Ich habe 18 Jahre auf diesen Anime gewartet: Ein brutaler Isekai hat meine Obsession für die Bronzezeit entfacht

Anatolia Story Anime Adaption Bronzezeit Titelbild

MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß kann Isekai-Animes wirklich nicht leiden. Aber genau so eine Story von 1995 bekommt im Juli einen Anime und entfacht eine 18 Jahre alte Obsession neu.

Meine ersten Mangas waren Geschichten für vorrangig Jungs: Yu-Gi-Oh!, Gundam Wing, One Piece und Naruto. Romance kommt da allerdings grundsätzlich immer etwas kürzer, und als 14-Jährige fand ich Liebesgeschichten auch richtig blöd.

Das änderte sich erst, als mir Anatolia Story in die Finger kam: Darin wird die 15-jährige Japanerin Yuri aus den Neunzigern in ein großes Reich aus der Bronzezeit entführt. Im Fokus stehen die erhoffte Heimreise der Heldin, ihre Verbündeten und erst später die sich langsam entwickelnde Romanze.

Gehookt haben mich damals Yuris nachvollziehbares Handeln, ihre Kompetenz und das einzigartige Setting: Es basiert auf dem historisch belegten Reich der Hethiter auf dem Gebiet der heutigen Türkei. So wurde meine Obsession mit der Bronzezeit und ihrem mysteriösen Ende geboren.

Anatolia Story erschien erstmals 1995 in Japan. Und am 7. Juli 2026, ganze 31 Jahre später? Jetzt wird es endlich eine Anime-Adaption geben und ich kann es nicht mehr erwarten, obwohl noch nicht mal bekannt ist, wo die Serie gestreamt wird. Wir haben euch hier den Trailer via YouTube eingebettet:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Link zum YouTube Inhalt

Anatolia Story ist brutal wie Game of Thrones und die Heldin kein Isekai-Übermensch

Wie der Anime wird, wissen wir aktuell noch nicht. Ich schreibe hier entsprechend über die Manga-Vorlage von Chie Shinohara. Darin geht es teilweise ziemlich brutal zu, und das ist tatsächlich gut so, da es der Geschichte Gravitas und Ernsthaftigkeit gibt.

Heldin Yuri überlebt die ersten Kapitel nur, weil sie Verbündete findet, die sie unterstützen oder zumindest ihre Gegner behindern wollen. Yuri soll als Menschenopfer an die Götter den Thron für den jüngsten Königssohn sichern. Das kann ihr erster Verbündeter und spätere große Liebe Prinz Kail noch verhindern. Daraufhin geraten aber andere Leute aus Kails und Yuris Umfeld ins Visier der Antagonisten:

Ein Junge, der Yuri hilft, wird gehäutet, und eine gute Freundin von Yuri als Sündenbock gehängt. Die raue Welt der gnadenlosen Kapitalstrafen, wie man sie aus bronzezeitlichen Geschichten kennt, wird nicht weichgespült.

Taten haben Konsequenzen, die teilweise so heftig sind, wie in Game of Thrones.

Anatolia Story – In Deutschland lesen?

Die Manga-Vorlage von Anatolia Story erschien zwischen 2005 bis 2011 vollständig bei Egmont Manga und Anime. Leider sind die Bände heutzutage fast überall vergriffen. Second Hand kann man sie noch via Amazon, Kleinanzeigen und eBay erhalten – allerdings zu entsprechend hohen Preisen.

In seltenen Fällen werden Manga-Reihen neu aufgelegt, wenn es einen entsprechenden Anlass gibt. Zumindest in den USA erscheint die Reihe als eine 3-in-1-Edition aktuell neu. Der abschließende 9. Band wird im Oktober 2026 veröffentlicht. Mit etwas Glück findet diese Edition ihren Weg auch nach Deutschland.

Yuri selbst beginnt ihre Reise als leicht naives Mädchen mit einer guten Portion Idealismus und japanischem Pazifismus. Sie entwickelt sich erst mit der Zeit zu einer jungen Frau mit Selbstbewusstsein und dem Mumm, auch hinter ihren Idealen zu stehen und sie durchzusetzen.

