Der Blizzard-Skandal erfasst Activision und es wird noch viel schlimmer – CEO im Fokus
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Der Sexismus-Skandal um das Videospiel-Studio Blizzard (WoW, Diablo, Overwatch) erfasst jetzt auch den Publisher Activision (Call of Duty). Das Wall Street Journal erhebt in einem Enthüllungsbericht schwere Vorwürfe gegen den CEO Bobby Kotick (58). Der soll von üblen Vorgängen in der Firma gewusst, sie aber dem Vorstand verschwiegen haben. Außerdem habe er einer Assistentin einmal gedroht, sie umbringen zu lassen.

Das ist die Situation:

  • Im Juli 2021 hat eine staatliche Behörde Anklage gegen Activision Blizzard erhoben: Es ging vor allem um Vorfälle von Sexismus im Studio Blizzard. Dort habe eine Kultur wie in einer Studentenverbindung geherrscht, es sei am Arbeitsplatz gesoffen worden, Frauen wurden sexuell belästigt, klein gehalten und schlecht bezahlt.
  • In der Folge kam es zu immer mehr Vorwürfen, der Präsident von Blizzard musste zurücktreten, ein neues Führungs-Duo trat an, man leitete Maßnahmen ein, um die Firma zu einem „sicheren Arbeitsplatz“ zu entwickeln. Unter anderem entließ man 20 Mitarbeiter und stellte neue, harte Regeln auf.
  • Die Vorwürfe waren weitgehend auf Blizzard beschränkt, es ging nur wenig um den Publishing-Arm Activision und die Studios, die an Call of Duty arbeiten. Das ändert sich jetzt.
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Kotick soll von Vergewaltigungen gewusst haben

Woher kommen die Vorwürfe? Das Wall Street Journal hat einen großen Bericht verfasst, der sich vor allem um den CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick (58), dreht, aber auch einen Blick hinter die Kulissen wirft (via wsj).

Der Bericht trägt den Titel: “Activision CEO Bobby Kotick wusste seit Jahren über die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs beim Videospiel-Giganten”.

Kotick hatte in der Konsequenz aus dem Skandal im Oktober 2021 auf einen Großteil seines Gehalts verzichtet. Vorher hatte er allerdings einen riesigen Bonus eingestrichen.

Das sind die Vorwürfe: Laut dem Artikel hätte ein Anwalt einer früheren Mitarbeiterin von Sledge Hammer Games (Call of Duty) in einer Email an Bobby Kotick im Juli 2018 mitgeteilt, dass seine Klientin 2016 und 2017 von ihrem männlichen Vorgesetzten vergewaltigt wurde, nachdem er sie dazu brachte, zu viel Alkohol im Büro zu trinken. Das habe die Angestellte an die Personal-Abteilung gemeldet. Es sei aber nichts passiert. Nun drohte sie mit einer Klage.

Innerhalb von Monaten sei die Klage außergerichtlich beilegt worden: Kotick habe dem Vorstand aber die Vorwürfe der Vergewaltigung verschwiegen. Das Wall Street Journal bezieht sich auf Quellen nahe des Vorstands.

Weiter heißt es: Kotick habe von zahlreichen Anschuldigungen gewusst, habe dem Vorstand aber nicht alles mitgeteilt.

ACtivision-Blizzard-Frances-Townsend
An ihr machte sich viel Ärger fest: Fran Townsend sendete eine E-Mail an die Mitarbeiter von Activision Blizzard.

Kotick soll hinter kontroverser E-Mail von Townsend stecken

Als die Sexismus-Anklage gegen Blizzard kam, soll Kotick dann veranlasst haben, dass die Mitarbeiterin Fran Townsend diese Klage in einer E-Mail an die Mitarbeiter von Activision Blizzard brüsk abweist. Das Wall Street Journal sagt, man habe Quellen, die das belegen.

Der Vorstand wurde von der Klage total überrascht: Erst durch die Anklageschrift erfuhr man, dass sich eine Mitarbeiterin von Activision Blizzard umgebracht hatte, nachdem Nacktbilder von ihr auf einer Firmenparty kursierten.

