Borderlands 3 im Test – Überrascht an keiner Stelle, ist trotzdem geil

Der Koop-Shooter Borderlands 3 hat am 13. September seinen weltweiten Release für PS4, Xbox One und PC. Dieser Test setzt sich mit den Kernelementen wie Loot, Gameplay, Atmosphäre, Setting und Story auseinander. Für wen lohnt sich Borderlands 3?

Der Hintergrund zum Spiel: Borderlands stammt vom Entwickler Gearbox und erblickte im Jahr 2009 das Licht der Welt. Der erste Teil der Serie gilt als Mutter der modernen Loot-Shooter. 

Borderlands 3 knüpft nun am zweiten Teil (2012) an und ist der vierte Hauptableger des Spiels, rechnet man das Pre-Sequel (2014) mit hinein. Da so viel Zeit seit der letzten Veröffentlichung vergangen ist, sind die Erwartungen an Borderlands 3 hoch.

Das könnt ihr von der Review erwarten: Wir hatten etwa eine Woche die Möglichkeit, Borderlands 3 selbst zu spielen und uns durch die Kampagne zu ballern. Dieser Test soll euch dabei helfen, Borderlands 3 besser für euch einschätzen zu können.

Wir möchten euch die Frage beantworten, was das Spiel ausmacht und ob es zu euch passt. Dabei vermeiden wir Spoiler, damit ihr Borderlands 3 für euch entdecken könnt.

Was den Koop-Shooter ausmacht

Was ist Borderlands 3? Gearbox hat hier eine Kombination aus First-Person-Shooter und Action-RPG erschaffen. Die Entwicklung des eigenen Charakters über Talentbäume spielt eine zentrale Rolle, aber genauso wichtig sind die Jagd nach Loot und verrücktes Gunplay. 

Damit ihr euch einen schnellen Überblick über das Spiel verschaffen könnt, fassen wir die wichtigsten Kernelemente zusammen:

  • Es gibt eine exzessive Jagd nach verrücktem Loot – ihr erledigt Missionen, besiegt Gegner und erhaltet zufällig bestimmte Waffen mit verrückten Eigenschaften: Waffen können laufen, Waffen können Waffen erzeugen, Waffen können euch beleidigen.
  • Ihr baut euren Talentbaum weiter aus und könnt ihn im Laufe des Spiel variieren, die Talente auf eure Ausrüstung anpassen oder die Ausrüstung auf Eure Talente abstimmen.
  • Ihr trefft auf ein einzigartiges Science-Fiction-Western-Fantasy-Setting, das sich über mehrere Planeten erstreckt. Eure Heimatbasis ist ein Raumschiff, das an eine Kleinstadt im Wilden Westen erinnert.
  • Tiefschwarzer Humor, der die Manipulation durch moderne Medien und die Gier großer Konzerne thematisiert, aber auch die kleinen Geschichten der Menschheit erzählt.
  • Eine Story, die es in diesem Umfang in keinem anderen Loot-Shooter gibt
  • Ein gut durchdachtes Koop-System, mit dem ihr leicht und jederzeit mit jedem spielen könnt – Der Level der Gegner passt sich an euch an.

Das Herzstück ist die Vielfalt an Waffen

Was macht das Spielgefühl von Borderlands 3 aus? Das Gunplay von Borderlands 3 ist für einen lockeren Koop-Shooter zufriedenstellend und verzeiht auch mal kleinere Fehler. Der Spaß, durch die Meute zu ballern, steht im Vordergrund. Das Schussgefühl und Waffen-Design bauen nicht auf Realismus – ganz im Gegenteil.

Borderlands 3 besteht aus einer verrückten Welt, mit verrückten Gegnern und noch verrückteren Waffen. Es macht mir unglaublich viel Spaß, die seltsamsten Waffen im Laufe des Spielens zu entdecken und direkt auszuprobieren. 

Borderlands 3 Effekte
Die Waffen kommen oft mit großem Effekt-Gewitter daher – das kann einem manchmal die Sicht versperren.

