Diablo 3 war ursprünglich als MMO geplant, sagt der Ex-Chef von Blizzard North

Die Diablo-Reihe ist eigentlich das Kind von David Brevik, dem Mit-Gründer und ehemaligen Chef von Blizzard North. Der hat jetzt Einblicke in die Geschichte von Diablo 2 und Diablo 3 gegeben. Besonders interessant: Seine Version von Diablo 3 wäre ein Mix aus Action-RPG und MMO geworden. An dieser Vision arbeitete sein Team vor mehr als 15 Jahren.

Wer ist das? David Brevik (53) ist sowas wie der Urvater von Diablo. Der hat sich viele Inspirationen für das spätere Hit-Spiel schon als Kind ausgedacht. Als er 25 war, gründete er mit Erich und Max Schaefer zusammen das Studio Condor und entwickelte das erste Diablo.

Vorm Release des Spiels im Jahr 1996 machte man gemeinsame Sache mit Blizzard, verkaufte denen das Studio und wurde zu „Blizzard North“.

Brevik blieb 7 Jahre bei Blizzard, machte noch den Design Lead für Diablo 2 (2000), bevor er sich 2003 von Blizzard verabschiedete. Er arbeitete dann an Hellgate London (2007) mit und entwickelte sein persönliches Baby Marvel Heroes (2013). Das war ein Action-MMO, das aber unter tragischen Umständen eingestellt wurde.

Das sagt Brevik zu Diablo 2: Brevik hat jetzt in einer Reihe von Tweets über die Diablo-Reihe gesprochen. So erklärt er, warum es zu Diablo 2, obwohl das ein Mega-Hit war, nur eine Erweiterung gab.

Er sagt etwa:

  • Eine 2. Erweiterung war designed, aber wurde nie produziert
  • Die Erweiterung lag zeitlich vorm Patch 1.10
  • Es waren neue Klassen, neue Gebiete, neue Mechaniken und Story-Ideen geplant – als eine der neuen Klasse war ein Kleriker im Gespräch
  • An der 2. Erweiterung zu Diablo 2 arbeitete Brevik in den Monaten, bevor er Blizzard verließ.
Diablo 2 ist 2021 wieder ein Thema, denn angeblich arbeitet ein Team von Vicarious Visions an einem Diablo 2 Remastered. Man rechnet damit, dass Diablo 2 Remastered auf der BlizzConline vorgestellt werden könnte.

Diablo 3 als Action-MMO: “Es war richtig spannend”

Das sagt Brevik zu Diablo 3: Der Diablo-Vater sagt auch, er und sein Team hätten damals, so um 2002 rum, an ihrer Version eines Diablo 3 gearbeitet. Man habe da viele interessante Ideen gehabt: Ihr Diablo 3 hätte sich gravierend von den anderen Diablo-Spielen unterschieden. Man wollte einen Mix aus Action-RPG und MMO machen.

Doch die MMO-Version von Diablo 3 kam nicht zu Stande, weil viele von Blizzard North das Team verließen und Blizzard dann in der Entwicklung noch mal von vorne begann.

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Und warum bekam Diablo 3 keine 2. Erweiterung? Ironisch: Auch zu Diablo 3 kam nur eine einzige Erweiterung. Denn das Spiel hatte zum Release einen “Geburts-Fehler”, ein Echtgeld-Auktionshaus, mit gravierenden Konsequenzen.

Weil Blizzard das Auktions-Haus früh entfernte, fehlte Diablo 3 offenbar eine Möglichkeit, konstant Geld zu verdienen. Das hemmte die Weiterentwicklung des Spiels und auch die Entwicklung einer 2. Erweiterung für Diablo 3.

Die Infos zu Diablo 3 kommen allerdings nicht von Brevik, der war da schon lange weg und äußert sich nur verhalten zu seinen Projekten bei Blizzard, weil er nicht weiß, wie das mit den Rechten ist. Blizzard könnte ja aus seinen ehemaligen Konzepten noch was machen.

Ursprüngliche Entwickler von Diablo sagen: Blizzard hat sich total geändert

Brevik setzte Vision für sein Diablo 3 dann doch noch um

Hat Brevik seine Idee umgesetzt? Ja, das hat er. Viele der Ideen, die Brevik für Diablo 3 hatte, konnte er in „Marvel Heroes“ umsetzen, einem kostenlosen Hack’n Slay mit Marvel-Superhelden, das 2013 für den PC erschien.

Marvel Heroes hatte aber eine seltsame Entwicklungs-Kurve:

Marvel Heroes Captain America 2
Marvel Heroes war in vieler Hinsicht das “Diablo 3, das es nie gab.”
  • Ab 2017 war bei Marvel Heroes dann der Wurm drin: Das Studio veröffentlichte eine neue Version für PS4 und Xbox One und entwickelte die als „Marvel Heroes: Omega“ weiter. Die Core-Fans auf dem PC kritisierten, „ihre Version“ werde vernachlässigt.
  • Noch im selben Jahr gab Disney bekannt, dass sie nicht mehr mit dem Studio zusammenarbeiten und Marvel Heroes musste schließen.

Heute arbeitet Brevik an „It Lurks Below“, einem Survival-RPG in Pixelart, das 2019 auf Steam erschien.

Seit dem Ende von Marvel Heroes und weil Diablo 4 so lange auf sich warten lässt, haben viele Diablo-Fans einen akuten Hunger nach “Hack’n Slays”. Wir stellen euch auf MeinMMO die besten Alternativen vor:

Spiele wie Diablo – Wer braucht Diablo 4? Hier sind 11 aktuelle Alternativen

Das Titelbild stammt aus einem YouTube-Video von Rhykker: Brevik sprach 2020 auf der ExileCon, das ist die Messe von “Path of Exile”, das für viele mittlerweile eine starke Alternative zu Diablo 3 darstellt.

Quelle(n): Eurogamer
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Todesklinge

Ein World of Diablo wäre schon geil.
Dafür müsste World of Warcraft sterben, das könnte nach World of Diablo als World of Warcraft 2 erscheinen (neue Engine, vielleicht eine andere Zeitlinie).

Das würde dem Unternehmen wieder frischen Wind geben.

World of Starcraft wäre auch ne Alternative.

Tronic48

Ich kann es nicht oft genug sagen.

Marvel Heroes war ein Super H&S mit MMO Part was ich wahrscheinlich auch heute noch Spielen würde wenn es den noch da wer.

Echt schade drum.

Meiner Meinung nach sollte auch jedes weiter H&S eine Open World haben, eben wie ein MMO sein nur eben mit Draufsicht von oben, das ist die Zukunft.

Hätten die Hersteller von Wolcen und Torchlight 3 ihre Spiele so Releaset wie sie eigentlich geplant waren, nämlich mit einer Open World, wer weis wie es dann mit dem Erfolg ausgesehen hätte, wahrscheinlich viel besser als es jetzt der Fall ist.

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