Auf Nachfragen des Vorstands habe Kotick gesagt, „diese Kultur“ beschränke sich auf Blizzard. Die Probleme seien mittlerweile gelöst.

Kotick soll Assistentin 2006 mit Mord gedroht haben

Im Artikel des Wall Street Journal folgen viele weitere Vorwürfe gegen Kotick:

So habe sich 2006 eine Assistentin beschwert, Kotick würde sie belästigen und hätte ihr in einer Voice-Mail gedroht, sie töten zu lassen. Auch das wurde außergerichtlich geklärt, wie Quellen sagen.

Eine Sprecherin von Activision Blizzard kommentiert zu dem Vorfall: Den habe Kotick vor 16 Jahren beigelegt, das war offensichtlich übertrieben und unangemessen. Er habe sich tief dafür entschuldigt.

Wir haben uns auf MeinMMO erst vor wenigen Tagen ausführlich mit der Situation von Blizzard beschäftigt:

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Aktien-Kurs fällt – Mitarbeiter drohen mit Streik

So reagiert Activision Blizzard: In einem Statement an die Wirtschaftsseite Bloomberg kritisiert man die Berichterstattung des Wall Street Journal. Es heißt, der Bericht würde „wichtige Veränderungen“ ignorieren (via twitter). Die Firma habe auf Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens reagiert und wichtige Änderungen eingeleitet, damit Activision Blizzard zu einem inklusiven Arbeitsplatz.

Der Bericht berücksichtige nicht, dass tausende von Mitarbeitern jeden Tag hart arbeiten, um den Werten der Firma und ihren eigenen gerecht zu werden. Unter der Leitung von Mr. Kotick habe man schon “signifikante Verbesserungen” erzielt und werde damit weitermachen.

Der Text der Video-Nachricht ist mittlerweile von Activision Blizzard veröffentlicht worden (via activisionblizzard).

So reagiert die Börse: Der Kurs von Activision Blizzard ist um 6 % eingebrochen. Bereits nach der Verschiebung von Overwatch 2 und Diablo 4 war er deutlich gefallen.

So reagieren die Mitarbeiter: Wie der Journalist Jason Schreier berichtet, will man bei Activision Blizzard einen Streik organisieren, um die Entlassung von Bobby Kotick zu forcieren (via twitter).

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Die Mitarbeiter fordern, dass Bobby Kotick als CEO ersetzt wird.

Weiter meldet Schreier, heute Morgen habe Activision den Leuten bereits die ganze nächste Woche freigegeben wegen Thanksgiving,. Außerdem hätte man in einem Video an die Angestellten bereits den Artikel des Wall Street Journals kritisiert und Activision verteidigt.

Das bei Blizzard noch was im Argen lag, konnte man sehen, als die neue Chefin von Blizzard kurz nach ihrer Beförderung bereits zurücktrat und die Firma verließ:

Mitarbeiterin sagt: 2020 hatte Blizzard 3 mächtige Frauen, alle sind 2021 weg

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Sina

himmelarschundzwirn…was ein geflecht aus lügen, betrügen, bedrohen und und und…
allerdings wohl nicht die einzige firma, wo so etwas passiert…nur eine der bekanntesten.

Zuletzt bearbeitet vor 14 Tagen von Sina
Finai

Erschreckend was da zur zeit los ist…..

Chafaris

Ebenfalls spannend, dass Jen Oneal als zweite Führungskraft Blizzard nach nur drei Monaten verlassen hat weil sie maßgeblich weniger verdient als ihr männliches Gegenstück.

Wie heuchlerisch muss ein Unternehmen sein, welches im Zuge des Skandals eine Frau an seine Spitze setzt und diese dann wesentlich schlechter bezahlt als ihren männlichen Kollegen.

Mir persönlich ist das eigentlich total egal und ich werde weiterhin keine Spiele der Firma kaufen. 😉

Grinsekatze

This.

monk

bei der findung des gehalts geht es nicht nur um das geschlecht .