Durch die zufälligen Kombinationen an Eigenschaften ist jeder Waffen-Drop eine Wundertüte. Die Waffen fühlen sich extrem unterschiedlich an. Es wird wohl jedem Spieler mal passieren, eine bestimmte Waffe mit zu niedrigem Level viel zu lange mitzuschleifen, weil sie sich für einen persönlich so perfekt anfühlt. Das ist zumindest mir des öfteren passiert, gerade bei den legendären Items.

Ist jede Waffe komplett verrückt? Es gibt durchaus Waffen, die eher klassischer Natur sind und sich beim Abfeuern auch so anfühlen. An den Realismus einen Call of Duty: Modern Warfare kommen die normalen Knarren von Borderlands  zwar nicht ran, es muss aber nicht alles komplett abgedreht sein. Es ist für jeden Spielertypen etwas dabei, was auch an den unterschiedlichen Waffenherstellern liegt. Insgesamt gibt es 9 Hersteller mit ihren Marken. Das ist eine Marke mehr als noch im Vorgänger, dank der neuen Feinde “Kinder der Kammer”. 

Borderlands 3 stellt 9 Waffen-Marken vor – Alle haben was Besonderes

Die Marken bringen nochmal eine besondere Note mit ins Spiel, da wohl jeder Spieler bestimmte Marken bevorzugt. Besonders angetan haben es mir die Waffen der Marke Jacobs, die oft einen klassischen Western-Style haben. So schlagen die Kugeln von Jacobs-Waffen quer und treffen weitere Feinde, während Maliwan-Waffen zwischen den Elementen wechseln können. 

Die Waffen-Hersteller sind eng mit der Story von Borderlands verstrickt. Zumindest ich habe eine bestimmte Beziehung zu den Herstellern aufgebaut und muss jedes Mal lachen, wenn mir die Atlas-Corporation etwa erzählt, dass meine Tode nur dem Unternehmen helfen und gern gesehen sind. 

Borderlands 3 Hyperion Geschenk
Hyperion hat mir eine Waffe geschenkt, weil ich artig mit ihrerer Marke 100 Konkurrenten ausgeschaltet habe!

Die Motivation der Loot-Spirale liegt in der Entdeckung: Es gibt Waffen, die ladet ihr nicht nach – ihr schmeißt direkt die ganze Waffe weg, wobei eine Explosion erzeugt wird. Die Waffen wandeln sich plötzlich in hüpfende Granaten oder laufende Geschütztürmchen. Munition, die sich in kleine laufende Gehirne verwandelt und auf Gegner schießt – ja, von solchen Verrücktheiten gibt es reichlich und diese sind noch stärker vorhanden als in den Vorgängern. Das gilt übrigens auch für die Schilde und Skill-Modifikationen, die ihr benutzt.

Borderlands 3 motiviert mich wie kein zweites Spiel, die nächste Waffe zu jagen, um herauszufinden was sie überhaupt kann. Gerade legendäre Waffen mit “geheimen Eigenschaften” geben mir einen richtigen Kick beim Abfeuern des erstes Schusses. Des Öfteren stand mir wohl ein großes “What the Fuck?!” ins Gesicht geschrieben. Was soll man auch sonst sagen, wenn dein Gewehr plötzlich Beinchen bekommt und neben dir herläuft?

Borderlands 3 - Zero WTF
Ungefähr so schaute ich bei einigen Waffen die mir Borderlands bot

Der Charakter-Ausbau ist tiefgreifender als im Vorgänger

Wie viel RPG steckt in Borderlands 3? Die Rollenspiel-Elemente sind ein Stück ausgeprägter als im zweiten oder im ersten Teil. Euch stehen vier Charaktere zur Verfügung, aus denen ihr wählen könnt.

  • Moze – Schützin 
  • Zane – Agent
  • Amara – Sirene
  • FL4K – Bestienmeister
Klassen von Borderlands 3 – Welcher Kammerjäger passt am besten zu mir?

Während des Tests spielte ich den Bestienmeister FL4K, der ein Androiden-Druide ist. Die neue Pet-Klasse ist für mich ein besonderes Highlight, da er viel Abwechslung und nun ja … eben coole Haustiere mit ins Spiel bringt

So funktioniert der Ausbau des Charakters: Jeder dieser Charaktere besitzt drei Talentbäume, in denen ihr Skillpunkte verteilen könnt. Ihr erhaltet immer einen neuen Punkt beim Level-Aufstieg eures Charakters. Erfahrung gibt es für das Töten von Gegnern oder zusätzliche Punkte für das Abschließen von Missionen.

