Musik-Industrie schreibt Twitch einen bösen Brief: Frage von Leben und Tod

Ein Konflikt zwischen der Musik-Industrie und Twitch bahnt sich an. Vertreter von Künstlern in der Musik-Industrie kritisieren die Streaming-Plattform scharf, die täten zu wenig, um die Rechte der Künstler zu schützen. Das gefährde deren Existenz. Twitch streitet das aber ab.

Das ist der Brief: Der US-Seite Variety liegt ein Brief von Vertretern von Musikern und Songwriter an Twitch und Amazon vor. Der ist unterschrieben von 18 Organisationen, die Rechteinhaber vertreten. Unter den Organisationen findet sich die RIAA (Recording Industry Association of America), die sagen, sie vertreten 85% der Musik, die in den USA legal verkauft wird (via riaa). Das ist also sowas wie „die Musik-Industrie“, von der man öfter liest.

Der Brief wurde am Donnerstag, dem 22. Oktober, verschickt. Der ging an Amazon-Chef, Jeff Bezos, und an den Twitch CEO Emmet Shear (Titelbild). Amazon hat Twitch im Jahr 2014 für 970 Millionen $ gekauft.

In dem Brief heißt es, Twitch würde seinen Streamern erlauben und es ihnen ermöglichen, die Musik der Rechteinhaber ohne Lizenz zu nutzen. Es scheine so, als unternehme Twitch nichts gegen die tausenden von Urheberrechtsverletzungen und erkenne die nicht mal an.

Es ist die Rede davon, dass die Vertreter der Künstler „tief enttäuscht“ von den Handlungen von Twitch seien. Es seien noch immer Unmengen an „unlizenzierter Musik“ auf der Plattform zu finden. Das „beunruhige“ die Rechte-Inhaber.

Twitch wächst mit Musik, gefährdet Leben der Künstler

Twitch nutze Musik dazu, um ihre Plattform wachsen zu lassen und speise Musiker mit vagen Plattitüden ab. Twitch sehe weg, wenn die Rechte der Musiker verletzt werden. Für Musiker sei es aber entscheidend, dass sie auf einer wachsenden Plattform wie Twich faire Tantiemen erhalten. Das sei eine Frage von Leben und Tod:

  • Denn das Geld, das hier fehlt, macht den Unterschied, ob ein Musiker ein Dach über dem Kopf hat oder nicht.
  • Es macht den Unterschied, ob sich der Musiker eine Krankenversicherung leisten kann oder nicht.
  • Es macht den Unterschied, ob er als Künstler arbeiten kann oder ob er einen lebenslangen Traum aufgeben muss.
Twitch ist eigentlich eine Gaming Plattform. Im Moment wächst die Plattform rasend schnell, auch weil die Corona-Pandemie andere Unterhaltungsmöglichkeiten einschränkt. Twitch ist durch sein starkes Wachstum in den Fokus der Musik-Industrie gerückt und weil Künstler Twitch als Alternative zu Konzerten und Touren nutzen.

Twitch sagt: Wir sind stolz darauf, wie wir Musikern helfen

Das antwortet Twitch: Twitch streitet diese Vorwürfe in einem Statement vom Montag ab. Man sei sehr stolz darauf, was für ein wichtiger Service Twitch für Musiker und Songwriter geworden ist, jetzt wo andere Bühne in der echten Welten schließen und Touren pausieren müssen.

Man hätte sich mit „Dutzenden von Labeln“ zusammengetan, um sicherzustellen, dass die Musik der Künstler vertrieben und beworben wird. Zudem zahle man einigen Labels Tantiemen.

Twitch sagt, sie seien stolz darauf, zur Gesundheit der Musik-Industrie beizutragen. Zudem gehe man jeder Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung nach.

Copyright-Strikes sorgen für Panik – Streamer löschen Clips aus Angst vor Bann

„Twitch sieht weg, wenn Nutzer Rechte verlezen“

Das sagen die Rechteinhaber nun: In einem weiteren Statement der Rechteinhaber RIAA heißt es:

Twitch würde wegsehen, wenn die Nutzer die Rechte verletzen. Die würden den Streamern die Verantwortung zuschieben: So verhalte sich keine Firma die eine echte Partnerschaft mit den Künstlern sucht.

