Aktionäre, die 275 Mio € an Activision Blizzard halten, fordern Rücktritt von CEO Kotick

Nachdem gestern ein Bericht veröffentlicht wurde, der viel Kritik an Bobby Kotick (58) und sogar einen Streik in der Firma auslöste, hat sich jetzt eine Gruppe von Aktionären von Activision Blizzard (WoW; Call of Duty) gemeldet, die den CEO dazu auffordern, von seinem Posten zurückzutreten.

Wer fordert das? Es ist eine Gruppe von Aktionären, darunter die „Strategic Organizing Center (SOC) Investment Group“. Deren Sprecher ist Dieter Waizenegger, der sich in einem Interview mit der Washington Post zu den Wünschen seiner Gruppe äußert.

Die SOC sieht sich als Gruppe, die dafür eintritt, Manager und Firmen für „unverantwortliches und unethisches Verhalten“ zur Verantwortung zu ziehen. Sie haben einen Brief an den Vorstand von Activision Blizzard geschickt.

Die Gruppe von Aktionären repräsentiert 4.8 Millionen Anteile an Activision Blizzard. Das entspricht ungefähr 275,5 Millionen Euro. Vor einem halben Jahr waren es noch einige Millionen mehr, denn die Aktie von Activision Blizzard ist in den letzten 6 Monaten um fast 26 % gefallen.

Die 4.8 Millionen Anteile machen aber nur einen kleinen Anteil an Activision Blizzard aus, insgesamt kursieren etwa 779 Millionen Anteile, Firmen wie Blackrock (58 Millionen) oder Vanguard (64 Millionen) halten weitaus größere Stücke am Software-Riesen, wie die Washington Post weiß.

Der Blizzard-Skandal erfasst Activision und es wird noch viel schlimmer – CEO im Fokus

“Aktuelle Führung bei Activision Blizzard hat wiederholt versagt”

Das will die Gruppe: Die Gruppe fordert den Rücktritt von Bobby Kotick als CEO von Activision Blizzard. Außerdem fordern sie den Ruhestand von zwei langgedienten Vorstandsmitgliedern, Brian Kelly (seit 95 im Vorstand) und Robert Morgado (seit 97).

Der Vorstand hatten am Dienstag nach dem Artikel des Wall Street Journals öffentlich seine Unterstützung für Kotick zum Ausdruck gebracht. Sie sollten zum 31. Dezember in den Ruhestand gehen. Die beiden sind die Vorstandsmitglieder, die am längsten dabei sind.

Die Gruppe sagt: Wenn die 3 nicht zurücktreten, werde man im Juni 2022 beim nächsten Treffen der Aktionäre gegen die Wiederwahl des Vorstands stimmen und andere Aktionäre dazu auffordern, ebenfalls mit „Nein“ zu stimmen.

Activision Blizzard soll die Posten von Kelly und Morgado dann divers besetzen, man wünscht sich wenigstens einen Angestellten oder eine Angestellte von Activision Blizzard im Vorstand, der oder die nicht zur absoluten Führung gehört.

Zuletzt wurde bekannt, dass 3 Frauen bei Activision Blizzard in Führungsrollen das Unternehmen 2021 verlassen hatten. Darunter war auch Jen Oneal, die neue Chefin von Blizzard: Sie sagte, sie habe in ihrer Position weniger Geld verdient als ihr männlicher Co-Chef.

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Jen Oneal.

Waizenegger sagt: Es sei klar, dass die aktuelle Führung von Activision Blizzard wiederholt versagt hat, einen sicheren Arbeitsplatz gewährleisten – das sei eine Grundvoraussetzung ihres Jobs.

Activision Blizzard brauche einen neuen CEO und neue Mitglieder im Vorstand mit der nötigen Expertise, den Fähigkeiten und der Überzeugung, um die Firma zu verändern.

Unsere Chefredakteurin hat sich mit der Situation von Bobby Kotick befasst:

Wenn Bobby Kotick jetzt nicht geht, wird Activision Blizzard mehr Talente verlieren

Quelle(n): washington post
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ConsoleCowboy

OT: Unabhängig von Kotick/Blizzard ist das Thema super schwer zur Zeit.

Das ist so schwierig, wenn man selbst derjenige ist der die Verantwortung hat. Du hast einen Mitarbeiter, der bisher unglaublich erfolgreich war – ein genialer Ingenieur, Entwickler, Manager, whatever – aber die Dame oder der Herr ist ein totaler Arsch. Vielleicht noch nicht kriminell (Kotick ist IMHO kriminell, btw) aber vielleicht frauen/juden/ausländer-feindlicher Aluhut. Feuern oder nicht? Dürfen nur “nette” Leute hier arbeiten? Was ist denn nett? Welche Meinung darf man nicht haben? Okay, die Meute will ihn/sie feuern. Und dann verdienen wir (erstmal) weniger Geld. Wen bezahle ich dann nicht mehr? Wessen Stellen baue ich “für das Gute” ab? Kotick hin – Kotick her – ich lese überall nur noch cancel-woke-political correctness. Alle müssen sofort gefeuert werden, weil ihre Haltung nicht einer lauten Profi-Twitter-Meute gefällt!!1!elf!
Ich bin mir echt so unsicher zur Zeit, wenn ich das auf dem Tisch hätte… oder schlimmer, wenn ich was falsches gesagt oder gschrieben hätte, was dann Jahre später einer raus kramt… (über mich: Alter, weißer Mann, Führungskraft (aber kleine Abteilung))

Leyaa

Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn Druck von dem Personal, der Öffentlichkeit und auch noch von den Aktionären kommt, dann passiert da vielleicht wirklich noch etwas.
Diese Gruppe von Aktionären ist hier leider sehr klein, aber wenn andere Aktionäre dieser Aufforderung folgen würden, bleibt ihnen am Ende nichts anderes übrig als zu gehen. Ich hoffe für Blizzard, deren Angestellten, und die gesamte Branche, dass es dazu kommt.

Irina Moritz

Es ist auf jeden Fall eine schwierige Situation. Unabhängig davon, ob man Kotick nun mag oder nicht (er wurde häufig für seine Millionen-Boni kritisiert), ging es ActiBlizz unter seiner Führung rein finanziell sehr gut. Er hat die Firma in den Jahren stark geprägt. Ich denke, es ist einer der Gründe, wieso das Direktoren-Board ihm so sehr den Rücken stärkt aktuell. Deswegen bin ich noch skeptisch, dass es tatsächlich zu einem Rücktritt kommen könnte.

Leyaa

Ich hege da auch keine Illusionen. Kotick (und die Leute vom Vorstand, die ihm wohlgesonnen sind) loszuwerden wird sehr schwierig, da die sich offensichtlich alle gegenseitig decken.
Meine Hoffnung ist, dass die Aktionäre den nötigen Druck ausüben, den die “Übeltäter” zum Gehen veranlasst. Personalstreiks und Druck der Öffentlichkeit wird da in meinen Augen nicht ausreichen. Wenn sich aber der Verdacht bei ActiBlizz ausbreitet, dass die Aktionäre abspringen könnten, dann kann da tatsächlich ein Umdenken stattfinden.

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