Twitch rät, wie man Cyberpunk 2077 streamt, ohne gleich gebannt zu werden

Bei Twitch gibt es Ärger wegen Urheberrechts-Verletzungen. Twitch rät Streamern jetzt, aufmerksam die Nutzungs-Bedingungen jedes Spiels zu lesen und die Musik auszuschalten. Gerade nun, wo Cyberpunk 2077 naht, ist das ein heißes Thema.

Das ist das Problem bei Twitch gerade: Twitch ist seit dem Mai 2020 in den Fokus der Musik-Industrie geraten: Die Rechte-Inhaber senden jetzt „tausende von Urheberrechtsbeschwerden jede Woche“ an die Plattform. Twitch müsse Clips löschen, die urheberrechtlich geschütztes Material verwenden. Vorher gab es nur etwa 50 dieser Beschwerden im Jahr (via blog.twitch).

Twitch gibt den Druck der Musik-Industrie nun an die Streamer weiter: Die sollten aufhören, geschützte Musik zu verwenden, und Clips und Videos löschen, die Urheberrechts-Verstöße begehen.

Twitch sagt: Sie müssen sich hier streng verhalten, um den Vorschriften zu entsprechen. Twitch gesteht aber ein, dass es für Streamer „verwirrend und frustrierend“ war, weil man schlecht kommunizierte.

Twitch musste in Eile handeln und löschen. In der Folge wurden einige Streamer verwarnt und sogar gebannt.

TimTheTatman-Titel-Twitch.v1
Streamer wie TimTheTatman haben Verwarnungen auf Twitch erhalten.

Twitch braucht Zeit für „gute Lösung“

In Zukunft will Twitch den Streamern bessere Werkzeuge geben, um das Problem in den Griff zu kriegen. Twitch sagt, sie arbeiten auch an weiteren Lösungen, aber das braucht alles Zeit. Bis dahin muss eine Zwischenlösung her.

Daher fordert Twitch die Streamer dazu auf,

Twitch sagt ziemlich klar: Macht auf jeden Fall die Musik im Hintergrund aus und schaltet am besten noch alle Musik in einem Spiel stumm, um Ärger zu vermeiden.

Bei FIFA 21 hat EA daraufhin etwa rasch reagiert und einen „Streamer-Modus“ in einem neuen Update angeboten: Der Modus hat „jegliche Musik deaktiviert.“

FIFA 21 (Im Menü)
Im „Streamer-Modus“ von FIFA 21 lässt sich alle Musik ausschalten.

Was ist mit Cyberpunk 2077? Twitch sagt: Lieber Musik aus

Das ist jetzt der neue Rat: Für Aufregung sorgte am 11. November die Frage eines Nutzers, wie es denn mit Ingame-Musik in Spielen ist, wenn man die auf die Twitch überträgt.

Der Nutzer fragt: Bald kommt „das größte Spiel überhaupt“  – wie könne man da sicher sein, dass nichts passiert? Offenbar ist mit „dem größten Spiel“ Cyberpunk 2077 gemeint, das SF-Epos ist auf den 10. Dezember verschoben worden. Das Spiel von CD Projekt Red gilt als Kandidat für das „Spiel des Jahres 2020“ und wird ähnlich heiß erwartet wie Red Dead Redemption 2 im Jahr 2018.

Bei Cyberpunk 2077 erwarten Fans eine starke Story. Da ist es für viele Streamer wichtig, dass im Hintergrund die Musik des Spiels läuft, die zur Atmosphäre beiträgt. Aber man will keine Urheberrechtsverletzung riskieren, die im schlimmsten Fall zum Bann und Verlust des Twitch-Kanals führt.

