Insider-Bericht zeichnet übles Bild von Ubisoft – Sexismus als System

Der Gaming-Publisher Ubisoft (Assassin’s Creed, Far Cry, The Division) ist in einen Sexismus-Skandal verwickelt. Der Chef-Kreative Serge Hascoët musste gehen. Jetzt taucht ein Insider-Bericht auf, der ein erschreckendes Bild des Gaming-Publishers zeichnet. Frauen sollen systematisch belästigt und klein gehalten worden sein. Mittlerweile sind die ersten Reaktionen von Ubisoft bekannt.

Daher kommt der Bericht: Der US-Journalist Jason Schreier ist für solche Insider-Berichte bekannt, für die er über Monate anonym mit Mitarbeitern einer Firma spricht. Schließlich veröffentlicht er einen Artikel gespickt mit Details, Zitaten und Vorfällen, die von der Firma, um die’s geht, lieber unter Verschluss gehalten worden wären. Schreier fungiert offenbar für unzufriedene Entwickler als ein Kummerkasten, bei denen sie ihren Frust schildern können und wissen, dass sie anonym bleiben.

Schreier hat schon häufiger über Missstände und verunglückte Entwicklungen von Blockbuster-Spielen berichtet, etwa darüber

Der Journalist sagt, er hat mit mehr als 40 aktuellen oder ehemaligen Angestellten von Ubisoft über sexuellen Missbrauch und die Anschuldigungen gesprochen. Der Bericht Schreiers erschien auf der Seite Bloomberg (hinter Paywall). Wir fassen auf MeinMMO die wesentlichen Aussagen und Informationen zusammen.

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The Division 2 gehört zu den Spielen, die auf die berühmte „Ubisoft“-Formel setzen.

Zustände wie im Haus einer Studentenverbindung

Das ist der Kern der Anschuldigung: Der Bericht dreht sich vor allem um Serge Hascoët, den Kreativ-Chef von Ubisoft.

Der sei über Jahrzehnte ein enger Freund des CEOs von Ubisoft, Yves Guillemot (60), gewesen, und genoss absolute Freiheit, zu tun, was er will. Der konnte die Spiele von Ubisoft nach seinem Willen gestalten, freigeben oder stoppen.

Der 55-jährige Serge Hascoët kam 1988 als Spiele-Tester in der Firma. Er habe dabei geholfen, das mächtige „Editorial Department“ zu entwickeln, das jedes Spiel beaufsichtigte. Er war es letztlich, der die Aufsicht über Spiele-Reihen wie Assassin’s Creed, Far Cry oder Watch Dogs hatte.

Far Cry 6
Serge Hascoët war der Big Boss bei Ubisoft und hatte die Aufsicht über Reihen wie Far Cry.

Er sei als „unantastbar“ von den Mitarbeitern angesehen worden, als „goldenes Kind“, der sich alles rausnehmen konnte und das angeblich auch tat.

Er hätte Männer um sich geschart und die hätten sein Verhalten imitiert. Es sei in seinem Team zugegangen wie in einer Studenten-Verbindung, ein reiner Männer-Club mit Pornos auf den Rechnern und geschmacklosen Witzen. Es hätte Meetings in Strip-Lokalen gegeben und es wäre exzessiv getrunken worden. Frauen seien von diesen Meetings ausgeschlossen gewesen, was ihre Karriere behinderte.

Zudem gibt es die Anekdote, dass die Chefin eines Teams einen Vortrag über ein neues Spiel hielt. Als sie den Raum verließ, schaltete Hascoët ein YouTube-Video ein, das einen französischen Song spielte. In dem Video wurden sexuelle Handlungen mit einer Frau beschrieben, die denselben Namen trug, wie die Team-Leiterin, die ein Spiel vorstellte. Als die wieder in den Raum kam, pausierte er das Video.

Einer der wichtigsten Mitarbeiter von Hascoët, Tommy François, soll eine Frau vier- oder fünfmal zu einem Drink eingeladen haben. Sie habe von ihren Kollegen sexuell eindeutige Nachrichten erhalten, sogar Porno-Videos. Sie meldete angeblich jeden Vorfall bei der Personal-Abteilung. Doch da passierte nichts. Später sei ihr gesagt worden, sie müsse zu einem Ubisoft-Studio in ein anderes Land wechseln, dort hätte man ihr mehrfach mitgeteilt: „Du kannst kein Producer werden – du bist eine Frau.“

Ohnehin wird im Artikel herausgestellt, dass sich viele Frauen mit Beschwerden an die Personalabteilung wanden, von dort aber keine Hilfe erhielten. Ubisoft hätte seit Jahren von den Vorfällen gewusst, heißt es. Mittlerweile wurde auch die Personal-Chefin ausgetauscht.

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Odysee hätte weiblicher werden sollen, als es dann tatsächlich war.

Teams wollten seit 2014 Assassin’s Creed weiblicher machen

So hat sich die Kultur auf Spiele ausgewirkt: Laut dem Insider-Bericht hatten die Entwicklungs-Teams einige Mal versucht einen „weiblichen, starken Hauptcharakter“ in Assassin’s Creed zu etablieren, der Erfolgs-Serie von Ubisoft:

  • 2014 wollte man schon eine Frau als Charakter fürs Online-Spiel von Assassin’s Creed Unity anbieten, da hieß es aber von oben „Das sei zu viel Arbeit“, die Animation und Kleidung zu erstellen
  • Bei Assassin’s Creed Syndicate (2015) sollten die Zwillinge gleich viel Präsenz bekommen, doch am Ende kam die Frau Evie zu kurz und ihr Bruder Jacob dominierte das Spiel
  • Bei Origins (2017) hatte man eigentlich vor, den Helden Bayek überraschend sterben zu lassen und Spieler dann als seine Frau Aya weiterspielen zu lassen, doch die Idee wurde gestrichen
  • Bei Odysee (2018) lief es genauso: Ursprünglich sollte angeblich Kassandra der einzige spielbare Charakter sein, doch da hieß es von oben: Das sei keine Option

Angeblich seien alle diese Änderungen in den Games ein Zeichen für den Sexismus bei Ubisoft.

