Twitch CEO wird heftig kritisiert: „Amazon muss einschreiten und ihn feuern“

In den letzten Tagen kommen Anschuldigungen gegen Twitch-Streamer auf. Der CEO der Streaming-Plattform, Emmet Shear, hat dazu Stellungen bezogen. Doch der gerät jetzt selbst ins Kreuzfeuer. Der Streamer Devin Nash fordert gar den Rücktritt des Twitch-CEOs. Im Zweifelsfall müsste Amazon ihn eben feuern.

Das ist seit dem 20. Juni auf Twitch los: Wir haben auf MeinMMO darüber berichtet, dass sich seit dem 20. Juni Frauen zu Wort melden und über Erlebnisse mit „mächtigen Männern“ in der Gaming-Industrie sprechen. Einige Männer sollen in den vergangenen Jahren ihre Position in der Gaming-Industrie genutzt haben, um unangebrachte sexuelle Avancen im professionellen Umfeld zu machen.

Viele der Anschuldigungen betreffen Männer, die auf Twitch unterwegs sind, wie den Destiny-2-Streamer „SayNoToRage“ oder Manager im Umfeld von Twitch, wie Omeed Dariani, den Chef einer Streaming-Agentur.

Das war das offizielle Statement von Twitch.

CEO will „Twitch zur sichersten Plattform“ machen

So hat Twitch reagiert: Die Plattform Twitch hat am 21. Juni ein Statement veröffentlicht. Dort heißt es, dass man diese Anschuldigungen sehr ernst nimmt und das prüft.

Man bedankt sich bei den Frauen, die mutig waren, nach vorne zu treten.

Der CEO von Twitch, Emmet Shear, hat am 23. Juni auf Twitter eine E-Mail veröffentlicht, die er innerhalb der Firma verschickt habe.

In der E-Mail erklärt Shear, er wünscht sich, dass Twitch der sicherste Platz im Internet ist, um Inhalte zu erstellen. Daran müsse man als Firma arbeiten.

CEO soll Vorfälle weggekichert haben

Das ist die Kritik an Twitch: In Folge des Statements von Emmet Shear haben sich einige gemeldet, die sagen: Sie hätten früher schon die Probleme auf Twitch angesprochen, doch ihre Aussagen wären abgetan worden.

So sagt die Musik-Streamerin Starling, sie hätte das Thema bei einem Partner-Meeting angesprochen: Männer würden über Twitch Frauen sexuell belästigen.

Daraufhin habe Sher aber nur gekichert und gesagt: „Wow, die Dinge, die auf unserer Plattform abgehen, kann ich nicht wirklich kommentieren.“

„Es ist klar, dass Shear die Firma nicht leiten kann“

Das ist die Rücktritts-Forderung: Der Streamer Devin Nash fordert sogar den Rücktritt von Shear. Nash las in einem Stream die E-Mail des CEOs vor. Er beschreibt dessen Aussagen als „PR-Bullshit ohne echte Handlungsanweisung.“

Im Weiteren hat Nash dann eine klare Forderung:

Emmet Shear sollte zurücktreten. Ich bin’s leid, dass er bei diesen Vorgängen nur daneben steht. Es ist offensichtlich, dass er die Firma nicht leiten kann, so wie sie im Moment aufgestellt ist. Amazon muss einschreiten und ihn rauswerfen, wenn er nicht zurücktritt

Devin Nash

Devin Nash führt etwa Justin Wong, einen wichtigen ehemaligen Mitarbeiter von Twitch an. Der hatte ebenfalls geschrieben, dass es ernsthafte Schwierigkeiten im Führungskreis von Twitch gibt. So wurde in der Vergangenheit mit solchen Vorwürfen zu lax umgegangen.

Twitch lud Männer, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, weiter zu Events ein und kümmerte sich nicht um das Problem.

Für Nash sind dies klare Hinweise darauf, dass bei Twitch unter Shear einiges im Argen liegt.

Laut ihm hätte Shear nun demonstriert, dass er nicht in der Lage dazu ist, die Probleme der Plattform in den Griff zu bekommen.

Ein Twitch-Clip, der Nashs Aussagen zeigt, hat im Moment bereits über 160.000 Aufrufe.

Wer ist Devin Nash? Der Streamer Devin Nash ist bekannt dafür, solche Meta-Themen um Twitch und Streaming zu kommentieren. Er hat um die 100.000 Follower auf Twitch und ist als Marketing-Experte und ehemaliger Chef der E-Sport-Organisation Counter Logic Gaming eine etablierte Persönlichkeit innerhalb der Twitch-Community.

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Der Twitch-CEO Emmet Shear muss sich häufig mit Banns rumschlagen.

Bis vor wenigen Tagen war bei Twitch das heißeste Thema, wer gebannt wird und wer nicht. Da gab es heftige Diskussionen, warum die eine Streamerin gebannt wurde, obwohl nur für wenige Sekunden was zu sehen war, das nicht gesehen werden sollte, während andere Frauen scheinbar mit allem durchkamen. Dazu gab es ein Statement von Emmt Shear:

Twitch-CEO erklärt: Warum manche gebannt werden, andere nicht – Das Reiz-Thema

Quelle(n): dotesports, gamerant
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Todesklinge
11 Tage zuvor

Oh weh das wird bald so wie in Amerika enden.
Alles voll mit Waffen und Gewalt und bei Freizügigkeit wird sofort das Einsatzkommando gerufen.

