Das Survivalgame Valheim hat sich zum Überraschungs-Hit auf Steam entwickelt. Es gibt aber etwas Kritik an der Grafik, die MeinMMO-Autor Andreas Bertits als „alter Sack“ nicht nachvollziehen kann.
Trotz Bewertungen von 96% auf Steam gibt es auch Kritik am Survivalgame Valheim. Unter anderem ist es die Grafik, die manchem Spieler nicht so gut gefällt. Dass diese im ersten Moment etwas Stirnrunzeln verursachen kann, ist auch verständlich. Denn der Steam-Hit Valheim setzt auf einen recht pixeligen Look.
Die Figuren lassen Details – vor allem bei den Gesichtern vermissen – und Texturen wirken sehr grob. Da ist man im Jahr 2021 schon anderes gewöhnt.
Was sagen Spieler zur Grafik von Valheim: Wir haben hier einige Stimmen aus der Steam-Community zur Grafik des Survivalgames zusammengefasst:
- pjok schreibt auf Steam: „Die Grafik hat es mir wirklich versaut, konnte nicht damit umgehen. Es ist 2021, aber das Spiel sieht aus, als wäre es 10 Jahre alt. Ich habe eine Rückerstattung angefordert.“
- Overdose meint (via Steam): „Hochgradig überbewertet. Bietet die gleiche Erfahrung wie Spiele wie Conan Exiles oder Ark mit wirklich schrecklicher Grafik und noch weniger Geschichte.“
- Noffy zeigt sich ebenfalls wenig begeistert von der Grafik (via Steam): „Die Grafik sieht aus, als hätte sie sich seit den späten 90ern/frühen 2000ern nicht entwickelt. Die Kombination aus unscharfer Low-Poly-Grafik und übertriebener Beleuchtung lässt das ganze Spiel einfach unscharf aussehen. Ich glaube, ich habe 3-4 Mal in den Grafikeinstellungen geschaut, nur um sicherzugehen, dass ich die Optionen nicht falsch auf einem zufälligen Grafikschieber eingestellt hatte.“
Es gibt aber auch positive Stimmen, denn gerade das Licht erschafft eine wirklich stimmungsvolle Atmosphäre in Valheim.
- PastorWarburn meint auf Steam: „Ein sehr schönes Spiel mit Pseudo-Retro-Grafik.“
- Beardo schreibt auf Steam: „An manchen Orten ist die Grafik so wunderschön, das ist schon fast unfassbar.“
Darum weckt die Grafik nostalgische Gefühle
Ich spiele Videospiele seit Anfang der 1980er Jahre. Mein Vater besaß eine Konsole, auf der wir damals Pong gespielt haben. Von Pong wechselte ich zur Intellivision- und Atari-Konsole und dann zum C64 und dem Amiga, bevor ich schließlich beim PC landete.
In den 1980er-Jahren war Pixelgrafik das Nonplusultra. Blockige Figuren, die kaum als solche zu erkennen waren, wanderten durch einfarbige Dungeons, um auf Monster zu treffen, bei denen nicht ersichtlich war, was sie eigentlich darstellen sollten. Und trotzdem hatte ich unheimlich viel Spaß. Ich denke heute noch gerne an diese Zeit zurück.

Ich stellte mir immer vor, wie diese Dungeons wirklich aussehen würden, welche Monster das sein könnten und wie cool meine Spielfigur mit schimmernder Rüstung und großem Breitschwert aussehen würde. Ich brauchte das nicht zu sehen, denn es spielte sich vor meinem geistigen Auge ab.
Die grafischen Unzulänglichkeiten der damaligen Zeit regten meine Fantasie an. Ich zeichnete meine Spielfiguren, so, wie ich sie mir vorstellte und verglich sie dann mit den Zeichnungen meiner Freunde, welche das Spiel ebenfalls zockten. Wir sprachen über unsere Abenteuer, gefährliche Situationen, die wir erlebten und Twists in der Story, die wir nur zu lesen bekamen. Für uns war das damals so realistisch, als hätten wir die Spiele mit High-End-Grafik aus dem Jahr 2021 gespielt.
In den 1990er und Anfang der 2000er-Jahre verbesserte sich die Grafik zwar deutlich, dennoch spielte die eigene Fantasie noch immer eine wichtige Rolle. Besonders bei den ersten Spielen mit detailarmer 3D-Polygongrafik, die zwischen Mitte und Ende der 1990er-Jahre aufkamen.

Valheim lässt in mir diese Gefühle von früher wieder aufkommen. Ich sehe nicht genau, wie meine Spielfigur aussieht. Ihr Gesicht ist verwaschen, pixelig und detailarm. Und dennoch stelle ich mir hier einen wettergegerbten Wikinger mit kantiger Nase, buschigen Augenbrauen und Narben im Gesicht vor.
Eine nebelverhangene Lichtung im Wald, die vom Mondlicht erhellt wird, mag in Valheim nicht ganz so realitätsnah aussehen, wie in modernen Rollenspielen und dennoch stehe ich im Spiel da und denke mir, was dort wohl auf mich lauern mag.
Ich verharre einfach, wenn die Sonne über dem Wasser aufgeht und erschrecke mich, wenn der Boden erzittert und ein Troll zwischen den Bäumen hindurch stapft – auch wenn er, zugegebenermaßen, sehr kantig und eigentlich wenig angsteinflößend dargestellt ist.
Ich verstehe absolut, wenn besonders jüngeren Spielern die Grafik von Valheim nicht zusagt. Sie sind wohl einfach anderes gewöhnt. Ich, als „alter Sack“, der in den 1980er-Jahren mit pixeliger und kantiger Klötzchengrafik zurechtkommen musste, freue mich darüber.
Denn die Grafik von Valheim fühlt sich für mich nach einer Zeitreise an. Eine Reise zurück in meine wundervolle Kindheit, in der Grafik gar nicht wichtig sein konnte und ich deswegen meiner Fantasie viel mehr freien Lauf lassen durfte, als ich das heute in Spielen mit beinahe fotorealistischer Optik tun kann.
Deswegen bin ich den Entwicklern von Iron Gate überaus dankbar, dass sie sich für diesen Low-Poly-Pixellook für Valheim entschieden und mir so ein Stück meiner Kindheit und Jugend zurückgebracht haben.
Was haltet ihr von der Grafik, die Valheim zu bieten hat? Ist euch das Spiel zu pixelig oder findet ihr die Optik gut?
Auch MeinMMO-Autor und Survival-Experte Benedict Grothaus zeigt sich begeistert vom Spiel. Er verrät in seinem Anspielbericht, was Valheim so gut macht.
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!



