Die Anweisungen kamen entweder von Hascoët oder von der Marketing-Abteilung, heißt es: Beide waren der Ansicht, dass sich starke weibliche Protagonistinnen „einfach nicht verkaufen lassen.“

Hascoët und sein Geschmack hätten so einen starken Einfluss auf die Spiele gehabt, dass die Entwickler-Teams das Gefühl hatten, sich total nach seinen Wünschen zu richten, damit ihr Spiel nicht eingestampft wird. So hätte Hascoët eine Abneigung gegen lineares Erzählen und Cutscenes gehabt.

assassins creed syndicate
In Syndicate meuchelte man überwiegend als Jacob.

Flops wie Division 2 läuteten das Ende der Ära ein

Das war der Bruch: Im Artikel heißt es, die Handschrift von Serge Hascoët und seine Vorlieben war in jedem Spiel von Ubisoft klar zu erkennen. Das war letztlich die berühmte „Ubisoft-Formel“:

  • eine riesige Open-World
  • der Spieler erschließt sich die Welt, in dem er Checkpunkte befreit
  • er erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben und sucht Sammel-Objekte in dieser Welt

Doch 2019 kam der Bruch. Mit den beiden Online-Spielen The Division 2 und Ghost Recon Breakpoint wirkte es so, als hätte Hascoët sein kreatives Händchen verloren. Beide Spiele floppten und blieben unter den finanziellen Erwartungen.

Es hieß dann, Hascoët würde immer ähnliche Spiele entwickeln, eben nach der bekannten Ubisoft-Formel. Als Ubisofts Aktie 2019 um 40% nach den beiden Flops fiel, kam es zu Änderungen.

Hascoët wurden 7 Vizepräsidenten unterstellt, alles Männer, um für mehr Diversität zu sorgen. Darunter auch einige der Männer, gegen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Raum stehen.

Ghost Recon Breakpoint galt als schlimmer Flop 2019

Einer der Angestellten sagt: Das Lieblingswort von Hascoët wäre systemisch gewesen. Der habe darauf bestanden dass die Spiele „systemisch“ seien, dass man mit der Umwelt interagieren und experimentieren kann. Allerdings legt der Angestellte nahe, dass auch die Kultur der sexuellen Belästigung bei Ubisoft „systemisch“, also Teil des Systems, war.

Das steckt dahinter: Der Bericht über Ubisoft erinnert stark an die Zustände, die bei LoL-Entwickler Riot Games, geschildert wurden. Auch dort soll es eine toxische Macho-Kultur wie im Haus einer Studentenverbindung gegeben haben. Ein Insider-Bericht und eine Klage von 2 Frauen lösten 2018 da offenbar eine Erschütterung aus.

Bei Riot Games hieß es aber, „nur das Hauptquartier“ sei so schlimm – bei Ubisoft kommen erschreckende Berichte auch von den Studios in anderen Ländern. Vor allem in Kanada soll es zu ernsten Vorfällen gekommen sein.

Riot Games kündigte damals eine große Offensive an, um eine andere Kultur ins Studio zu bringen. Genau das hat jetzt auch Ubisoft angekündigt. Riot hat später 10 Mio $ an Frauen ausgezahlt, die dort gearbeitet haben. Wie das bei Ubisoft weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Abseits der Kultur-Veränderung bleibt die Frage spannend, ob Ubisoft mit dem Wechsel an der kreativen Spitze tatsächlich von der Formel abrückt. Mittlerweile ist die „Open World mit Checkpunkten und Sammelaufgaben“ fast untrennbar mit der Firma verbunden: Die berühmte Ubisoft-Formel entsprang offenbar dem Geschmack von Serge Hascoët – vielleicht hätten sich die Teams schon seit Jahren ganz andere Spiele vorstellen können.

Ubisoft geht auf Anschuldigungen ein

Update 22. Juli – So reagiert Ubisoft: Auf einem Earning-Call von Ubisoft am 22. Juli waren auch die Skandale ein Thema. Obwohl der Bericht von Bloomberg nicht direkt behandelt wurde, schwebten die Vorwürfe des Berichts im Raum und wurden in der Fragerunde zum Thema.

Der CEO von Ubisoft, Yves Guillemot, antwortete auf eine Frage, er müsse doch von den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gewusst haben:

„Jedes Mal, als wir auf solches Fehlverhalten aufmerksam gemacht wurden, haben wir harte Entscheidungen getroffen und haben sichergestellt, dass diese Entscheidungen einen klaren und positiven Einfluss haben.

Jetzt hat sich gezeigt, dass bestimmte Personen das Vertrauen missbraucht haben, das ich in sie setzte, und sich nicht an die grundlegenden Werte von Ubisoft gehalten haben. Ich habe nie Kompromisse bei meinen Kern-Werten und Überzeugen gemacht, noch werde ich das je tun.“

Yves Guillemot, CEO von Ubisoft

Es gab noch ein Statement zum im Raum stehenden Vorwurf, Ubisoft würde nur männliche Hauptfiguren zulassen. Man listete eine Reihe von Protagonisten auf, die nicht in das Schema passen:

  • Jade aus Beyond Good and Evil
  • Wie Altair, Bayek und Kassandra aus Assassin’s Creed
  • Princess Aurora von Child of Light.

