Pokémon GO lebt von der Bewegung und dem Entdecken von neuen Orten. Es gibt aber auch zahlreiche Cheater, die den Bewegungsaspekt überspringen. Wir von MeinMMO haben mit einem Schummler gesprochen, der darüber sogar Videos hochlädt.
So kann in Pokémon GO geschummelt werden: Normalerweise besteht Pokémon GO daraus, dass man nach draußen geht und dort Sehenswürdigkeiten entdeckt, die im Spiel als PokéStops markiert sind und überall Monster fangen kann. Nur wer sich bewegt, fängt auch viele Pokémon. Cheater manipulieren allerdings ihr GPS und machen dem Spiel weis, dass sie sich gerade bewegen, obwohl sie Zuhause sitzen.
Cheater, die mit manipuliertem GPS spielen, werden Spoofer genannt. Sie “spoofen” sich quasi zu den Orten, an denen viel los ist, während faire Spieler dort hinlaufen müssen.
Mit wem haben wir gesprochen? Wir von MeinMMO haben mit dem YouTuber “Ramses Der Dikke” gesprochen. Er lädt täglich Videos und Livestreams zu Pokémon GO hoch. Teilweise spielt er dafür “richtig” und schummelt nicht, doch oftmals manipuliert auch er seinen Standort und kann dadurch Pokémon an anderen Orten fangen.
Wir haben mit Ramses über die Entscheidung für das Cheaten gesprochen und wollten wissen, weshalb er überhaupt schummelt.
“Lieber ein Spoofer mit Herz, als ein Legit ohne Charakter”
Wie hat Ramses mit dem Cheaten angefangen? Bei dem YouTuber hat es ganz persönliche Gründe, weshalb er mit dem Schummeln angefangen hat. So erzählt er uns, dass sich seine Community gespalten hat und er selbst plötzlich nicht mehr an Raids teilnehmen konnte.
Daraufhin hatte sich Ramses dann mehrere Accounts erstellt, um alleine legendäre Raids zu absolvieren. Da ihm das aber auf Dauer zu mühselig wurde, entschied er sich für das Schummeln. “Multi-Accounting ist ja auch verboten”, erklärte uns Ramses, weshalb ihn der Schritt zum Spoofen auch leichter fiel.
Warum schummelt man denn überhaupt in Pokémon GO? Im Gespräch betonte Ramses immer wieder: “Ich mache das auch für meine Community”. Dabei bezog er sich auf seine zahlreichen Formate, die er zusammen mit seinen Zuschauern abhält.
Dazu gehören beispielsweise Raid- oder Rampenlichtstunden, die er von Zuhause überträgt und dann per Live-Stream (via YouTube) mit seinen Zuschauern interagiert. Ramses berichtet auch von seinen Wochenend-Projekten: “Wir machen das regelmäßig an Wochenenden, wo wir einfach Raids für Zuschauer hosten. Komplett uneigennützig, weil ich die selber gar nicht mit mache.”
In unserem Gespräch erklärt Ramses aber auch, dass er das Cheaten aufgrund von Langeweile im Spiel angefangen hat. Er wohnt in einem kleinen Ort, wo er einfach nicht die gleichen Gegebenheiten hat, wie Spieler in Großstädten. Er würde gerne ebenfalls unbegrenzt Raids machen, doch kann das in seinem kleinen Ort nicht umsetzen. Darum greift er zum Spoofen, damit er genau das machen kann.
Problematisch wird es allerdings bei Arena-Kämpfen. Hier können Spoofer innerhalb von Sekunden von einer Arena zur anderen fliegen und überall Pokémon rausschmeißen. Als fairer Spieler kommt man dort oft nicht hinterher.
So gibt es haufenweise Berichte von Spielern aus unterschiedlichsten Communitys, dass sie sich in ihrer Stadt kaum in Arenen setzen können. Spoofer kommen direkt und schmeißen sie wieder raus.
Hat er gar kein schlechtes Gewissen? Ramses sieht das Schummeln aus der positiven Sicht. Er meint, dass er damit anderen Spielern helfen kann und faire Spieler ebenfalls fies spielen können. Dazu sagt er: “Lieber ein Spoofer mit Herz, als ein Legit ohne Charakter”.
Hierzu berichtet der YouTuber, dass er auch schon von fairen Spielern aus Arenen geworfen und regelrecht verfolgt wurde. Er würde das als Cheater nicht machen und meint, dass solche Trainer ebenfalls ungesund für die Community sein können.
Ramses behauptet sogar, dass Cheater dem Spiel gut tun und es mitfinanzieren. Als Beispiel nennt er: “Jemand der legit spielt und einmal in der Woche einen 1-Sterne-Raid macht mit dem freien Pass, der beschert Niantic ja keinen Umsatz. […] Manchmal sind Spoofer in der Hinsicht dann ja auch nicht verkehrt, wenn die gleich am ersten Abend 100 Raids absolvieren.”
Wie steht Pokémon GO zum Spoofen? Die Entwickler des Spiels verbieten ganz offiziell das Spoofen. Dafür klagten sie sogar schon gegen große Cheat-Anbieter. Die Realität sieht allerdings auch so aus, dass bisher recht wenig gegen Schummler gemacht wird.
Als Trainer kann man zwar die Cheater melden, doch in den meisten Fällen gibt es darauf keine Antwort von Niantic. Dennoch gibt es auch immer wieder Banns gegen Schummler, die dann einige Zeit nicht zocken können oder in seltenen Fällen ihren Account ganz verlieren.
Was für Alternativen gibt es? Mittlerweile gibt es auch für Dorfspieler zumindest an der Raid-Front eine gute Alternative: Fern-Raids. Dadurch könnt ihr, egal wo ihr euch auf der Welt befindet, von befreundeten Spielern zu Raids eingeladen werden.
Ihr könnt also im Prinzip unendlich viele Raids absolvieren und müsst dafür eben nicht cheaten. Es gibt sogar diverse Apps, die Fern-Raids organisieren. Dazu haben wir euch hier ein paar Erklärungen geliefert:
Internationale Raids in Pokémon GO – So klappt das
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