Twitch empfiehlt auch in diesem speziellen Fall wieder:

  • Der Nutzer soll die EULA aufmerksam lesen
  • jede Option nutzen, um Musik im Spiel zu deaktivieren und stumm zu schalten – entweder alles stumm schalten oder die Musik abdrehen

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So reagieren die Nutzer: Das sorgt für einigen Ärger. Ein Streamer sagt, das sei eine „furchtbare Lösung für das Problem“. Streamer wären keine Experten für Urheberrecht – Twitch schon. Die müssten sich darum kümmern, nicht die einzelnen Streamer.

Andere Nutzer werfen Twitch vor, zu geizig zu sein. Die könnten sich ja bemühen, Lizenzen zu erwerben, aber das würde ja „echtes Geld“ kosten.

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Niemand kann Streamern gerade eine Garantie geben – auch CD Projekt Red nicht

Das sagt Cyberpunk 2077: Auch CD Projekt Red wurde darauf angesprochen, wie das so ist: Plant CD Projekt Red denn auch einen „Streamer-Modus“ für Cyberpunk 2077, um urheberrechtlich geschützte Musik stummzuschalten? will DansGaming wissen, ein großer Streamer.

Die Entwickler sagen: Sie werden bald mehr Details darüber verraten. Es wären aber alle Lieder im Soundtrack von Grund auf neu gemacht, auch die Tracks von den Künstlern. Alle Musik in Cyberpunk 2077 sei spezifisch für das Spiel aufgenommen.

Man hofft, dass würde die Angelegenheit etwas beruhigen und glätten.

Twitch bannt deutschen Streamer Papaplatte zum 7. Mal im Jahr 2020 – Warum diesmal?

Das steckt dahinter: Die Antworten des Twitch Supports und von CD Projekt Red zeigen gerade das Problem, in dem Streamer stecken.

Niemand kann so recht garantieren, ob Urheberrechts-Beschwerden kommen oder nicht. Niemand will dafür die Verantwortung übernehmen. Letztlich liegt die Verantwortung allein bei den Streamern, die Urheberrechts-Beschwerden riskieren und damit Verwarnungen von Twitch, bis hin zum Bann des Kanals, in Kauf nehmen müssen.

Diese Unsicherheit sorgt für eine angespannte Atmosphäre auf Twitch. Wenn Cyberpunk 2077 dann erscheint und auf Twitch läuft, wird das wohl in vielen Streams stumm passieren.

Man will da einfach kein Risiko eingehen.

Twitch Emmet Shear
Der Twitch-CEO: Emmet Shear.

Im Moment hört man vor allem die Beschwerden der Twitch-Streamer, wie kompliziert die Urheberrechts-Beschwerden alles machen. Die Musik-Industrie hat Twitch in einem offenen Brief erklärt, wie schwierig die Lage für Künstler während der Corona-Pandemie ist.

Daher sei man darauf angewiesen, am wirtschaftlichen Erfolg einer wachsenden Plattform wie Twitch teilzuhaben:

Musik-Industrie schreibt Twitch einen bösen Brief: Frage von Leben und Tod

Quelle(n): dexerto
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Daniel

Also das externe Musik im Hintergrund von der Musikindustrie nicht gern gesehen ist, versteh ich ja noch.
Aber das ingame Musik auch davon betroffen ist, finde ich schon seltsam. Ist die Gema wirklich so mit dem Rücken zur Wand, das die nach jedem Strohhalm greifen?

Kjtten

Was Ingame-Musik angeht, so sehe ich den Entwickler/Publisher in der Pflicht.
Wenn er möchte, dass sein Spiel gestreamt wird, sollte er sicherstellen, dass er seinen Kunden (also den Spielern) eine rechtssichere Möglichkeit dazu bietet. Stillschweigende Duldung reicht dann nicht mehr.

Insofern ist CDPR da schon auf dem richtigen Weg – das viel größere Problem sind dann Massen an älteren Titeln mit unklarer Rechtslage…

Envy

Nein es bezieht sich in diesem Fall wieder auf die Streamer. Der Publisher hat so gesehen eine Lizenz um Musik von Künstler XY im Spiel zu nutzen. Die kommerzielle Nutzung ist daher vom Publisher abgedeckt.

