sportlich und entschied, das Gelernte aus dem gescheiterten Projekt für künftige Arbeiten zu benutzen.

Niemals wollte man sich die Blöße geben, den Qualitätsnamen Blizzard mit einem unfertigen oder schlechten Spiel zu verschandeln. Wenn ein Spiel noch nicht fertig war, dann spielte eine Deadline keine Rolle.

„It’s done when it’s done.“ und „Soon.“ waren feste Begriffe für Blizzardspiele. „Gut Ding will Weile haben“ und dafür wurde am Ende dann immer geliefert.

Overwatch Reunion Ashe Clsoeup Titel

Erst auf der BlizzCon 2018 wurde in Interviews noch einmal bestätigt, dass Blizzard bisher mehr entwickelte Spiele eingestellt als veröffentlicht habe.

Dass das nicht 100% wirtschaftlich sein kann, müsste jedem Spieler klar sein.
Dass das nur funktionieren kann, wenn die tatsächlich veröffentlichten Spiele dann absolute Kracher sind, ist die logische Konsequenz daraus.

Solange ein Hit nach dem nächsten folgte, war das kein Problem.

Doch wie wir wissen, ist es dabei leider nicht geblieben.

Der Koloss gerät ins Wanken

Blizzard war nicht unfehlbar und das wurde spätestens mit Diablo 3 zum ersten Mal richtig deutlich.

Diablo 3

Zum Start des Hack&Slay gab es viel Kritik. Spielerisch überzeugte der Titel nicht. Er fühlte sich „ausgelutscht“ an und konnte den Zauber von Diablo 2 nicht noch einmal entfachen. Das Auktionshaus, bei dem Spieler Items gegen echtes Geld kaufen und verkaufen konnte, war ebenfalls vielen ein Dorn im Auge. Geld in einem Vollpreistitel ausgeben zu können, war damals noch verpönt und das Feedback der Community war negativ.

Wenige Patches später, war das „Echtgeld-AH“ dann Geschichte und ein paar weitere Patches machten aus Diablo 3 ein gutes Spiel in gewohnter Blizzardqualität – allerdings erst nachträglich.

Ein weiterer Misserfolg war die WoW-Erweiterung „Warlords of Draenor“. Während Story, Quest-Design und auch die Dungeons gelobt wurden, mangelte es der Erweiterung an relevanten Endgame-Inhalten. Die Garnison wirkte unausgereift.

Warlords of Draenor Alpha

Die Konsequenz war, dass Blizzard sogar die geplanten Patches verkürzte und stattdessen mehr Ressourcen in die nächste Erweiterung „Legion“ pumpte. Das führte dazu, dass ganze Handlungsstränge auf Draenor niemals richtig abgeschlossen wurden oder gar zu einem unlogischen, überhasteten Ende geführt wurden.

Das verzieh man Blizzard aber rasch, denn „Legion“ machte alles richtig und zählt als eine, wenn nicht sogar die beste Erweiterung für World of Warcraft, die sehr viel richtig gemacht hat.

Der große Negativpunkt der Geschichte Blizzards dürfte die BlizzCon aus 2018 gewesen sein. Die große Masse an Fans, die Blizzard seit Jahren vornehmlich am PC begleitet, wartete gebannt auf die neue Ankündigung eines Diablo-Titels.

Diablo Immortal Screen 4

Die kam dann auch, allerdings so, wie es kaum einer wollte. „Diablo: Immortal“ sollte ein Mobile-Game sein und auch noch eines, das in Zusammenarbeit mit einem chinesischen Entwickler entsteht. Die Fans waren enttäuscht und wütend. Sie, die Core-Spieler, die Basis von Blizzards Erfolg über all die Jahre, waren nicht die Zielgruppe des neuen Spiels.

Auf YouTube wurde der Trailer so schlecht bewertet, dass YouTube-Rewind und Justin Bieber kurzzeitig Sorge haben mussten, die Krone für „meiste Daumen runter“ zu verlieren. Dass das nicht passiert ist, liegt vermutlich nur daran, dass Gaming eben doch nicht für alle Leute auf YouTube gedacht ist.

Dass ein von Blizzard angekündigtes Spiel in breitem Maße negativ aufgefasst wurde, das gab es nie zuvor. Nie waren die Erwartungen der Fans von Blizzard so gnadenlos unterboten worden, dass sie Diablo: Immortal schon vor dem Release hassten, selbst wenn es irgendwann ein gutes Spiel sein sollte.

Das böse Activision?

Activision_Blizzard_Logo

Woher dieser Wandel bei Blizzard kommt, ist nicht ganz klar. Die Vermutung liegt nahe, dass der „Wandel“ begonnen hat, nachdem Activision und Blizzard zu „Activision Blizzard“ verschmolzen sind. Auch wenn in den frühen Tagen immer wieder gesagt wurde, dass man unabhängig sei und nur geschäftliche Infrastruktur teilen würde, hört man das heutzutage seltener.

Ich will nicht beurteilen, ob der Zusammenschluss von Activision und Blizzard etwas Positives oder Negatives war, auch wenn mein Eindruck aktuell eher Letzteres ist. Doch zum damaligen Zeitpunkt schien ein Zusammenschluss logisch und notwendig, um das Unternehmen noch weiterzuentwickeln. Immerhin profitierten beide Seiten davon und in einer globalen Welt ist es immer gut, wenn man mächtiger auftreten kann.

Doch es sind Zitate, wie etwa aus dem Jahr 2009 von Robert A. Kotick, dem CEO von Activision, die mich zweifeln lassen. Vor knapp 10 Jahren sagte er nämlich, er „wolle den Spaß aus der Entwicklung von Videospielen nehmen“ und dass es für ein Unternehmen gut sei, eine „Atmosphäre der Skepsis, des Pessimismus und der Angst zu etablieren.“ Ich wünschte beim Schreiben dieser Zeilen, dass ich mir das nur ausgedacht hätte (Link zur Quelle).

Hearthstone Valeera the Hollow header

Mit solchen Anführern in einem Unternehmen erscheint es nur logisch, dass die Moral sinkt. Und ich bin fest davon überzeugt: Wenn jemand an seiner Arbeit nicht Spaß hat, besonders wenn sie künstlerische Anteile hat, dann wird das Ergebnis auch nicht optimal.

In den letzten Wochen, quasi direkt nach der BlizzCon, wurden immer wieder Stimmen aus Blizzard laut, die an verschiedene Seiten herantraten und sich beschwerten.

So sei die Moral innerhalb des Unternehmens auf einem „Allzeit-Tief“ angekommen und Activision würde immer mehr Einfluss ausüben. Das bemerke man unter anderem daran, dass inzwischen die Finanz- und Marketingleute in den meisten Meetings anwesend seien und ein erhebliches Mitspracherecht haben.

Dazu werden gerade massenweise Mitarbeiter im Support und anderen Abteilungen dazu ermutigt, doch eine Abfindung zu akzeptieren und damit zu kündigen. Ressourcen werden aus allen Bereichen abgezogen, außer der reinen Spiele-Entwicklung.

WoW Battle for Azeroth Anduin Crybaby

Bedeutet das weniger coole Cinematics? Weniger Comics, weniger Animated Shorts, weniger Gespräche mit der Community? Vermutlich. Danke, Activision.

Allerdings wäre es auch durchaus möglich, dass diese Bestrebungen aus Blizzard selbst kommen, weil man nun, nach einigen Misserfolgen, nach Blizzard-Maßstäbe, eine neue Struktur braucht. Ob Activision wirklich der alleinige „Buhmann“ in dieser Story ist, das Urteil will ich mir nicht herausnehmen.

Vermutlich wird die Antwort irgendwo dazwischen liegen. Die Auswirkungen von Activision und die immer größere Einflussnahme der „Marketing- und Finanzabteilung“ werden beide ihr Scherflein dazu beitragen, dass Blizzard sich im Wandel befindet.

Fragwürdige Verkaufsoptionen in World of Warcraft

Ich gehöre vermutlich zur altmodischen Generation, die Echtgeld-Käufe in Vollpreis-Spielen, die dann auch noch mit Abo monatlich bezahlt werden, nach wie vor für eine Katastrophe halten. Aber der Gaming-Markt hat sich weiterentwickelt, Geld muss reinkommen, damit kann ich leben.

Doch das Timing, das Blizzard bei World of Warcraft aktuell an den Tag legt, ist eine heillose Katastrophe.

WoW Vulpine Familiar Mount title

Als das Piratenmount in Verbindung mit einem 6-Monats-Abo angeboten wurde, konnte ich noch lächeln. Das Reittier sieht cool aus und es passte zum „Piratentag“. Da ich sowieso die letzten Jahre durchgängig WoW abonniert habe, war das quasi ein Blindkauf.

Doch dann wurde es komisch. Ein großer Teil der Community von World of Warcraft ist unzufrieden. Vielen ist langweilig, weil sie mit den neuen Features, wie Insel-Expeditionen oder Kriegsfronten nichts anfangen können. Dazu sind viele Klassen aktuell in einem schlechten Zustand, weshalb manche gar keine Freude mehr finden.

Blizzard entschied sich allerdings dazu, in dieser Suppe aus negativem Feedback, die auf Reddit seit Wochen und Monaten immer weiter umgerührt wird, ein neues Reittier für stolze 25€ in den Shop zu stellen.

Auch wenn das Reittier wirklich hübsch aussieht, war der Zeitpunkt eine Katastrophe. Wäre WoW in einem guten Zustand und hätte sich gesund entwickelt, dann hätte sich wohl niemand über ein Reittier im Shop beschwert.

WooW Abschiedspaket

Doch unzufriedenen Spielern ein neues Preisschild vor die Nase zu halten, ist so ziemlich der dümmste Move, den Blizzard hinlegen konnte.

Damit riss es leider noch nicht ab. Jetzt, kurz vor Weihnachten, gibt es das „See You Later“-Bundle im Shop. Viele Reittiere, Haustiere und kosmetische Items lassen sich für 50€ kaufen, die sonst 150€ kosten würden. Das Angebot ist grundsätzlich ziemlich gut, wenn man auf solche Spielereien steht, doch ein Detail stört: Blizzard schreibt, dass die Items Beginn Januar aus dem Shop entfernt werden.

Der Grund ist hier klar: Man möchte Druck erzeugen und die Angst erschaffen, etwas vielleicht für immer zu verpassen, wenn man es jetzt nicht kauft. Doch behält man sich in einem kleinen Nebensatz bei, dass die Items „vielleicht später zurückkommen“.

Wenig verwunderlich also, dass die „Verarschen kann mich mich selbst“-Posts sich in den Foren und auf Reddit nur so häuften.

WoW Geld GM title

Offenbar will man kurz vor Ende des Quartals noch einmal die Zahlen in die Höhe treiben, um die Aktionäre glücklich zu machen.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Entscheidungen sind, die durch die „Marketing-Leute“ in den Meetings zustande kamen.

