Der Gaming-Entwickler Mike Rose hat auf Twitter erklärt, auch welcher Plattform sein Spiel „Let’s Build a Zoo“ verkauft wird: Laut ihm kommen ein Großteil der Verkäufe über Steam. Der Epic Games Store mache nur 1 % der Verkäufe aus. Das sei für ihn schon immer so gewesen: Andere PC-Plattform als Steam seien die Mühe nicht wert.
Was ist das für ein Spiel? Let’s Build a Zoo ist ein Simulations-Spiel, in dem man einen Zoo errichtet. Sein Release war am 5.11. für PC und Epic Games Store. Es kostet knapp 17 € auf Steam. Die Reviews stehen bei „sehr positiv“ – 89 % der verfassten Test-Berichte lobten das Spiel.
Entwickler redet offen über Zahlen und Probleme
Das ist das Besondere: Der Entwickler des Spiels, Mike Rose, geht offen und freizügig mit den Zahlen zum Spiel um. Rose gibt Einblicke, die wir sonst nicht bekommen:
- Bereits nach 7 Tagen hat das Spiel seine Entwicklungs-Kosten wieder eingespielt – das sei für ihn extrem erfreulich
- Er sagt etwa, dass er gedacht hat, sein Spiel komme in Deutschland besser an, weil die Deutschen Simulationen lieben. Doch die Deutschen haben offenbar ein Problem mit „Pixel-Art“ und würden sich eher realistische Grafik wünschen.
- Rose nennt auch ein Problem: Das Spiel sei in Argentinien überaus beliebt, das liege offenbar daran, dass es dort günstig angeboten wird und auch Leute aus anderen Ländern, es sich als „Argentinier“ über VPN günstig kaufen.
“Eine andere PC-Plattform als Steam hat sich für uns noch nie gelohnt”
Was sagt er zu Steam? Die spannendste Aussage für viele ist aber, dass er sagt: Nur 1 % der Verkäufe seien durch den Epic Games Store gekommen.
Auf die Frage, ob es sich denn lohnt, für 1 % der Nutzerbasis zu entwickeln, antwortet Rose:
„Wenn ich ganz ehrlich bin: Kein PC-Store außer Steam hat sich für uns je gelohnt, das Spiel dort weiter zu unterstützen. Deshalb haben wir sie in der Vergangenheit auch fallen gelassen (wie GoG) – Es ist einfach zu viel Stress, einen Store mit Updates zu versorgen, wenn die Verkäufe unausweichlich nach unten gehen.“
Mike Rose
Das hören Freunde von Steam gerne.
So wird das diskutiert: Mit der Aussage trifft Rose die Stimmung von vielen eingeschworenen PC-Spielern. Denn es gibt seit langem ein Ressentiment gegen den Epic Games Store – etwa in Foren wie reddit.
Man hält den Shop des Fortnite-Entwicklers für schwierig, der bringe Spieler überhaupt nur dazu, dort etwas zu spielen, wenn er Games verschenkt:
- „Ich würde wahrscheinlich mehr Zeit damit verbringen, mich mit dem Client von Epic zu beschäftigen, wenn er weniger furchtbar wäre. Er tut mir einfach nur weh“, sagt ein Nutzer auf reddit.
- „Outer Wilds war das einzige Spiel, das ich mir je im Epic Store gekauft habe. Und am Tag, als es auf Steam rauskam, habe ich es mir erneut gekauft und hab diese furchtbare Plattform nie wieder angefasst“, sagt ein anderer reddit-Nutzer.
- Einer auf Twitter sagt: „Jeder benutzt den Epic Store einzig und allein für die kostenlosen Spiele.“
Ein Nutzer sagt aber auch, der Entwickler Rose mache auf Social Media ja nur Werbung für die Steam-Version seines Spiels. Da könne er sich nachher nicht drüber beschweren, dass “Let’s build a Zoo” im Epic Store so schlecht laufe.

Epic Games Store kämpft mit Exklusiv-Titeln gegen das “30 %”-Problem
Das steckt dahinter: Offene Ablehnung ist eine Einstellung zum Epic Games Store, die man immer wieder liest. Der Epic Games Store wird dafür kritisiert, nicht die vielen Features von Steam zu bieten und statt die Plattform zu verbessern, nur mit kostenlosen Spielen zu locken.
Für viele Steam-Fans ist der Shop von Epic offenbar ein Ärgernis, weil Epic mit Exklusiv-Deals zum Teil Spiele von Steam für Monate fernhält. Sie wollen aber ihre PC-Games auf Steam spielen, dort haben sie ihre Spiele-Sammlung, ihre Achievement und die gewohnten Abläufe.
Der Chef von Epic Games, Tim Sweeney, glaubt aber, nur über Exklusiv-Titel könne man einen Platzhirsch wie Steam angreifen. Er wirft Plattform-Anbieten wie Valve, Apple und Google vor, mit 30 % einen viel zu hohen Anteil des Umsatzes für sich abzuzwacken. Sweeney denkt, dieses Geld fehle den Gaming-Studios und bremse Innovationen aus.
Sweeney hält 12 % Anteile des Plattformanbieters für angemessen.
Immer wieder kocht die Diskussion um Exklusiv-Titel, die man von Steam weghält, auf:
Spiel des Jahres 2020 auf Steam ist richtig bitter für Epic Games Store
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