Bei Destiny 2 ist die Jahres-Erweiterung „Beyond Light“ live. Doch Spieler äußern Kritik: Es gebe einfach zu wenig Loot, seit Bungie wichtige Inhalte in den Tresor verschoben und andere Items in die Rente geschickt hat. Nun hat Bungie im Detail auf die Vorwürfe geantwortet: Man spricht von „Schmerzpunkten“, die man angehen muss.
Was ist die schärfste Kritik der Fans? Nach 6 Jahren Destiny ist es zum Ritual geworden, dass die Hardcore-Fans Kritik an einer neuen Erweiterung üben. Aber normalerweise gibt es eine „Flitterwochen“-Phase, in der neue Inhalte und Items locken. In der Phase ist Destiny eigentlich immer beliebt.
Die Spieler hatten sogar beim ungeliebten Grundspiel von Destiny 2 in den ersten Wochen so viel zu tun und zu farmen, dass sie ruhig blieben. Die große Beschwerdewelle startete 2017 erst 6 Wochen nach dem Release.
Doch schon wenige Tage, nachdem Beyond Light erschienen ist, macht sich auf reddit Unruhe breit. Es heißt: Trotz der Flitterwochen-Phase gäbe es schon jetzt “schreckliche Design-Entscheidungen”, die man schmerzhaft bemerke.
Genau die Sachen, die im Vorfeld von Fans scharf kritisiert wurden, stellen sich jetzt in der Praxis als schmerzhaft heraus:
- Beim „Sunsetting“ wurden Items zwar im Spiel gelassen, können aber nicht mehr auf das maximale Power-Level gebracht werden – die Items sind „in Rente“
- In den „Content Vault“ wandern einige beliebte Inhalte, die vorerst nicht mehr gespielt werden können
Zu wenig Loot für Loot-Shooter, zu wenig Inhalt für MMO
Im Wesentlichen lautet die Kritik: Destiny 2 ist ein Loot-Shooter. Mit Beyond Light ist der Loot langweilig geworden. Es gäbe zu wenig neue Items und Beute, auf die man scharf ist. Die Kritikpunkte im Einzelnen sind:
- Sunsetting hat 70 % der Waffen auf dem Spiel genommen und sie nicht ersetzt
- Der „Item-Refresh“ bei den Händlern sei ausgeblieben, außer bei Rüstungen. Doch selbst die Rüstungen seien nur Reskins von früher
- Die Legendaries, die in der Welt so fallen, seien dieselben wie in der letzten Saison
- Viele Items aus den Bezahl-Erweiterungen Forsaken und Shadowkep wären nun nutzlos, weil auch sie von „Sunsetting“ betroffen sind. Das würde die Items für moderne PvE-Aktivitäten oder die Trials „irrelevant“ machen
- Das Kosmodrom aus Destiny 1 sei zwar zurück, aber ohne den ikonischen Loot von damals – die Loot-Cave fehlt dort ja auch
Destiny 2 sei ein Loot-Shooter und ein MMO. Es fehle an Loot und an Inhalten, die man spielen kann – das sei im Moment ein Riesen-Problem
All diese Probleme könne Bungie nun nicht einfach unter den Tisch kehren. Man wünscht sich von Bungie ein klares Zeichen, dass man die Probleme sieht und an ihnen arbeitet.
Der reddit-Thread, der die Probleme aufzählt, hat mittlerweile über 8000 Upvotes erhalten und mehr als 2000 Kommentare. Das scheint Kritik zu sein, die allgemein viele unterstützen: Es gibt zu wenig in Destiny 2: Beyond Light zu tun, weil Loot und Belohnungen fehlen.
Die Kritik auf reddit deckt sich weitgehend, mit der Kritik, die Leser auf MeinMMO äußerten. Auch für die deutschen Hüter gehörten der Waffenruhestand und die wenigen neuen Items zu den Haupt-Kritikpunkten.
Unsere Leser haben allerdings auch einige positive Punkte an Destiny 2: Beyond Light genannt: Die Story mochte man großteils.
Bungie spricht von “Painpoints”, die man angehen will
Das sagt Destiny 2: Der Community-Manager von Destiny 2, dmg04, hat sich gemeldet und gesagt: Das Team lese sich das alles durch. Man würde nichts unter den Teppich kehren.
Die Antworten im Detail klingen aber eher ernüchternd. So sagt dmg04:
- Es sei tatsächlich ein Problem, dass der Loot aus Forsaken und Shadowkeep fehlt. Das sieht man als einen der „Painpoints“, eine wudne Stelle.
- Es gebe aber schon Loot im Spiel – etwa die Exotics, die jetzt viele suchen. Auch Europa und der Raid hätten eigene Item-Sets.
- Man verstehe, dass der Loot mit früheren Erweiterungen verglichen wird und dass einige Waffen aus dem Spiel genommen wurden. Man arbeite jetzt schon an Loot für die weiteren Seasons
Beyond Light sei eine “große Umstellung” mit dem Content-Vault und dem Sunsetting.
Das Team schaue sich jetzt die größten „Painpoints“ an und priorisiere, wie und wann man die angeht. Manche Sachen würden in kommenden Saisons geglättet werden, andere brauchen mehr Zeit. Aber dmg04 will dafür sorgen, dass alle Probleme ans Team weitergegeben werden.
Manchmal ist weniger einfach nicht mehr
Das steckt dahinter: Das Bittere hier ist, dass genau die Befürchtungen wahr wurden, die Spieler seit Monaten geäußert haben. Destiny-Veteranen protestierten seit Tag 1, als es hieß, dass Bungie ihnen mit Content-Vault und Sunsetting einige Dinge wegnehmen würde.
Bungie nannte gute Gründe, um Loot und Inhalte aus dem Spiel zu nehmen. Es hieß aber immer: „Macht euch keine Sorgen, wir ersetzen das durch neuen tollen Loot und Content. Für den schaffen wir Platz.“
Doch im Moment dominiert die Enttäuschung darüber, dass die Auswahl an Items mit Beyond Light nicht wuchs, wie in früheren Erweiterungen, sondern auf den ersten Blick deutlich schrumpft.
Destiny 2 ist in einer Phase des Umbruchs und in der Kritik der Stammspieler wird klar: Dieser Umbruch läuft nicht schmerzfrei ab.
Das Timing ist zudem unglücklich: Bungie nimmt jetzt 2020 Loot und Inhalte aus dem Spiel, während man gleichzeitig Destiny 2 alleine entwickelt und vertreibt. Ohne Activision im Hintergrund hat man weniger Ressourcen als früher. Daher fallen Erweiterungen keiner aus, als noch 2018 mit Forsaken.
Das ist eine Zwickmühle, die sich für Bungie als übergreifender „Painpoint“ herausstellen könnte.
Bungie wird häufig dafür kritisiert, Destiny zu sehr zu hypen und zu viel “Awesome” Sachen zu versprechen. Vorm Release von Beyond Light gab es von Destiny-Chef Luke Smith aber einen harten Dämpfer. Der sprach Klartext, was Fans in Zukunft von Destiny erwarten können und was nicht mehr:
Chef von Destiny 2 meint: „Unwahrscheinlich, dass je wieder sowas wie Forsaken kommt“
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