Wo sind meine Blizzard-Helden hin?

WoW Chris Metzen Thrall title

Ein weiterer Punkt, der mich jedes Mal etwas traurig macht und mich entsprechende News und Artikel nur mit schwerem Herzen schreiben lässt, ist das Fortgehen von langjährigen Blizzard-Mitarbeitern. Als Chris Metzen, der Lore-Guru von Blizzard und die Stimme hinter Thrall, Ragnaros, Varian Wrynn und einigen anderen Helden, vor einigen Jahren ging, war ich betrübt. Metzen war immer so herzlich, authentisch und vor allem ungeheuer menschlich rübergekommen und dennoch in seiner Fähigkeit, eine Fantasy-Welt zu erschaffen, einfach genial.

Ich habe, im Gegensatz zu vielen anderen, nichts gegen Ion Hazzikostas als Game Director von World of Warcraft. Auch wenn man ihm seine Vergangenheit als Anwalt bei seiner oftmals schwammigen Wortwahl anmerkt, spricht er gelegentlich sehr klare Worte und erklärt, warum Änderung X durchgeführt wird. Außerdem ist er in der Lage, auch mal einzugestehen, wenn man sich einen „Fuck up“ geleistet hat und eine Mechanik gar nicht bei den Spielern ankam. Ehrlich gesagt mag ich es sogar, dass er manchmal eine klare Gegenposition einnimmt und sagt „Wir halten an X oder Y fest, weil wir daran glauben“. Das ist mir persönlich lieber als ein Fähnlein im Wind.

WoW-Mike-Morhaime-titel

Dass Mike Morhaime, der gerne als „Anti-CEO“ gesehen wurde, der für Vielfalt und Kreativität stand, ebenfalls zurücktrat, war auch nicht leicht zu verkraften. Vor allem, weil jeder das Gefühl hatte, dass er nicht freiwillig geht, sondern „gegangen wurde“ um durch jemanden ersetzt zu werden, der vielleicht eher die Ansichten von Activision durchsetzen würde – wie J. Allen Brack.

Dieses Image muss sich J. Allen Brack auch gefallen lassen, immerhin sind viele der fragwürdigen Entscheidungen, wie die massenhaften „motivierten“ Kündigungen, der stärkere Druck innerhalb des Unternehmens und die mächtigere Position der Finanz-Leute direkt mit seinem Antritt geschehen.

Ob man ihm wirklich die Schuld-Karte zuschieben kann oder er einfach nur der Überbringer der schlechten Nachricht ist, lässt sich nicht so leicht feststellen.

Heroes of the Storm hat man fallen gelassen

HotS Mal Ganis Dreadlord title

Eiskalt erwischt hat mich die Ankündigung vor einigen Wochen, dass Heroes of the Storm sich komplett aus dem eSport zurückziehen will. Auch das Entwickler-Team wird verkleinert, denn einige Entwickler sollen künftig an anderen Titeln arbeiten. Beim aktuellen Kenntnisstand dürfte es sich dabei wohl um Mobile-Ableger aller großen Blizzard-Genres handeln.

Allerdings bin ich davon überzeugt, dass die Entwickler zum Zeitpunkt der BlizzCon 2018 noch nicht wussten, dass Heroes of the Storm so „geschrumpft“ wird und große eSports-Turniere wie das HGC eingestellt werden. Immerhin hatte man erst auf der BlizzCon in einer Vorschau damit geworben, dass die HGC in 2019 wieder stattfinden würde.

Heroes of the Storm

Das Ergebnis war eine enttäuschte Community, vor allem in der Profi-Szene. Denn dort hatte man Spielern, die vom Zocken leben, kurz vor Weihnachten quasi den Job und ihre Perspektive genommen. Zahlreiche Profi-Spieler stehen urplötzlich ohne Sponsor da und ohne funktionierende eSport-Szene müssen sie sich ein anderes Spiel oder einen anderen Job suchen – von heute auf morgen.

Allerdings bin ich naiv und gutgläubig genug, um zumindest den Entwicklern hier einzugestehen, dass sie selbst diesen Schritt auch nicht haben kommen sehen. Von daher haben nicht nur die eSportler mein Mitgefühl, sondern auch die Entwickler, die jahrelang an Heroes of the Storm geglaubt und ihre Leidenschaft in das Spiel gesteckt haben.

Bei dieser Entscheidung gab es nur Verlierer, auf allen Seiten.

Blizzard, bitte fange dich in 2019 wieder

Und jetzt sitze ich an Weihnachten und schreibe meinen vermutlich längsten Artikel dieses Jahres über ein Unternehmen, das mich länger als kein anderes durch meine Freizeit begleitet und unzählige Stunden Spaß gesorgt hat.

WoW Sylvanas Jaina title

Blizzard ist für mich nicht einfach nur ein Spiele-Entwickler, wie es Squaresoft (heute Square Enix) oder Game Arts (kennt noch jemand Grandia?) war. Blizzard stand immer für mehr. Wenn ein Spiel das „Blizzard“-Siegel trug, dann wusste man einfach, dass es ein gutes Spiel war. Selbst wenn man einzelne Genre, wie Hack&Slay bei Diablo oder Shooter bei Overwatch nicht mochte, dann stand dennoch nie außer Frage, dass es trotzdem grandiose Spiele waren.

Ich hoffe, dass ich mich irre. Ich hoffe, dass das massenhafte Kündigen von Support-Mitarbeitern ein heilsamer Optimierungsprozess ist. Ich hoffe, dass das Mitspracherecht der Finanzleute am Ende hilfreich ist und zu besseren Spielen führt. Ich hoffe, dass der neue CEO nicht der personifizierte Teufel ist. Ich hoffe, dass Activision seine Finger nicht zu tief in Blizzard hat und das alles nur „Panikmache“ ist.

Doch wenn ich ehrlich bin: Ich kann nur hoffen, denn überzeugt davon bin ich nicht.

Und das tut mir weh. Es schmerzt mehr als ich dachte, dass es mich berühren könnte. Blizzard ist ein Teil meiner Kindheit, ein noch größerer Teil der Freizeit meiner letzten Jahre und dadurch auch Bestandteil meiner Arbeit geworden. Ich will nicht sehen, dass ein Spieleentwickler, der mir Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Stunden Freude bereitet hat, plötzlich all das verkörpert, was mich an der Gaming-Industrie stört. Ich will nicht ständig negative Nachrichten schreiben müssen.

Wenn ich also einen Wunsch für 2019 habe, dann ist der ziemlich egoistisch und doch von Grund auf ehrlich: Blizzard, werde wieder das Blizzard, das ich lieben gelernt habe. Ich würde dich sonst sehr vermissen.

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Dafür

Activision war doch nur die Fortsetzung, den Anfang hat längst Vivendi gemacht.

Denen hatten wir das zu verdanken, das das Blizzard North Diablo 3 abgelehnt wurde.
Stattdessen wurde mit komplett anderen Entwicklern Diablo 3 glorreich vor die Wand gefahren.
Der radikale Richtungswechsel zum schlechteren bei WoW, dürfte auch noch auf Vivendi zurückgehn.
Da haben wahrscheinlich ein paar oberschlaue Vivendi Manager gedacht, sie könnten mit ein bischen Einmischung den Goldesel Blizzard noch besser Melken. Stattdessen haben sie dem aber nur chronischen Durchfall verpasst.

Der alte Über-Entwickler Blizzard, von dem man jedes Game blind kaufen konnte, existiert für mich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Was zuletzt noch kam, war zwar kommerziel immernoch erfolgreich, aber wirklich gute Games, die absolut jeden begeistern konnten, waren das für mich längst nicht mehr.

HotS, Overquatsch und Hearthstone haben mich gleich komplett kalt gelassen, mit WoW gings nur immer weiter bergab. Das hatte nach Cataclysm längst seine Seele verloren, und war zu belanglosem Fastfood kaputtentwickelt worden.

Corbenian

Super Artikel. Er fängt die Stimmung sehr gut ein, die man aktuell verspührt, wenn man ein Blizzard Symphatisant ist und eigentlich nur noch Spiele von denen spielt… ich bin tatsächlich sehr betrübt, dass nun auch einer der letzten beiden Riesen wankt und vermutlich stürzt.

Meine beiden letzten Spiele-Riesen sind Blizzard und Nintendo. Viele andere Spiele und Marken, die ich geschätzt habe, sind schon lange verloren… v.a. ist hier auch Westwood zu nennen, denen ich noch immer nachtrauere.

Blizzard hat leider aufgehört zu existieren, zumindestens in der Form, in der ich es liebte. Sie waren nie groß experimentierfreudig, kopierten auch oft aktuelle Trends und bewährte Rezepte, ABER (!) sie verbesserten diese Inhalte so dermaßen, dass es dadurch ihr eigenes Ding wurde. Sie waren mit Herzblut dabei. Ja, man merkte, dass sie den Kram selbst zocken wollten! Und vor allem war das Artwork und das optische Design der Spiele ausnahmslos legendär und stimmig.

Das man all dies jetzt missen werden muss, stimmt mich tatsächlich traurig…

(und der andere Riese, Nintendo, wankt zwar nicht, ändert sich aber auch. Sie werden zunehmend geldgierig, wollen jeden Mist extra bezahlt bekommen und die zusätzliche Hardware wird inzwischen übertrieben teuer…)

Tobias Dettmering

Und hier noch eine Frage und Kommentar vom Onkel zum HotS Ding! Die man an machen Dingen aber auf die gesamte Gaming Community manchmal Münzen kann!
https://youtu.be/c2tcxdYjMLo

Tobias Dettmering

Ich würde das alles eher anders beschreiben meiner Meinung nach wird das alles heißer gekocht als gegessen! Am besten kann es aber der gute Onkel Barlow ausdrücken!
https://youtu.be/U2BIK2mYqEo
Ab Minute 7:17! Etwas längere Frage und Antwort!

Sebastian Stockdreher

Wie gerne ich die Autorin jetzt knuddeln möchte; denn hier verarbeitet sie meine Hauseigenen Emotionen und Gedanken! Seit vielen Jahren bin ich ein Blizzard-Liebhaber, durch meine universelle »Rolle« wurde ich auch ein Insider und habe mich gerne mit den Jungs aus Cork auseinandergesetzt. Doch die großen „Helden“, die sitzen in Irvine und haben mittlerweile den Beton der Philosophie – die Firma – verlassen.