Es hieß dann diese Figuren zeigten, dass Ubisoft Diversität in seinen Spielen auf bedeutsame Art darstellt und das in den wichtigsten Titeln der Firma.

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Wie GamesIndustry.biz bemerkt äußerten sich einige ehemalige Ubisoft-Entwickler auf Twitter zu der Aussage.

Da hieß es, das stimme zwar, doch bis diese neuen, anderen Figuren möglich waren, wurden zahlreiche weiblichen Protagonistin aus den Spielern entweder ganz gestrichen oder haben kleinere Rollen bekommen, weil sich „Frauen nicht verkaufen“, wie das Management von Ubisoft immer wieder fand.

Außerdem hat Ubisoft am 22. Juli seinen PR-Chef gefeuert. Das geschah ebenfalls im Rahmen der aktuellen Sexismus-Krise.

LoL Lux Cinematic
Riot Games war 2018 in einen sehr ähnlichen Skandal verwickelt.

Der Insiderbericht erscheint jetzt 9 Tage, nachdem die Konsequenzen bereits bekannt geworden sind. Ubisoft hat die Entlassung von 3 Mitarbeitern bekanntgegeben, darunter eben auch Hascoët. Jetzt kennen wir die genaueren Umstände, was zu diesen Entscheidungen geführt hat:

Skandal erschüttert Ubisoft vorm wichtigsten Event 2020 heute – Top-Manager gehen

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Jokl

Der way of ubisoft oder wie eine Firma sich vermarkten möchte usw., finde ich jetzt in dem Zusammenhang weniger interessant.
Kurz gesagt, die Erfolge sind bekannt, die Misserfolge auch, was die Gründe dafür sind kann sicher keiner aus dem Stehgreif beantworten, dafür fehlen meist ne Menge Infos.

Was die Vorwürfe angeht, da bin ich mittlerweile echt zwiegespalten.
Fängt schon damit an das ich ein weißer Mann Anfang 40 bin und ich nie mit Mobbing oder Rassismus konfrontiert war, zum Thema sexuelle Belästigung kann ich allerdings eine Story aus meinem persönlichem Umfeld berichten.

Daher ist das schon mal schwer zu verstehen, wie sich das für die betroffenen anfühlt und schon gar nicht wo das für Menschen anfängt, das sie sich gemobbt oder rassistisch angegriffen fühlen.
Die Sicht von Frauen ist da noch schwerer für mich, bei alle Empathie und auch vielen Gesprächen mit Freundinnen und Kolleginnen, lässt mir da keine „Formel“ erscheinen.
Was meine Mutter, die über 40 Jahre im Auswärtigen Amt gearbeitet hat, da für Storys erzählt hat, als das mit Metoo anfing, da könnte man sagen „hey Mädels stellt euch nicht so an, das war in den 60er und 70ern viel heftiger“ , mach ich natürlich nicht, denn das war eine andere Zeit und nur weil es so war, war es nicht gut.

Ich denke schon das es trotz den Problemen mit Rassismus und Sexismus, im großen und ganzen positive Veränderungen gibt, natürlich ist noch viel Weg zu gehen.

Warum ich bei so Berichten trotzdem vorsichtig bin, wie bekannt und renommiert der Verfasser auch sein mag, sind die ebenfalls bekannten Fälle, die sich dann doch anders dargestellt haben.

Wie viele Promis mussten sich mit Vorwürfen der Vergewaltigung befasse, da wurden Schlammschlachten geschlagen, manche waren plötzlich vom Tisch, manche landeten vor Gericht und floppten dann da.
Mir fällt da zb. Kobe Bryant (RIP) ein, der ganze Skandal hat sich ewig gezogen und letztendlich ist er für unschuldig erklärt worden, was trotzdem nicht einen Rest Zweifel zulässt.

Wie sich so was auch einen Menschen auswirkt habe ich vor 20 Jahren bei meine damals besten Freund erlebt.
Seine EX hat ihn wegen Vergewaltigung gemeldet, was zu erst mal bedeutet das er im 3 Jahr seine Ausbildung gefeuert wurde, was die Allianz wohl ohne Beweise machen durfte.
Kann sich jeder ausmalen was das heißt wenn zu dem Zeitpunkt und unter dem Stern seine Ausbildung abbrechen darf.
Da die Firma das natürlich melden musste, wurde Anzeige erstattet und die Kripo begann mit ihrer Arbeit.
Das ganze hat letztendlich 3 Jahre gedauert, bis dann offiziell die Gerichtsverhandlung stattfand.
Ohne da ins detail gehen zu wollen, das ganze ging über einige Tage, Zeugen wurden vernommen usw., bis zum letzten Tag sah es richtig mies aus und mein bester Freund, ein Typ den nix fertig gemacht hat, war eine kaputte Seele, eine Schatten seiner selbst.
Nur dank einer Beirichterin, die dem kleinen blonden Engel nicht getraut hat, wurde eine Psychologe mit einem Gutachten betraut, der das ganze dann gekippt hat.
Es kam raus dass das Mädel irgendeine Störung hat, sie hat die Trennung nicht verkraftet und sich eine Story zusammengebaut, die sie selbst geglaubt hat, dafür gibt es wohl einen Fachbegriff.
Natürlich gab es einen Freispruch, aber die Jahre waren weg, die Ausbildung nicht beendet usw.!