Der Streamer wiederum hat keine Lizenz dafür das kommerziell zu vertreiben. Deswegen steht der Streamer in der Schuld. Im Prinzip kann der Streamer froh sein das er keine Lizenz dafür benötigt um Spiel XY zu streamen. Wobei ich mal gehört habe das eine solche Forderung eventuell in Zukunft kommen könnte.

Damit könnte man dann auch die Lizenz für die beinhaltete Musik abdecken.

Kjtten

Das ist doch genau der Punkt – der Publisher müsste halt eine Lizenz erwerben, die nicht nur seine kommerzielle Verwertung abdeckt, sondern ihm auch die Sublizensierung an seine Kunden erlaubt.

Rechtlich eigentlich kein Hexenwerk, aber wahrscheinlich wird es oftmals an den Kosten scheitern…

Envy

Naja eben nicht. Warum sollte ein publisher die kommerzielle Verwertung soweit abdecken, dass die Subunternehmer davon profitieren, der publisher selbst aber nicht?

Zudem profitieren die Kunden ja von der erworben Lizenz in dem sie diese Musik im Spiel haben. Aber eben nicht der Streamer der aus kommerziellen Zwecken das Spiel streamt, da liegt es in der Verantwortung der Streamer eine entsprechende Lizenz zu erwerben.

Wie gesagt eigentlich müsste der Streamer eine Lizenz erwerben um ein Spiel streamen zu dürfen.

Zuletzt bearbeitet vor 12 Tagen von Envy
Kjtten

Warum der Publisher das tun sollte? Weil er möchte, dass sein Spiel gestreamt wird. Genau der Grund warum auch CDPR in der Hinsicht aktiv wird. Und selbst EA einen „Streamer-Modus“ in FIFA eingebaut hat (auch wenn es da die billige Mittelfinger-Variante ist, einfach die Musik rauszunehmen). Sie wollen die Publicity durch die Streamer und haben verstanden dass sie dafür handeln müssen und den Streamern Sicherheit bieten.

Stell dir mal vor, eine Handvoll Publisher setzt meine Idee um – würdest du als Streamer noch Titel der anderen covern, bei denen das Risiko deiner Karriere einen heftigen Schlag bis zum kompletten Aus zu versetzen ganz allein bei dir liegt?
Sicher, vielen Hobbyisten wird es relativ egal sein, die ganz Großen können Leute bezahlen die sich für sie darum kümmern, aber die Masse an (Semi-)Professionellen Streamern wird sich das zweimal überlegen.

Und noch eine kleine Anmerkung, warum sich der Publisher darum kümmern sollte: Im Gegensatz zum Streamer hat er einen Überblick, welche lizenzpflichtigen Inhalte im Spiel verwendet werden, sowie den Kontakt zu den Lizenzgebern.

Zuletzt bearbeitet vor 12 Tagen von Kjtten
Envy

Da wären wir bei dem Punkt warum ein publisher überhaupt möchte das sein Spiel gesteamt wird.

Es mag sein das es Spiele gibt die auf diese Art von Marketing angewiesen sind. Aber der Großteil macht eigen Marketing und ist nicht darauf angewiesen, bei diesen Titeln bereichern sich Streamer ohne nennenswertes Risiko.

Wenn ein Fernsehsender einen Blockbuster zeigt, muss dafür eine Lizenz erworben werden…wenn der Streamer ein Triple A Spiel zeigt, welche Kosten hat er?

Streamer machen/haben es relativ einfach, hohe Einnahmen und vergleichsweise keine nennenswerten Ausgaben.

Das sich Streamer jetzt einfach mal darum kümmern sollten eine entsprechende Lizenz zu erwerben, erachte ich als das Mindeste. Da wurde über mehrere Jahre einfach nur Geld eingenommen ohne einem entsprechenden Risiko ausgesetzt zu sein.