Ich mag hier noch einige Ergänzungen verknüpfen, die ich durch meine Aktivitäten erfahren musste. Der Leader unserer großen Score-Melodien, Russell Brower, wurde vor wenigen Jahren auch „gegangen. Ihm verdanken wir Gänsehaut-Hymnen wie „Arthas my son“. Zusammen mit Eímear Noone, hat er das musikalische Wohl auf die höchste Instanz der Liebe getragen. Noone sagte mir noch, dass sie wohl schon vor Jahren etwas enttäuscht war, weil der Kinofilm ohne die beiden Composer auskommen sollte. Russell wird offensichtlich zu teuer gewesen sein und hier hat man auf den Nachwuchs gesetzt.Das Sparen begann schon recht früh. Denn ebenso findet Rob Pardo einen würdigen Part in meinem Bericht. Dieser charmante Firmen-Klassiker hat die unwohlen Zeichen schon früh erkannt und gründete in dieser Konsequenz eine eigene Firma (Bonfire). Selbst Metzen (erinnert ihr euch wie er mal auf der Bühne gesungen hat? <3 ), hat schon vor Jahren impliziert, dass die Entscheidungen, die Blizzard gerade trifft, nicht seinem Ideal entsprechen. Activision verlangte in einem Meeting, dass man für Diablo 4 ein „pay to win-System“ integrieren mag, damit man seine Gier nach Items schneller befriedigen und den Puls der Börse angemessener übertragen kann.

Ich schmeiße ungerne mit den Phrasen der linken Banausen, doch hier hat der Kapitalismus seinen Leuchtturm vorgestellt. Wer als Mensch nicht leidet und verliert, der wird niemals erfahren, weshalb Liebe und Leidenschaft das Fundament des Erfolgs bleiben. Der Durst des Kapitals ist immer nur ein Verweis an glückliche Arschlöcher, die ihre soziale Rolle absolut verkannt haben. Geld kommt, wenn die Ehrlichkeit mit der Kasse korreliert. Die Denkmäler am Campus können nun durch neue Leitpläne ersetzt werden.

Wie man diese Firma retten kann? Wenn die Omi von Mike Morhaime in ein Meeting platzt und sagt: Ihr fiesen Arschlöcher, ich habe Mike mein liebevolles Geld gegeben, damit er seinen Traum leben und ihn verwirklichen kann. Ich schlage euch nun allen mit meiner Bratpfanne (Legendary Drop) auf die Schädel, bis ihr wieder vernünftig seid! Zur Erinnerung: Die Omi von Mike gab ihm damals etwas Geld, damit er seinen Traum umsetzen kann! Mike hat – bis heute – den Geist seiner Firma verteidigt und die Liebe zur Loyalität hat ihn selbst zensiert. Traurig. Doch…manchmal schwingen die Flügel der Gerechtigkeit so laut, dass die Dummheit ersticken und die Identität gewinnen wird! Blizzard ist noch nicht verloren, wenn der Gearscore der Ehre im Herzen so laut wird, dass man sich geschlossen gegen diese Geschwüre stellt! It´s done when it´s done.

Sina Tyler

sehr klasse geschrieben!

Sebastian Stockdreher

Hey Sina, danke für deine Zeit und Nachricht! Lg

Joker#22737

Bravo!

Corbenian

Chapeau. Wunderbare Rede, eh, Schreibe! Vor allem der dritte Absatz hat etwas von einer denkwürdigen Brandrede!

Marius Ziegler

Dieser Artikel ist so an der Wahrheit vorbei..unglaublich. Ja, es gibt Punkte denen ich zustimme, wie Diablo 3 zum Start oder WoD. Absolut
Auch war die Präsentation von Diablo: Immortal ne Katastrophe.
Aber aus nem Shopmount, dem cuten der HGC und ähnlichem so ein Fass aufzumachen zeigt dass du nur der 2018 normalgewordenen Hate Community angehörst. Jeder der mal objektiv das Hots Thema betrachtet sieht dass es ein ungemeiner Gewinn fürs Game und eine Chance ist. Hots Esport war ein winziger Teil, selbst ich als sehr aktiver Spieler habe keine HGC geschaut, extrem wenig der aktiven Spieler sind Profis. Und ich bin mir sicher dass diese auch bescheid wussten. Viele Profis rechnen schon länger damit. Für die anderen 95% der Spieler heißt es aber dass Blizz sich viel mehr Arbeit in den Casualpart stecken kann, statt in einen winzigen Esports Teil zu investieren der einfach null rentabel ist und keine Chancen gegen LoL und Dota hat. Auch BfA ist nicht so schlecht wie es gemacht wird, vor allem seit 8.1 nicht mehr. Da war das so perfekte Legion zu 7.0 mit Legys und Waffe eine viel größere Katastrophe.

Gerd Schuhmann

Die haben doch auch Entwickler von HotS abgezogen und angekündigt, das Tempo zu verringern, in dem neue Inhalte kommen.

Also zu sagen: Wenn man eSports streicht, geht’s Casuals besser – Das ist ja nur dann gegeben, wenn die Ressourcen gleichbleiben. Die Nachricht war aber: eSports weg und Entwicklerteam wird insgesamt kleiner.

„Viele Profis rechneten schon länger damit“ -> Da waren die Reaktionen aber andere. Da sind viele aus allen Wolken gefallen, dass sie sich einen neuen Job suchen können. Das war ein großes Thema.

Joker#22737

Deine Art dich über eine Sachdiskussion – basierend auf einem Meinungsartikel – zu äußern, sowie „Dieser Artikel ist so nah an der Wahrheit vorbei..unglaublich.“, sagen mir, dass du nicht reden möchtest – sondern nur eines möchtest – Aufmerksamkeit.

Die gebe ich dir gerne wenn du lernst dich respektvoller auszudrücken, vorher kann man mit dir über das Thema „normalgewordene Hate Community“ nicht sprechen.

Sina Tyler

klärst du mich mal bitte auf: was ist eine „normalgewordene hate community“?

a- es ist normal, hater zu sein und alles plattmachen was iwie anders ist?

b- die hater sind normal geworden? glaube ich mal gar nicht..:-)
c- eine hater-com ist als normale com anzusehen und andere haben darin keinen anspruch auf dasein und werden mit einen fröhlichen „verpi** dich du wi*er“ vergrault ?

Joker#22737

Das darfst du gerne den Verfasser fragen, der die Autorin ironischerweise genau mit dem Mittel angreift, dass er eigentlich ihr vorwerfen möchte.

Der scheint aber einfach nur ein cooler Kritiker sein zu wollen, weil es total angesagt ist gegen den Strom zu schwimmen.

Marius Ziegler

Cool ist aktuell lediglich aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen, Blizzard für alles zu haten was sie tun (Und es ist völlig egal, guck dir mal Foren, Wowhead etc an. Tun sie A wollen alle B, tun sie B wollen alle A). Beispiel: Sie haten Blizzard sie würden jetzt keinen Content mehr für Hots bringen weil sie es aufgeben – sie bringen nen neuen Hero, dann werden sie gehated dafür Content für ein totes Game zu releasen statt für was anderes. Sie bringen ein Sparpaket alter Artikel die rausfliegen für 1/3(!) des Werts, werden gehated obwohl das jeder der etwas anbietet tut. Sie fixen einen Bug beim Worldboss, werden gehated dass es für Exploiter keine Konsequenzen hat. Ne Woche später ist ausgewertet wer alles exploited und es gibt Konsequenzen – dafür werden sie gehated.

PS: Ich empfehle die weiter oben verlinkten Barlow Videos.

Joker#22737

Ich glaube nicht dass du verstanden hast worum es in dem Artikel ging.
Es ging nie darum Blizzard zu haten.

PS: Ich empfehle den Unterschied zwischen Hate und Kritik zu eruieren.

Cortyn

Es freut mich wirklich sehr, dass der Artikel so gut bei Euch ankommt und von euch wertgeschätzt wird. Hat mir Weihnachten ein bisschen versüßt 🙂

Belpherus

Ich mein, ich sehe viele Dinge anders als die meisten, auch vieles in diesem Artikel sind jetzt keine „Fakten“. Aber es ändert kaum was an der Kernaussage. Genau wie dir tut es mir auch in der Seele was da momentan los ist.
Aber Succubus Avatar hin oder her, bei so nem Beitrag über versüßen reden ist ein wenig Seltsam XD. Guten Rutsch wünsch ich dir

Cortyn

Es ist ja ein Unterschied, ob der Artikel eine „positive Message“ enthält oder ob er von den Lesern gewertschätzt wird. Auch „negative“ Artikel können ja gut ankommen 🙂

vanillapaul

Solch ein Artikel mit diesem Umfang schreibt sich nicht von allein. Da steckt einiges an Arbeit drin. Und wenn die Leute sich für diese Arbeit bedanken ist das eine schöne Anerkennung die dann einem schon den Tag versüßen kann. Lob vom Kunden tut doch schließlich jedem gut. 😉

Corbenian

Ehre, dem Ehre gebührt!

Sina Tyler

cortyn, du hast mir ja so etwas von aus der seele gesprochen!! wären es meine worte, sie hätten nicht treffender sein können! ganz, ganz hervorragend!!

ich habe mehrmals unter einige artikel meinen senf gegeben – u.a. das ist nicht mehr mein spiel und blizzard ist nicht mehr wie früher („its done when its done!“)
ich brauche mehr nicht mehr dazu sagen, du hast alles gesagt, was auch mir auf der seele liegt und bedauerlicherweise bin ich genau so oder noch skeptischer als du, dass sie die kurve kriegen…ein „wie früher“ bekommt man nie mehr zurück… 🙁

Alirion Kal'Megil

Einfach unglaublich dieser Artikel, man liest soviel Mist und es nervt mich auch derzeit so massiv das ich mich schon fast schäme mich bei WoW oder einem anderen Blizzard Spiel einzuloggen. Ich bin jetzt 27 Jahre mein Bruder ist 15 Jahre älter als ich. Ich bin nicht nur mit WC3 oder so aufgewachsen auch wenn ich WC3 und StarCraft lange und relativ erfolgreich in der ESL gespielt habe, ich bin mit Lost Vikings aufgewachsen klar das noch nur zum zuschauen und eigentlich noch viel Später aber ich erinnere mich noch daran als mein Bruder auf mich aufpassen sollte und ich bei ihm auf dem Schoß gesessen hatte während er Warcraft 2 gespielt – nein – gesuchtet hatte und mir es nach und nach beigebracht hat. Ich konnte am PC spielen bevor ich in die Schule kam und das war Mitte der neunziger noch sehr selten.
Dann kam zwei Jahre später Diablo raus – anfangs war meine Mutter noch skeptisch ob ich das Spiel spielen dürfte aber das war schnell vorbei wenn meine Mutter einkaufen war oder arbeiten saß ich bis spät in der Nacht neben meinem Bruder am Schreibtisch und hatte meinen Kopf auf diesem zum schlafen und kaum wurde ich wach, waren meine Augen wieder auf Blizzard gerichtet – das war eine wundervolle Zeit und ich musste sie Jahre Lang nicht missen Diablo2 – WC3 – WoW dann die Ankündigung von Starcraft2 alles Titel die mich geprägt haben die ich nie vermissen will.