Aber: Yuri ist weder eine nervige Shojo-Heulsuse, die ständig gerettet werden muss, noch eine weibliche Version des übermächtigen Isekai-Protagonisten.

Anders als moderne Helden des Genres hat sie auch keine Hilfsmittel. Handys zum Beispiel waren in den Neunzigern noch nicht so weit verbreitet. Sie weiß auch gar nicht, wo genau sie gelandet ist. Vermutlich wurde die Bronzezeit in japanischen Schulen nicht ganz so detailliert besprochen, dass sie sich direkt historisch und kulturell auskennen könnte.

Natürlich gibt es in der Story Magie, sonst würde Yuri gar nicht in der Vergangenheit landen. Sie wird aber eher sporadisch eingesetzt, zum Beispiel, um ihr mit einem Zungenkuss die Landessprache zu übertragen. Aber eben nicht, um Deus-Ex-Machina-mäßig alle Probleme zu lösen.

Anatolia Story hat eine in der realen Geschichte verwurzelte Story mit leichten Fantasy-Elementen, die schonungslos ihre Konsequenzen mit sich bringt. Die Heldin ist von Anfang an sympathisch und ihre Charakterentwicklung nachvollziebar.

Anatolia Story ist perfekt für alle, die auch mit Akatsuki no Yona schon Spaß hatten:

Video starten
Akatsuki no Yona: Prinzessin der Morgendämmerung – Trailer zum Anime

Verdammt ich will wissen, wie die Bronzezeit endete!

Für mich ist aber das Beste, dass Anatolia Story so stark mit nachweisbaren Fakten verbunden ist. Fast alle auftauchenden Nebencharaktere haben Vorbilder, die tatsächlich gelebt haben. Prinz Kail basiert zum Beispiel auf dem hethitischen Großkönig Muršili II und auch seine Familienmitglieder haben ihre entsprechenden Auftritte.

Ich bin, seitdem ich Anatolia Story gelesen habe, selber absolut von der Bronzezeit fasziniert. Weil mir der Manga so viele tolle Details über die Hethiter lieferte, wollte ich unbedingt wissen, wie nah die Geschichte an den tatsächlich belegbaren historischen Ereignissen dran ist. Die Antwort? Sehr nah.

Im Grunde hat Chie Shinohara eine Low-Fantasy-Romance in den bestehenden belegbaren Kontext verwoben, der zum Entstehungszeitpunkt des Mangas aktuell war. Bis auf die magischen Elemente wie die Zeitreise, könnte Anatolia Story so passiert sein.

Das macht aber die abschließenden Worte aus Band 28 nicht besser, die das reale Schicksal des Reiches erzählen: Die Hethiter verschwinden wenige Jahrhunderte später einfach während des Zusammenbruchs der Bronzezeit.

Innerhalb von nur etwa 80 Jahren gehen die meisten großen Reiche, die die vergangenen Jahrhunderte prägten, zu Grunde – von den Hethitern bis zu den Mykenern. Sogar Ägypten erholt sich nie ganz von diesem heftigen Schlag.

Aber warum ging die Bronzezeit zu Ende und vor allem, in derart kurzer Zeit? Das ist bis heute nicht verbindlich geklärt. Dabei will ich doch endlich wissen, was passiert ist. Ich will wissen, warum große, organisierte und auch florierende Reiche einfach vom Erdboden verschwunden sind.

Entsprechend verschlinge ich jegliche Neuerkenntnis dazu, wenn sie rauskommt.

Bis die Archäologie uns aber finale Antworten dazu bringt (wenn wir es denn jemals erfahren sollten), begnüge ich mich mit den Wissenshappen, die bisher bekannt sind. Und natürlich mit Anatolia Story. Ich hoffe wirklich sehr, dass der Anime dem Original treu bleibt. Damit wird mein Streaming-Sommer übrigens richtig voll. Zum einen startet demnächst die vorletzte Staffel von The Legend of Vox Machina, zum anderen werde ich mich hoffentlich nach bester Game-of-Thrones-Manier bei House of the Dragon zerstören lassen.

Quelle(n):
  1. Crunchyroll
  2. VAP

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
0
Sag uns Deine Meinungx