Kjtten

Warum sie das möchten musst du die Publisher schon selbst fragen – Tatsache ist, dass viele es wollen. Dass große Streamer gratis Keys etc erhalten ist ja nun keine Seltenheit.

Und statt immer nur die Mär vom faulen, bösen und klauenden Streamer herunterzubeten kann man dann auch mal die andere Seite betrachten: die Spieleindustrie nimmt das kostenlose Marketing gerne, fördert es sogar, aber lässt die Streamer dabei schön in rechtlicher Unsicherheit baumeln. Das ist keine Basis auf der man eine gesunde Zusammenarbeit aufbauen kann.

Die Publisher werden sich entscheiden müssen: Wollen sie die Publicity durch Streamer und sind bereit dafür Voraussetzungen und Möglichkeiten zu schaffen, die rechtlich sicheres Streaming ermöglichen, oder verzichten sie, was sich auch in negativer Presse äußern kann, so wie es Twitch gerade erlebt, weil sie den Streamern nur unzureichende Unterstützung bieten.

Venrai

Ich sehe hier nicht die Publisher/Entwickler in der Verantwortung. Die haben sich für alle ihre Kunden gekümmert indem sie die kommerzielle/private Nutzung komplett abgedeckt und lizensiert hat. Das ist auch das einzige was sie tun müssen, denn es steht in jeder Eula/ToS, dass die Spiele nur für Privatgebrauch und nicht zum öffentlichen Vorführen gedacht sind (das ist unter anderem wegen der Lizensierung so). Daher liegt es bei demjenigen der es öffentlich Vorführt (die Streamer z.B.) sich dann darum zu kümmern die nötigen Lizenzrechte zu erhalten/erwerben damit es nicht illegal ist dies zu tun.
Wo es nun etwas kniffliger wird ist das die Publisher/Entwickler es oftmals gut finden das ihre Spiele gestreamt werden, da man hier das ganze als zusätzliches Marketing ansieht. Dazu muss ich aber sagen auch hier sehe ich nicht den Publisher/Entwickler in der Pflicht für alle Lizenzen zu bezahlen. Denn streng genommen müssten sie auch für ihre Spiele Lizenzen an die Streamer vergeben/verkaufen, damit diese die Spiele streamen dürfen(wohlgemerkt nur das Spiel andere Lizenzen wie Musik gar nicht inbegriffen), darauf verzichten sie aber aus den Marketinggründen. Daher sind die Streamer da schon immer glimpflich davon gekommen was Spielelizenzen angeht.
Am Ende bleiben die Streamer halt in der Pflicht, da sie mit der öffentlichen Vorführung ihr Geld verdienen und damit kommen halt die Pflichten einher die auch für alle anderen gelten die damit Geld verdienen (Radio, Fernsehen etc.). Sich jetzt darum drücken zu wollen und die Verantwortung abzuschieben finde ich hier ziemlich frech und auch dreist von ihnen. Man kann sagen hier wurde gerne das Geld genommen ohne sich Gedanken darum zu machen was eigentlich zu beachten ist und nun holt einen das ein und man sieht sich als Opfer.
Was man vielleicht als Einigung oder Kompromiss machen könnte, wenn man die Publisher/Entwickler und Künstler/Musiker/Plattenlabels etc. dafür mit ins Boot kriegt, wäre für zukünftige Spiele ein neues Modell einzuführen. Damit meine ich man könnte, wenn alle da mitmachen, quasi eine Streamerversion von Spielen rausbringen (die dann sicher dementsprechend teurer ist), die dann alle Lizenzen für das Spiel und alle Musik, Soundtracks, Logos etc. abdeckt. Denn die Publisher/Entwickler hätten hier den Überblick welche Lizenzen benötigt werden und könnten dann sagen wir holen uns für diese Streamerversion die Lizenzen damit es öffentlich gezeigt werden kann. Am Ende rechnet man dann die teureren Lizenzen zum öffentlichen Aufführen über die Anzahl Streamerversionen die vom Spiel verkauft wurden mit den Rechteinhabern ab. Ansonsten müssten die Publisher/Entwickler diese sehr teuren Lizenzen wohl für jede verkaufte Kopie bezahlen und das wird sehr teuer.
Das ist wohl eine der wenigen Lösungen wo es nicht sehr unübersichtlich für die Streamer wird und sie von viel Arbeit was Lizenzen angeht befreit werden. Die Frage bleibt ob das alle anderen so mitmachen würden oder nicht gesagt wird ist halt eure Pflicht also müsst ihr euch auch darum kümmern.