Besonders ist diesmal, dass ihr drei unterschiedliche Actionskills habt, die im Gegensatz zu anderen Talenten, jederzeit ausgetauscht werden können. So kann Zane mit seinem Actionskill entweder ein Hologramm von sich erzeugen oder eine mobile Barrie (eine Art Schild), oder eine Drohne erschaffen. FL4K stehen als Bestienmeister drei unterschiedliche Haustiere zur Verfügung, die er wechseln kann, und ebenfalls drei unterschiedliche Skills ausrüsten.

Borderlands 3 FL4K
Mein liebster Charakter ist bisher FL4K, der herrlich sarkastisch ist und coole Haustiere besitzt.

In Kombination mit den unterschiedlichen Waffen und auch findbaren Klassen-Mods haben Tüftler einiges zum Experimentieren und Ausprobieren. Ihr könnt Punkte kreuz und quer über die drei Bäume verteilen. Genauso ist aber auch möglich, innerhalb eines Baumes einem strikten Pfad zu folgen, was meistens auch gut mit den passiven Fähigkeiten in einem Talentbaum harmoniert. 

Wie wirken sich die neuen Talentbäume aus? Besonders bemerkbar macht sich für mich die neue Vielfalt der Talentbäume im Mid- und Endgame. Ich stellte fest, dass es durchaus mal klüger sein kann, den Action-Skill spontan auszutauschen. 

Fl4K kann etwa jederzeit seine drei Tiere und den Action-Skill wechseln. Mal war es praktischer den Skag mitzunehmen, der im Nahkampf stark ist, mal entschied ich mich für den Jabber oder die Spiderant, um ihre Reichweiten-Stärke zu nutzen.

Borderlands 3 Fl4K Skin
Teil des Rollenspiels sind natürlich auch Skins, von denen hat Borderlands 3 einige schrille. Wie steht FL4K der Zylinder?

Das Setting ist ein Western, im Sci-Fi-Kleid

Was macht das Universum von Borderlands 3 aus? Obwohl wir uns in einem Sci-Fi-Setting befinden, hat Borderlands eher den Flair eines klassischen Westerns. Besonders deutlich wird das in der neuen Heimatbasis, die zwar immer noch Sanctuary (Zufluchtsstätte) heißt, aber mittlerweile ein Raumschiff ist.

Die Basis erinnert mich ungemein an die Serenity aus der Serie Firefly Genau wie Borderlands ist auch Firefly eine Art Space-Western. Die Crew des Schiffs kämpft in beiden Fällen gegen die gierigen Herrscher der Planeten. 

Gerade der Umzug von der statischen Heimatbasis auf ein Raumschiff macht das Gefühl des Space-Westerns für mich perfekt. Mit Mad Moxxi habe ich wieder meinen Saloon mit den Spielautomaten dabei, die Mechanikerin Ellie bringt das nötige “Hinterwälder”-Gefühl mit. In Sanctuary wird gespuckt, geschimpft und alle sind etwas räudiger – Hier fühle ich mich wohl.

Borderlands 3 Mad Moxxi
In keinem Borderlands darf die verruchte Mad Moxxi fehlen, die uns direkt einen Saloon auf der Sanctuary bietet.

Borderlands 3 ist um einiges größer als seine Vorgänger: Zum Setting gehören die verschiedenen Planeten des Spiels. Spielen die Vorgänger immer auf dem Wüsten-ähnlichen Pandora, gibt es jetzt erstmalig verschiedene Planeten in Borderlands 3 zu erkunden.

Die Planeten haben alle ein einzigartiges Aussehen und einzigartige Feinde, die sich auf ihnen offenbaren. Das reicht vom Jungle-Planeten mit Dinos und Affen, über eine moderne Metropole, in der die Gegner hochmoderne Technologien benutzen. Es gibt in der gewaltvollen Welt von Borderlands sogar einen pazifistischen Mönchsplaneten, der erhabene Gebäude besitzt. (Der Planet ist natürlich nicht ganz so pazifistisch wie seine Bewohner gerne möchten). Die Maps bieten einiges an Abwechslung und Vielfalt, die sich aber immer perfekt in das gesamte Konzept einfügen. Kein Planet fühlt sich fremd an. 

