Einen Monat ist der Release von WoW: Dragonflight schon her. Doch wie geht es WoW eigentlich?
World of Warcraft ist eines der ältesten MMORPGs auf dem Markt und hat schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Vor allem die letzten Jahre sind den Spielerinnen und Spielern dabei eher in schlechter Erinnerung geblieben. Mit „Battle for Azeroth“ ging es, so die mehrheitliche Meinung in der Community, deutlich bergab. Shadowlands hat die Probleme noch verstärkt.
Im November wurde dann Dragonflight und damit die neunte Erweiterung von World of Warcraft veröffentlicht. Die Zeichen stehen auf Neuanfang. Doch wie geht es WoW eigentlich einen Monat nach Release der Erweiterung? Ist der Inhalt schon ausgelutscht? Was bringt die Zukunft? Wir von MeinMMO schauen uns das ganz genau an.
So geht’s World of Warcraft Dragonflight nach einem Monat
Exakt ein Monat ist seit dem Release von WoW: Dragonflight vergangen. Auch wenn die Launch-Nacht ein wenig holprig war und Probleme in den ersten Stunden das Spielen erschwerten, wandelte sich der Frust rasch:
Dragonflight hat überzeugt.
Erste Skepsis in Hinblick auf das Drachenreiten wurde mit jeder Spielstunde weniger. Wenn man sich erst einmal an das „neue Fliegen“ gewöhnt hatte, wollte man gar nicht mehr zurückwechseln.
Auch die Spielwelt wusste zu überzeugen. Zwar gibt es „nur“ 4 neue Gebiete, doch die waren deutlich größer und umfangreicher als in vorangegangenen Erweiterungen. Vor allem die Fülle an Quests war manchmal so überfordernd, dass Blizzard sogar das maximale Questlog deutlich anheben musste, damit die Helden genug Platz für alle Aufgaben hatten – und selbst das reichte manchmal nicht.

Dabei kommt es sogar zu ziemlich ungewohnten Lobeshymnen. Denn viele Spieler feiern, dass sie sich gar nicht mehr in WoW einloggen „müssen“ – es gibt schlicht keine Verpflichtungen. Stattdessen ist alles optional und jeder kann genau die Ziele verfolgen, die ihm oder ihr wichtig sind. Egal ob das „Ruf grinden bei Furorion“, ausgedehnte Angel-Abenteuer mit spontanem Geldsegen oder die Teilnahme an der großen Jagd ist – es gibt viele kleine Events, die üblichen Weltquests und gleichzeitig viele versteckte Inhalte, wie etwa Otto den Otter.
Doch auch der „Standard“-Content ist wieder solide. Die 8 neuen Dungeons sind interessant, haben spannende neue Mechaniken. Ebenso ist der erste Raid mit dem Endboss Raszageth richtig cool geworden und hat sogar die Profi-Gilden auf mythischer Schwierigkeit lange auf Trab gehalten. Bis zum 23.12. haben die Raid-Bosse die Profis von Echo, Team Liquid, Method und Co. sich wacker gehalten.
Die Probleme von World of Warcraft
Auch wenn in World of Warcraft gerade ziemlich rosige Zeiten angebrochen sind, ist nicht alles perfekt. Es gibt noch eine Reihe von nervigen Bugs und Fehlern, die den Entwicklern und Spielern zusetzen. Gleichzeitig ist aber der Umstand, dass WoW gerade „vieles anders“ macht, auch eine Belastung für manch einen Veteranen. Einige der größten „Probleme“ sind:
- Ziellosigkeit der Spieler: Nicht alle können gut damit umgehen, dass World of Warcraft gerade wenig „strikte Ziele“ bietet. Wer auf einen klaren Leitfaden angewiesen ist oder einfach eine deutliche „To Do“-Liste steht, der könnte sich auf den Dracheninseln etwas verloren fühlen. Denn in WoW ist vieles aktuell möglich, aber nichts davon irgendwie Pflicht.