Kjtten

Wenn es für den Publisher zu einer Kostenfrage wird klingen spezielle Streamerlizenzen erstmal nach einer guten Lösung.
Vielleicht in Form eines DLC?
Oder eine Art Abo-Gebühr, die dann von der Plattform erhoben wird?

Auf jeden Fall muss ein solches System Sicherheit bieten – Abmahnungen trotz Zahlung wären es Todesstoß für das Vertrauen in alle beteiligten Parteien.

SolomonMcD

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und vertrete eine Meinung, die sicherlich nicht zu den populärsten gehören wird.

Wenn wir uns die großen Streamer mit einer reichhaltigen Fangemeinde anschauen, haben die neben Ihren Aufwendungen für Equipement, Marketing etc. schon erquickliche Einnahmen. https://www.ingame.de/news/streaming/twitch-streamer-gehalt-verdienst-knossi-montanablack-top-10-papaplatte-trymacs-gronkh-pietsmiet-hamburg-90079092.html
Insoweit kann sicherlich von kleineren Unternehmungen gesprochen werden. Diese Unternehmungen unterliegen, wie so ziemlich alles, den geltenden Gesetzen; völlig egal, ob diese Gesetzesinhalte einem gefallen oder nicht. Für diese Top-Gruppe sollte es daher möglich sein, Rechtssicherheit durch entsprechende Anwälte bereits im Vorfeld zu erlangen, so dass VOR dem Streamen alles geregelt ist. Das mag bürokratisch sein und umständlich, schützt aber wirksam for Abmahnung oder Bann.

Neben diesen Schwergewichten auf Twitch gibt es eine Vielzahl von Streamern, die dies aus Spaß an der Freude machen, die vielleicht noch nicht einmal Ihren Lebensinhalt darin sehen. Das Problem dabei ist, dass diese Streamer den selben Gesetzen unterworfen sind und dies ist richtig so. Gesetze -ob gut oder schlecht- sind für alle gleich und müssen für alle gleich sein. Ob ich mit meinem Stream Geld verdiene oder nicht, kann und darf dabei keine Rolle spielen.

Wenn ich ein Medium, wie Twitch oder Youtube aktiv nutze, sind die Spielregeln für alle gleich und einzuhalten.

Aeox

Die juristische Herangehensweise an das Thema, zunächst soviel Geld wie möglich durch Abmahnungen zu generieren, ist jenseits von Anstand und Ehre und ein Schandfleck im doch so fortschrittlichen Rechtsstaat.

Anstatt Gespräche mit der/den Plattformen zu suchen, wie die Künstler beteiligt werden können, ohne das Ganze zu erschüttern, wird gleich mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Liebe Musikindustrie: Bei den MP3 hat es doch auch mehr oder weniger geklappt, die Künstler an Streaming verdienen zu lassen. Auch wenn der ein oder andere Botfarmen nutzt, um Streaming- Klicks zu generieren und damit Geld erarbeitet und Chartplazierungen positioniert, hat man eine offenbar akzeptable Lösung geschaffen (ja ihr verdient Geld). Da nimmt man es dann auf mal doch nicht mehr so ernst, wie „ehrlich“ die Tantiemen zustande gekommen sind.

