Spieler gedenkt seiner verstorbenen Mum in WoW: „Ich weiß, wie viel ihr das Spiel bedeutet hat“

WoW Spieler gedenkt seiner Mutter

In MMORPGs wie World of Warcraft können nicht nur Freundschaften und Beziehungen entstehen, sie bringen auch manch eine Familie enger zusammen. Das zeigt jetzt der Bericht eines Spielers, der seiner verstorbenen Mutter in Sturmwind gedenkt.

Was berichtet der Spieler? 159 Tage, 6 Stunden und 24 Minuten. Mit dieser Zeitangabe überschreibt der Reddit-Nutzer cinemapastry einen Screenshot, der die WoW-Heldin seiner Mutter zeigt, die auf Sturmwind herunterblickt. Durch den ebenfalls beigefügten Text erfahren wir etwas später, dass das die Gesamtspielzeit seiner Mum in World of Warcraft ist.

Sie hatte ihn nach Azeroth gebracht, als er 7 war. Seinerzeit hatte sie sich nur ein Exemplar des Blizzard-MMORPGs zugelegt, weil es interessant aussah. Eine Gamerin war sie damals eigentlich nicht. Rückblickend wirkt es auf ihn fast schon verrückt, wie sehr diese einfache Entscheidung ihr Leben geprägt hat. cinemapastry führt das noch genauer aus:

Warcraft war etwas, das uns schon immer zusammengeschweißt hat. Als Kind habe ich mich unsterblich in die Geschichte verliebt, bin ziellos im Wald von Elwynn herumgewandert und habe mich mit ihr über all die verschiedenen Quests unterhalten, an denen wir gerade arbeiteten.

Wie es für Kinder so üblich ist, habe ich von jedem Volk einen neuen Charakter erstellt, die Startgebiete durchgespielt, sie um Level 10 herum wieder stehenlassen und das Ganze von vorne begonnen – einfach, weil diese erste Erkundung mein Lieblingsteil des Spiels war. […]

Ich kann mich noch ganz genau an unsere Gedanken zu jeder Erweiterung erinnern – wann wir spielten, wann wir Pausen einlegten und wie dieses Spiel mit unserem Leben verwoben war. Es gibt unzählige Erinnerungen, über die ich hier schreiben könnte, sowohl im Spiel selbst als auch abseits davon.

cinemapastry erklärt, dass seine Mutter Zeit ihres Lebens mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. WoW war da eine willkommene Flucht aus dem Alltag und eine tolle Möglichkeit, mit dem Sohn gemeinsame Zeit zu verbringen.

Mit einer Mischung aus Trauer und Nostalgie sei er nach dem Tod seiner Mum jetzt nach einer Pause zu WoW zurückgekehrt. Er beschreibt die Rückkehr als bittersüß, weil viele Erinnerungen hochkommen, die stark mit seiner Mutter verknüpft sind. Für ihn ist klar: Er wird WoW und die Bindung, die seine Mutter und er durch das Spiel hatten, immer zu schätzen wissen.

Um seiner Mum zu gedenken, hat er ihren Main-Charakter mit knapp 160 Tagen Spielzeit in ein schickes Transmog-Set gepackt und nach Sturmwind gebracht. Das war einer ihrer Lieblingsorte in Azeroth. Dort blickt sie nun auf die Allianz-Hauptstadt herab, bis irgendwann vielleicht ein neues Abenteuer lockt.

Um eine weitere, herzerwärmende Story aus der WoW-Community geht es hier:

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Sein Freund wurde in WoW verewigt und er findet es erst 12 Jahre später heraus

„Was für eine schöne Würdigung“

Wie reagiert die Community? Viele Spieler können den Bericht von cinemapastry nachfühlen. Die über 3.500 Daumen hoch in nur wenigen Stunden unterstreichen das.

  • aryuna__ erklärt unter dem Post etwa: „Um halb eins nachts über einen WoW-Beitrag zu schluchzen, stand heute nicht auf meiner Bingokarte. Danke fürs Teilen.“
  • Odysseus_XAP79 schreibt: „Was für eine schöne Würdigung deiner Mutter! Mögest du in deinen Erinnerungen an sie immer Freude und Trost finden.“
  • ylimenoxid erinnert sich: „Danke, dass du das geteilt hast. Ich hatte eine ähnliche Beziehung zu meinem Vater; er lebte die meiste Zeit meiner Kindheit getrennt von mir, weil er aufgrund psychischer Probleme einige falsche Entscheidungen getroffen hatte, und es gab Zeiten, in denen er mit niemandem sprach, aber ich konnte immer bei WoW vorbeischauen, und dort unterhielt er sich mit mir. Seit seinem Tod habe ich das Spiel nicht mehr gespielt, da ich befürchte, dass es zu schwer wäre, aber du hast mich ermutigt, es vielleicht kurz auszuprobieren, aus Nostalgie und um mich an die Zeit mit ihm zu erinnern.“

Das ist nur einer von ganz vielen persönlichen Berichten, die sehr schön zeigen, wie wichtig gemeinsame Spielerfahrungen für Menschen sein können. Stellt euch beispielsweise vor, ihr verliert viel zu früh einen Menschen, der euch wichtig ist, und viele Jahre später findet ihr heraus, dass dieser von den Blizzard-Entwicklern in World of Warcraft verewigt worden ist: „Ich weine seit Tagen“ – Mann findet nach Jahren heraus, dass ein verunglückter Freund in WoW verewigt ist

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