Zuletzt bearbeitet vor 14 Tagen von monk
Daniel999

Sollte das Geschlecht beim Gehalt nicht egal sein?
Warum ist es dann so wichtig, dass eine Frau weniger verdient?

Shiadra

Wenn eine Frau mehr oder das gleiche Verdient wie ein Mann in gleicher Position fühlt sich der Mann minderwertig, ist was psychologisches ausm mittelalter… oder der Steinzeit!

Daniel999

wenn die Person unabhängig vom Geschlecht, die sich unwohl fühlt, so wichtig für das Unternehmen ist, dass sie eine Gehaltserhöhung fordern kann und diese akzeptiert wird, ist da für mich an sich nichts verwerflich

Zuletzt bearbeitet vor 14 Tagen von Daniel999
Chafaris

Wenn die Frau weniger verdient, weil sie eine Frau ist, dann ist das Geschlecht von belang.

MK89

Mal schauen wie es ausgeht am Ende. Mir persönlich ist das eigentlich alles total egal und ich werde weiterhin Spiele der Firma kaufen.
Vielleicht kommen ja noch ein zwei Sachen ans Licht. Dann könnte der Kurs der Aktie weiter fallen und ich mir günstig ein paar kaufen.

CandyAndyDE

Mein alter Kumpel König Minos hat eben angerufen. Ich soll dir sagen, dass gerade ein Platz im vierten Höllenkreis frei worden ist.
Der Weg ist ganz einfach: hinter wem Torbogen mit der Aufschrift “Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate!” nimmt du den ersten Fahrstuhl zu deiner Linken. Der führt dich direkt ins vierte Unterschoß. Falls du dich jetzt fragst, was das soll: du wirst es sehen, wenn es soweit ist 🖐😉

MK89

Danke. Ich hab Dantes Inferno selber gelesen. Interessant, dass man die Spiele der Firma spielen da landet.
Naja ist wenigstens Action da unten.
Ich meine, was erwartest du? Dass alle aufhören Produkte der Firma zu kaufen? Das würde bestimmt super ausgehen für alle Angestellten, die keine top Entwickler sind und schnell was neues finden.
Die viel Spaß noch.

Zuletzt bearbeitet vor 14 Tagen von MK89
CandyAndyDE

Ich glaube wir reden aneinander vorbei.
Die Spiele kaufe ich mir auch, so oder so. Es ist ja nicht die ganz Firma, die Mist baut, sondern einzelne Personen. Die Entwickler können häufig nichts dafür, sind aber die Leidtragenden.

Mein Kommemtar bezog sich auf die Aktie. Wenn die Aktie fällt und die Leute jetzt zuschlagen, nur um sie dann später teurer zu kaufen ist das schon ein wenig gierig 😏

Gier -> vierter Höllenkreis. Du versteht 😉

Dasselbe würde ich auch schreiben, wenn jemand sich jetzt mehrere Konsolen oder Grafikkarten kauft, nur um sie dann teurer bei Ebay reinzustellen.

Ich glaube persönlich nicht an eine Hölle, aber böse Menschen bis in alle Ewigkeit quälen… hat schon was 😉

MK89

Dann haben wir uns wirklich falsch verstanden und ich entschuldige mich für giftiges Verhalten.
Ich finde nichts von dem gut, was aktuell bei AB passiert, nur damit da nichts falshc verstanden wird aber ich sehe das Unternehmen boykottieren hier nicht als gut an. Da keine garantiert nicht die höheren Tiere drunter, die eh schon Kohle haben.

Achso der Aktienspruch 😀 das war noch nicht einmal so gemeint. Ich sehe AB trotz allem als interessantes und langfristiges Investment…wow mag Probleme haben aber die neuen Fall of dutye oder king spiele sind eine Bank und selbst bei Blizzard glaube ich, dass ein neues addon für wow und Diablo 4 sich in gut verkaufen werden.