Sorry ist was lang geworden, aber gerade bei dem Thema Übergriffe und Behauptungen, ohne Fakten, die heute dann gerne in der Presse hoch und runter gehen, hab ich so meine Probleme mit!

Leya Jankowski

Das ist absolut nachvollziehbar und eine gesunde Skepsis ist angebracht. Es gibt einige schwere Einzelschicksale und ich bin auch nicht dafür, dass man unbedacht eine Hexenjagd los tritt. Hier im Fall von Hascoët ist er allerdings einfach zurückgetreten, ohne gegen die Vorwürfe zu klagen oder sich dagegen auszusprechen. Aktuell bei Johnny Depp und Amber Heart ist diese öffentliche Schlammschlacht zu sehen und der Marktwert von Johnny Depp ist tatsächlich in den vergangenen Jahren gesunken, durch die Vorwürfe von Heart. Da steht ebenfalls Aussage gegen Aussage, jedoch ist zu beobachten dass Depp vehement dagegen klagt. Auch das ist natürlich kein Beweis,wenn andere nicht klagen.

Mittlerweile haben sich aber so viele von Ubisoft gemeldet, die sich sogar
öffentlich eingestehen, dass es sicher keinen respektvollen Umgang gab (PR-Chef Ubisoft).

Da spricht mittlerweile schon viel dafür, dass einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.

Ich finde es auch schwierig, dass Hexenjagden schon mit einem Tweet gestartet werden können. Gegenüber steht aber, dass vielen Frauen überhaupt die Chance auf eine Karriere verwehrt wurde, bevor sie überhaupt starten könnten und dass ich eine reale Angst haben muss, alleine nach Hause zu gehen.

2004 war die Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland immer noch nur ein Antragsdelikt. Das ist gerade mal 16 Jahre her. Damals war ich 14.

Mir tun die Männer unsagbar Leid, die für ihr Leben gezeichnet sind und unter falschen Anschuldigungen leiden. Aber ich sehe ein, dass sich etwas ändern muss.

Bauernschlau

Weil sich etwas ändern muss, wobei hier die Frage zu stellen ist in welchem Ausmaß und auf welcher Grundlage, sind Falschbeschuldigungen akzeptabel? Ich habe in den letzten Wochen immer wieder diese Aussage gelesen und gehört und als Verfechter des demokratischen Rechtsstaates erschreckt mich das ganz massiv. Unsere Gerichte sind der Ort wo Schuld oder Unschuld festgestellt wird, nicht bei Twitter, Twitch oder wo auch immer. Eine durch Falschbeschuldigungen zerstörte Familie bleibt das in den meisten Fällen auch, selbst wenn viele Jahre später die Unschuld bewiesen wird.

Um diese öffentlichen Hexenjagden wieder einzuhegen sollten Gerichte bei der Feststellung einer Falschbeschuldigung und Übler Nachrede/Verleumdung das mögliche Strafmaß konsequent anwenden, damit klar wird, dass es sich dabei nicht um eine Lappalie handelt. Und Unternehmen sollten die Füße stillhalten und die Justiz ihre Arbeit machen lassen. Beispielsweise können temporäre Freistellungen dabei allen Beteiligten helfen, ohne dass es zu einer Vorverurteilung kommt. Liegt ein Schuldeingeständnis vor sieht die Situation natürlich anders aus. Aber dem Mob einen Knochen vor die Füße zu werfen geht gar nicht.

Bauernschlau

Ich weiß gar nicht wo ich bei Deiner Antwort anfangen soll, ich versuche es einfach mal.

1. Richtlinien der Unternehmen unterliegen IMMER den Gesetzen des Landes in welchem diese zur Anwendung kommen. Es gibt keine Sonderrechtszone „Unternehmensrichtlinien“. In Deutschland ist der Rahmen sehr eng gesteckt was diese Richtlinien betrifft. Du kannst z.B. als wünschenswert ansehen, dass die MA ihre privaten Meinungsäußerungen in den Unternehmen zu unterlassen haben, damit es zu keinem Streit zwischen MA kommt und das in einer Richtlinie ausformulieren. Das ändert nichts daran, dass dies nicht dem Stand der Rechtssprechung in Deutschland entspricht und vor den Arbeitsgerichten keinen Bestand hätte.

2. Ein Gericht ist natürlich erst zuständig wenn es zu einer Klage kommt. Ohne eine Klage ist aber die Schuldfrage juristisch nicht zu klären. Somit sind wir wieder beim Thema Unschuldsvermutung. Ein Unternehmen muss dann hoffen, dass der AN keine Klage einreicht. Was in der Regel nur passiert, wenn ein Schuldeingeständis vorliegt. In meinen mehr als 20 Jahren in der Personalabteilung ist mir so ein Fall (nicht eingereichte Klage) aber noch nie untergekommen.

3. Einen MA zu entlassen, weil gegen ihn nicht bewiesen Beschuldigungen vorgebracht werden ist mit einer Verdachtskündigung nur dann möglich, wenn es objektive und belegbare Gründe gibt, die den Verdacht bestätigen. Das ist aber gerade bei sexuellen Belästigungen für ein Unternehmen nicht zu recherchieren, außer es liegen belastbare Bild und/oder Tonaufnahmen/glaubwürdige Zeugenaussagen vor. Aber alleine schon die Glaubwürdigkeit zu überprüfen ist schwer. Das BAG hat im letzten Jahr noch mal klar gemacht, dass eine Verdachtskündigung strikten Bedingungen unterliegt. So einfach wie du dir das vorstellst geht das nicht.

