Ich habe tagelang Valheim gezockt – Das macht das neue Survival-Game so gut

Das neue Survival-Game Valheim hat einen steilen Start auf Steam hingelegt. Zehntausende Spieler zocken bereits und auch MeinMMO-Autor und Survival-Experte Benedict Grothaus hat es sich angesehen. Er ist begeistert von Valheim und erklärt, warum es so gut ankommt.

Was ist Valheim? Das neue Survival-Game startete am 2. Februar auf dem PC in den Early Access auf Steam. Ihr spielt darin einen Wikinger, der nach seinem Tod in der namensgebenden Welt Valheim um die Gunst der nordischen Götter kämpft.

Dabei müsst ihr für euer Überleben sorgen, Ressourcen sammeln, die Welt erkunden und ihr sucht und tötet mächtige Monster und sogar Bosse. Im Kern ist Valheim so etwas wie Minecraft trifft Dark Souls.

Die Grafik des neuen Spiels ist etwas gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt zeitgemäß. Pixel und Polygone begrüßen euch und erinnern an Spiele von vor 10 bis 20 Jahren. Dennoch hat mich das Spiel bereits am ersten Wochenende für viele Stunden gefesselt.

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Der Launch-Trailer von Valheim. Nicht die modernste Grafik, aber erstklassiges Gameplay.

So lange habe ich gespielt: Am ersten Wochenende nach Release habe ich Valheim bereits über 25 Stunden lang gespielt. Etwa 20 Stunden davon fielen auf Solo-Spiel mit Erkundung und Kennenlernen der Welt. Weitere 5 Stunden habe ich im Koop mit drei weiteren Spielern gezockt.

Nachdem Valheim einen enorm starken Start auf Steam hatte, erkenne ich nun, warum es so gut ankommt und kann mit Sicherheit sagen: für Survival-Fans ist es genau das Richtige.

Die Grundlagen – So muss Survival anfangen

Das ist der Start in Valheim: Nachdem ihr von einer Walküre in Valheim abgesetzt werdet, erscheinen Odins Raben Hugin und Munin und erklären euch das Spiel – oder zumindest die Grundzüge.

Durch die beiden lernt ihr grundlegende Mechaniken wie das Sammeln von Nahrung und Ressourcen, den Bau von Gebäuden, Erkundung und Kampf. Gerade am Anfang ist es wichtig, auf sie zu hören und sich genau durchzulesen, was sie zu sagen haben.

Der Start selbst ist dann recht ähnlich wie in jedem Survival-Spiel:

  • ihr sucht Nahrung
  • ihr sammelt Holz und Steine für das erste Werkzeug und das erste Haus
  • mit simplen Waffen jagt ihr eure erste Beute und stellt Rüstungen und fortgeschrittene Gegenstände her
  • ihr erkundet eure Umgebung und traut euch dabei immer weiter von zu Hause weg

Ein wichtiger Punkt in Valheim ist, dass ihr nur lernt, was ihr selbst entdeckt. Neue Rezepte gibt’s nur, wenn ihr neue Rohstoffe aufsammelt. Mit den ersten Steinen und dem ersten Holz lernt ihr Bauteile kennen, mit den ersten Metallen bessere Waffen. Dadurch müsst ihr in Valheim immer weiter erkunden.

10 Einsteiger-Tipps in Valheim, die ich gerne vorher gewusst hätte

Wie hart ist das Überleben? Was den reinen Survival-Aspekt von Valheim angeht, ist dieser etwas anders als bei klassischen Überlebens-Spielen. Ihr braucht Nahrung und Wasser nicht zum Überleben. Fleisch und Co. gewähren euch lediglich Buffs. Ihr könnt also nicht verhungern, sondern erhöht etwa eure maximale Gesundheit und eure Ausdauer für begrenzte Zeit, wenn ihr esst.

Valheim Kochen
Leckere Nahrung könnt ihr am Feuer oder später in Töpfen herstellen. Links unten seht ihr eure Buffs – ich habe hier aktuell einen leeren Magen.

Stattdessen ist der stetige Kampf gegen die Welt die eigentliche Gefahr fürs Leben. Immer wieder greifen euch mythische Wesen an und ihr müsst euch gegen Trolle, Skelette und Baumwesen behaupten, um weiter voranzuschreiten. Dazu bietet Valheim Zustände, die das Überleben schwerer machen, wie etwa:

  • Nässe und Kälte, die eure Regeneration verlangsamen
  • Erschöpfung und Erfrierung, die euch langsam töten
  • Rauchvergiftungen, wenn ihr Feuer in geschlossenen Räumen entzündet

Dadurch wird es wichtiger, darauf zu achten, wo und wann ihr unterwegs seid, als auf den Proviant in euren Taschen. Das ist aber auch die richtige Lösung, angesichts der Wichtigkeit der Erforschung.

