Wie polnische Medien berichten, könnte CD Projekt Red eine hohe Geldstrafe drohen: Das Verbraucherschutz-Ministerium in Polen untersucht Beschwerden der Käufer von Cyberpunk 2077. Als mögliche Höchststrafe stehen 10% des Jahresumsatzes im Raum. Man sieht Käufer von Cyberpunk 2077 auf PS4 und Xbox One im Nachteil.
Woher droht die Geldstrafe? Das polnische Ministerium für Verbraucherschutz und Wettbewerb (UOKiK) hat CD Projekt Red in den Fokus genommen. Eine Sprecherin des Büros, Malgorzata Cieloch, erklärte:
„Wir sind zu den Unternehmern gegangen, um das Problem mit dem Spiel zu klären und ihre Maßnahmen dazu. Wir werden prüfen, ob die Hersteller an Korrekturen arbeiten und an Lösungen für Probleme, die das Spiel daran hindern, auf verschiedenen Konsolen gespielt zu werden. Aber wir werden auch prüfen, ob die Unternehmer auf die Beschwerden der Leute eingehen, die mit ihrem Kauf unzufrieden sind, weil das Spiel auf einigen Plattformen nicht läuft, trotz früherer Beteuerung des Herstellers, es würde gut laufen.“
Sprecherin des polnischen Ministeriums für Verbraucherschutz
Wie hoch kann die Geldstrafe sein? Sollte das polnische Ministerium für Verbraucherschutz zu dem Schluss kommen, dass CD Projekt Red unlauteren Wettbewerb betrieben hat, könnten sie eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 10% des Jahresumsatzes erheben. Das wäre eine erhebliche Geldstrafe.
Polnischer Anwalt sah Probleme voraus
Das sagt ein Experte: Polnische Medien zitieren den Rechtsanwalt Dominik Jędrzejko zu dem Fall. Der hat sich in einem Blog-Post am 19. Dezember bereits mit den Vorwürfen gegen CD Projekt Red beschäftigt. Er sagte damals schon: das größte Problem für CD Projekt Red werden nicht Sammelklagen von Investoren sein, sondern tatsächlich das Verbraucherschutz-Ministerium, das die Rechte der einfachen Käufer vertritt.
Für den Anwalt ist der wichtigste Punkt, ob Aussagen eines Publishers zu einem Produkt vorm Release mit der Realität übereinstimmen.
Der Anwalt wirft CD Projekt Red vor, ihre Aussagen zur Spielbarkeit von Cyberpunk 2077 auf “Last-Gen-Konsolen” PS4 und Xbox One sei irreführend gewesen. Vertreter von CD Projekt Red hätten versichert, Cyberpunk 2077 laufe „sehr gut“ auf PS4 und Xbox One. Daher hätten viele Spieler auf diese Aussagen vertraut und sich das Game im guten Glauben gekauft. Es hätte sich aber herausgestellt, dass diese Aussagen objektiv falsch waren.
Es sei nicht wichtig, ob die Aussagen wegen mangelnder Vorsicht erfolgt seien oder aus Absicht.
“Geschlossenes System” auf PS4, Xbox One
Tatsächlich glaubt der Anwalt, dass die Aussagen von CD Projekt Red vor allem „normale Käufer“ hinters Licht geführt haben. Die würden sich auf Aussage der Entwickler verlassen und im guten Glauben ihre Kaufentscheidung treffen. Das wären nicht nur Spieler, sondern auch Leute, die Cyberpunk 2077 als Geschenk gekauft hätten.
Weil Konsolen abgeschlossene Systeme seien, ohne Möglichkeit, sie zu erweitern, sei der Fall besonders deutlich. Selbst der “durchschnittliche, gut informierte Spieler gehe davon aus, dass ein Spiel vernünftig auf seinem geschlossenen Konsolen-System funktioniert.”
Es geht dem Anwalt spezifisch um “Eine Handlung, die darin mündet, dass der durchschnittliche Kunde eine Vertrags-Entscheidung trifft, die er unter anderen Umständen nicht getroffen hätte”: Wie der Anwalt folgert, hätten sich viele Spieler Cyberpunk 2077 für PS4 und Xbox One nicht gekauft, wenn sie vorher gesehen hätten, wie schlecht das Spiel auf den Plattformen läuft.
Daher hält er eine Strafe des Verbraucherschutz-Ministeriums für die „größte Gefahr“ der Firma. Ihm tue es leid, dass der polnische Publisher so ein Image-Desaster erleidet. Aber der mediale Sturm könnte nur der Beginn der eigentlichen Probleme sein.
Laut dem Anwalt zeige der Fall: „Man kann digitale Produkte nicht komplett von der Realität entkoppeln und man kann nicht über die Fakten eines Produkts lügen.“
Das Interessante ist es, dass der polnische Anwalt schon genau die Argumentation der Sammelklagen der Investoren vorweggenommen hat und das Wochen, bevor eine US-Anwaltskanzlei sie einreichte. Laut dem Rechts-Profi geht es hier nicht um einen “Medialen Sturm”, sondern um tatsächliche Probleme, die CD Projekt Red viel Geld kosten könnten:
Sammelklage gegen Cyberpunk 2077: „Praktisch unspielbar auf PS4 und Xbox One“
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