Die deutsche Twitch-Community hat einen Server zum aktuellen Hype-Spiel Rust erstellt. Doch der Server verliert bereits nach einer Woche einige Streamer, die nun auf andere Server wechseln. Nach einigen Konflikten gibt es jetzt 3 große deutsche Projekte zum Survival-MMO Rust.
Das ist die Situation: Kurz nach Weihnachten startete in den USA ein Hype um das sieben Jahre alte Survival-MMO Rust. Die Gruppe „OfflineTV“ eröffnete einen großen Server. Die Besonderheit: Nur eingeladene Streamer durften drauf. Auf dem Server wurde dann PvP und Roleplay betrieben.
Das Konzept stellte sich rasch als Erfolg heraus und wurde von spanischen Content-Creators kopiert. Das machte Rust Anfang 2021 endgültig zum einen weltweiten Hit auf Twitch.
Am letzten Samstag waren dann auch die deutschen Content-Creators so weit. Der Streamer Rumathra hatte einen Server gestartet und einige große deutsche Twitch-Streamer eingeladen. Rumathra gab auch offen zu, einfach dreist das US-Konzept kopiert zu haben mit der Absicht, kommerziell erfolgreich zu sein.
Doch innerhalb von wenigen Tagen traten Konflikte zwischen den Streamern auf, sodass der Server für einige Tage pausierte. In der Zwischenzeit haben sich Streamer von dem Server zurückgezogen und ihr eigenes Ding gestartet. Außerdem ist ein weiteres Projekt an den Start gegangen.
Standart Skill macht eigenes Ding, weil Kumpel gebannt werden soll
Das ist die Abspaltung: Der meistgesehene Clip vom Rust-Server der ersten Woche zeigt den Spieler „pubHeroz“, wie der mit Armbrust und Bogen eine ganz Gruppe von anderen Spielern killt und das mit einem „GG Boys“ kommentiert.
Es sah so aus, als spiele pubHeroz da in einer anderen Liga als die Gegner. Es ist bei Rust auch durchaus normal, dass erfahrene Rust- und FPS-Spieler die Anfänger aussehen lassen, als wären die Kanonenfutter. Das kommt davon, wenn man keine Anfänger-Guides zu Rust liest.
Danach kursierte ein Clip, wie sich ein Spieler bei dem Betreiber des Servers Rumathra beschwerte: pubHeroz sei einfach zu krass. Der verteile da Headshots aus 100 Metern.
Rumathra sagt daraufhin, man überlege den zu kicken. Den Spieler Pray habe man schon vom Server geworfen.
pubHeroz ist in der Gruppe von Standart Skill (Titelbild), einem deutschen YouTuber, der mit Fortnite riesig wurde.
Der fühlte sich auf dem Server ungewollt. Standart Skill hatte das Gefühl, sein Kumpel werde nur vom Server geworfen, weil man angeblich zu stark sei. Dabei fühlte man sich gar nicht zu stark und verliere ja ständig. Standart Skill konnte den sich anbahnenden Bann nicht nachvollziehen und startete sein eigenes Projekt, offenbar auch weil der ursprüngliche Server einige Tage pausierte.
Es gab wohl Defizite in der Kommunikation. So wusste pubHeroz offenbar nicht, ob er wirklich gebannt wird, ging aber davon aus, weil ihn einige Zuschauer warnten, die den Clip mit Rumathra gesehen hatten (via YouTube).
RocketBeans macht eigenen Server auf
Das ist das Konkurrenz-Projekt: Rumathra war nicht der einzige Deutsche, dem der riesige Hype um Rust aufgefallen war. Auch andere Twitch-Streamer planten offenbar, die Idee der Amerikaner zu kopieren, einen eigenen Streamer-Server zu erstellen.
Der Internet-Sender Rocket Beans TV hat in der letzten Woche angekündigt, zusammen mit Bonjwa einen eigenen Rust-Server zu eröffnen. Dort landen jetzt einige Streamer, die auf dem ursprünglichen Rust-Server mitgespielt haben, sich aber von dem Server distanzierten, nachdem ein Konflikt um sexuelle Belästigung eskaliert war.
So spielt die Streamerin Shurjoka nun dort, die hatte vorher angekündigt, sich vom ursprünglichen deutschen Rust-Server zurückzuziehen. Außerdem ist mit Dhalucard nun ein großer Streamer des ursprünglichen Servers dort, dazu Lara Loft und PietSmiet.
Dhalucard und PietSmiet waren in der letzten Woche die Nummer 3 und 4 der meistgesehenen deutschsprachigen Twitch-Streamer zu Rust.
So geht es mit dem Original-Rust-Server weiter: Da hat man sich zwischenzeitlich zurückgezogen und den Server neu überdacht. Offenbar war der ursprüngliche Ansatz „Leute einladen und einfach loslegen“ zu naiv. Jetzt will man Regeln erstellen und ein Komitee eröffnen, um Probleme zu lösen, wenn sie entstehen.
Einige Fans bedauern, dass das ursprüngliche Projekt zersplittert. Denn dort waren die Streamer bunt gemischt. In den neuen Projekten würden jetzt Streamer “aus einer Bubble” zusammenspielen – so wie es bei Kooperationen üblich ist.
Auch der ursprüngliche Server in den USA ist mittlerweile in 2 Projekte zerfallen, die werden aber weiterhin von derselben Gruppe geleitet.

Das deutsche Twitch-Projekt zu Rust hat auf Twitter für viel Wirbel gesorgt, als dort eine Diskussion um sexuelle Belästigung hochkochte. Das hatte üble Nachwehen:
Konflikt um deutschen Twitch-Server zu Rust eskaliert – Streamer werden belästigt
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