4. Das mit dem „Füße still halten“ reißt du aus dem Kontext. Ich schrieb temporär freistellen und nicht gar nichts machen.

5. Was aktuell passiert läuft eben nicht nach den grundlegenden Regeln ab, die man in einem Rechtssystem wie dem unserem oder der USA erwarten würde. Da wird wie wild auf alles geballert was geht, Fragen werden hinterher gestellt. Wenn MA von sich aus gehen ist das ein anderes Thema, wobei auch dann die Frage zu stellen ist, ob rechtswidriger Zwang ausgeübt wurde. Manche MA stellen diese Frage vor Gericht, andere wollen keinen Rechtsstreit und nur noch ihre Ruhe. Und andere haben die Taten tatsächlich begangen.

6. Selbstverständlich geht es um unseren demokratischen Rechtsstaat. Denn dieser besteht ja nicht nur aus Gesetzen, sondern tritt auch für Werte und Normen ein. Und Vorverurteilungen gehören da sicher nicht zu.

7. Zum Schluß schilder ich dir mal kurz, wie so etwas bei uns (4000 Mitarbeiter) abläuft. Erstens gibt es eine interne Anweisung der Rechtsabteilung zum Ablauf. Zweitens steht dort drin, dass gerade Vorwürfe der sexuellen Belästigung schwer zu ermitteln sind und es fast immer Aussage gegen Aussage steht. Drittens wird von „vorsorglichen“ Kündigungen vehement abgeraten. Viertens versuchen wir in der Personalabteilung diese Beschwerden direkt zu Polizei durchzureichen, natürlich nur mit Zustimmung des MA und Unterstützung durch die Rechtsabteilung. Fünftens verpflichtet uns die Fürsorgepflicht aktiv zu werden, d.h. MA zu sensibilisieren, falls notwendig MA zu versetzen, den Betriebsfrieden zu schützen und so weiter. Aber noch NIE haben wir einen MA in Fällen Aussage gegen Aussage, was auf 99% zutrifft, entlassen. In den meisten Fällen haben wir zu einer juristischen Klärung geraten und beide MA freigestellt. Grundsätzlich mit Lohnfortzahlung. Wurde die endgültige juristische Klärung abgelehnt, haben wir zur Wahrung des Betriebsfriedens andere Lösungen gefunden.

diesel

der Name kommt wohl nicht von ungefähr. wall of Text of sehr oberschlau, im Grunde weißt du aber nichts, absolut nichts

Sanix

Woa wie ich hoffe das sie von diesem Checkpoint System weg fallen und die wunderschönen offenen Welten endlich mal effektiver nutzen. Assassins Creed war für mich nach Blackflag abgeschrieben eigentlich. Ich habe zwar jeden Teil aber keinen mehr nach Blackflag durch gespielt. Denn es war immer das gleiche…. reite dort hin geh auf den Turm guck dich um verfolge einen töte ihn reite weiter…. es gab keinen Grund etwas anderes zu tun sich mehr in der Welt um zuschauen anfangs. Erst wenn man durch ist um bsp. 100 Federn zu sammeln oder ähnliches.
Ich hoffe wirklich das Ubisoft sich jetzt Kreativer austoben kann.

Zu den Skandalen. Das ist einfach widerlich und ich finde es gut das hier ein Cute gezogen wurde. Ich kann nur hoffen das dies auch gereicht hat und man nun intensiver dagegen vorgeht. Ich glaube wir alle wollen auch nicht wissen wo solch einverhalten noch über all in Firmen herscht.

Lorion

Bei Assassin’s Creed Syndicate (2015) sollten die Zwillinge gleich viel Präsenz bekommen, doch am Ende kam die Frau Evie zu kurz und ihr Bruder Jacob dominierte das Spiel

Ist zwar schon ewig her, das ich das gespielt habe, aber ich hatte nicht das Gefühl, das Evie zu kurz gekommen ist. Hatte mit ihr effektiv das ganze Spiel über gespielt, Jacob nur, wenns die Mission erforderte. Auch in der Charakterdarstellung kam sie deutlich positiver bei weg. Jacob, der tumbe, überhebliche Haudrauf, Evie die charmante, clevere Strategin. Und der umfangreichste DLC war auch komplett ihr gewidmet.

Mithrandir

Geht mir ganz genauso. Ich fand sie deutlich interessanter und habe ihn nur soweit gespielt, wie man muss.

Sanix

Ja diese Aussage hatte mich auch gewundert. Kam mir nämlich auch nicht so vor.

CptnHero

Solangsam frag ich mich ja ob das normal ist, in Betrieben wo so richtig viel Kohle fließt.
Ich bin ja schon bisserl rumgekommen, arbeitstechnisch…aber außer rassismus hab ich halt noch nix derartiges erlebt.

diesel

Die weiblichen Figuren in Ubisoft Spielen sehen sowieso aus wie Männer, das sind solche verkorksten Gesichter und Bodymodelle die unterscheiden sich kaum von den männlichen. Die Animationen sind haargenau die gleichen. Auch das neue Valhalla hat wieder so eine Mannsbild-Frau als weibliche Version, die weiblichen Figuren in Ghost Recon Breakpoint sehen so hundsmiserabel designt aus das man schreien muss, in Division 2 ebenso. Schreibt man das in deren Foren um es zu diskutieren warum das so ist wird rigoros gelöscht. Ich dachte eigentlich das wäre eher so die Anita Sarkeesian-Welle, viele Spieleentwickler designen weibl. Figuren heute so das sie „unattraktiv“ sind, man nennt das dann desexualised. Attraktivität ist also sexistisch und wird auch gesellschaftlich geächtet damit man politisch korrekt ist

Meinmmouser

Jaja, wenn man nichts kann und seine Karriere pushen will, schwingt man halt die Sexismus-Keule…

diesel

oder wenn man Ignorant ist schwingt man Reden wie es sei eine Keule und unterstellt erst mal das man nichts kann. Typisch, richtig?