Aber jetzt.. naja so ist das eben man fühlt sich irgendwie „verloren“

Ich kann Cortyn verstehen!

Danke für den Artikel! Du sprichst mir aus der Seele

Fenex - TV

Erstmal ein großes DANKE an Cortyn für diesen Artikel, denn wenn ich so durch die Kommentare gehe, kann ich nur Zustimmung und wenig Ablehnung dafür finden. Der Artikel beschreibt derzeit auch meine Lage zu Blizz einfach perfekt. Ich bin zwar „erst“ seit nun knapp 8 Jahren Anhänger dieses Spiele Riesen und trotzdem hat man seine Beziehung damit über die Zeit aufgebaut. Sei es 2011 bei einer LAN Party wo man im Keller des Elternhauses die Bierbänke und Tische aufgebaut hat, 3-4 Kumpels angerufen hat und gefragt hat, na?! Freitag bis Sonntag LAN?? Was haben wir WC3 bis zum umfallen gezockt, in WoW uns einfach zu WotLK Zeiten in Dalaran hingestellt und Faxen gemacht usw…

Ich habe auch Diablo gespielt, allerdings ist der Hack&Slay Stil nicht meins, aber es war ein Blizzard Spiel, also teste ich es und konnte damit leben, dass noch andere Spiele mich fesseln konnten. Overwatch macht auch heute zusammen mit der Freundin sehr viel Spaß.

Nun kommen wir zur negativen Kritik, muss ja auch sein…Leider. Mittlerweile habe ich nicht mehr diesen Glanz vor Augen wie vor 7 Jahren. Klar die Spiele entwickeln sich weiter und dennoch war grade WoW so etwas wie Heilsalbe für mich. Man konnte abschalten, sich Herausforderungen in Progress Gilden suchen oder einfach Spaß haben mit RPG Spielern. Heute, der 27.12.2018 ist das nicht mehr so. Legion hat mich echt umgehauen, das ganze Addon war super interessant. BfA war es zunächst auch und nun, knapp 4 Monate später, ist mein Abonnement deaktiviert und ich habe keine Lust an diesem Spiel. Aber warum ist das so…Viele haben es in den Kommentaren schon angedeutet, das System aus Kriegsfront, insel exp. usw packt mich nicht. ich bin heißblütiger PvE Spieler. Gehe seit Jahren erfolgreich raiden, aber nun habe ich keine Motivation mehr. Ich porte mich in die Hauptstadt der Zandalar und das erste was man liest ist: „Wir boosten dich durch Myth“, zahle jetzt 1.000.000 Gold. Erfolg kaufen ? Naja ist nicht meins, die Klassen fühlen sich nicht alle ausbalanciert an (in stillen Gedenken an meinen Schami) und es gibt zwar den neuen 8.1 Patch nun, aber auch wieder „Angebote“ im Shop um sich JETZT einmalige Sachen sichern zu können… Muss das sein?

Ich würde dem Wunsch von Cortyn gerne zustimmen, bitte werde wieder das Blizzard, was ich entdeckt, lieben gelernt und verteidigt habe.

Luriup

Blizzard ist bei mir wieder auf dem Lost Viking Stand angekommen.
Gutes Studio aber kein Blindkauf mehr.
Von WC1 bis WoW hab ich ja alles gekauft
aber danach ging es Bergab.
HotS,Diablo 3 mit Addon,Overwatch alles gute Spiele
aber es fehlt das gewisse etwas,was man noch bei WC2 oder Diablo 2 spührte.
Daher ist mir das Diablo Immortel Drama ziemlich egal gewesen.
War gute Popkornzeit in den Foren,mehr nicht.^^

Vielleicht fangen sie sich ja noch einmal.

cyber

Dem Artikel kann man nichts hinzufügen.

Thetonie

Hallo Cortyn, sehr guter Artikel, den vermutlich deutlich mehr Leute gut finden, als negativ kommentieren, obwohl letztere darin aktiver sind. Unterm Strich sieht die Situation einfach so aus, wie die westliche Welt einfach ist: Ein kapitalistisches System. Blizzard hat sich dem früher in gewisser Weise entzogen, in dem man von Spiel zu Spiel bewiesen hat, dass Idealismus noch eine Chance hat. Das Verständnis für Qualität ist aber heute nicht mehr da. Man möchte JETZT perfekte Qualität idealerweise für Lau.Wer zahlt denn heute noch dafür, dass man Starcraft oder Warcraft im Battle.net zocken kann? Das rechnet niemand Blizz hoch genug an. Wenn ich zähle, wie lange ich schon Zeit in D3 verbracht habe, und warum ich in jeder Season 2 neue Chars hochspiele, kann ich nicht sagen, dass D3 ein schlechtes Spiel ist. Ich verstehe die ganze Empörungskultur nicht. Diablo Immortal sieht cool aus. Besser als einiges in D3. Wenn das kommt, kauf ich mir das ganz sicher.

Dennoch teile ich Deine Sorgen, aber ich denke, alles was stirbt, schafft Platz und Raum für neues. Die kompetenten Leute werden sich neue Firmen suchen und neue Spiele rausbringen. Ich habe auch schon über Ultima und Wing Commander getrauert.

Erik Schreier

Sorry für den Doppelpost, finde den Edit Button nicht und mir brennt eine Antwort zu „Da kann Blizzard nichts für, die Branche ist tot“ in den Fingern.

Die Branche ist nicht tot, der Umsatz der Branche war nie besser. Viele Spieler investieren jedoch lieber in Spiele in denen sie Potential sehen.

WoW Classic: Ticket. Ich sterbe in GNOME im Fahrstuhl. 10 Min später portete sich ein GM an die Position, liess es sich zeigen, probierte es selbst, man lachte, quatschte, fühlte sich geschätzt und der Bug war 1 Woche später nur noch in den Patchnotes.

WoW nach Wotl: Man Questet, beim Quest abgeben fliegt man plötzlich durch die Luft, landet im Wasser und muss sich am Geistheiler wiederbeleben weil man auf offener See ist, die Quest Abbrechen. „Dieses Problem ist bekannt, queste wo anders.“ Selbe Quest in Pandaria, neuer Char, Bug immer noch da.

Schaut man sich an wie sich Franchises wie Super Mario entwickeln, man kann nun Kart fahren, durch 3D Welten Springen, Geister Jagen, und in allen Spielen gibt es Tonnenweise neues.

Wie hat sich WoW entwickelt? Aus 2 riesigen Kontinenten wurde zum Schluss einer der so gross ist wie die Hälfte von einem, aus hunderten Quests mit toller Story wurden 10, Aus tollen Berufen die Spass machten wurden 2 die zu Beginn des Contents nützlich sind, Aus etlichen individuellen Klassen wurden Meles und Ranges, Aus Dutzenden kombinierbaren Skills wurde eine 1, 2, 3 Rotation mit Cooldowns die scheinbar trotzdem noch zu schwer zu Balacen ist. Aus Raids in denen man Monate zum First Kill gebraucht hat wurden Mytics die man in 2 Wochen clear hat, aus PvP Gebieten mit 40 Spielern wurden 10 Spieler BGS in denen man umfällt noch bevor der Russe gerendert wird…

Blizzard hat aus einem Spiel mit riesiger Fangemeinde ein 0815 Grindabenteuer gemacht und zu spät gemerkt dass kostenlose Spiele die selben Inhalte bieten. Was vorher Storygetrieben war ist mittlerweile so banal dass man genervt Escape stammt.

Wo Kickstarter mit kostenlosem Kontent punkten um sich bei der Community zu bedanken liefert Blizzard 20€ Mounts und 10 € Haustiere, wo man früher begeistert zu Events wie Weihnachten usw. Gefarmt hat um die neuen Toys zu bekommen ist man heute genervt weil man in den Gebieten ständig einen DC hat und man sich lediglich die alten Sachen als Belohnung aussuchen kann und die Achivements hat.

Schau dir Guild Wars 2 an wie geil die Events auch nach dem 5. Jahr noch sind, die Charaktere bekommen Prestigepets als dank für langjährige treue, in Wow bekommen soetwas nur Spieler als Werbegeschenk.

Wenn man bedenkt wie die Weihnachtsmap in Overwatch gefloppt ist fragt man sich was Blizz mit dem ganzen Geld macht, besonders wenn man bedenkt dass sie mehr und mehr Mitarbeiter entlassen.

WoW ist und bleibt in meinen Augen das beste MMO was es je gegeben hat und ich bin stolz in den guten alten Zeiten meine Firstkills, Gladiatorränge und andere Erfolge erreicht zu haben. Jetzt ist WoW eines der 0815 Grinder geworden wie ich es bei den ganzen Nachahmern belächelt habe und so traurig wie es ist, bei den meisten Privatservern bis MOP kommt trotz massiger Bugs mehr Spass auf als im Original.

Warcraft und Starcraft werden kaum noch gepflegt, Diablo hat sich nach den Startschwierigkeiten auch gut Entwickelt ist jetzt aber auch am sterben.

Man kann es sehen wie man will. Tatsache ist dass Blizzard ohne Probleme wieder zum alten Glanz finden könnte, im Moment jedoch das letzte bisschen an Gewinn abschöpft und ihr Werk Stück für Stück sterben lässt.

Sina Tyler

sehr gut geschrieben! ich teile deine meinung auch 100%.

Zavi

man hätte es nicht besser sagen können, sicher hoffen wir alle, dass man da einfach in alles nur zu viel reininterpretiert und vll auch ein wenig paranoid ist, aber das hoffen fällt doch recht schwer bei den handlungen die man von blizzard in letzter zeit so zu sehen bekommt.

Klaus Alfänger

Ich danke für diesen Artikel. Er ist mir voll aus der Seele geschrieben.

Erik Schreier

Was Blizzard gross gemacht hat war das erzählen von Geschichten, das entwickeln von lebendigen Welten, das fesseln von vielen.

Das was heutige Spieler als Bashing ansehen ist der Versuch einer Community, welche ein Grossteil ihres Lebens in der Welt von Blizzard verbracht hat, einen Konzern zu retten der Schritt für Schritt sein Lebenswerk in den Abgrund fährt.

Mir ist es egal ob Diablo 4 nun in einem Jahr oder in 3 erscheint, auf D3 habe ich 12 Jahre gewartet und wenn der „OMFG“ Effekt genauso wird bin ich zufrieden.

Was mich ankotzt ist die Tatsache dass ich die Spiele alle gekauft und genossen habe, meinen WoW Account gepflegt und so wie Millionen andere Spieler den Konzern gross gemacht habe, nun als Dank lediglich einen Arschtritt bekomme.