Daher hätte sich jetzt eine große Koalition von Organisation zusammengetan, um auf das Fehlverhalten von Twitch hinzuweisen, dass weiterhin auf ihrer Plattform unlizensierte Musik verfügbar sei.

Twitch würde die Arbeit von Musikern, Songwritern und vielen anderen ausnutzen, ohne sie dafür zu entschädigen.

Twitch müsse jetzt die Schwere der Situation anerkennen und sicherstellen, dass keine unlizenzierte Musik auf Twitch erhältlich sei.

TimTheTatman-Titel-Twitch.v1
Streamer wie TimTheTatman haben Verwarnungen auf Twitch erhalten.

Der Konflikt zwischen der Musik-Industrie und Twitch bahnt sich seit einigen Monaten an. Twitch hat vor wenigen Tagen erst tausende von Clips gelöscht, gegen die Urheberrechts-Beschwerden vorlagen.

Das sorgt bei den Streamern auf Twitch für ein mulmiges Gefühl:

Twitch löscht tausende Clips, verwarnt hunderte Streamer – Die sind sauer und ratlos

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Laen

ja ne Krankenkasse!
Dann schafft endlich dieses Schrottige Krankensystem der USA ab!

Ein System das so beschissen und schrott ist das man für jeden kleinsten scheiss massigg bezahlt und man lieber uber nimmt weil der Notarzt zu teuer ist.

Dagegen wirkt unser System wie der Himmel aber das ist für die Amis Ja Sozialismus und Komunismus!
Und das geht gar net.

Aber hauptsache die Grossen vor Geld Strotzenden Marken wollen noch mehr geld.

Xash

Ich seh´s schon kommen in ein paar Jahren:
Da fahre ich chillig durch die Gegend, hab die Musik auf Anschlag zur Freude meiner Nachbarn und was kommt? Richtig! Keine Lizenz!
Hört sich komisch an, halte ich aber nichtmal mehr für so abwegig inzwischen.

N0ma

a) wir reden von Musik die in der Regel nur im Hintergrund dudelt, da ist keiner wegen der Musik
b) Musikindustrie ungleich Künstler, oft bekamen die Künstler von zusätzlichen Online Einnahmen überhaupt nichts ab, aber immer schön im Namen der Künstler reden
c) um Existenzminimum gehts dabei auch nicht, die Ausschüttungen der MI haben sich zugunsten der grossen Künstler verändert in letzter Zeit, wenn die MI was für die armen Künstler machen wollen dann bräuchten die nicht Twitch dafür, diese Mafia hab ich echt gefressen

sirhc

Diejenigen, welche wirklich am Existenzminimum leben, könnten durch Musik auf twitch groß werden.

Ich habe schon so einige, eher unbekannte Musiker für mich entdeckt, einfach weil ich ein Lied von denen in einem live Stream gehört habe.

Ich verstehe auch nicht wie die Argumentation für die kleinen Musiker funktionieren soll. Wenn man denen keine Möglichkeit gibt gehört zu werden, können die nicht mehr Fans gewinnen.

Quin

ich weiß nicht was für die musiker jetzt besser ist. ohne lizenz auf twitch gespielt werden um „kostenlose werbung“ zu bekommen. oder gar nicht auf twitch gespielt werden.

ich bezweifle dass außerhalb der 1% top streamer jemand eine lizenz oder sonstiges für musik im hintergrund kaufen wird

Mithrandir

Muss ich verstehen, warum es einen „Brandbrief“ gibt NACHDEM Twitch die Regeln zu Musik grade erst radikal angezogen zu haben scheint?

N0ma

glaub ich auch

ParaDox
  • Denn das Geld, das hier fehlt, macht den Unterschied, ob ein Musiker ein Dach über dem Kopf hat oder nicht. 
  • Es macht den Unterschied, ob sich der Musiker eine Krankenversicherung leisten kann oder nicht.
  • Es macht den Unterschied, ob er als Künstler arbeiten kann oder ob er einen lebenslangen Traum aufgeben muss.

Die Aussagen halte ich für übertrieben, zu mal die wenigsten Musiker die Rechte an ihren Songs selbst halten. Wenn EMI einem Robbie Williams 150 Mio € in die Hand drücken kann und Apple einer Billie Eilish auch Millionen zahlen kann für ne Doku, dürften auch Musiker aus der 3. und 4. Reihe weit von Obdachlosigkeit entfernt sein.