CptnHero

jason schreier macht doch häufiger solche Insider Berichte…das hat doch rein gar nix mit Karriere pushen zu tun in dem zusammenhang…ich mein….klar will er natürlich auch ein Stückchen Ruhm haben, schätz ich mal…aber wie gesagt….is nich sein 1ster Bericht über gewisse Probleme innerhalb von Entwicklerfirmen.
Oder redest du in deinem Hinterwäldlergefasel etwa über die Angestellten? Die haben wohl kaum was davon Infos darüber zu leaken, wenns anonym is.

Thomas Lauterbach

auch ein Stückchen Ruhm haben

Ruhm hat der Mann nicht mehr nötig. Der will nur noch Kohle verdienen. Deshalb ist er auch zu Bloomberg gewechselt und veröffentlcht seine Artikel jetzt hinter einer Paywall.

Irina Moritz

Das wird sicherlich ein Teil davon sein, aber Kotaku hat er hauptsächlich wegen der neuen Führung verlassen. Er ist mit den neuen Chefs nicht klar gekommen und ist daraufhin gegangen. Das haben mehrere bekannte Journalisten dort gemacht. War eine größere Sache.

UmbertoGecko

Serge Hascoët war der Big Boss bei Ubisoft über Jahre. Hier ein Bild von Far Cry 6.

LOL, Grenzwertig, aber witzig^^

Alitsch

Es wirft natürlich schlechtest Bild auf die Marke, Ich mag das Spiel der AC Reihe sehr aber Ich möchte so ein System nicht direkt/indirekt Unterstutzen.
Wie es scheint sind es mehrere Publisher die ähnliches System aufgebaut haben, mich störst nur das man keine konkrete Details veröffentliche werden wie dieses System vom betroffenen Publisher geändert wird.
Für hört es sich bis Jetzt nach Bauernopfern zum Schutz des Systems.
Entlassung begleitet mit der Auszahlung an der Opfer, mich wird es auch nicht wundern wenn diese Auszahlungen mit Verschwiegenheit Erklärung verbunden sind.

Leya Jankowski

Ich persönlich sehe es so: an diesen Spielen hängen eine Menge Leute, die für diese Umstände nichts können. Es sind dann veraltete Systeme, in denen dann irgendwie das gesamte Unternehmen gefangen ist. Da geht es dann nicht unbedingt um Bauernopfer, so eine Trennung kann ein Exempel statuieren und neue Signale setzen: Sowas wollen wir nicht mehr. Da überlegt sich der nächste vielleicht zweimal, ob er die Angestellten in irgendeiner Form diskriminiert oder missbraucht.
Ich glaube, es hilft einfach schon viel, dass darüber geredet wird und mediale Aufmerksamkeit da ist.

chack

Er hätte Männer um sich geschart und die hätten sein Verhalten imitiert. Es sei in seinem Team zugegangen wie in einer Studenten-Verbindung, ein reiner Männer-Club mit Pornos auf den Rechnern und geschmacklosen Witzen. Es hätte Meetings in Strip-Lokalen gegeben und es wäre exzessiv getrunken worden. Frauen seien von diesen Meetings ausgeschlossen gewesen, was ihre Karriere behinderte.

Keiner Ahnung ob das gegen irgendwelche Gesetzte oder Firmenregeln verstößt aber ich würde mich auch mit gleichgesinnten und echten Nerds umgeben wenn ich Spiele entwickln sollte. Das viele davon dann unreif etc sind ist doch vorpragrammiert, dementsprechend sieht dann auch die Arbeitsumgebung aus. Der Hascoet hatte halt klar Vorstellungen wer zu seinem Team passt damit niemand die Nerdbalance stört. Das da nicht viele Frauen reinpassen ist irgendwie klar oder nicht? Das war ja scheinbar alles bekannt und wurde trotzdem geduldet, weil es lange Zeit einfach auch funktioniert hat. Die genialsten Tüftler und Entwickler sind öfters halt seltsame Menschen und in der Gamingbranche sind es öfters mal unreife Erwachsene. Der Typ kam ja selbst als Speiletester vor 30 Jahren in die Firma, sagt doch schon alles über ihn.

Und ich glaube die Aussage von ihm „Weibliche starke Hauptfiguren verkaufen sich nicht“ ist eher so gemeint, das er denkt wenn sie jetzt ein SPiel mit weiblicher Hauptfigur rausbringen, sie einen Shitstorm bekommen würden weil sie „Woke“ sind oder auf den Diversityzug aufspringen. Und da hat der Mann gar nicht so unrecht. Lara Croft kommt ja von Ubisoft, er weiß also genau das Frauen sich verkaufen.

Ich glaube ich hätte gerne für ihn gearbeitet, hätte bestimmt mega Spaß gemacht. Sind die Frauen bestimmt nur neidisch das sie nicht Nerd genug waren um da mitzumachen.

