Ich habe miese Storys in MMORPGs satt – Von ESO Blackwood erhoffe ich mir mehr

Oft heißt es in einem MMORPG: Erledige den finsteren Boss. Doch ein Rollenspiel kann so viel interessantere Geschichten erzählen. Vielleicht bekommen wir eine solche mit der Erweiterung Blackwood für The Elder Scrolls Online, das erhofft sich zumindest MeinMMO-Autor Andreas Bertits.

Rollenspiele sind ein Genre, in dem viele spannende Geschichten erzählt werden können. Die Entwickler dürfen ihrer Fantasie freien Lauf lassen und kreative Quests schreiben. Doch oft bleibt davon am Ende nur der Kampf gegen den bösen Boss übrig, was häufig bei MMORPGs der Fall ist.

Der finstere Lich-König muss in World of Warcraft besiegt werden, dem Balrog in Der Herr der Ringe Online wollt ihr gehörig einheizen und in jeder Erweiterung des MMORPGs The Elder Scrolls Online wartet ein neuer Bösewicht darauf, dass ihr ihn am Ende vermöbelt.

Es sind immer dieselben Geschichten, die erzählt werden. Eine neue, böse Macht taucht auf und man weiß direkt von Beginn an, wie es ausgeht: Der Böse stirbt durch unsere Hand. Diese Art des Storytellings ist einfach und funktioniert, doch besonders abwechslungsreich ist sie nicht.

Dabei geht es doch auch anders. Meist sieht man dies an Singleplayer-Spielen. Vorreiter hier ist die Ultima-Reihe, welche mich in Sachen Storys für RPGs geprägt hat.

Ultima 8
In Ultima 8 gab es keinen Endkampf. Der Spieler musste einen Weg nach Hause finden.
  • Schon Ultima 4 aus dem Jahr 1985 bot keinen Endboss. Stattdessen war es nötig, ein Buch aus einem Dungeon zu bergen und acht Tugenden zu meistern, wodurch der Held zu einer Leitfigur für die Bevölkerung des Fantasylandes Britannia wurde.
  • In Ultima 6 von 1990 sah es zunächst so aus, als müsste man die finsteren Gargoyles und ihren Anführer vernichten, welche eine Invasion in Britannia starteten. Es stellte sich aber heraus, dass sie nur auf der Suche nach einer neuen Heimat waren und es war die Aufgabe des Helden beide Völker zusammenzuführen.
  • In Ultima 7 aus dem Jahr 1992 war es nötig, ein Dimensionstor zu zerstören, bevor der böse Guardian es durchschreiten konnte. Das Spiel endete also im Grunde damit, den Bosskampf zu vermeiden.
  • Und in Ultima 8 (1994) galt es, nach der eigenen Verbannung in eine andere Welt, einen Weg nach Hause zu finden. Hier gab es ebenfalls keinen Bosskampf.

Ich möchte einfach Geschichten in MMORPGs erleben, die mal von der Norm abweichen, mutig neue Wege gehen und mir etwas auftischen, was ich nicht schon oft erlebt habe.

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Der Trailer zu ESO: Blackwood zeigt zwar Mehrunes Dagon als Feind, doch vernichten werdet ihr ihn nicht.

Wird ESO: Blackwood eine ungewöhnlichere MMO-Story liefern?

Warum könnte ESO: Blackwood hier helfen? Viel ist noch nicht über die Story bekannt, allerdings soll sie sich darum drehen, dass die Spieler einige Massenvernichtungswaffen in der Welt finden und entschärfen sollen. Es gibt zwar mit Mehrunes Dagon einen Gegenspieler, doch diesen vernichten wir nicht.

Denn Dagon taucht auch später in den Spielen der Elder-Scrolls-Reihe wieder auf. Die Single-Player-Titel sind Hunderte von Jahren nach ESO angesiedelt. Dagon bleibt als finsterer Daedra-Fürst erhalten.

Zumindest wird es in der Erweiterung Blackwood also keinen Moment geben, in dem wir ihn vernichten werden. Das heißt aber nicht, dass es keine anderen Bossgegner geben kann. Dennoch wirkt die Story erst einmal etwas anders als die, die wir bisher von ESO kennen.

fragt meinmmo andreas neu

Andreas Bertits spielt seit 1997 MMORPGs und ist mit dem Klassiker Ultima Online in das Genre eingestiegen. Seine Liebe zur Ultima-Reihe führte ihn auch in die Online-Welt von Britannia.