Wenn aber schon der Windsound geschützt werden kann, dann solltet ihr Euch mal an die eigene Nase fassen, diesen in einem Stream abzumahnen. Bei Euch hackts.

Der Mensch sollte mal wieder lernen, sich selber zu erklären, als diese Horde von theoretischen Rechtsverstehern zu aktivieren, die mit dem alltäglichen Leben gemeinhin wenig zutun haben und sich Moral und Gesetz angelesen und studiert haben. Diese juristische Schattenseite kann keiner ernsthaft wollen. Verhältnismäßigkeit ist ein Grundsatz, an den auch ihr Euch orientieren solltet.

Ich warte auf die ersten Streams, wo im Hintergrund lizenzfreie Fahrstuhlmusik läuft, und drei Kumpels des Streamers / Kumpelinen der Streamerin die Soundkulisse des Spiels durch Klatschen und Beatbox erzeugen. (t)Wish lässt grüßen…

Teron

Das wäre keine juristische Herangehensweise sondern eher eine kapitalistische!

N0ma

Das eigentliche Problem ist das die Politik den Verhältnismäßigkeits-Grundsatz zunehmend wegimplementiert. Aktuelle Diskussion: Altmaier hält selbst 20 sek Schnipsel als zuviel, soll komplett gestrichen werden. Der Lobbyismus ist hier recht erfolgreich.

diesel

Ich frag mich wieso man diesen Titel streamen sollte. Damit man die Story, Dialoge und alles andere im Chat verquatscht ohne dem ein Fünkchen Aufmerksamkeit zu schenken? Multiplayer Kloppspiele sind gut zum streamen aber sowas? Naja jeder wie er mag aber sowas spiele ich lieber selbst in aller Ruhe ohne Alerts und dümmliches Chat Gequatsche

Preston

Wenn Musik im Hintergrund läuft oder ein Spiel mit Musik gestreamt wird sollte das nicht mit Copyrightklagen gedankt werden. Sobald aber die Musik kommerziell genutzt wird für Eigenwerbung ect. sehe ich als richtig die Künstler zu beteiligen. Die bekommen von einem verkauften Album sowieso nur ein paar cent, der Rest geht an die Musikindustrie Contentmafia.

Motzi

Gamestreams auf Twitch werden kommerziell genutzt. Der Streamer will mit der Musik dem Zuschauer das zuschauen angenehmer machen. Mit dem Streamen will er in den meisten Fällen Twitch Partner werden und Geld verdienen.

Chris

Es ist nochmal ein starker Unterschied, ob ein Streamer gezielt geschützte Musik im Hintergrund benutzt. Da liegt schlichtweg der Streamer in der Verantwortung. Ich benutze für meine Videos auch immer im Hintergrund No Copyright Musik. Heutzutage gibt es da recht hohe Qualität bei solcher Musik. Künstler wie Neffex liefern auf nem verdammt hohem Niveau ab. Und es ist auch alles andere als schwer in Erfahrung zu bringen, ob Musik geschützt ist oder nicht.

Envy

No copyright Music heißt nicht gleich das man es nutzen kann wie man möchte. Das ist im Prinzip das gleiche wie no copyright Bilder.

Man muss sich schlau machen inwieweit diese wirklich nutzbar sind. Bei den meisten no copyright geht es um private Nutzung. D.h. sobald du diese kommerziell nutzt und mit deinen Streams irgendwie Geld einnimmst, kann es sein das du auch für no copyright music eine entsprechende Lizenz erwerben musst.

Chris

Ok, stimmt. Da hab ich mich zu verallgemeinernd ausgedrückt. Du hast da natürlich vollkommen recht. Man muss natürlich darauf achten, dass die Lizensen für Kommerzielle nutzung zugelassen sind.

Zuletzt bearbeitet vor 13 Tagen von Chris
Kjtten

„No Copyright“ heißt auch genau das… was du meinst sind Sachen die einfach nur als „free“ oder „gratis“ angeboten werden, wo dann tatsächlich oft nur die nicht-kommerzielle Nutzung erlaubt ist.