Borderlands 3 Sanctuary
Die Sanctuary bringt uns nun von Planet zu Planet – es hat was romatisches im Space-Western

Hierfür gibt es einen Abstrich in der Spielwelt: Schade finde ich, dass die Planeten in ihrer Funktion immer recht “schlauchig” bleiben. Auch wenn ein Planet augenscheinlich zum Entdecken einlädt, werdet ihr euch immer auf den gleichen Strecken bewegen, von denen es kaum Abweichung gibt. 

Die schöne Szenerie macht sich dann oft doch nur im Hintergrund bemerkbar, die wie ein aufgestellter Hintergrund wirkt. Ein bisschen mehr Freiraum zum Erkunden und mehr Abwechslung innerhalb der Planeten wäre hier cool gewesen.

Borderlands 3 Athena
Die Spielwelt von Borderlands 3 sieht malerisch schön aus, bleibt aber oft nur eine Kulisse

Der lockere Koop ist eine der größten Stärken

Was den Koop besonders stark macht: Borderlands 3 ist im Koop einfach herrlich unkompliziert und das noch um einiges stärker als die Vorgänger. Anstelle eines Spieler-Hubs gibt es die Möglichkeit, einen Spieler einfach so in eine (laufende) Sitzung einzuladen. Das entschlackt den Multiplayer, bietet aber auch weniger soziale Komponenten.

Richtig stark ist der neue Level-Sync, mit dem Borderlands 3 erstmalig daherkommt. Die Gegner und auch das Loot werden intelligent an das jeweilige Level des Spielers angepasst. Das funktioniert wie in The Elder Scrolls Online – One Tamriel

Borderlands 3 Koop Symbolbild
Borderlands 3 ballert sich am schönsten zusammen

Mit meinem Coop-Partner musste ich feststellen: Der Level-Sync funktioniert einwandfrei! Wir spielten mit einem Level-Unterschied von etwa 15 Stufen. Den merkten wir jedoch nicht. Ich lag mit meinem da noch “kleineren Charakter” genauso oft auf der Nase wie der große Nachbar. 

Borderlands 3: Koop, Split-Screen, Crossplay? Das müsst ihr wissen

Besonders fällt mir direkt auf, wie herrlich es ist, einfach zu ballern, dabei locker zu labern und zu lachen. Es macht so viel Spaß zu gucken, welches Loot der andere abbekommen hat und was man selbst so im Vergleich abgestaubt hat. Der Loot passt sich auch direkt dem eigenen Level an. Am Level-Sync kann ich wirklich gar nichts bemängeln.

Spieler, die viel oder wenig Zeit zum zocken haben, können bequem miteinander spielen, ohne auf ihren jeweiligen Fortschritt achten zu müssen – das ist für Freunde des Koops ein riesiges Plus. 

Wie gut ist der Koop-Shooter als Singleplayer?

So viel Kampagne steckt in Borderlands 3: Für einen Loot-Shooter besitzt Borderlands 3 eine tiefgehende Story mit Dialogen, die es wert sind, gehört zu werden. Teile der Story sind über Sprachaufnahmen zu erlauschen. 

Die Story von Borderlands 3 ist um einiges umfangreicher als noch in seinem Vorgänger. Das liegt vor allem an den zahlreichen Nebenquests – diese haben stellenweise sogar mehr Inhalt als die Hauptquests. In den Nebenquests steckt viel Liebe zum Detail, die ich gerne im Solo-Gang erkundet habe. Gerade die Side-Quests, die ihr von der Crew auf dem Raumschiff Sanctuary bekommt, ließen mein Herz für einige Charaktere höher schlagen – aber hier möchte ich nicht spoilern.