Die ganze Musikindustrie hat durch neue Medien gigantische Umsatzeinbußen hinnehmen müssen und durch solche Methoden versuchen die einfach neue Profitströme anzuzapfen. Jetzt einfach die Künstler als Argument vorzuschieben klingt für mich eher nach moderner Wegelagerei, denn wie viel von den verlangten Gebühren nicht bei den Künstlern ankommen, darüber wird nicht geredet.

lIIIllIIlllIIlII

Naja man muss nicht all zu sehr auf die Tränendrüse drücken. Bei kleineren Künstlern – klar. Aber vermutlich sind das nicht die häufigsten Titel, die auf Twitch abgespielt wird.

Bei größeren, die bei großen Labels stehen, ist es wohl eher der Unterschied zwischen einer Gulfstream 2 oder einer Gulfstream 3.

Anders

Es ist aber auch kostenlose Werbung für die Musiker! Aber hier wird man auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Es gibt Streamer die haben Musiker angeschrieben und sich die Erlaubniss geholt deren Musik zu spielen! Die Streamer waren überrascht das sogar ein paar bekannte Musiker geantwortet haben und Ihnen sogar was schriftliches zugeschickt haben! Vermutlich sind es oft gar nicht die Musiker die jammern sondern die Plattenfirmen!

Das liebe Geld halt, am einfachsten wäre für Streamer die GEMA einzubauen, ist steuerlich Absetzbar und dropps wäre gelutscht!

Patrick

Richtig absurd wird es wenn ein Künstler nen Strike bekommt oder Videos gelöscht werden mit der Musik des Künstlers.

Eine allgemeine streaminglizenz (vorausgesetzt sie ist nicht teuer) wäre vermutlich wirklich nicht all zu verkehrt

Saigun

Ist denn Twitch hier wirklich ein Problem? Es geht doch keiner Streamreplays schaun nur wegen der Musik. Eher kommt es doch mal vor das im Stream nach dem Musiktitel gefragt wird, was ja sogar Werbung währe. Entstehen da wirklich Verluste?

lIIIllIIlllIIlII

Ich gehe auch nicht in ein Restaurant, weil es eine tolle Toilette hat, sondern um dort zu essen. Ich komme also nicht wegen dem WC.

Aber wenn es keine oder eine schäbige Toilette hat, komme ich vermutlich garnicht. Darum bezahlt das Restaurant den Einbau, die Instandhaltung und eine regelmäßige Reinigung.

Beim Streamen ist es nicht so viel anders. Die meisten kommen nicht wegen der Musik, sondern wegen dem Stream, dem Spiel und mir. Aber die Musik trägt zum Ambiente bei, das sich die Leute wohlfühlen und somit länger bleiben bzw. zurückkehren.

Patrick

Schön geschrieben!

Koronus

Es gibt Leute die auf öffentliche WCs gehen wenn es nicht absolut unvermeidbar ist?

lIIIllIIlllIIlII

Was möchtest du uns damit sagen?
Das es Leute gibt die Lets Plays auf Twitch anschalten um Musik zuhören wenn es nicht absolut unvermeidbar ist.. ähh was?

Koronus

Du hast mit der Toilette angefangen und das es ein KO Kriterium ist ob man dort essen geht oder nicht. Ich gehe in Restaurants nur wegen dem Essen und bin verwundert, dass es Leute gibt die auf öffentliche WCs gehen wenn man nicht gerade dabei ist sich anzumachen.

lIIIllIIlllIIlII

Nein, ich sagte genau das Gegenteil. Ich sagte: niemand kommt wegen der Toilette. Die Leute kommen wegen dem Essen. Aber es kann Leute davon abhalten zu kommen, wenn keine da ist bzw. diese unhygienisch ist.

Anders gesagt: Es bringt keine Pluspunkte, wenn eine da ist und sie gut in Schuss ist. Aber es bringt Minuspunkte wenn sie fehlt oder im schlechten zustand ist.