Schön dass wir das alles ein bisschen klarstellen konnten. Dir noch einen schönen Tag 🙂

CandyAndyDE

Dito, wünsche ich dir auch 🙂

CharlieTango

Mich lässt das alles ehrlich gesagt ziemlich kalt,womit ich meine das diese Vorfälle keinerlei Einfluss darauf haben,ob ich deren Spiele nun spiele oder nicht.

Wenn ich jedes Unternehmen boykottieren würde,in dem irgendwas falsch läuft,egal wie moralisch verwerflich oder vielleicht sogar verbrecherisch das ist,müsste ich wohl komplett zum 100% Selbstversorger werden.

Die Leute regen sich nun über Blizzard auf,aber wie viele tragen dabei Klamotten von Puma,die in El Salvador durch praktisch durch Sklavenarbeit produziert werden ? Wie viele zocken auf Computer,deren Hardware irgendwo billig in der VR China (nicht der souveräne Staat REPUBLIK CHINA) produziert werden ? Oder trinken genüsslich ihren Kaffee,dessen Bohnen irgendwo in der 3.Welt von Kinderarbeiter abgeerntet werden ?
Wie viele kaufen sich jedes Jahr ein neues Smartphone,während das alte irgendwo auf verseuchte Müllkippen in Afrika landet ?

Solche Vorfälle wie bei Blizzard sind nicht schön und ich will sowas auch auf keinen Fall verharmlosen und es ist auch richtig gegen sowas (juristisch) vorzugehen,aber so schwarze Schafe und überhaupt solche Machenschaften sind waren nun noch Einzelfälle und Ausnahmen und werden es wohl auch (leider) nie sein.

Die Leute sind in 1.Linie auch für sich selbst verantwortlich (womit ich also meine das nicht wir Aussenstehende für das (mit)verantwortlich sind was in irgendeinem Unternehmen läuft,auch wenn man uns das gerne einreden will),wenn Menschen schlecht behandelt werden oder gar Opfer von Verbrechen,liegt es in 1.Linie an ihnen selbst,dass sie solche Fälle melden also ggf. auch zur Polizei gehen und nicht schweigen,schließlich erzählt man auch seinen Kindern,dass sie keine Angst haben sollen,wenn jemand droht ihren Kaninchen den Hals umzudrehen,wenn sie nicht machen was irgendwer von ihnen verlangt.
Wenn die Opfer aber nicht den Mund aufmachen,warum auch immer,kann man ihnen nun mal nicht helfen und es läuft immer so weiter.

lIIIllIIlllIIlII

Ahja. Weil wir also nicht alle Probleme lösen können, lösen wir halt einfach gar keins und machen weiter wie immer.

Okay.

Zuletzt bearbeitet vor 15 Tagen von lIIIllIIlllIIlII
K

Seh ich genauso.
Bei guten Spielen bin ich dabei und kauf sie, schlechten nicht. Aber durch den Skandal, wird da wahrscheinlich erstmal nichts kommen.
Jeder hat Dreck am stecken, und blizzard hat gerade das Pech durch Dorf gerieben zu werden.

Mich wundert das die alle reden dürfen obwohl die Fälle außergerichtlich geklärt worden sind und da dann eigentlich Verschwiegenheit gilt.

Oh Long Johnson

Dann wird Bobby bald zurücktreten müssen, es ist leider der Druck der Aktionäre der größer ist als das eigentliche geschehen.
Ich Frage mich nur warum die vergewaltigte Frau den Vorfall erst der Personalabteilung meldet, statt zur Polizei zu gehen.
Ich hoffe diese ganzen Vergehen werden entsprechend bestraft und das sich wirklich was ändert bei allen Unternehmen.
Das mit der Morddrohung ist auch echt heftig, da kommen nochmal schwere Zeiten auf Activision und Blizzard zu.