Christian
11 Tage zuvor

Dieser Davin Nash ist aber auch nen Kasper. Wäre ich sein Arbeitsgeber als Twitch angesprochen, würde ich den feuern bzw. Vertrag kündigen. Wie kann man den so über seinen „Chef“ öffentlich reden. Da braucht wohl jemand Abos und Zuwendung. Und sich den noch als weißer Ritter für die „Damenwelt“ hinstellen und verlangen das Amazon nen CEO rauswirft über den es nur Gerüchte und Halbwahrheiten gibt. Man merkt es richtig, das jede Frau aus dem Bereich im Moment aus der Ecke kommt und sagt ja der und der haben uns auch belästigt. Was soll das? Neuer Trend im Moment? Muss wirklich jeder seine 5 Minuten Rampenlicht bekommen?

Azarashi
11 Tage zuvor

Nash ist kein Angestellter von Twitch. Er ist genauso Nutzer und Content Creator. Er kann erst einmal kiritiseren wie er möchte auch wenn er Partner ist.

Zudem würde ich gerne mal sehen,was in der Firma los ist, wenn ein angesehener Angestellter, der öffentlich die Führung bezüglich lange schwelender Misstände anprangert die von einem großen Teil der Belegschaft als solche betrachtet werden, gefeuert würde. Misere PR wäre kaum möglich.

„Man merkt es richtig, das jede Frau aus dem Bereich im Moment aus der Ecke kommt und sagt ja der und der haben uns auch belästigt.“
Kann man jetzt sehen wie du oder aber realiseren, dass es scheinbar ein flächendeckendes Problem für viele darstellt und dazu viel zu lang geschwiegen wurde. Sicherlich gibt es darunter Persönlichkeiten, die daraus auch einen nutzen ziehen wollen, aber dies nun jedem zu unterstellen, der sich für faire Behandlung und eine Linie gegen Sexismus, Belästung und Missbrauch einsetzt mepfinde ich als wesentlich heikler.

Scaver
11 Tage zuvor

Kann man jetzt sehen wie du oder aber realiseren, dass es scheinbar ein flächendeckendes Problem für viele darstellt

Ich denke beides ist richtig. Es gibt sicher in dieser Branche diese Problem genauso, wie in jeder anderen auch (das sollte man auch bedenken… es ist kein Phänomen dieser Branche, sondern ein gesellschaftliches).
Trotzdem entspricht nicht jede Anschuldigung der Wahrheit und grundsätzlich gilt: Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist. Und die Beweislast liegt nun mal bei denen, die die Anschuldigungen erheben.
Denn mittlerweile wird jeder nicht erwiderte Flirtversuch als sexuelle Belästigung angeprangert, gerade in den USA.
Und das Problem ist… diese Personen sind keine Randerscheinung. In vielen Bereichen sind es zumindest gefühlt mehr falsche Anschuldigungen, als richtige. Und das hilft den tatsächlich betroffenen nun auch nicht. Ganz im Gegenteil, denn dann werden die wesentlich weniger ernst genommen.

Was wichtig ist… und da bin ich dann wieder hier beim Thema, dass jene die es können, dann bei der Aufklärung helfen.
Wenn das in der Vergangenheit falsch angegangen wurde (siehe mein Hinweis oben, dass es ein allgemein gesellschaftliches Problem ist) sollte man deswegen nun aber nicht jedem gleich Heuchelei vorwerfen, der JETZT versucht, es besser zu machen.
Vielleicht hat der CEO es damals ja belächelt und nicht ernst genommen, nimmt es nun aber ernst.
Darüber sollte man froh sein und nicht gleich ohne jeden Beweis behaupten, dass sei nur PR!
Erst mal abwarten, ob der E-Mail entsprechende Taten folgen. Wenn nicht, kann man immer noch den Rücktritt verlangen, aber doch nicht wenn jemand GENAU DAS ankündigt, was von ihm erwartet wird.
Das ist von Davin Nash einfach nur Geltungssucht und hat NICHTS mit Solidarität für die Betroffenen zu tun!

Azarashi
11 Tage zuvor

Das Credo innerhalb der Community ist aber ja, dass er es auch jetzt nicht ernst nimmt und es eben ziemlich weichgewaschene PR-Aussagen sind. Keine Maßnahmen, kein Plan, nichts konkretes.
Das gepaart mit den Erlebnissen mancher aus der Vergangenheit sorgt eben dafür, das negative Stimmen lauter werden.

