Ich hab 2 Tage in Herr der Ringe verbracht und Freundschaft und Zusammenhalt erlebt – So waren die Tolkien Tage 2026

Vom 28. bis 31. Mai 2026 fanden die Tolkien Tage in Geldern-Pont statt und erweckten die Welt rund um Herr der Ringe zum Leben. MeinMMO-Redakteur Alex war vor Ort und konnte sich kaum davon loslösen.

Die Tolkien Tage am Niederrhein in NRW gibt es als Veranstaltung nun schon seit fast 20 Jahren. Damals, im Jahr 2007, handelte es sich dabei um eine Veranstaltung im Geldener Wasserturm mit rund 200 Besuchern. Veranstaltet wird das Ganze vom Verein der Deutschen Tolkien Gesellschaft (kurz DTG), vorrangig durch den Stammtisch des linken Niederrheins.

Seit 2019 findet das Ganze auf dem vereinseigenen Gelände in Geldern-Pont statt. Im Fokus steht dabei, interessierten Besuchern nicht nur das Leben und die Werke von J. R. R. Tolkien und damit auch die Welt um Mittelerde und Herr der Ringe greifbar zu machen, sondern auch die vielfältige Vereinsarbeit der DTG zu präsentieren.

Während der Tolkien Tage vom 28. bis 31. Mai 2026 beehrten rund 15.000 Besucher das Event und ließen sich von Open-Air-Kino, Konzerten, eindrucksvollen Kulissen und Kostümen sowie kreativen Programmpunkten, Workshops und Lesungen begeistern.

Auch ich war für 2 Tage vor Ort und wurde vor allem von einer Sache verzaubert: der Art und Weise, wie hier durch den leidenschaftlichen Einsatz von rund 350 ehrenamtlichen Menschen Tolkiens Vermächtnis zum Leben erweckt wird.

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Marco von Nerdkultur analysiert Der Herr der Ringe

Ein Bild von Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt

Wenn man das Gelände der Tolkien Tage in Geldern-Pont betritt, wird man unweigerlich von der dort herrschenden Atmosphäre eingefangen. Es lässt sich schwer in Worte fassen, wie herzlich, leidenschaftlich und offen die Menschen sind. Überall herrscht reges Treiben und wo man auch hinsieht, tauschen sich Darsteller in Kostümen mit den Besuchern aus. Über ihre Kostüme, die Filme, die Werke von Tolkien.

Abseits von Marktständen, wie man sie auch von typischen Mittelaltermärkten kennt, fällt hier schnell auf: Das ist alles andere als ein „normaler“ Mittelaltermarkt. Klar, im Fokus steht Tolkien mit seinen Werken rund um Herr der Ringe und Mittelerde, aber das ist nicht der einzige Unterschied.

Vielmehr tauchen Besucher durch die aufgebauten Kulissen selbst tief in die Fantasywelt ein. Cosplayer und LARPer, denen Authentizität und Wiedererkennbarkeit besonders wichtig sind, füllen sie zusätzlich mit Leben und verwandeln das Gelände in eine Art buntes, lebendiges Museum, das einem kaum eine andere Wahl lässt, als freudig daran teilzunehmen.

Und das Konzept überzeugt. Viele Besucher, mit denen ich zwischendurch gesprochen habe, sind nicht zum ersten Mal bei den Tolkien Tagen oder haben zumindest vor, im nächsten Jahr wieder durch das Event in Mittelerde einzutauchen. Und ich verstehe das.

Die ganze Atmosphäre kreiert eine Art Kuppel, in der man sich schnell zuhause fühlt und in der man gern verweilen möchte. Sie heißt einen regelrecht willkommen und lässt so Tolkien, für den Freundschaft, Vertrauen und eine besondere Liebe zur Natur immer im Fokus standen, aufleben.

Und das spiegelt sich auch im Ursprung und den Menschen hinter dem Event wider.

„Selbst der Kleinste vermag den Lauf der Geschichte zu verändern.“

„Selbst der Kleinste vermag den Lauf der Geschichte zu verändern.“ – ein Zitat, das jeder Fan von Herr der Ringe kennen dürfte. Und treffender lässt sich das Interview, das ich mit Annika Röttinger, Pressesprecherin der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V., geführt habe, kaum zusammenfassen.

Denn neben einer wirklich langen Vereins- und Veranstaltungsgeschichte steckt vor allem auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl in den Wurzeln der Tolkien Tage. Denn die Idee war nicht von vornherein, ein so großes Event aufzuziehen, wie Annika mir erzählte:

Es war jetzt nie das Ziel: „Wir machen das hier in, ich sag mal, Festivalgröße“, sondern das ist einfach so eine Entwicklung gewesen, die auch aus ganz vielen Netzwerken, aus „man kennt sich“, „bekloppte Leute haben bekloppte Ideen“… sag ich mal so ganz frei von der Leber weg, entstanden ist. Wir sind als Verein auch einfach mega vernetzt, und da, wo Leute einfach Lust haben, etwas zu organisieren und Arbeit zu investieren, erntest du halt auch irgendwann richtig tolle, pralle Früchte.

Also, das hat sich einfach so entwickelt. Dass man einfach mit dieser Leidenschaft und dem Zusammenhalt gemeinsam so viel bewegen kann. Weil, wenn du dann siehst: „Boah, guck mal, wir können hier Rohan aufbauen!“, das natürlich anspornt, immer weiterzumachen.

Ein Ort für alle zu sein, läge dem Verein besonders am Herzen und das wolle man auch bei den Tolkien Tagen leben und jedem Menschen einen Safe Space bieten. Und das sei auch ein großer Punkt, warum so viele, die in Kontakt damit kommen, daran hängenbleiben und immer wiederkommen oder sich sogar selbst in die Organisation und den Verein einbringen.

Alle haben hier so ihren Platz. Das, was ja bei Tolkien, finde ich, auch so heraussticht, ist, dass die kleinen Leute, von denen du es gar nicht erwartest, die es von sich selbst auch nicht erwarten, dass sie einen Impact haben in der Welt. Dass es genau diejenigen sind, die am Ende den Tag retten. Und das ist halt das, wo ich finde, das kannst du auf alle Lebenslagen übertragen, egal in welcher Situation du steckst, du kannst aus Tolkien so viel Mut schöpfen. Und das ist das, was wir hier wirklich auch leben und auch die Lagergruppen untereinander. Und dieses harmonische Miteinander lädt einfach ein zu mehr.

Und genau diesen Geist spüre ich auch stark, während wir für unser Interview auf der Bank mitten im Lager Rohans sitzen. Darsteller und Crew-Mitglieder bemerken, worüber wir sprechen, und tragen ihren Teil dazu bei. Man merkt, wie stolz alle auf das sind, was sie gemeinsam geschafft haben, und wie leidenschaftlich sie über die Gemeinschaft und die darin entstandenen Freundschaften sprechen. Und das steckt an.

Mich haben die Tolkien Tage jedenfalls verzaubert und in ihren Bann gezogen. Man merkt die Leidenschaft, die der Verein in seine Veranstaltung steckt, und dass kein kommerzieller Hintergedanke darin steckt, sondern vor allem eines: die Liebe zu Mittelerde und Tolkiens Werken mit Gleichgesinnten zu teilen.

Neben Freundschaft spielt auch Heldentum eine tragende Rolle in Tolkiens Werken. Und was vielen nicht bewusst ist, ist, dass er selbst die größten Auswirkungen in den oft unscheinbaren Dingen sieht: Tolkien selbst bestätigte, wer der wahre Held in Herr der Ringe ist: Es ist weder Gandalf noch Frodo

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