Schaut man sich WoW an so muss ich sagen dass Pandaria das letzte Addon war was mich wirklich gefesselt hat, alles was danach kam war lediglich Grindlastig und Mainstream, die Storry wurde nur noch banal und lieblos erzählt, die Items hat man durchs Grinden von Weltbossen und täglichen Quests bekommen damit ja kein neuer Spieler die Lust verliert und irgendwann konnte man sich Mythic Mounts bereits nach der Hälfte des Contents kaufen weil jeder nur noch Gold fürs Abo gefarmt hat. Mir fehlte einfach die Motivation mir das Prestige zu erfarmen was sich so viele erkauften. Besonders da das Endgame das einzige war was noch Sinn machte.

Sieht man nun wie beschossen sich die Lore entwickelt, wieviele Spieler sich Beschwerden und Blizzard nur mit Shopitems und Aktionen beschäftigt ist kann es kein gutes Ende nehmen.

Auch solche Aktionen um neue Spieler für Starcraft zu werben indem man ihnen kostenlose Erweiterungen gibt fallen einem als langjährigem Spieler auf. Leute die 10 Euro investiert haben bekommen ein Addon umsonst, ichbekam einen Rahmen den ich nie verwende…

Statt das erwirtschaftete Geld nun aber in neues zu investieren, wie z.B. Warcraft 4, Starcraft 3 oder voll auf Diablo 4 zu gehen werden Mitarbeiter die sich damit auskennen entlassen und es wird an Android und HD Remakes gearbeitet um ja das letzte bisschen Profit auszuquetschen.

Zugegeben, ich hätte Warcraft 3 für zwischendurch auf dem Tablet cool gefunden, aber im alten Charme und nicht in HD Aufmachung mit Microtransaktionen oder zum Vollpreis, ich hätte mich auch gefreut wenn Blizzard HD Patches für die Spiele im Battlenet veröffentlicht hätte, aber ich kann nicht verstehen wie der Konzern seine Profitgier auslebt und auf die Leute die sie gross gemacht haben scheisst und sie in Pressekonferenzen sogar noch verspottet.

Wenn man sich die Spiele von Activision ansieht die statt Storry nur mit regelmäßigen Grafikupdates punkten kann man sich leider denken wohin der Weg geht und es ist schade dass es immer mehr Grafikgeile Kiddies gibt und die wahre Kerncommunity nach und nach aus stirbt.

Lilith

Blizzard wird leider nie wieder so wie es mal war. Die Uhren drehen sich nach vorne und das immer schneller und nicht rückwärts.
Bin gespannt was wir 2019 alles gruseliges lesen werden über das neue Blizzard.

Sandra Kab

Bester Artikel denn ich bisher gelesen habe… ich mag die anderen auch aber der ist besonders und ich stimme dir da voll und ganz zu… bitte blizzard werd wieder so wie wir dich haben lieben gelernt!!!

Danke für.diesen Artikel

Tobias Ferrero

Leider muss ich da in allen Punkten zustimmen. Seit über 13 Jahren spiele ich nun Spiele von Blizzard und als es hieß das Blizzard und Aktivision zamgehn, da sah ich schon leicht den Untergang kommen. Das Interview das hier verlinkt wurde ist auch noch so stimmig wies in den Firmen läuft zum Teil. Siehe EA. EA ist die meistgehasste Firma geworden. Blizzard ist bald aufm besten Weg dahin dank Activision.

Joker#22737

Gut geschrieben Cortyn!

Wirklich tolle Arbeit, du hast damit die Situation perfekt portraitiert und vielen Fans aus der Seele gesprochen.
Hier wurde eine Firma mit Herzblut einfach „wegindustrialisiert“, ein Beispiel mit dem ich Laien künftig die (Gaming-) Wirtschaft erklären werde.

Als langjähriger Fan tut es mir in der Seele weh was mit Blizzard passiert, wie es dir als Journalistin damit geht, kann ich mir ebenfalls denken.

Genau wie du, glaube ich nicht an eine Rehabilitation seitens Blizzard, allein schon wegen dem Ausbleiben von Metzen und Morhaime.

Ich würde ein Comeback aber großzügig unterstützen 😉

„Man stirbt als Held, oder lebt solange, bis man selbst der Böse wird“ – The Dark Knight

Belpherus

Ich kann nicht Blizzard allein die Schuld dafür geben. Klar, was die da entscheiden kann man oberflächlich aufnehmen und Scheiße finden. Fakt ist, keiner von uns weiß wirklich wie dort alles läuft.
Die Gaming Community generel bewegt sich in einem absoluten Niveautief. Und der Markt macht so wenig Sinn, dass ich mittlerweile stellenweise Verstehen kann warum Publisher und Entwickler ,von unserer Seite aus betrachtet ,seltsame entscheidungen Treffen.
Was ich für meinen teil gemacht habe, als guten Vorsatz fürs nächste Jahr
Ich werde mich mehr und mehr von alle dem fernhalten. Denn sonst wäre ich spätestens Ende 2019 depressiv. Und ich schmeiß Wort depressiv nicht halbherzig in den Raum, ich meine das Ernst.
Dir, Cortyn, kann ich nur folgenden Rat geben. Distanziere dich. Mach keine Meinungsartikel mehr. Wenns umd „deine“ Spiele geht, berichte einfach die Fakten die gerade aufkommen. Spiel irgend ein Spiel, auf das du irgenwie gerade Bock. Mein Spiel als ich in der exakt selben Position war, war Yakuza Kiwami. Ein Spiel, in dem man „Arschlöchern derbe auf die Fresse gibt“. Das war kein ellenlanger Aufbau für ne Werbung, sondern wirklich nur das Spiel, was mich aus nen emotionalen Sumpf gezogen hatt. Und ignoriere Reddit, Foren und Kommentarspalten. Wichtig ist nun, das du etwas Abstand gewinnst. Mir hats geholfen. Und glaub mir mir gings exakt wie dir.

Sina Tyler

ich bin mittlerweile zu der entscheidung gekommen, nur noch offline- oder sologames zu zocken – meine freunde ziehen da mit…wir skypen oder texten …bleiben in kontakt.

und niveautief – dem kann ich auch nur noch zustimmen – daher vorzugsweise solo, entspannt und mit spaß

IchhassePvP

Sieht bei mir auch schon recht lange sehr ähnlich aus wie bei dir, einfach aus dem Grund weil es schon ziemlich lang schlicht kein Online-Game gibt welches mich auch nur ansatzweise interessiert.

Hab nur das Problem dass es bei den Singleplayer-Games nicht viel besser aussieht, daher kommen eben überwiegend Retro-Games dran.

Sina Tyler

ich habe noch guildwars 2 und teso auf der platte, bin aber zu unmotiviert, um konstant dort zu spielen…
also spiele ich conan exile allein und baue und kloppe vor mich hin, oder ab und zu dann path of exile…that s it.

und wenn du dir die liste der 2019 u.a. kommenden games anschaust…was findest fast überall: pvp….ganz entzückend.

Deader

Sehr schön geschrieben cortyn!

IchhassePvP

Also ich für meinen Teil werde voraussichtlich ab Sommer 2019 wieder zahlender Kunde bei Blizzard sein.
Schließlich steht dann der Release von einem Produkt an welches mich brennend interessiert, nämlich WoW Classic.

Gegenwärtig und mit Unterbrechungen bereits seit rund 7 Jahren bietet mir Blizzard immer weniger Gründe zahlender Kunde zu sein.

WoW liegt für mich persönlich spätestens seit Ende 2011 im Sterben, eben seit Patch 4.3. Und das einzige andere Game aus dem Hause Blizzard welches ich gelegentlich heute noch eher kurzweilig spiele ist Diablo 2.

Das moderne WoW ist im Gesamtbild ein katastrophaler Flickenteppich geworden und das jeweilige aktuelle Addon verfolgt eine Designphilosophie welcher ich bereits seit rund 7 Jahren immer weniger abgewinnen kann, verstärkt wurde dies nochmal seit Legion, womit das Spiel für mich restlos uninteressant wurde, vorher habe ich in größeren Abständen noch ab und an mal reingeschaut und bin recht zügig entsetzt wieder weiter gezogen.

Und das was sich heute Diablo nennt hat leider mit dem Diablo welches ich auch heute noch immer mal wieder gerne spiele nichts mehr gemeinsam außer dem Namen.

Andere Blizzard-Games interessieren mich ebenfalls nicht.

Sollte ich WoW Classic längerfristig oder gar langfristig spielen, dann wird das einen derartigen Zeitaufwand darstellen dass meine Freizeit reichlich ausgefüllt sein wird, wodurch für mich persönlich für einen unbestimmten Zeitraum erstmal keine Wünsche nach anderen Blizzard-Produkten übrigbleiben werden.
Sollte sich längerfristig eine stabile Community auf den Classic Servern einfinden, dann bin ich für meinen Teil schon mal sehr zufrieden, dieses und alles andere wird die Zukunft zeigen was Blizzard angeht.

Myusca

Dieser Beitrag ist stark… wie man im englischen Sprachraum sagen würde… „underappreciated“.

Sina Tyler

ich wünsche dir ganz viel spaß dabei ! (und das meine ich ernst!)…für mich ist es nichts mehr, denn es hat zwar den namen „classic“, aber es ist es halt nicht mehr. das gefühl, den spaß und die atmosphäre bekomme ich bedauerlicherweise nie wieder.

IchhassePvP

Danke.

Ich habe bisher die „Piraten-Server“ komplett links liegen lassen und mich nur in der Demo-Version ausgiebig herumgetrieben und dabei festgestellt dass das Gameplay mich auch heute noch anspricht.
Dass es nicht mehr das „Neugefühl“ etc. auslösen kann ist klar, nur solange ich Spaß am Spiel hab reicht mir das.

Ich würde es mit einem Singleplayer-Game vergleichen welches man nach Jahren mal wieder hervorkramt, denn auch das kann sehr viel Spaß machen.

Sina Tyler

ich habe ja noch zeit, mir es vielleicht doch noch anzutun…ich weiß es halt noch nicht.

Lygras Hypocrit

So schön es wäre einen Kurswechsel bei Blizzard zu sehen, es ist sehr sehr unwahrscheinlich. Was da gerade passiert hat Steve Jobs mal in einem Interview 1996 schön beschrieben:

https://www.youtube.com/wat

40kFulgrim
Klaphood

Toller Beitrag, Cortyn. Kann man so nur unterschreiben.

Eine Sache nur: Was ist beim Diablo 3-Abschnitt genau gemeint mit: „Spielerisch überzeugte der Titel nicht“? Das Endgame war am Anfang Müll, und auch das AH wurde ja erwähnt. Aber spielerisch gibt es bis heute noch kein Hack and Slay, das technisch so rund und ausgereift ist, wie D3. Es fühl sich einfach richtig gut an, kein Delay kein „out of sync“, oder unrunde Übergänge vieler Animationen wie es bei PoE einfach der Fall ist. Aber ich denke, das war auch nicht gemeint.