Borderlands 3 Broadcast Tyreen und Troy
Die Schurken in Borderlands 3 sind Streamer, die ihre Kämpfe filmen

Die Hauptstory könnte im Vergleich zum Vorgänger als etwas dünner angesehen werden. Der Antagonist Handsome Jack hat im zweiten Teil die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Die neuen Antagonisten, die schlimmste Art von Streamern, haben es schwer, diesen Maßstab zu erreichen. Trotzdem bietet auch ihre Motivation Stoff zum Nachdenken. 

Wem die Story wichtig ist, dem empfehle ich, Borderlands 3 zumindest einmal im Alleingang zu spielen. Vieles der Story passiert über’s Hören, da man einfach den Stimmen der NPCs lauscht. Wenn dann im Sprach-Chat geredet wird, geht einiges unter.

Wie lang ist die Kampagne? Wer sich nur durch die Hauptkampagne schlägt, wird etwa auf 35 bis 40 Stunden Spielzeit in Borderlands 3 kommen. Dadurch wird das Spielerlebnis allerdings unbequemer.

Der Level-Unterschied zu den Gegnern, ohne die zusätzlichen Erfahrungspunkte durch Side-Quests, macht den Durchgang zäh. Es ist also zu empfehlen, einige Nebenquests mitzunehmen, auch weil sie einfach oft schön umgesetzt sind.

Borderlands 3 Kirche Tyreen und Troy
Alles dreht sich um die Kinder der Kammer, einem Kult um die Zwillinge Tyreen und Troy. Sie manipulieren die Massen als Streamer.

Das Endgame bietet vor allem Loot-Grind

Was ist das Endgame von Borderlands 3? Nach Abschluss der Kampagne schaltet ihr neue Modi für das Spiel frei, die das Endgame ausmachen. Diese erhöhen nochmal den Schwierigkeitsgrad und werfen besseres Loot ab.

Alles zum Endgame findet ihr hier:

Da das Grundspiel mit Hauptkampagne schon ziemlich umfangreich ist, war es mir nicht möglich, hinreichend in das Endgame zu schnuppern, um hier eine endgültige Aussage über Langzeitmotivation zu treffen. Das Endgame bietet für Loot-Hunter und Vielspieler einiges an Stoff nach der Kampagne mit besonderen Herausforderungen.

Borderlands 3 Athena

Es ist klar, dass es wieder Events und auch Story-DLCs geben wird, die einen sicherlich motivieren Borderlands 3 immer mal wieder rauszukramen und als Zwischen-Häppchen zu spielen. Ich schätze das ähnlich wie im Vorgänger ein und bin daher guter Dinge, dass die DLCs nochmal ordentlich reinhauen werden.

Ist das Endgame mit MMO-Shootern wie Destiny 2 zu vergleichen? Nein. Auch wenn Borderlands 3 über fortlaufende Updates die Züge von “Games-as-a-Service” zeigt, ist es jedoch keins. Die sozialen (Online-)Komponenten, die diese Spiele ausmachen, bleiben aus. 

Borderlands 3 ist nicht für die Ewigkeit gebaut. Irgendwann wird einfach die Luft raus sein, bis ein neuer Teil erscheint. Bis dahin kann man aber locker bis zu 100 Stunden und darüber hinaus im Spiel verbringen, bevor es wirklich eintönig wird.

Borderlands 3 Maya
Borderlands 3 spielt mit der Nostalgie und bringt alte spielbare Charaktere als NPC zurück.

Ist Borderlands 3 ein Spiel für mich?

Ihr solltet Borderlands 3 spielen, wenn …

ihr den zweiten Teil gespielt, für gut befunden habt und einfach mehr in größer und besser davon wollt. Euch sollte die abgefahrene Sci-Fi-Western-Welt gefallen, die sich selbst nicht immer ernst nimmt, aber seine Charaktere respektiert. Der Humor ist rabenschwarz und neigt manchmal zur Albernheit – das muss einem schon gefallen.

Sucht ihr ein lockeres Koop-Game, das ihr schnell mit jedem spielen könnt, ist Borderlands 3 für euch gedacht. Dabei trefft ihr auf eine Loot-Spirale, die an ein Diablo 3 erinnert.