Edit: Die sollten sich von der kompletten Chefetage trennen und die Personalabteilung outsourcen, damit ein Drittanbieter das Unternehmen überwacht und auch wirklich nach Vorschrift handeln kann wenn da was passiert und so Arschlöcher in ihren hohen Positionen sich nicht gegenseitig schützen können

Zuletzt bearbeitet vor 15 Tagen von Oh Long Johnson
Kaze

Bei Activision Blizzard ist es ein Fass ohne Boden. Mal gucken wie lange es dauert bis zum nächsten Skandal. Ich glaube nicht, dass alles schon war.

Grinsekatze

The Rabbit hole is deep, my friends.
Uff… Wie schon erwähnt, sind nahezu alle Gaming Branchen verseucht, aber was hier abgeht und ausgegraben wird, heilige Scheiße.

Ich spiele noch immer Overwatch, der Rest ist eh gestorben… OW ggf auch irgendwann. Aber mittlerweile fühle ich mich dreckig, wenn ich den Launcher öffne…

Mithrandir

Finde das rabbit Hole tatsächlich nicht tiefer.

Es gibt anscheinend 3 Fälle von “misconduct” von Kotic laut dem Artikel. 2 davon haben mit dem Sexismusthema zu tun. Das mit “ich bringe dich um” in 2006 war ne absolute Scheißaktion, die ggf. auch justiziabel ist, hat aber mit der aktuellen Problematik nichts zu tun. Und ehrlich gesagt finde ich das aus 2006, wenn das auch damals außergerichtlich geklärt wurde schwierig. Das wird in den USA allgemein gerne gemacht, auch vor Gericht, aber ein “Die beschuldigte Person hat vor 10-20 Jahren hier auch was getan/gesagt, was scheiße war (aber nichts mit der Anklage zu tun hat), deswegen hat sie einen schlechten Charakter!” empfinde ich immer als hart schwierig. Denn die zugrunde liegende IDee: “Wer vor 20 Jahren Straftat oder eklige Sache A getan hat, der ist auf jedenfall für Straftat/eklige Sache B vor 10 Jahren ein wahrscheinlicherer Übeltäter” empfinde ich als höchst schwierig. Weil sie jedwedes “Einsehen”, “bessern” oder “Bestraft werden und danach wieder an der Gesellschaft teilhaben können” sabotiert, wenn man nicht aufpasst.

Bobby Kotick ist mit Sicherheit kein Held oder unbeschriebenes Blatt. Aber nur mal hypothetisch: Jemant macht etwas schlechtes in 2006. Und 2008-2018 engagiert die Person sich nebenher und mit Privatvermögen, weil sie eingesehen hat, dass das scheiße war, wass 2006 passierte. Und bessert sich und versucht, Wiedergutmachung zu leisten. Dann macht das 2006 nicht ungeschehen. Aber bei so einem Menschen dann 2019 zu sagen: “haha, aber damals hast du…!” finde ich schwierig. Wenn die Person seitdem durchgehend so war, dann kann man sagen: “Schon seit 2006….und seitdem nicht gebessert.” Aber das ganze “Damals gabs ne Aussage, über 10 Jahre vor dem hiesigen Thema” empfinde ich echt als schwierig. Immer. Auch bei wirklich schmierigen Typen wie Kotick.

Insgesamt scheint die Wahrnehmung: “Die Personalabteilung hat Sexismus abgewürgt und die Chefs haben sich nie selber gekümmert/informiert” weiterhin nicht unplausibel. (Und again: Das ist deswegen nicht “okay”, ganz klar. In dem Fall ist das Versagen aber dann mehr systemisch (im Sinne von “Keine sauberen Systeme etabliert/gehabt”) als “In dem Fall hast du nicht…”)

Und das Menschen, die 20 Jahre lang Chefpositionen hatten in der Zeit 3, 4 oder 5 Dinge getan haben, die fragwürdig, strafbar oder eklig sind/waren schockiert mich schlichtweg nicht. Ich wünsche mir, dass es nicht so wäre, aber in dem Ausmaß, wie es bei Blizzard hier ans Licht kommt/kam ist es ärgerlich, frustrierend, (und, siehe oben, ggf auch bestrafenswürdig, ganz klar) aber halt nicht schockierend. Ich bin mir 100% sicher, dass auch Yoshi P oder der Bethesdachef in 20 Jahren Arbeit in der BRanche mindestens 3-4 Sachen getan haben die, wüsste man davon, eher ungeil wären.