Leya Jankowski

Du würdest gerne für jemanden arbeiten der duldet, dass

– Menschen ungefragt an ihren Geschlechtsteilen angefasst werden, sprich sexuell belästigt werden
– Menschen ihre Business Meetings in Strip Clubs abhalten und hier gezielt Angestellte ausschließen auf Grund ihres Geschlechts
– Menschen gesagt wird, dass sie eine bestimmte Rolle nicht erfüllen können auf Grund ihres Geschlechts
– Menschen nicht zugehört wird, wenn sie sich belästigt fühlen
– Menschen als Affen bezeichnet werden, auf Grund ihrer Hautfarbe
– Menschen querversetzt werden, wenn sie nicht auf ein Date mit ihrem Vorgesetzten möchten
– Menschen ihrer Vision für ein Spiel beraubt werden, weil ein Geschlecht dominant laut Marketing dargestellt werden muss
– Menschen degradiert und gemobbt werden, sobald sie den Raum verlassen, weil man sie als Sex-Objekt wahrnimmt und nicht mal auf das hört, was sie zu sagen haben

Was das mit einer „Nerdbalance“ zu tun hat, leuchtet mir nicht ein. Ich habe nie Probleme damit gehabt, mit männlichen Kollegen und Freunden nerdige Hobbys oder auch einen nerdigen Job auszuüben. Die nehmen mich aber auch als ebenbürtigen Menschen wahr.

chack

Das Hascoet das duldet das andere all das machen musst du erstmal nachweißen. Das sind alles erstmal Anschuldigungen. Niemand weiß was er wusste, nur weil er der Chef dieser ABteilung war, weiß er noch lange nicht was jeder so tut. Und nur weil es bei Ubisoft personele Konsequenzen gegeben hat, heißt das noch lange nicht das alles wahr ist. Und das mit dem Strip Club, jo da war wohl jemand neidisch das er nciht mit durfte. Bestimmt haben die nur regelmässig dort gefeiert als Team und nannten ihren Partyabend scherzhaft „Meeting“. Und genau deshalb sollte man da nicht allzuviel reininterpretieren solange es nur Anschuldigungen von abservierten oder neidischen Mitarbeitern oder ex Mitarbeitern sind. Weiß nicht, fragt halt mal bei den personen ob die euch was dazu sagen wollen. Falls ja hat man mal beide Seiten.

Nico Saborowski

Und ich glaube die Aussage von ihm „Weibliche starke Hauptfiguren verkaufen sich nicht“ ist eher so gemeint, das er denkt wenn sie jetzt ein SPiel mit weiblicher Hauptfigur rausbringen, sie einen Shitstorm bekommen würden weil sie „Woke“ sind oder auf den Diversityzug aufspringen.

Also ansonsten liest man unter solchen Artikeln ja, dass Unternehmen diesen ganzen „Diversityzug“ nur mitmachen, um Publicity zu erzeugen und Spiele zu verkaufen. Hier verzichtet man nun auf“Diversityzug“, um keinen Shitstorm zu erhalten weil man sich für Minderheiten einsetzt.

Du gehst also davon aus, dass eine weibliche Hauptfigur in einem Ubisoft Game einen Shitstorm ausgelöst hätte/auslöst? Wäre das nicht irgendwie… traurig?

diesel

Wenn man sich so die vorherrschende Meinung über weibl. Figuren in Foren, Kommentarspalten etc durchliest kommt man aber schnell zu dem Eindruck. Das letzte was ich gelesen habe war „wieso schon wieder ne weibl. Figur, wir brauchen nicht überall Frauen“ — Ob das traurig ist? Tja, offenbar ist man der Meinung das Frauen nicht zum gesellschaftlichen Bild gehören sondern etwas da sman sich zuhause in die Wohnung stellt und nur bei Bedarf rausholt. Grad in der Gamerszene existiert ein extrem sexistisches Bild und das ist in den letzten Jahren viel schlimmer geworden. Vor allem zuletzt dank der aufstrebenden Incel-Bewegung. De-Evolution

Nico Saborowski

@Schuhmann hatte das letztens unter einem Artikel sehr gut kommentiert, im Sinne: Die lautesten Stimmen im Internet sind zumeist die der Ablehnung.

Ähnliches wird wohl auch hier gelten. Andernfalls würden sich Spiele wie Horizon Zero Dawn ja gar nicht verkaufen… oder die Leute, die gegen Frauen in Spielen sind, sind einfach nur inkonsequent.

Wesker

Ich kann es zwar nicht beweisen, aber ich glaube eher das sich die Situation der Frauen insgesamt verbessert hat über die letzten Jahrzehnte. Der Grund dafür ist sicherlich, dass es immer mal wieder Berichte über sexuelle Belästigungen vor allem am Arbeitsplatz gibt. Früher wurde sowas komplett tot geschwiegen.
Durch solche Berichte oder die „Me too“-Debtatte bin auch ich am Arbeitsplatz vorsichtiger im Umgang mit Frauen geworden. Ich sage absolut gar nichts mehr was man auch nur im entferntesten als Belästigung betrachten könnte. Glaube die Leute sind da jetzt wesentlich sensibler als noch vor 30-40 Jahren, wo derartige Vorfälle gar nicht erst gemeldet wurden.
Heute weiß doch jede Frau, dass sie sich gegen so etwas wehren kann und wenn man damit zur Personalabteilung oder dem Betriebsrat geht, dann wird das in den meisten Betrieben sicherlich ernst genommen.
Dieser Hascoët war laut Bericht unantastbar, deshalb hat man ihn wohl gewähren lassen. Einen solchen Status hat aber kaum ein Arbeitnehmer…