Was explizit als copyright-frei angeboten wird ist es auch, entweder weil es gemeinfrei ist, oder unter einer entsprechenden Lizenz wie CC-0 steht.

Chris

So weit hab ich noch nicht einmal gedacht… Musik in Spielen, die Gleichzeitig gestreamt werden, führen zu Copyright-Problemen. Meine Fresse, die kommen auch immer auf neue Ideen um Leute zu verklagen.
Bald muss man aufpassen: Das Flackern im Hintergrund deiner Facecam sendet den neuesten Chart Song in Morsezeichen -> Copyrightverstoß!!!!!

Motzi

Was ist daran neu? Nur weil Du das nicht kanntest, ist es nicht neu. Was Copyright und Videospiele angeht reicht die Problematik Jahrzehnte zurück.
Nintendo zB mahnt schon ewig alles und jeden ab, der nicht auf deren Whitelist steht und deren Spiele in irgendeiner Weise zB auf seiner Website, auf Youtube oder sonst wo für andere zugänglich verwendet, inklusive Titelmelodien etc..

Chris

Das mit den Streams in dem Ausmaß ist aber neu steht ja auch im Artikel.

Marc

Die Künstler werden langfristig noch weniger davon haben, denn jetzt werden die Publisher erst recht keine gema-pflichtige Musik nehmen, sondern sie vermehrt exklusiv produzieren lassen, um solche Hürden zu vermeiden.

Allerdings werde ich eh nie verstehen warum ein Musiker automatisch ein lebenslanges Verwertungsrecht besitzen, während der Fotograf von Texturen oder der Drehbuchautor oder oder oder sich mit einer Pauschale begnügen müssen (bzw das was sie eben ausgehandelt haben).

Keupi

Das Urheberrecht muss dringend überarbeitet werden. Will es nicht verteufeln, aber so wie es gerade funktioniert, ist es inakzeptabel.

Chris

Es war mal akzeptabel? 😀

Stimme aus dem Off

Allgemeines Feedback:
Starker Output die letzten Tage. Sehr gute News und wenig Filler ala. „darüber lacht sich reddit gerade tot“ oder „streamer xy hat das gesagt“. So macht mein-mmo richtig Spaß <3

Gwildor

„Der Nutzer soll die EULA aufmerksam lesen.“

Der war gut, hab ich nicht kommen sehen 🙂
Eigentlich gleich ganz stumm schalten, wegen Soundeffekts (siehe WoW)
Und das Bild ja demnach auch.

Irgendwann hat man schwarze Streams ohne Sound ;P

Laen

Spiel mal das Spiel The Quiet Man.
Das Spielst du one Musik und ohne Sound und ohne Untertitel!
Erst nach dem ersten mal Durchspielen kannst du Musik, Stimmen und Geräusche Frei schalten.

Das sit da so weil der Hauptcharakter Taub ist

Zuletzt bearbeitet vor 13 Tagen von Laen
N0ma

Eigentlich muss man Streaming jetzt einstellen 😉 denn urheberrechtlich geschützt sein können auch Logos, Fonts, Texte und selbst Farben.

KenSasaki

Das eskaliert mir langsam etwas zu viel mit dem ganzen Copyright-Mist bei Twitch. Ich selber Streame ja nur ab und zu mal und auch eher aus spaß, hab das aber stark eingestellt in letzter Zeit da ich es nicht einsehe meine Musik abzuschalten und mir so die Atmosphäre zu nehmen. Ja, das kann ich selber sagen, ich weiß das einige Streamer darauf angewiesen sind das dann ohne zu machen. Ich hoffe das bald mal eine Lösung in Sicht ist. Aktuell ist das ziemlich lächerlich und wenn das so weitergeht kann man bald nicht mal mehr mit Sounds Streamen x)

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