Gaburias Myucheu

Blizzard war damals schon für mich eine Firma die nur mit Scheiße Gold macht wegen ihren Namen & nach dem Activision mit rein kam hat sich eh nicht viel verändert ^^
Schade das ich für den Schrott wie OW & D3 überhaupt Geld ausgegeben habe könnte ich das Rückgängig machen würde das schneller sein als man niesen kann…

Theroja

Guter ehrlicher Artikel – dem stimme ich zu 100% zu.

Btw. Grandia ist für mich immernoch das beste
J-rpg Spiel, was es gibt.

Poune

Blizzard fällt, und das gewaltig schnell meiner Meinung nach. Das hat man nach knapp einem Jahr von dem Diablo 3 AddOn Release gemerkt. Dazu kommt aber auch, dass Blizzard von allen Seiten beschossen wird – besonders aus der Hack’n’Slay Ecke mit PoE. Unter so einem Druck dann auch noch zu arbeiten ist unglaublich. Blizzard Spiele waren einmal gut, aber seit Hearthstone fremdelt Blizzard mir gegenüber. Das alt bewährte, es fehlt.

Gerd Schuhmann

Und da sehe ich eine journalistische Verantwortung, auch bei MeinMMO und Dir persönlich, die für eure Seriosität einfach unentbehrlich sind. Und der wirst Du aktuell nicht gerecht (1-2 andere hier aber auch nicht, aber da interessieren mich die Themen nicht).

Das sind Aussagen, die mich ärgern.

Journalistische Verantwortung“ als Grund heranzuziehen, dass Autoren nicht ihre Meinung sagen dürfen, wenn diese Meinung einem Leser nicht passt, finde ich echt übel.

Wenn du das so siehst, dann solltest du dir eine andere Seite suchen, um dort zu kommentieren.

Du kannst dich gerne kritisch mit einem Text befassen, aber in deinem Kommentar sind Aussagen drin, die weit über eine „normale Kritik“ an einem Artikel hinausgehen.

Das ist persönlich, das verstößt gegen unsere Regeln hier und das wird gelöscht.

Du kannst dich gerne zu einem Artikel äußern. Aber Kommentare über Autoren und persönliche Angriffe haben wir hier schon immer gelöscht und werden die auch künftig löschen. Das hat dann nichts mit der Sache zu tun und bringt einen völlig falschen Vibe hier rein.

„Freundlicher und respektvoller Umgang“ -> Dazu passen solche persönlichen Angriffe nicht.

Rede über einen Text, rede nicht über den Autor des Textes.

Myusca

Kann deine Reaktion gut nachempfinden und der Schutz der Autoren (und natürlich aller anderen Personen ebenso) geht selbstverständlich vor. Ich weiß nicht wie Cortyn selbst das sieht, da sie ja die Betroffene hierbei war, aber nach meinem Dafürhalten hätte ich den Stuss durchaus stehen lassen – kommentiert natürlich. Die Reaktionen aus der Community waren ziemlich eindeutig und er hat sich ja selber sehr angreifbar damit gemacht.

Jetzt ist nur ein „Kommentar gelöscht“ übrig geblieben, was andere Leute vielleicht wieder zum Anlass nehmen, mit dem üblichen „andere Meinungen werden hier nicht toleriert, wo bleibt da meine MEINUNGSFREIHEIT???!!!!11eins“ anzukommen.

Aber gut, die Regeln sind ja diesbezüglich recht unmissverständlich. Das soll auch keine Kritik an dem Vorgehen sein, aber ich denke man kann solchen Leuten einfacher den Wind aus den Segeln nehmen, indem man ihen Unsinn sichtbar lässt / macht und sie dann faktisch stellt.

Sunface

Toll das du in der Lage bist in Worten auszudrücken was ich denke. Danke 🙂

Es gibt hier 2 gute Podcast Interviews mit Chris Metzen. Er spricht darüber warum er ausgestiegen ist.
https://soundcloud.com/scot

und hier eines von August 2018

https://www.frogpants.com/b

Sehr hörenswert.
(Evtl. merkt man es aber ich bin ein großer Metzen Fan 🙂 )

Belpherus

Wer nicht? Ich mein der Typ brennt sich einem ins gedächtnis wie sonst keiner.

KnopfChaos

Ich finde immer noch das Blizzard zu sehr auf einem Thron gehoben wird. Nach wow 2005, also vor 13 Jahren haben sie lediglich diablo 3, HoTs und Overwatch rausgebracht. Diablo 3 war ja scheinbar nicht soooo beliebt (denke das spielen zu einem guten Teil nur die alten spieler aus den ersten Teilen), HoTs naja… und Overwatch ist wirklich gut geworden. Aber die Titel leben auch zum großen Teil von dem Namen Blizzard.

Da finde ich, dass man in 2018 schon fast ein Jahrzehnt zu spät mit einer solchen Diskussion ist. Richtig abgeliefert haben sie schon lange nicht mehr. Haben ein Prokjekt an die wand gefahren und dann einen Heldenshooter draus gemacht. Eine Dota Kopie und einen 3. Teil der enttäuschte. Ich finde das für einen solch großen Laden enttäuschend. Vor allem im hinblick darauf, dass sie Ihren Fans echt was schuldig sind. Ich denke kaum ein Spieleunternehmen kann so viel Geld für relativ wenig Aufwand eintreiben. Und das nur durch “Blizzard ist super, denen gebe ich gerne mein Geld“.

Theojin

Das Perfide ist ja, daß Blizzard beispielsweise einfach ein Mount für 20€ in den Shop packen kann, das verkauft sich dann gut, und spielt etliche Millionen ein.
Soviel Geld, das nehmen andere Studios nichtmal durch in ihr eigenes MMO in einem Geschäftsjahr ein.
Gut als Spieler hat man sich dran gewöhnt, und wo vor 10 Jahren die Kaufmounts noch durchaus was Besseres waren, als viele der Ingamemounts, so locken heute so ein fliegender blauer Fuchs weitaus weniger Interessenten an, weil es im Spiel eben hunderte von Mounts gibt ( ist nur meine Vermutung ).

Aber grad das Drumherum muß Blizzard sich einfach ankreiden lassen. Erweiterungen ohne neue Skills sind beispielsweise schon arg grenzwertig. So ein Spiel lebt doch von den Charakteren und deren Entwicklung. Wenn ich ein neues Addon habe und dann erstmal 40% weniger Skills aufgrund von Entschlackung habe, auf der anderen Seite auch nichts Neues dazu bekomme, dann finde ich das irgendwie billig gelöst.
Möglichkeiten haben andere MMOs ja zur Genüge aufgezeigt. Und das wie jetzt nur mit dem Azeritsystem regeln zu wollen, wohlwissend, daß dieses zum nächsten Addon wieder verschwindet, ist eben nichts Nachhaltiges.
Mir jedenfalls tat es am Ende von Legion leid um die Ordenshallen, die Artefaktwaffen, warum man sowas immer nur auf das jeweils aktuelle Addon begrenzt, ist mir schleierhaft.
Damit setzen die sich bei Blizzard ja immer wieder selber unter Druck, jedesmal das Rad komplett neu erfinden zu müssen.
Machen andere Spiele, z.B. FF14 ja auch nicht, die setzen nur immer wieder was drauf, ohne an den Basics der Klassen rumzuschrauben.

Gibt da viele Kleinigkeiten, die dann in ihrer Summe einfach für eine WoW Müdigkeit sorgen. Von den anderen Blizzardspielen habe ich zuwenig Ahnung, um da irgendwas sagen zu können.

Klaphood

Ich muss sagen, dass ich dir bei den meisten Punkten zustimme. Aber:

Bei FF14 find ich genau das nicht besser, im Gegenteil. Da kommt jetzt das dritte Addon, und bringt auch nichts wirklich neues. Das komplett Gleiche in Blau, wie vorher schon in Grün. Paar neue Dungeons, ein Story-Raid, ein LFR und ein paar coole Primae. Nichts zu tun in der offenen Welt, kein Charakterfortschritt außer Story, nichts.

Das ist schon lame nach 5 Jahren. Immer noch das selbe schläfrige Kampfsystem mit 10,5 Sekunden Global Cooldown (und nein, man wird nicht auf Maxlevel plötzlich wach… da wird nix schneller man hat nur etwas mehr zu tun im Kampf). Keinerlei Variierbarkeit der Klassen, nur eine Spielweise pro Spec (von der Astro-Stance mal abgesehen, aber das ändert auch nicht wirklich viel), kein Fortschrittssystem wie die Artefaktwaffen, oder Setboni, die die Spielweisen verändern können, oder, oder, oder…

Ich hab FFXIV geliebt und wirklich viel gespielt, aber an all den Dingen, die mich seit Anfang an gestört haben, hat sich nie was geändert. Weil die Entwickler dort eben nicht so risikofreundlich und kreativ waren, wie es WoW immer war. Zumindest bist vor Legion, als sie dann auch auf Nummer sicher gesetzt haben. Erst mit den Protagonisten (den Joker Illidan schön gezückt als WoD die Abozahlen in den Boden rammte) und jetzt mit BfA gar nichts mehr wagen.

Für mich sehe ich auch dort irgendwo die Quelle der ganzen Probleme, die jetzt entstanden sind.

Aber da kann mich auch irren.

sart

Da stehen halt auch die Entwickler vor einer Zwickmühle. Kommen einfach immer neue Fähigkeiten dazu, werden es zu viele, worüber dann gemeckert wird. Nehmen sie aus Gründen der Übersichtlichkeit welche raus, wird auch gemeckert.

Lassen sie Ordenshallen und Artefaktwaffen auf ein AddOn begrenzt, ist das blöd, ich fand das nämlich auch ganz nett. Andererseits heißt es dann, das nichts neues dazukommt und dass man so ja nie mehr neue Waffen braucht.

Es wird halt in jedem Fall gemeckert und ich bin mir manchmal nicht sicher, ob die jeweiligen Änderungen tatsächlich für sich genommen „schlimmer“ sind als frühere Änderungen, oder ob einfach nur die Shitstorms immer größer und heftiger geworden sind.

Es gab noch nie eine Garantie, dass ein Spiel gut wird, und wer Geld ausgibt und keinen Spaß hat, hatte schon immer Pech gehabt. Ich habe aber das Gefühl, dass es inzwischen als persönliche Beleidigung aufgefasst wird, wenn ein Spiel einem wider erwarten nicht zusagt.

Das heißt nicht, dass bei WoW oder Blizzard allgemein alles prickelnd wäre oder dass die Kritik nicht gerechtfertigt wäre. Aber ich sehe da einen zunehmenden „Extremismus“, der niemandem etwas bringt. Oder vielleicht kann ich auch einfach diese gefühlsmäßige Bindung an ein Unternehmen nicht nachvollziehen.