- Drachenreiten erfordert Umgewöhnung: Fast 15 Jahre lang haben sich WoW-Veteranen an das „klassische“ Fliegen nun gewöhnt. Daher kommen nicht alle mit dem Drachenfliegen zurecht, das deutlich mehr Aktion benötigt. Einfach „Autolaufen und afk“ geht beim Drachenfliegen nicht. Wer hier nicht für Neues offen ist und dem System zumindest eine faire Chance gibt, fühlt sich davon überfordert.
- Bugs und Serverprobleme: Auch nach Wochen gibt es noch einige störende Probleme. So sind immer mal wieder die Auktionshäuser, die Server für die Handelsaufträge oder die Gruppensuche für PvE und PvP von Problemen betroffen. Auch das „schnelle Fliegen“ in Wände oder Bäume hinein kann zu einem Disconnect führen.
- Verlorenes Vertrauen: Zu guter (oder schlechter) Letzt trauen viele den Entwicklern noch nicht ganz über den Weg. Die Sorge ist groß, dass WoW im nächsten Patch wieder in das „alte Muster“ verfällt. Es wird dauern, bis das Vertrauen in der Community wieder vorhanden ist.
Die Zukunft von WoW Dragonflight – So geht es 2023 weiter
Dragonflight ist mit einer ziemlich soliden Fülle an Content und einer großen Spielwelt gestartet – doch das tun WoW-Erweiterungen fast immer. Wichtig wird, wie das neunte Addon mehr Inhalte nachliefern will. Auch dort hat Blizzard drastische Verbesserungen versprochen und quasi direkt nach dem Start der Erweiterung schon den ersten Patch (10.0.5) auf den PTR gebracht.
Dieser Patch ist zwar recht klein, bringt aber eine Reihe von interessanten Features:
- Die Verbotene Insel wird ein „neues“ Gebiet – das ist die Startinsel der Dracthyr, auf die man nun zurückkehrt.
- Orcs und Menschen bekommen ihre Traditionsrüstung, womit diese Quests endlich fortgeführt werden.
- Der Handelsposten ist ein neues, permanentes System, mit dem Spielerinnen und Spieler zahlreiche kosmetische Belohnungen freischalten können. Manche bezeichnen dies als „Battle Pass“ – doch das ist nur ein sehr oberflächlicher Blick. Das Feature ist vollkommen kostenlos und belohnt aktive Spieler.
Doch das ist nur der Anfang. Im Verlauf von 2023 will Dragonflight satte 6 Patches veröffentlichen. Zwei davon sind die üblichen „dicken Brocken“, die neue Zonen, neue Raids und eine neue Saison mit sich bringen. Die anderen Patches sind eher kleiner, bringen neue Story-Inhalte und Verbesserungen. Dabei wollen die Entwickler viel Raum für Feedback lassen und auch recht spontan auf Wünsche und Bedürfnisse der Community eingehen können.
Alle Informationen zum recht aggressiven Release-Plan von neuen WoW-Inhalten in 2023 haben wir in unserer großen Roadmap zu WoW in 2023 vorgestellt.
Fazit: WoW ist so stark wie seit langer Zeit nicht mehr
Fasst man all diese Punkte zusammen, dann steht WoW: Dragonflight einen Monat nach dem Release ziemlich solide da. Zwar gibt es schon seit Jahren keine offiziellen Spielerzahlen mehr, doch wenn man in die offiziellen Foren, das Subreddit oder einfach die Chat-Kanäle im Spiel schaut, ist die Stimmung positiv wie schon seit Jahren nicht mehr.
Dragonflight hatte einen guten Start und das Potenzial, eine richtige Zeitenwende für World of Warcraft einzuläuten. Wenn die Entwickler den starken Start von Dragonflight nutzen und kommende Inhalte mit einer ähnlichen Philosophie – und im schnelleren Takt – veröffentlichen, dann dürfte 2023 das beste Jahr für World of Warcraft seit Legion sein.
Es sind spannende Zeiten für alle WoW-Fans – und auch abstinente Veteranen sollten vielleicht mal wieder in ihr altes Lieblingsspiel reinschauen. Es könnte sich zum Positiven gewandelt haben.
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