Klar, aufarbeiten, ggf. bestrafen und ggf. Konsequenzen ziehen. Nichts vom oben geschriebenes ist ein “Deswegen sollte man nix machen”-Argument. Nur ein “This is how the world IS. That’s why we have to change it”

edit: Wenn jemand, wie hier du, aber sagt: “Ich mag die Spiele grad nicht spielen” (und sie vielleicht auch nie mehr anfassen will) kann ich das verstehen.

Zuletzt bearbeitet vor 15 Tagen von Mithrandir
Rubear

Mensch wat bin ich froh das ich längst alles von Activision Blizzard deinstalliert hab.
Die Entwickler gehen übrigens gerade wieder in den Streik / Walkout

lIIIllIIlllIIlII

https://www.youtube.com/watch?v=Kc1Cr06TTdI

Habe ich heute zufällig gesehen… passt irgend wie dazu.
Ähh kann man das irgend wie einbetten?

Max Mustermann

Was die einzelne Vorwürfe gegen den Chef angeht, wird die Zukunft zeigen, was davon stimmt und was nicht. Das er von allem wusste, steht außer Frage. Ein Rauswurf wäre der erste, richtige Schritt für Activision/Blizzard, wieder auf Kurs kommen zu können! Die Wurzel allen Übels, oder auch guten, liegt immer beim Chef der Sache. Guter Chef, gutes Klima, böser Chef, böses Klima.

CharlieTango

Also bei mir auf der Arbeit,ein Unternehmen mit ein paar Tausend Mitarbeiter,liegt das Klima an den Mitarbeitern und nicht an den Chef,entweder kommen die Mitarbeiter miteinander gut aus,was in den Bereichen auch überall unterschiedlich stark ausgeprägt ist oder nicht,die Meinung zum Vorstand gehen auseinander.

Der Vorstand weiß bei uns auch definitiv nicht über alles mögliche bescheid was so auf der Arbeit läuft,wenn es irgendwo mal zwischen Mitarbeitern kracht,weiß in der Regel,wenn überhaupt erst Mal nur die Bereichsleitung bescheid und ist dann in der Verantwortung,wenn es darum geht irgendwelche Probleme zu lösen,die sich nicht von selbst regeln lassen,weil die Führungsetage ganz andere Sachen zu tun hat.

Das ist also ziemlich einfach gestrickt,zu sagen der Chef allein wäre für irgendeine Situation verantwortlich.
Gibt auch genug Vorgesetzte die super Arbeit machen und trotzdem läuft es nicht rund,weil Untergebene Mist bauen bei der Ausführung.

Zuletzt bearbeitet vor 15 Tagen von CharlieTango
lIIIllIIlllIIlII

Es ist die Aufgabe des Vorgesetzt ein Arbeitsklima zu schaffen, in denen sich die Mitarbeiter angemessen sicher fühlen.

Ist das nicht der Fall hat der Vorgesetzte versagt. So einfach ist das. Ist das Klima durch die Mitarbeiter selbst vergiftet, liegt es immer noch in der Verantwortung der höheren Stelle das Problem nachhaltig zu lösen. Besonders in Unternehmen dieser Größe.

Mir ist das in einem Fall auch nicht gelungen und die Konsequenzen daraus waren klar.

Befugnisse bedeuten auch Verantwortung und Zuständigkeit. Wer das nicht kann ist Fehl am Platz und ist oft ein Produkt des Peterprinzip.

Leider ist in Deutschland noch oft das Bild im Kopf, dass der Chef Fachlich alles besser und schneller können muss als seine Mitarbeiter.

Das ist halt Quatsch. Wenn es der beste Mechaniker der Welt ist, hätte er Mechaniker bleiben sollen.

Als disziplinarischer Vorgesetzter braucht man andere Qualitäten.

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