Bei Path of Exile entstanden zum Start der neuen Season „Ultimatum“ lange Warteschlangen, um auf die Server zu kommen. Doch die Entwickler sorgten dafür, dass Twitch-Streamer die Warteschlange umgehen konnten. Das regte die normalen Spieler tierisch auf.
Das ist die Situation:
- Path of Exile ist ein „Diablo 3 war zu bunt und einfach, wir machen ein ähnliches Spiel in komplex und düster“-Projekt einer neuseeländischen Firma. Das Free2Play-Game hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt hat und für viele mittlerweile als jenes „Vorzeige-Action-RPG“ gilt, das früher Diablo 3 war
- Path of Exile bringt regelmäßig neue Seasons, sie funktionieren wie Mini-Erweiterungen. Die sind klar das Highlight eines Jahres – der Ansturm auf die Server bei einer guten Season ist gewaltig. Denn zum Start einer Saison gibt’s neue Ranglisten, das Wettrennen beginnt von vorne, alle wollen möglichst schnell möglichst viel spielen
- Am Freitag startete die neue Liga „Ultimatum“, die für besonders viel Aufregung sorgte. Bei der neuen Liga gab’s auch ein Glücksspiel um Loot.
Streamer werden fürs Spielen bezahlt und dürfen Schlange umgehen
Das war die Bevorzugung der Streamer: Der Ansturm auf „Ultimatum“ war jetzt zum Wochenende so groß, dass eine Warteschlange eingeführt werden musste, um die Server zu entlasten.
Die Entwickler hatten aber zum Season-Start einige Streamer für „Sponsored Streams“ bezahlt, um Path of Exile über Twitch zu bewerben.
Damit die Streamer auf die Server konnten, erlaubten es die Entwickler, den Streamern die Schlange zu überspringen, gab denen „Priority Queue“ und ließ sie schon auf die Server.
Streamer Quin69 konnte sein Glück kaum fassen, als er plötzlich in Path of Exile war:
Das war die Reaktion: Wie man sich vorstellen kann, waren die „normalen Spieler“ ziemlich angepisst:
- Zum einen hatten sie das Gefühl, Streamer sind „was Besseres“. Denen konnten sie jetzt zusehen wie sie das machen, was sie selbst gerne tun würden: Path of Exile spielen. Gerade Leute, die Geld in Path of Exile steckten, sagten: Sie seien ja auch wichtig und unterstützten das Spiel. Wo bleibe denn ihre Vorzugsbehandlung?
- Zum anderen kritisierte man die Entwickler, dass es eine Wettbewerbsverzerrung ist, wenn Streamer jetzt schon die Season starten und sich da Vorteile erspielen
Es gibt bei Path of Exile eh schon die Verschwörungs-Theorie, dass Streamer irgendwelche Sonder-Bedingungen genießen, „Streamer-Accounts“, die viel bessere Drops bekommen als die normalen Accounts – das wurde jetzt weiter befeuert
“Die Welt ist nun Mal ungerecht”
Das heizte die Stimmung weiter an: Auf reddit waren die Spieler recht schnell in „Mistgabeln raus“-Stimmung. Nun wurden Clips von Twitch-Streamer geteilt, die mit den Angriffen auf sie klarkommen wollten.
Ein Streamer erklärte: Das Leben sei einfach nicht fair. Das müsse jeder klar einsehen. Wenn man in Afrika geboren werde, habe man eine hohe Chane, ohne sauberes Wasser aufzuwachsen. Das sei auch nicht fair. So sei es jetzt eben auch mit der “Priority Queue” für Streamer in Path of Exile.
Das kam nicht so richtig gut bei den Fans an.
“Ziemlich großer Fehltritt”, sagt der Chef
Das sagen die Entwickler nun: Der Chef von Path of Exile, Chris Wilson, hat sich den Fans gestellt und hält für die Entscheidung den Kopf hin. Es sei ein „ziemlicher großer Fehltritt“ gewesen, den Streamer zu erlauben, sich an der echt langsam vorangehenden Schlange vorbeizudrücken.
Es heißt: Man hätte angefangen, Streamern jetzt Geld für „Spnsored Streams“ zu geben und fühlte sich so, als hätte man „eine Menge Geld in Brand gesetzt“, als die gar nicht streamen konnten. Daher hat man rasch eine Entscheidung getroffen – die meisten Streamer hätten danach gar nicht gefragt und sollten auch jetzt nicht beschuldigt werden.
Die Bevorzugung sei einfach ein Fehler gewesen. Statt dass man Zuschauern was gab, das die sehen konnten, während sie warten, hat man einfach jene wütend gemacht, die selbst ins Spiel wollten:
- Man versteht den Ärger der Spieler völlig
- wird sowas in Zukunft nicht mehr machen, sondern sich darauf konzentrieren, dass die nächste Warteschlange besser läuft
- Bei Streamer-Kooperationen wird Grinding Gear Games künftig darauf achten, dass man mit solchen Situationen besser umgeht.
Niemand mag Leute, die sich in der Schlange vordrängeln
Das steckt dahinter: Das Problem ist hier, dass diese Bevorzugung jeder klar sehen kann, nämlich über Twitch. Wir finden es auch im echten Leben untragbar, wenn andere sich “vordrängeln” oder besser behandelt werden als wir selbst. Das ist virtuell nichts anderes.
Das war offenbar eine dieser “Schnell, schnell”-Entscheidungen, die nicht durchdacht waren.
Durchdachter ist hoffentlich Path of Exile 2, die haben sich für die Zukunft einiges vorgenommen:
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