Sanix

Ja aber sind wir mal ehrlich. Woher kommt denn die Musik die im Stream läuft?
Entweder über YouTube (häufigster fall), Spotify oder von Musikdateien die beim Streamer auf dem Rechner sind die vermutlich von einer CD Stammen oder als Download von Youtube kommen.
Auf die eine oder andere art ist die abgespielte Musik also bezahlt. Nur weil der Streamer sie im Stream laufen lässt ist das doch längst nicht „ilegal“.
Wenn ich mir eine CD kaufe und diese Abspiele auf einer Feier oder im Auto wo andere Leute mithören ist das dann ilegal? Nein denn ich brenne die CD nicht und gebe diese den Leuten dann auch nicht mit, vor allem verlange ich dafür kein Geld.
Vermutlich verstehe ich da etwas falsch. Aber letztlich dreht es sich meiner Meinung nach lediglich um die Aufnahmen und Clips das dort keine Musik laufen darf.

Stephan

Ich geh auch nicht zum Friseur um Musik zu hören. Dennoch muss dieser eine Pauschale von c.a. 120€ im Jahr an die Gema zahlen. Ob nun von Streamer oder Twitch, Musik ist eine Dienstleistung die bezahlt werden muss.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Stephan
dEEkAy2k9

Meiner Meinung nach müsste man nicht nur die Musik bezahlen sondern auch die Spiele. Immerhin verdienen Streamer damit Geld, Spiele zu spielen.

Neulich gab es hierzu auch eine News wo genau dies jemand auf Twitter gepostet hat (nen Dev oder so). Kam nicht so gut an.

Ron

Es ist momentan noch stark anders herum: Die Unternehmen verdienen Geld, wenn ein Streamer mit ordentlicher Reichweite kostenlose Werbung für ein Spiel macht. Das hat man auch in letzter Zeit stark bei Among Us oder bspw. Fall Guys gesehen – beide konnten sich diesen Hype nur durch große Streamer erzeugen.

Patrick

Wobei das dann aber jedes Unternehmen selbst entscheiden sollen dürfte.

Statt eines Hypes kann nämlich ein Spiel auch in streams gerissen werden oder spiele die zu 100% auf ihre Story bauen werden gespoilert woraufhin keiner der ein Interesse an der Story hat mehr das Spiel kaufen braucht.

Stephan

Naja man muss halt überlegen. Wie verdient man mehr, durch einen Streamer der dem Unternehmen Werbekosten erspart oder wenn man Lizensgebühren fürs streamen verlangt. Vermutlich ersteres. Und Großveranstaltungen wo das Gesellschaftliche Interesse ohnehin vorhanden ist, laufen dann über firmeneigene teils kostenpflichtige Kanäle.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Stephan
dEEkAy2k9

Die andere Möglichkeit wäre: Man lizenziert alles und kassiert ab. Die großen Streamer würden sich die Kosten sowieso leisten, da ihnen ansonsten die Geschäftsgrundlage wegbricht.

Die großen Streamer würde man natürlich noch extra bezahlen können für Werbeaktionen.

dEEkAy2k9

Neben nicht lizenzierten Spielen die gespielt werden, spielen Streamer auch noch nicht lizenzierte Musik ab, verdienen damit Geld und geben nichts an die Entwickler/Musiker zurück.

Wer da kein Problem sieht, schätzt die Arbeit der Entwickler und Musiker als absolut irrelevant ein.

Patrick

Und dennoch ist es eine Leistung die einer bezieht für diese er aber nicht bezahlt.

Es schaut doch auch niemand fern für die Werbung. Dennoch wird die Werbung bezahlt. Abseits vom finanziellen möchte ein Musiker vlt auch einfach nicht, dass seine Songs mit gewissem Content in Verbindung gebracht wird.

Es gibt schon Argumente für beide Seiten.

EffAre

Fand es bei den letzten News wo es darum ging von den Streamer schon beschämend.
SIE nutzen solche Musik um für mehr Unterhaltung zu sorgen. Theoretisch sollen sie halt selber dafür bezahlen. Aber nein, es wird gejammert das man ja alte Videos löschen muss und damit auch ihre Anfänge ihrer Streamer Karriere. Gerade solche die sich dumm und dämlich verdienen jammern am lautesten.

Ich kann da Twitch verstehen da denen nichts anderes übrig bleibt. Die Musik Industrie kennt da nichts und kein erbarmen

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