Inzwischen verbringt er seine Online-Zeit hauptsächlich mit The Elder Scrolls Online in Tamriel oder zieht in Neverwinter durch die Forgotten Realms. Er spielt aber fast jedes MMORPG mal an, das auf den Markt kommt.

Darum geht es vielleicht doch nicht ganz ohne Bosse: Bosskämpfe haben sich in MMORPGs eingebürgert. Sie gehören mit zum regulären Gameplay dazu. Denn sie stellen eine Art Ziel dar. Spieler, die ihren Helden eine lange Zeit aufgelevelt haben, können so zeigen, wie effektiv sie gegen den Boss kämpfen.

Meist bieten diese Auseinandersetzungen auch besondere Herausforderungen, in denen die Spieler spezielle Taktiken anwenden müssen. Das macht Spaß und bietet Abwechslung zu den regulären Kämpfen.

Hinzu kommen die oft besonders wertvollen Belohnungen, die man als Beute durch Bosskämpfe bekommt. Sie sind also eine Spielmechanik, die gerade MMORPG-Spieler erwarten. Deswegen gibt es in ESO: Blackwood sicher auch die eine oder andere dieser Auseinandersetzungen.

Ob ihr aber wirklich den einen letzten Bosskampf ausfechten müsst, ist noch nicht klar. Dazu verriet Zenimax Online noch nicht genug über die Story von Blackwood.

Trotzdem ist die eigentliche Prämisse der Story, dass die Suche nach gefährlichen Waffen ansteht und wir diese entschärfen müssen, interessant und auch erfrischend. Es wurde nicht direkt gesagt, der Bösewicht taucht mit einer riesigen Armee auf, die ihr aufhalten sollt, wie das beispielsweise bei ESO: Greymoor der Fall war.

Daher setzte ich meine Hoffnung darauf, dass ich mit Blackwood eine Geschichte erleben darf, die einfach mal etwas anders ist. Die mir nicht den superbösen Boss vorsetzt und ich von Beginn an weiß, dass ich am Ende gegen ihn kämpfen muss und ihn besiege. Denn das hatten wir in MMORPGs einfach schon so oft.

Natürlich ergibt diese Boss-Mechanik weiterhin Sinn, doch hin und wieder mal Storys zu bekommen, die davon abweichen, bringt einfach wieder frischen Wind in ein Onlinespiel.

Wie seht ihr das? Möchtet ihr auch Geschichten in MMORPGs erleben, die sich nicht um den obligatorischen Endkampf gegen den Boss drehen? Oder ist das eine Spielmechanik, die für euch einfach mit dazu gehört?

Ihr wollt wissen, was der erste richtige Bosskampf in einem MMORPG war? Wir verraten es euch.

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Nico

solltest mal ff14 spielen wenn du ne story haben willst wo nicht alles immer ein Boss ist 😉 das ist zwar da auch oft der fall aber auch nicht immer und es hat gute Story wendungen etc.

Bralo

Stimmt aber auch nur dann wen man keinen anime mag. Wer auch nur semi aktiv im anime Genre unterwegs ist der wird in FF auch nur die mega basic Shounen anime story erleben die man schon x mal gehört hat und die plottwists riecht man bereits 20 quests im vorraus. Zumindest war das bei mir damals der Fall. Die quests werden zwar mit jedem xpac besser aber ich finde es ist weit von diesem göttlichen Meisterwerk entfernt das viele darin zu sehen scheinen.

Nico

das hat überhaupt nichts damit zu tun ich mag Animes oder ich mag kein Anime. Und ja es gibt Story stränge wo man schon weiß wie es weitergeht. das ist aber überall so. Ich wette mit dir aber das du nicht alles vorher wußtest 😉 Zumal es genügend Shounen Animes gibt die auch sehr unterschiedlich sind und ausgehen. Ich kenne z.b. viele die sagen Guilty Crown ist wie Code Geass. Und dann frag ich mich immer haben diese überhaupt einen der Anime zuende geschaut und wenn ja begriffen wie die Story da vorsich geht 😉

KohleStrahltNicht

FF14 ist schon sehr krass kindlich und viel zu kitschig.
Aber wer es mag…

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