Probleme mit Englisch? Valheim ist übrigens komplett auf Deutsch spielbar. Die allermeisten Gegenstände sind schon offiziell übersetzt und nur hier und da finden sich noch englische Begriffe. Trotz Early Access haben die Entwickler hier schon gute Arbeit geleistet.

Erkundung ist nicht optional

So funktioniert der Fortschritt: In Valheim entwickelt ihr euch nur weiter, wenn ihr Neues entdeckt. Sei es nun eine neue Art Holz, ein neues Metall oder ein seltener Gegenstand aus einem Dungeon oder von einem Boss.

Wenn ihr neue Gegenstände aufhebt, lernt ihr häufig dadurch Rezepte, die ihr durch diesen Gegenstand herstellen könnt. Viele neue Ressourcen gibt es aber nur in Gebieten, die ihr erst noch entdecken müsst.

Wie komme ich weiter im Spiel? Valheim bietet verschiedene Biome mit unterschiedlichen Ressourcen und Herausforderungen. Wenn ihr im Spiel weiterkommen wollt, müsst ihr sie alle besuchen und euch immer härteren Gegnern stellen. Bisher gibt es:

  • Grasländer – dort startet ihr für gewöhnlich
  • Dunkelwälder – etwas härtere Regionen
  • Sümpfe – deutlich härtere Regionen
  • weite Ebenen
  • Berge, die voller Schnee sind und in denen ihr schnell erfriert
  • Ozeane, die nur mit dem Schiff zu besegeln sind

In Entwicklung sind außerdem noch Nebelländer, Aschenlande und der Hohe Norden. Einige der bestehenden Biome könnt ihr nur erreichen oder wirklich nutzen, wenn ihr zuvor Herausforderungen in anderen Gebieten gemeistert habt.

Valheim Map klein
So sieht der Teil aus, den ich aufgedeckt habe
Valheim Map
So groß ist der aufgedeckte Teil im Verhältnis zur ganzen Map.

Dungeons und Bosse – Ein starkes PvE

Jedes Biom hat einen Boss, mit dem es verbunden ist. Die Bosse lassen besondere Gegenstände fallen, mit denen ihr entweder neue Crafting-Rezepte lernt oder bestimmte Objekte und Gebiete freischaltet.

Dadurch könnt ihr dann meist neue Gegenstände abbauen, für die euch zuvor die Fähigkeit oder das Werkzeug fehlte. Nur so werdet ihr stärker. Theoretisch könnt ihr die Welt zwar auch nackt erkunden, aber überleben werdet ihr dann nicht lange.

Dazu gibt es verstreut in der Welt Dungeons wie Trollhöhlen oder Grabkammern, die ihr für weitere Ressourcen plündern könnt. Valheim treibt euch also immer weiter dazu an, jedes Gebiet zu erkunden und euch weiter voran zu trauen.

Valheim Eikthyr Boss
Der riesige Hirsch Eikthyr ist der erste Boss, den ihr tötet.

Das alles verflicht sich zu der Story, die mit dem Start von Valheim eingeleitet wird: Ihr sollt euch würdig erweisen als Streiter Odins im Kampf gegen seine Feinde. Und würdig seid ihr nur, wenn ihr euch gegen alle Bosse in Valheim behaupten könnt. Das Ende der Story konnten wir bisher allerdings noch nicht sehen.

Valheim mit anderen – Koop und Multiplayer

So spielt sich Valheim im Koop: Die gefährliche Welt von Valheim müsst ihr nicht alleine erkunden. Im Koop auf einem lokalen oder einem gemieteten Server könnt ihr jederzeit mit anderen Leuten spielen.

Dabei könnt ihr entweder euren Charakter behalten oder einen neuen erstellen. Der Ablauf ist dabei im Koop gleich wie im Solo-Spiel. Ihr startet standardmäßig im Grasland und beginnt von dort aus eure Reise, sucht Ressourcen und bekämpft Bosse.

Ist es besser mit anderen Spielern? Der große Vorteil am Koop ist, dass ihr euch einen Bauplatz und eine Unterkunft teilen könnt und so weniger Platz braucht. Außerdem werden Kämpfe leichter, wenn ihr Feinde in einer Gruppe angeht.

