FIFA 21 – Ex-EA-Boss sieht Packs nicht als Glücksspiel: „Die Leute lieben es“

Rund um FIFA 21 kommt es immer wieder zu Diskussionen hinsichtlich der Thematik Packs, die teilweise als Loot Boxen und verstecktes Glücksspiel kritisiert werden. Ein ehemaliger Boss von EA Sports kommentierte das Thema nun und verteidigte die Mechanik.

Wer spricht da? Im Interview mit dem Portal GamesIndustry.biz äußerte sich mit Peter Moore eine ehemalige Führungskraft von EA Sports zum Thema Packs in FIFA. Moore blickt auf eine lange Karriere zurück: Nach hohen Positionen bei Sega und Microsoft schloss sich Moore 2007 EA Sports an, leitete dort die kompetitive Sparte und wurde 2012 zum COO ernannt. 2017 zog Moore weiter zum FC Liverpool, wo er CEO wurde, schließlich wechselte er jüngst in den Vorstand on Nifty Games.

Überraschung statt Glücksspiel?

Das sagt Moore über Packs: Das Portal befragte Moore im Zuge seines Wechsels zu Nifty Games zu der Kritik an den Packs bei FUT in FIFA. Aus Sicht von Moore handelt es sich bei diesen allerdings nicht wirklich um eine Glücksspielmechanik.

Es handele sich eher um ein Konzept, dass Sammelbildchen oder Wundertüten ähnelt, bei denen die Überraschung im Vordergrund steht: “Die Leute liebten es. Ich denke, dieses Gefühl der Ungewissheit und ‘Was wirst du bekommen?’ und dann bang, Ronaldo oder Messi kommen heraus und das ist eine wunderbare Sache.”

Schon 2019 hatte Electronic Arts im Zusammenhang mit Packs von “Surprise Mechanics” gesprochen und sie mit Überraschungs-Eiern verglichen.

Chancen in Packs FIFA 21
Die Chancen auf schwache Spieler in Packs sind höher, als auf gute

Man würde immer etwas bekommen, so Moore: “Es ist nicht so, dass man die Packs öffnet und da stecken keine Spieler drin”. Zu bedenken ist hier allerdings, dass die Chancen auf besonders gute Spieler aus Packs sehr niedrig ist.

Aus Moores persönliche Sicht bestehe bei den Packs aber ein Unterschied zu Glücksspiel. Das Konzept “Überraschung und Freude” sei weit von “Glücksspiel” entfernt:

“Man kauft oder grindet sich hoch, um ein Gold-Pack zu bekommen, man öffnet es und ist entweder glücklich oder man denkt, es ist ein beschissenes Pack. Ich sehe das nicht als Glücksspiel per se an – aber auch das ist nur meine persönliche Meinung als Außenstehender im Moment.”

Peter Moore gegenüber GI.biz

Gleichzeitig verstehe er aber das Hinterfragen von Loot Boxen und dass es hier Kritik gebe. Er spricht dabei einen “anderen EA Titel” an. Ein Spiel, bei dem dies ein großes Thema war, war Star Wars Battlefront II, wo Loot Boxen später entfernt wurden.

Löste die Debatte aus: Lootboxen in Battlefront 2
Bei Star Wars Battlefront 2 sorgten Lootboxen für eine Menge Ärger.

Bei dem Star Wars Battlefront 2 habe EA sich nach dem kritischen Feedback umentschieden und eine Entscheidung rückgängig gemacht: “Eine Sache, in der sie immer gut sind, ist es, Feedback zu bekommen und zu erkennen: ‘Weißt du was, das hätte ich wahrscheinlich nicht tun sollen’ oder ‘Das war die falsche Entscheidung, es war nicht gamer-first’, und dann zurückzunehmen und eine andere Entscheidung zu treffen.”

In FIFA 21 sind Packs weiterhin ein großer Bestandteil, die mit der In-Game-Währung Münzen, aber auch mit der Echtgeld-Währung FIFA Points gekauft werden können. Der entscheidende Punkt hinsichtlich der Mechaniken, so Moore, seien aber, ob Spieler sie mögen.

Die Zahlen sprächen für sich, so Moore: “Wenn man es spielt, liebt man es. Eine der einzigen Beschwerden, die wir über Ultimate Team bekamen, als ich bei EA war, war, wenn die Server ausfielen und sie nicht spielen oder ihre Packs öffnen konnten.”

Das Thema Glücksspiel und Packs hat sich mittlerweile aber bei vielen Spielern festgesetzt. Auch FIFA-Profi Tim Latka hatte dies vor dem Release von FIFA 21 angesprochen und betont, kein Geld für Packs ausgeben zu wollen – aus Verantwortungsbewusstsein.

Quelle(n): GamesIndustry.biz
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Tomas Stefani

Dann ist es halt Pay to Win…wo ist da der unterschied. Und das bei einem vollpreis Titel.
Ich würde ja mein Maul halten wenn das gameplay mal halbwegs gut wäre,und die server anständig funken würden.
Fifa ist ein 0815 spiel mit lizenz, und von einer Fußball sim weit entfernt.

CrypticDawn

Heroinabhängige leiben auch Heroin und sehen das auch nicht als Drogen an^^

Crank Drunken

Ja . . . so wie bei jeder Sucht. Man liebt den Moment wenn Mal ein guter Spieler raus kommt, allerdings hasst man es jedes Mal wenn man ein Pack aufmacht, vor allem wenn nur Mist drinne ist (was zu 95 % der Fall ist). Kann man wunderbar auf nen einarmigen Banditen übertragen.

Vor allem gibt FIFA jede Woche wieder gute Gründe der sucht zu frönen da ja ein Spezialteam nach dem anderen raus kommt. Ja, es gibt mittlerweile auch Möglichkeiten sich Spieler über Ziele oder SBCs zu erspielen, allerdings ist die Anzahl dieser zu den Spielern die über Packs erhaltbar sind relativ gering.

Wenn der Modus ab 18 wäre würde ich nix sagen, da ist ja jeder selber verantwortlich. Aber da das Spiel keine Altersbegrenzung hat und viele viele Minderjährige das Spiel spielen ist es eigentlich eine Frechheit solche Glücksspielinhalte ohne Abgrenzung anzubieten.

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