IchhassePvP

„Diablo 3 war ja scheinbar nicht soooo beliebt (denke das spielen zu einem guten Teil nur die alten spieler aus den ersten Teilen)“

Path of Exile ist in weiten Teilen das Diablo 3 welches die Community sich gewünscht bzw. erhofft hatte, weswegen dort auch viele Spieler aus D1 und D2 Tagen inzwischen gelandet sind.
Waren in den ersten Jahren viele noch abgeschreckt durch die fehlende deutsche Sprache in PoE, so sieht das heute bekanntlich anders aus.

D3 ist für viele langjährige D2 Spieler einfach nur irgendein Spiel welches den Namen Diablo nicht verdient.

Fehler hAfD

Du hast so viel Unsinn geschrieben, da picke ich mal eines der offensichtlichsten raus:

„Bis Ende Classic hatte WoW nur einen Bruchteil der Spieler, die es heute hat. WoW war kein Mega Erfolg zu Classic Zeiten! Der kam erst mit TBC und dann richtig mit WotLK, also auch nachträglich! Erst da kamen die großen Spielerahlen und das dicke Geld durch WoW!“

Du vergleichst ernsthaft die Spieleranzahl eines auf das Internet angewiesenen Spiels von 2005 mit 2018?

2005 haben gerade mal ca 50% der Einwohner einen Internetzugang benutzt. Wohlgemerkt, Zugang. Wir reden nicht von Highspeed oder ähnlichem. 2018 sind es bereits über 80%.

Ein anderes:

„Battle for Azeroth sei die schlechteste Erweiterung, zumindest seit Cataclysm.
Fakt: Noch nie hat sich eine Erweiterung so gut verkauft.“

Gut verkauft heißt nicht, dass es auch gut ist. Die viel interessantere Frage ist: Wie viele Spieler konnte das spiel danach noch halten oder dazu gewinnen. Liest man sich die Kommentare auf allen möglichen Seiten zu BfA durch ist das Bild eher desaströs.

Myusca

Danke für diese Antwort, ehrlich!

Myusca

Sag mal, du bist dir auch nicht sicher, was du eigentlich willst, oder? Der Artikel ist ganz eindeutig als „MEINUNG“ deklariert – Cortyn sieht das so, wie sie es geschrieben hat. Viele andere (einschließlich mir) sehen es genauso. Du schreibst etwas von „Du trennst Meinung und Fakten zu sehr voneinander“ – aber ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass du an vorderster Front herumheulen würdest, wenn dieser Artikel nicht als Meinung sondern als normaler Bericht erschienen wäre. Dann kämst du wieder mit deinem „Das ist Bullshit, die Fakten sprechen eine andere Sprache!“, so wie in deiner unqualifizierten Antwort auf meinen Beitrag weiter unten.

Wie wär’s, wenn du einfach mal akzeptierst, dass es auch andere Meinungen neben deiner eigenen gibt? Niemand spricht dir deine Meinung ab. Du fühlst dich aber ständig genötigt, zu jedem Blizzard-Artikel auf Mein MMO unter fast jeden negativen (aber sachlichen) Kommentar deinen Senf dazu zu geben und den Usern auf sehr unsachliche Art und Weise zu verklickern, dass ihre Denkweise „Bullshit“ ist. In bester Fanboy-Manier eben…

Begreife doch einfach mal, dass die allermeisten Kommentare hier von enttäuschten Blizzard-Fans (und nicht von verbitterten Hatern) stammen, die sich nichts weiter wünschen, als „ihre“ großartige Firma zurück zu bekommen, die es heute in der Form nicht mehr gibt. Und wenn du dich mal aus deiner Filterblase herauswagen und dich umsehen würdest, würdest du auch ganz schnell bemerken, dass Blizzard zwar einerseits nach wie vor viele Fans hat (was ihnen absolut gegönnt sei), aber sich die berechtigten, sachlichen Kritiken häufen. Dafür gibt es viele Gründe und wenn du ERNSTHAFT an einer Diskussion des Ganzen interessiert wärest, wäre es sehr leicht für dich, dich umfassend zu informieren und das Für und Wider abzuwägen.

Tust du aber nicht, weil es dir im Grunde genommen nur darum geht, andere Sichtweisen niederzumähen und deine eigene möglichst laut und aggressiv zu etablieren. Der heiligen Kuh Blizzard darf bloß kein Haar gekrümmt werden, nicht wahr? Ironischerweise ist diese Vorgehensweise wesentlich schädlicher, als sich mit sachlicher Kritik auseinanderzusetzen. Denn wenn (Selbst-)Kritik ausbleibt, fehlt auch irgendwann ein Korrektiv, um bei Fehlern nachzusteuern und sich zu verbessern. Als erwachsener Mensch sollte man so etwas eigentlich wissen.

Zum Abschluss als Antwort auf das, was du unter meinen letzten Beitrag weiter unten geschrieben hast: Sind die gesamten letzten Monate an Berichterstattung, Geschäftsberichten etc. über Blizzard an dir vorübergegangen? Oder sind das auch alles „fake news“ gewesen?

Joker#22737

Aus dem Kontext schließe ich, dass es um Marcel geht?
Den kennt man hier schon, der ist einsame Spitze wenn es darum geht seine Meinung als die einzige Wahrheit zu verkaufen, antwortet aber nicht auf Kritik an seinen Argumenten oder seiner Person.

Auf eine sachliche Diskussion hat der sich meines Wissens nach noch nie eingelassen.

Myusca

Du liegst goldrichtig. 😉

Und danke für die Info, ich werde das in Zukunft im Hinterkopf behalten, wenn da noch mal eine ähnliche Situation auftreten sollte!

Sina Tyler

war das erste, was mir in den sinn kam… 😀

Fehler hAfD

Leider. Der wirft irgendwas in den Raum, bezeichnet das als „Fakten“ bleibt den Beweis aber schuldig. Zusammengefasst stand in seinem Kommentar:
Alles was positiv über WoW berichtet wird stimmt und sind Fakten, wenn es negativ ist sind es nur Meinungen und stimmen eh nicht.

Sina Tyler

klasse antwort!

Theojin

Wenn Blizzard verschwände, dann wäre es für mich nur um die Warcraftlore schade. Ich bin weder ein Hack’n’Slay noch ein RTS-Fan, kann demensprechend mit Diablo gar nichts und mit Starcraft nur bedingt was anfangen.

Aber was solls, ich habe schon einen Haufen Studios kommen und gehen sehen, die teilweise so geniale Spiele in ihrer Blütezeit veröffentlicht haben.

Das einzige, was mir bei Blizzard wirklich sauer aufstößt, daß man mit WoW so merkwürdig umgeht. Die Cashcow schlechthin der letzten 15 Jahre, und man drückt den Fans ein halbseidenes Addon nach dem nächsten rein. Blizzard hat nur das Glück, daß WoW für Millionen von Spielern ein Stück Alltag ist, der eben zum Leben dazu gehört.
Bei mir war damit Ende, als sich meine Gilden trotz jahrelanger Zusammenspielerei immer weiter verkleinerten und dann ganz verschwanden.
Die soziale Komponente hält eben noch Unmengen an Spielern im Spiel, und weniger das Spiel ansich.

Koronus

Liegt daran weil die Marketinggurus genau das falsche in WoW sehen. Für sie ist WoW kein uraltes Franchise das seit Jahrzehnten für Spaß und Freude wie Star Wars, Spiderman oder Ghibli steht. Für sie ist WoW ein altes Produkt hinter seiner Zeit das kein Wachstumsvermögen hat wie ein neues hippes Produkt. Und genau das ist die falsche Ansicht. WoW darf man nicht behandeln wie Disney Star Wars behandelt. Als sterbende Kuh die noch schnell gemolken werden muss. Man muss solche Sachen wie einen Baum behandeln auf das sie auch nach Jahrzehnten Früchte tragen und Generation um Generation erfreuen.

Sina Tyler

und genau das geht ja gerade nach hinten los.

Patrick knoll

Guter Artikel. Bin da ganz bei dir. Mein erstes Blizzardgame Rock’n Roll Racing auf dem snes. Dann habe ich mein Jugendweihegeld in einen astronomisch teuren Pentium 60 gesteckt und es folgten diablo 1 und 2 und warcraft 1 bis 3. Bei wow bin ich erst zu bc eingestiegen und hab ab da das game förmlich gefreakt. Pandaria hmm naja durchgequält, dreanor nach 3 Tagen bleiben lassen um zur Rückkehr der Legion wieder voll draufzuhauen. Nach dem Trailer zu BfA war ich voll heiß darauf mit der Horde in den Krieg zu ziehen. Das Ende vom Lied ist das es mich förmlich angewidert hat zu was man gezwungen wurde und ich meinen acc wieder stillgelegt habe.

Alex Lein

Hand aufs Herz, egal wie scheiße sich Blizzard momentan auch anstellt und was für Fehler die auch machen und machen werden, sind sie immer noch 10 x besser als all die anderen Publisher/Entwickler in der MMORPG Branche.
Wenn ich daran denke, was die ganzen Publisher/Entwickler mit ihren Asia Games schon für eine scheiße abgezogen haben.
Oder wie wenig die Westlichen Entwickler wie GW2 oder ESO mir bieten im Vergleich zu Blizzard/WoW.

Sicher ist das nicht schön was gerade passiert, trotzdem stehen die noch immer besser dar als ihre Konkurrenz.

chevio

Klasse Artikel! Hab vieles nicht gewusst und Zusammenhänge ergeben sich dadurch. Sehr interessant. Ihr haut grade zur Weihnachtszeit echt schöne Dinger raus MMMO.

Myusca

Da ist er also – der Artikel, den ich sehnsüchtig erwartet habe. Und er ist sehr schön geworden, da er mir gänzlich aus der Seele spricht!
Ich kann jedem erwähnten Aspekt zustimmen, da ich wirklich genauso denke. Zwar kann ich bei Diablo nicht mitreden, da ich kein Fan von dieser Reihe bin oder war, aber gerade dieser Abstieg von Warcraft als – zweifelsohne – Blizzards wichtigstem und umfangreichstem Universum trifft mich ebenfalls sehr hart.

Ich kann mich deinem Wunsch für 2019 nur anschließen, Cortyn. Ich habe da auch noch so einen Funken Hoffnung mit Warcraft Reforged und WoW Classic. Vielleicht schlagen die beiden Spiele mehr ein als erwartet und Blizzard sieht, wohin die Reise gehen soll. Nämlich wieder zum Glanz, als Blizzard sich noch zu seiner DNA bekannt hat.