„Trotzdem entspricht nicht jede Anschuldigung der Wahrheit und grundsätzlich gilt: Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist. Und die Beweislast liegt nun mal bei denen, die die Anschuldigungen erheben.“

Das ist richtig und wichtig aber in diesem Bereich des Strafrechts kein einfaches unterfangen. Das sind Themen die lange Zeit gesellschaftlich hingenommen wurden oder bei denen Opfer häufig viel schlimmeres zu erwarten hatten (Victim blaming etc.) so dass wir da grade erst an einem Punkt des umdenkens sind. Da kocht vieles hoch, nicht nur bei der jetzigen Welle auf Twitch. Da wurde das Jahrlang einfach geschliuckt und außer den Aussagen gibt es eben häufig wenig Beweismöglichkeiten.

Da stehen aber ehemalige Mitarbeiter und Content Creator und geben ähnliches von sich. Das darf man dann zumindest ernst nehmen. Unabhöngig davon sollte jeder Fall einzeln entschieden werden. Das Gesamtproblem existiert aber, darin waren wir uns aber ja einig, und muss angegangen werden und das scheint er als CEO grade nicht wirklich gebacken zu bekommen

UgandaJim
11 Tage zuvor

Da die meisten Twitch-Straemerinnen mit sexualisiertem Content ihr Geld verdienen ist dies nun nicht wirklich verwunderlich. Wenn ich mein Geld damit verdiene, bei einsamen Gamern ein bisschen Oberweite zu zeigen, sollte ich mich sowieso fragen welche Entscheidungen im Leben mich da hingebracht haben. Das geld mit vollen Händen annehmen aber Kritik und sonst was als Sexismus beklagen ist eh immer am besten grin

Kolbe
11 Tage zuvor

Genau mein reden.
Es sollte ein Portal eingerichtet werden wo man sich ernsthaft beschweren kann mit allen Beweisen dazu usw und dann muss das da aufgeklärt werden. Aber dieses öffentliche bin ich gar kein Fan von… viel zu viel Hate und Missverständnisse wo der Mob keine Unterschiede macht… der Mob liest das glaubt das unbewiesen und zerstört so Existenzen! Das kann und darf so nicht weiter gehen. Hier muss eine für beide Seiten faire Lösung her.

Loki
11 Tage zuvor

Was fällt den Weibsbilder auch ein Brüste zu haben. Ist doch wahrlich bekannt, dass Frauen sich gefälligst für uns Männer verhüllen müssen. Und wie sie es nicht machen sind es billige Schlampen und wollen es so. <– so oder so ähnlich ist wohl der Gedankengang vieler Kerle.

Ich bezweifel es, dass es die "meisten" Streamerinnen sind. Ja es gibt ein paar, der Rest sind einfach normale Mädels welche eben weibliche Formen haben und ja sicherlich auch mal was anhaben mit einem Ausschnitt.

Im übrigen räumen jetzt aktuell viele Firmen intern etwas auf um ein schlechtes Management auszusortieren.

Scaver
11 Tage zuvor

sollte ich mich sowieso fragen welche Entscheidungen im Leben mich da hingebracht haben

Sehe ich anders. Solange man das macht, weil man es möchte, ist das in Ordnung und ist genauso gut wie alles andere was man anbieten kann.

Ich gebe dir allerdings Recht, dass man sich dann auf gar keinen Fall über Sexismus beschweren darf. Denn wer wirklich primär seien Oberweite einsetzt, darf sich nicht wundern und auch nicht beschweren, wenn nachher nur das gewollt und man darauf reduziert wird. Wenn man nun mal nichts anderes bietet, sei es weil man es absichtlich so macht oder weil man eben nichts anderes zu bieten hat, ist dabei vollkommen egal.

Wenn ich streamen würde dürfte ich mich auch nicht beschweren, wenn man mich bei vielen Games als Noob oder ähnliches bezeichnen würde… bin ich nun mal. Das ist ein Fakt und entweder ich lebe damit oder streame einfach nicht!

Loki
10 Tage zuvor

„Ich gebe dir allerdings Recht, dass man sich dann auf gar keinen Fall über Sexismus beschweren darf. Denn wer wirklich primär seien Oberweite einsetzt, darf sich nicht wundern und auch nicht beschweren, wenn nachher nur das gewollt und man darauf reduziert wird“

ist das ziemliche Äquivalent von „Sie hatte ein kurzes Kleid an, sie darf sich also nicht beschweren wenn sie im Club begrabscht wird“ oder um es deutlich überspitzter zu formulieren „Sie hatte ein kurzes Kleid an, kein wunder dass sie vergewaltigt wurde, sie hat es ja provoziert“.

„Wenn ich streamen würde dürfte ich mich auch nicht beschweren, wenn man mich bei vielen Games als Noob oder ähnliches bezeichnen würde… bin ich nun mal. Das ist ein Fakt und entweder ich lebe damit oder streame einfach nicht!“

Das ist kein Fakt, das ist nur für DICH ein Fakt. Fakt ist, dass viele Viewers Männer nach dem Skill beurteilen, bei den Frauen sehen viele halt nur ein paar Titten die zocken. Und nicht weil sie die Brüste in die Kamera halten, sondern nur weil eben Frauen ein paar Brüste haben.

Dera
11 Tage zuvor

Das ist wieder so lost. Man versucht in dem Kommentar alle in die selbe Schublade zustecken.

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