Zudem wirken die mächtigen Stärkungen der Bosse für jeden Mitspieler in der Umgebung. Eigentlich haben die eine Abklingzeit von 20 Minuten – mit mehreren Spielern könnt ihr sie einfach aneinanderreihen.

Valheim Koop Portal
Gemeinsam kämpft es sich in Valheim leichter.

An sich ist Valheim im Koop aber nicht besser oder schlechter als solo. Es ist schlicht anders. Wer gerne mit seinen Freunden baut, erkundet und kämpft, sollte zusammen spielen. Wer lieber in seinem Tempo die Welt entdeckt oder der Story und dem Fortschritt folgen will, ist alleine ebenfalls gut bedient.

Gibt es PvP? Valheim setzt auf ein „einvernehmliches PvP“. Das bedeutet, dass ihr PvP im Inventar jederzeit ein- und ausschalten könnt. Spieler können sich nur gegenseitig töten, wenn beide auch PvP aktiviert haben.

Auf diese Weise könnt ihr von anderen Spielern nicht oder nur schwer „gegrieft“ werden – also euch den Spaß versauen lassen. Gerade das hebt Valheim von vielen anderen Survival-Games wie Rust ab, in denen toxisches Verhalten an der Tagesordnung steht.

Fazit: Valheim ist gut, aber noch nicht fertig

Beachtet bei diesem Test, dass ich „nur“ etwa 25 Stunden lang gespielt habe und viele Spieler generell bisher nur die ersten Bosse und einen kleinen Teil der Welt gesehen haben. Wie stark das „Endgame“ wird und was es dort alles zu tun gibt, können wir noch nicht sagen.

Valheim ist noch in Entwicklung und viele Systeme sind noch nicht ausgereift, werden aufgewertet oder erweitert. Ob es sich dadurch verbessert oder verschlechtert, muss sich noch zeigen.

Bis jetzt ist Valheim allerdings ein erstklassiges Survival-Spiel, das trotz oder vielleicht wegen seiner eher simplen Grafik überzeugen kann. Selbst schwächere Systeme kommen damit klar und machen es für eine breite Spielerschaft zugänglich.

Valheim zeigt, dass Gameplay wichtiger ist als Optik. Schließlich zocken es in der Spitze mittlerweile über 130.000 Spieler gleichzeitig, was es zu einem der größten Spiele auf Steam überhaupt macht, obwohl es von einem kleinen Indie-Studio kommt.

Es ist durch und durch ein forderndes Survival-Game, das klassische Elemente wie Überleben und Bau mit einem innovativen Fortschritts-System und spannenden Kämpfen verbindet. Zugleich haben Griefer wenig bis keine Chancen, wodurch Valheim einige Schwächen anderer großer Survival-Titel gar nicht erst hat. Jeder Freund des Genres sollte es sich einmal ansehen.

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Weini

Bin jetzt bei 50h Spielzeit und man muss sagen es ist einfach nur klasse. Man hat so viele Möglichkeiten. Wir bereiten uns gerade auf den 3ten Boss vor, aber machen immer wieder was anderes, da man ja dort noch was bauen will oder das noch verbessern.

Uhh ein neues Rezept und schon macht man wieder was anderes als man eigentlich vor hatte.

Einziges Manko ist vielleicht die Grafik, obwohl ich es durchaus okay empfinde, da man es nach einigen Stunden kaum noch merkt. Nur beim farmen fällt es auf, aber ich gehe davon aus das sich auch dort bis zum Release verbessern wird. Insgesamt muss ich sagen: “Für den Preis kann man kaum mehr Spaß erwarten.”

zerial

das spiel ist cool und macht spaß aber kann mann da nicht was mit der grafik machen? alles was weit weg ist sieht spitze aus aber alles im nahbereich ist extrem verpixelt

VoodooNimbul

Spätestens als ich einen Baum neben meinem Häuschen gefällt habe, dieser zuerst auf mein Häuschen viel, es zerstörte und mich im Anschluss auch noch überrollt hat, hab ich mich in das game verliebt

RealTaku

Sorry aber —> 😂

Am meisten bin ich bisher durch umfallende Bäume gestorben 😳😅

VoodooNimbul

Ja also ich hab glaub auch gefühlt eine halbe Stunde gelacht 😆

Van

Hmm… für mich als Schriftsteller, der gerade an einem Kurzgeschichten-Sammelband mit einem Mix aus nordischer Mythologie und Cyberpunk arbeitet sehr interessant. Ich setze das Spiel Mal bei mir auf die Liste, bitte mehr Beiträge! 🙏

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