Tipps zu Borderlands 3, die ich gerne vor dem Start gewusst hätte

Ihr solltet die Finger von Borderlands 3 lassen, wenn …

ihr ein endloses MMO-Game wie Destiny 2 oder Warframe erwartet und dieses auch zu eurem Glück braucht. Die sozialen Komponenten dieser Spiele, wie ein Multiplayer-Hub, bleiben ebenfalls aus. Genauso ist Borderlands 3 nichts für euch, wenn euch ein realistisches Setting mit genauso realistischer Grafik wichtig ist. Der grafische Look im Cell-Shading-Stil kann den einen oder anderen sicher abschrecken.

Unsere Kollegen bei der GameStar haben hier ein Test-Video erstellt.
Fazit & Bewertung
Autor(in)
Was gibt es noch groß über Borderlands 3 zu erzählen, was nicht schon gesagt ist? Ja, es ist einfach verdammt geil durch diese verruchte Welt zu reisen und sich durch die verrückten Gegner mit noch verrückteren Waffen zu ballern. Ich habe das Universum um die Kammerjäger und die gierigen Waffen-Konzernen ab dem zweiten Teil geliebt. Borderlands 3 lässt mich nur noch tiefer in dieses Universum abtauchen und liefert über die verschiedenen Planeten nun noch mehr Hintergründe.

Wirklich brilliant wird Borderlands 3 im Koop, damals wie heute. Diese wahnsinnige Welt gemeinsam entdecken ist so ziemlich das beste, was das Spiel zu bieten hat. Borderlands 3 macht es einem über den klugen Level-Sync noch einfacher. Es braucht nicht mal besonders viel Shooter-Erfahrung, um mit Borderlands 3 Spaß haben zu können. Es gibt schon einige Boss-Gegner, die kniffliger sind und an einen taktischen MMO-Raid erinnern. Aber ist man selbst erfahren, kann man durchaus die Unbeholfenheit eines jungen Spieler oder jemanden, der nicht tief im Genre steckt, ausgleichen.

Borderlands 3 bleibt ein Borderlands, wie man es von früher kennt. Es kommen einige Komfortverbesserungen oben drauf, durch die sich das Spiel runder anfühlt. Dazu zählen auch Dinge wie Gleiten und Klettern, die mittlerweile in Shootern ein Standard sind. Die Verbesserungen, die gemacht wurden, sind absolut sinnig und verbessern das Spiel ungemein. Gerade die neu umgestalteten Skill-Trees haben mich dazu verleitet, viel mit meinem Build zu experimentieren.

Borderlands 3 bietet jedoch keine Innovation und hebt das Genre des Loot-Shooters nicht auf ein neues Level. Es verbessert sich in seinem eigenen Kosmos und geht damit aus moderner Sicht einen Schritt zurück. Das könnte man als mutig, aber auch als gemütlich bezeichnen.
Es wird sicher den ein oder anderen Spieler geben, der dieser schrillen Welt entwachsen ist. Der Humor, der auch zu Albernheit und Fäkalsprache neigt, ist bestimmt nicht mehr für jeden geeignet - das ist aber gar nicht schlimm.

Gearbox hat es wieder geschafft: Borderlands 3 ist die Königin der Loot-Shooter und brilliert über die große, gemeinsame Entdeckungsreise nach verrückten Waffen, die einem einfach ein großes Lachen ins Gesicht zaubern müssen.
9
Sehr gut Ø Userwertung: 8.8
Gameplay
9
Langzeitmotivation
8
Story
9
Setting
9
Koop
10
Innovation
6
Pro
  • Überdurschnittliche große Vielfalt an Loot
  • Umfangreiche Story für einen Loot-Shooter
  • Einsteigerfreundlich über gutes Tutorial
  • Sinnige Komfort-Verbesserungen zu Vorgängern
  • Koop mit unterschiedlichem Level und Skill möglich
  • Abwechslungsreiche Gegner
  • Guter Mix aus lockeren und kniffligen Boss-Kämpfen
  • Content nach dem Endgame mit Events, Hard-Mode und DLCs
  • Vielfältige Nebenquests
Contra
  • Animationen sind in der Mimik steif
  • Effekt-Gewitter nimmt manchmal ganzen Bildschirm ein
  • Hauptkampagne hat etwas dünnere Story als Vorgänger

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