Nach einem mehr als halbjährigen Drama hat Twitch den großen YouTuber und Streamer Craig „Mini Ladd“ Thompson (26) permanent gesperrt. Der war seit Sommer 2020 in einen Skandal verstrickt: Er soll sich minderjährigen Frauen virtuell genähert haben. Das gestand er in einem Video ein und entschuldigte sich für sein Verhalten. Twitch nahm das offenbar als Schuldeingeständnis.
Das sagt Twitch: Die Streaming-Plattform Twitch hat den Streamer „Mini Ladd“ permanent gebannt.
In einem Statement sagen sie (via twitter):
„Wir ergreifen angemessene Maßnahmen, wenn wir Beweise dafür haben, dass ein Nutzer gegen unsere Community Guidelines oder unsere Nutzerbedingungen verstoßen hat.“
Twitch
Das ist Mini Ladd auf Twitch: Der 26-jährige Streamer hat 750.000 Follower, dabei sendet er kaum.
Seit Juni 2020 war er überhaupt nicht mehr auf Sendung, auch davor hat er nur sporadisch gestreamt. Mini Ladd ist aber ein großer Influencer auf YouTube, der Twitch als Nebenkanal verwendet.
Das ist Mini-Ladd auf YouTube: Auf YouTube war Mini Ladd zu seinen Hochzeiten eine große Nummer. Er hatte dort über 5,5 Millionen Abonnenten.
Seine erfolgreichsten Video sind „Versuch nicht zu lachen“-Challenges, die über 12 Millionen Aufrufe erreichten. Er hat aber auch Gaming-Videos hochgeladen zu Spielen wie Mario Kart, Golf It oder GTA.
2 Frauen erheben Anschuldigungen gegen YouTube-Star
Das war der Bruch: Am 23. Juni 2020 meldeten sich zwei Frauen auf Twitter, Halley und Ash. Die schrieben, Mini Ladd habe sie manipuliert, als sie noch minderjährig waren
Halley schrieb, er habe Kontakt zu ihr aufgenommen, als sie 16 und er über 20 Jahre alt war. Sie hätten intime Gespräche geführt, er habe ihr Fotos von sich in Unterwäsche geschickt, um zu zeigen, wie gut bestückt er war. Die meiste Zeit sprach er offenbar darüber, wie er seine Ex-Freundin wieder für sich gewinnen wollte.
Halley warf dem YouTuber vor, sie manipuliert und mit ihren Gefühlen gespielt zu haben. Mini Ladd müsse gewusst haben, dass sie in ihn verknallt war – er habe sie nur für einen Ego-Boost benutzt. Das sei total schräg, Dinge zu einer Minderjährigen zu sagen, die er gesagt habe (via twitter).
Die andere Frau, Ashe, schreibt auf Twitter:
- Sie war vor 4 Jahren, als sie 17 war, ein großer Fan von Mini Ladd.
- Zu ihrer Überraschung nahm der tatsächlich Kontakt mit einer Gruppe von Fans auf, in der auch sie war.
- Mini Ladd pickte sie dann aus dieser Fangruppe heraus und suchte näheren Kontakt mit ihr.
- Rasch ging es um ihre Jungfräulichkeit. Ashe erzählte: Mini Ladd fragte sie, ob er sie entjungfern dürfe. Sie bejahte die Frage.
In der Folge hätten sie einander zwar nie getroffen, doch die Beziehung blieb auf virtueller Ebene sexuell. Nachdem die Beziehung abflaute, fühlte sie sich ausgenutzt von jemandem, zu dem sie aufgesehen hatte (via twitter)
Halley sagte, nachdem das jetzt raus sei, fühle sie sich, als sei eine große Last von ihr genommen.
Ashe bedankte sich bei den mutigen Frauen, die ihre Geschichten erzählt hatten. So könne sie jetzt ihre erzählen und endlich damit abschließen.
YouTuber will Skandal aussitzen, aber das klappt nicht
So ging das weiter: Die Meldungen auf Twitter lösten einen Backlash gegen Mini Ladd aus. Der veröffentlichte im Sommer 2020 ein relativ kurzes Video auf YouTube, in dem er nicht groß auf die Vorwürfe einging. Mini Ladd betonte vor allem, er kehre jetzt nach Nordirland in seine Heimat zurück und werde eine Therapie beginnen.
In der Zeit danach streamte er nicht mehr auf Twitch. Und wenn er Videos auf YouTube hochlud, wurden die mit Downvotes bestückt und er wurde in Kommentaren immer wieder auf sein Fehlverhalten angesprochen.
Mini Ladd entschuldigt sich – Sagt, er war selbstmordgefährdet
Das war jetzt offenbar der Grund für den Bann: Sein letztes YouTube-Video kam Ende 2020 heraus. Da sagte Mini Ladd, er wolle in das neue Jahr mit reinem Gewissen gehen. Er gestand ein, dass er sich gegenüber seiner minderjährigen Twitch-Moderatorin Halley falsch verhalten hat und gegenüber Ashe völlig falsch.
Er sagte, das sei nicht er. Er bedauere sein Verhalten, seit damals.
Er erklärte 2017 sei er selbstmordgefährdet gewesen. Das solle jetzt aber auch keine Entschuldigung. Mini Ladd gestand, er sei über die Gefahr, seine YouTube-Karriere zu verlieren, in Panik geraten und habe versucht, den Schaden einzudämmen. In der Zeit habe er alles nur noch schlimmer gemacht.
Auch bei diesem Video auf YouTube zeigen sich die Fans ungnädig. Das hat fast 174.000 Daumen nach unten, bei nur 57.000 Daumen hoch.
Weil Mini Ladd in dem Video offen zugibt, sich unangemessen seiner damals noch minderjährigen Twitch-Moderatorin genähert zu haben, ist der Bann von Twitch offenbar erfolgt.
Mini Ladd hatte vorm Bann bereits monatelang nichts Neues mehr auf Twitch gezeigt. Auf YouTube hat er die regelmäßigen Updates 2021 ebenfalls eingestellt. Der hat mittlerweile über 500.000 Abonnenten verloren.
Der Vorwurf, der hier im Raum steht, ist das “Grooming”, das Manipulieren von minderjährigen Frauen, um sie zu sexuellen Handlungen zu verleiten. Das ist ein hochsensibles Thema, das Empörung hervorruft.
Über einen ähnlichen Fall haben wir im Oktober 2020 berichtet. Der LoL-Streamer Hashinshin sagt, die Vorwürfe des Groomings gegen ihn seien von Frauen inszeniert, die ihn erpressen wollten:
LoL-Streamer kämpft um seinen Ruf nach Twitch-Bann, beruft sich aufs FBI
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
