Scaver

„aber gerade dieser Abstieg von Warcraft“
Sorry, aber das ist Bullshit. Das ist deine Meinung. Die Fakten widerlegen das aber!

Fehler hAfD

Dann liefere doch mal Fakten. Ja, BfA hat sich besser verkauft als die Addons davor. Interessanter ist aber eher wie lange es die Spieler binden konnte – oder kann.

Fenex - TV

Ich glaube da kann man lange drauf warten…

Loken

Also Fakt ist, das in meiner Gilde die Leute sich nur noch 2x in der Woche zum raiden einloggen und fertig.
Mit dem Rest vom Addon können wir nichts anfangen.
Inselexpeditionen, Kriegsfront, Azeritsystem sind alles Hauptinhalte des Addons die sich einfach unfertig anfühlen.
Mal davon abgesehen das man Uldir HC und besseren Loot einfach nachgeworfen bekommt und dadurch HC Raiden eigentlich total überflüssig geworden ist.
Wenn ich die Lust am raiden verliere dann bin ich weg. Und viele von meiner Gilde auch.

Fehler hAfD

Was sich mit vielen Aussagen deckt.

Soldier224

Der Glanz kann aber ziemlich angestaubt sein. Ich denke nicht, dass WoW Classic ein großer Erfolg werden wird. Es beinhaltet sicher ein paar sehr nostalgische Elemente, aber es ist dennoch für die heutige Zeit veraltet. Und auch die WoW classic Zeit hatte seine Fehler, die übersieht man einfach halt nur gern, weil man sich lieber an das Gute zurückerinnert. Was ich ja auch nicht schlimm finde.

Aber es verklärt halt ein wenig den Blick. Früher war letztlich einfach die Konkurrenz kleiner, die Spieler haben mehr ausgehalten und WoW war das Einstiegs freundlichste MMO, das zu dieser Zeit die Welt erblickte. Dadurch konnte sich eine Com aufbauen die danach mit half das Spiel am Leben zu halten.

Letztlich gilt „Früher war alles besser“ nicht immer.

Myusca

Grundsätzlich gebe ich dir recht, gerade auch was deinen letzten Satz angeht. Und das Spielprinzip von früher trifft heute nicht mehr den Nerv der Zeit. Wenn WoW heutzutage ALLES schlecht machen würde im Gegensatz zu früher, hätte das Spiel heute vielleicht noch eine Community von einigen Tausend Hardcore-Fans. Es ist aber nach wie vor sehr erfolgreich als MMORPG.

Ich mache mir als solches eher keine Illusionen, dass WoW Classic ein Revival sondergleichen erlebt, wie die Welt es noch nie zuvor gesehen hat. Es wäre wünschenswert, aber die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte sehr, sehr niedrig liegen. Ich glaube aber auch nicht, dass es vollkommen irrelevant werden wird. Wenn Blizzard es hinbekommt, diese modernen Gameplay- und Designentscheidungen aus Classic herauszuhalten und sich dennoch um die Classic Community kümmert (zwecks Entstehung eines wirklichen Zusammengehörigkeitsgefühls), die Möglichkeit zur Identifikation mit dem eigenen Charakter und dem Server bietet, dann dürfte sich schon ein Erfolg bei diesem Projekt einstellen. Es gibt ja schließlich auch für andere Spiele (einschließlich MMORPGs), die wesentlich älter sind als WoW, noch kleine, aber lebhafte Communities.

Mit „altem Glanz“ meinte ich auch eher nicht, dass WoW wieder den Boom aus längst vergangenen Zeiten durchmacht. Aber wenn WoW Classic und WC3 Reforged wieder viele glückliche Abnehmer findet, dann könnte es vielleicht sein, dass ACTIVISION-Blizzard einlenkt und wieder weniger Activision und stattdessen mehr Blizzard (von früher) die Marschrichtung für die Zukunft vorgibt.

Coreleon

Finde bei AV/Blizz merkt man das sich in den letzten Jahren einiges geändert haben muss, es ist ja nicht nur bei WoW so das man sich fragt was da los ist sondern auch bei der Tochter Bungie gibt es inzwischen recht ähnliche Baustellen.
Die Simplifizierung der Spiele um ein breiteres Spektrum zu erreichen riecht förmlich danach das da Analysten ihre Finger im Spiel hatten.

Kenne ähnliche Probleme wo völlig an dem Produkt vorbei entschieden wird, das artet dann in Diskussionen aus und am ende gibt es dann die „Basta-Keule“ , dummerweise neigt man dann halt dazu das 1:1 so umzusetzen wie gefordert, wohl wissend das es nicht funktioniert um den „Chef“ auflaufen zu lassen.
Das Spiel geht eine weile hin und her und irgendwann kündigen die guten Leute weil sie die Schnauze voll haben.

Hans3000

Was glaubst du was der Finanzfuzzi sagen wird? Ein halbes Jahr braucht ihr für ein 3 Minuten Intro Cinematic?? Voll cool, hier könnt ihr noch paar Licht und Schatteneffekte einbauen dann sieht es epischer aus! Wohl eher nicht! Der wird eher sagen zu teuer kürz das mal um eine Minute und schmeiß 10 Leute aus dem Design und arts team raus.

schneemann72

Lost Vikings wurde vergessen, auch wenn die damals noch nicht Blizzard hießen -das war wohle der erste große Meilenstein der gesetzt wurde!
Auch wenn ich mich der Nostalgie nicht erwehren kann, ist es allemal besser neue Wege zu beschreiten, als unter zu gehen (siehe Kodak seiner zeit)

TheDivine

Sehr guter Artikel.

Ich teile die Befürchtungen das einfach die Marketing und Finanzabteilung zu viel Mitspracherecht haben, ob nun wegen Activision oder nicht sei dahingestellt.

Die alten Chefs sind weg und man spührt das damit ein teil Blizzards Seele gestorben ist.
Bin auch sehr gespannt wie sich Blizzard da wieder hochrappeln will.
Mit Wow scheint es immer schwieriger zu werden, OW scheint auch in einer Flaute zu stecken und sie setzen nun viel auf mobile Gaming.
Mit letzterem werden sie wohl viel Kohle scheffeln aber weiter ihr Gesicht im westlichen Raum verlieren bis sie im asiatischen dann als niemand mit 10000 anderen mobilegames coexistieren.

Wenn sie weiterhin nur ihre Geldgier treibt verdienen sie es abzustürzen und es werden hoffentlich Köpfe rollen die zum ruin einer gigantischen Marke wie Blizzard beigetragen haben.

Derio

Das die damit prahlen viel mehr Spiele eingestellt zu haben als zu releasen, dass hätte doch jeden hellhörig werden lassen müssen. Gute Spiele in der Qualität die man früher von Blizzard kannte, sind nicht billig. Und wenn man scheinbar so viele schon weit entwickelte Games wieder einstampft ohne damit einen müden Cent verdient zu haben, dann ist es für mich logisch, dass auch eine so große Firma früher oder später Probleme bekommt. Und damit dann auch irgenwann mit den Geldgebern. Die wollen gute Zahlen sehen, wenn die nicht kommen wird halt die Daumenschraube angesetzt.

Es steht außer Frage, dass man grad dabei ist, Blizzard wieder auf wirtschaftlich hohe Standarts zu setzen, so dass sich deren Aktionäre freuen. Sieht man daran das sie mit Mobile liebäugeln, da gibts die Kohle zu holen. Ob wir als Spieler oder Entwickler damit glücklich sind, spielt dabei keine Rolle, siehe Kommentar von Herrn Robert A. Kotick.

Und wenn mich jemand nach all dem fragen würde wie es mit Blizzard weiter geht, dann würd ich da kein Licht am Ende des Tunnels sehen im nächsten Jahr, zumindest nicht für die Fanbase von uns Spielern.

TheDivine

Jap, sehe da ebenfalls schwarz.
Groß angekündigt ist nix und BfA werden sie kaum mehr retten können.

Aszahra

Ja, es wurden auch schlechte Entscheidungen unter dem alten CEO getroffen. Das wird oft vergessen. Dass Diablo 3 kurz nach oder vor RoS herunterpriorisiert wurde, war ja nicht die Idee von Activision. Da hat man sich vielleicht zu viel auf das Bauchgefühl verlassen. Das wikte schon recht willkürlich.

Ich denke Blizzard hat es einfach verpasst sich anzupassen. Nach 20 Jahren in gleichen Strukturen kommt irgendwann der Knall…

Derdon

Blizzard hatte halt auch nie einen „Gegner“ im Westen, RTS ist Starcraft und Starcraft 2 einfach das Maß der Dinge, MMO ist es WoW und Heroshooter Overwatch, HoTS naja hat halt nicht so gefesselt und wenn man als Streamer einer privaten Liga sich aufregt das die geschlossen wird ist man selbst Schuld. Ich glaube Blizz machts aktuell genau richtig, Mobilehype für Asien (da wird halt das Geld verdient) das gefällt uns im Westen halt nicht.

Aber trotzdem gut geschrieben das ganze 🙂

Gorm

Tja, irgendwann ist alles einmal vorbei. Auch die guten spiele von Blizzard.

Julian Von Matterhorn

Guter Artikel Cortyn. Das mit HoS habe ich gar nicht mitbekommen. Zeigt tatsächlich auch dein Bild des schwankenden Kolosses.
Ich finde den Artikel auch nicht überemotional oder das man ihn gar als „du surfst ja einfach nur auf der Hatewelle mit“ kategorisieren könnte – er ist ja mit Argumenten und diese mit fundierten Quellen hinterlegt.

Würde gerne komplett Blizzard den Rücken kehren – aber hearthstone auf dem iPad ist zu kurzweilig auf dem Laufband. Mal ein wenig in andere Kartenspiele schauen.

Ahmbor

Irgendwie merkwürdig, überhaupt einer milliardenschweren Firma hinterher zu trauern. Das Blizzard, welches man überhaupt hinterher trauert KÖNNTE, gibt es schon seit 2009~ nicht mehr.

Hat was von Stockholm-Syndrom, oder eher Wahrnehmungsverzerrung.

Joker#22737

Kenne Menschen die für ihren Lieblingsverein noch sehr viel machen als zu trauern, kannst du mir den Unterschied erklären?
Bin aber völlig bei dir, der Wandel hat bereits 2009 eingesetzt, damals fing es mit Charakterdiensten an, und von Eingeweihten hörte man schon damals – das Spiel würde seitdem ausgepresst werden wie eine Zitrone.

Sina Tyler

so ganz richtig gelesen und auch verstanden hast du den artikel aber nicht, oder?
stockholm-syndrom?? wahrnehmungsverzerrrung??

entschuldige bitte, das ist so ein kompletter blödsinn!

Nirraven

Sehr guter Meinungsartikel!
Vielen Dank

Morteka

Einer der besten Artikel, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Daumen hoch!

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