Snoopy220

Zu den anderen Punkten keine DIskussion aber zu einem Punkt möchte ich was sagen.
– Menschen ihrer Vision für ein Spiel beraubt werden, weil ein Geschlecht dominant laut Marketing dargestellt werden muss
Wenn es darum geht, dass die „Vision“ eine gute Geschichte beinhaltet aber eben zufällig keinen männlichen Hauptdasteller, dann stimme ich uneingeschränkt zu. Visionen welche in der Unterhaltungsindustrie zur Zeit herum geistern, bedeuten aber meist eher eine Umkehrung der Situation. Was sehen wir zur Zeit in Filmen und auch Spielen? Weibliche Helden, LGBT Helden und dazu Sprüche wie toxic masculinity und der weisse Mann taugt nur als Gegner und zum lächerlich machen (RIP James Bond). Und wenn sich der Unsinn dann nicht ordentlich verkauft, legt man nur weiter drauf, wie zum zu Beispiel mit einem Fuck the haters zuletzt von Neil Druckmann von TLOU2. Wenn jemand eine Geschichte erzählt, in der nebenbei auf Geschlecht oder Rasse herumgeritten wird, dann ist das in der Regel eine ziemlich miese Geschichte. Wenn sich die Hauptgeschichte selbst um eines dieser Themen dreht kann das eine ziemlich gute Geschichte sein, aber Dinge wie einen LGBT Zombieshooter (nachdem ich Neil Druckmann schon erwähnt habe), wer braucht so was? Ich denke den meisten Leuten ist egal welchem Geschlecht oder Rasse eine Person in einer Geschichte angehört, solange es eine gute Geschichte ist. Will ich als Mann nur männliche Helden? Nein, ich will eine unterhaltsame Geschichte. Wenn ich nicht am zocken bin, lese ich auch gerne und unter meinen Lieblingsbüchern sind etliche von Frauen mit weiblichen Helden (Kate Locke, God save the Queen letzte Woche neu aufgenommen in die Favoriten). Klasse Bücher und das Geschlecht spielt teilweise sicher eine Rolle, dass sie gut funktionieren, aber es wird nicht drauf herumgeritten. Die Heldinnen sind nicht dafür da, um eine Quote zu erfüllen, sonden weil es eben in die Geschichte passt. Und an der Stelle fürchte ich gehen viele der aktuellen Visionen in die falsche Richtung. Hmm Ist sowieso schon zu lang der Beitrag, ich sollte aufhören aber andereseits sowieso schon zu lang :). Letzte Woche einen Podcast der Vampire Bloodlines 2 Entwickler gehört und man sprach unter anderem auch zum Beispiel über Probleme wen man sterben lassen kann ohne dass Gruppen ihre Repäsentation verlieren und ich denke mir, oh je, so wird das Nichts. Konzentriert eure Energie doch bitte auf eine fesselnde Geschichte und nicht Visionen von Geschlecht oder Rasse.

TNB

Diese Anschuldigungen wurden doch noch garnicht bewiesen und stammen allesamt aus Anonymen Quellen. Schlimm wenn schon die Medien, irgendwelche unbestätigten Aussagen als gesetzt und Fakten ansehen, obwohl sie es nicht sind. Genauso so entstehen Mobs und eine Hexenjagd und am Ende stellt sich raus, das die Person unschuldig ist. Passiert ja nicht selten.

Also Leya, Ball flach halten und abwarten was aus den Untersuchungen etc. rauskommt. Wenn die Fakten stehen, dann weiß man welche von deinen Punkten wirklich geduldet wurden.

Pheenix

Du drehst dir die Welt aber auch wie sie dir gefällt :D. Was der Kerl gemacht hat ist der Inbegriff von Sexismus. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Das du für so jemanden arbeiten willst ist ein Spiegelbild deiner eigenen Moral und das nicht im positiven Sinne. Er war einfach in einer Machtposition, die er ausnutzen konnte, solange er Gewinne einfährt. Und du nimmst so ein Verhalten auch noch in Schutz? Sorry, aber wie kann man so einen unreflektierten Blödsinn schreiben?
Ich wünsche dir, dass du selbst mal in einem Arbeitsverhältnis landest, wo du in deiner Karriere stark von anderen abhängig bist, nicht zur Entourage des Chefs gehörst und entsprechend für bedeutungslos gehalten wirst.

Azarashi

Lara Croft wurde durch Eidos Interactive entwickelt, die gehören mittlerweile zu Square Enix. Ubisoft hat damit nix zutun

Platzhalter

Ich kann da eine bestimmte Frau herauslesen, die das Gesicht von Assasins Creed war und dann doch „versetzt“ wurde. Nun sieht man es im einem anderem Licht

Takumidoragon

Die Anweisungen kamen entweder von Hascoët oder von der Marketing-Abteilung, beide waren der Ansicht, dass sich starke weibliche Protagonistinnen „einfach nicht verkaufen lassen.“

Tomb Raider, Horizon Zero Dawn, Perfect Dark, Beyond Good & Evil. METROID.

Alles gute Spiele mit sehr hohen Verkaufszahlen. (Gut, bei zwei der Beispiele eher weniger, aber eins ist sogar von Ubisoft)

exelworks

Ist doch auch eine völlig realitätsferne Annahme der Entscheidungsträger dort.

Alleine wie viele Männer, wenn sie die Wahl haben, bewusst und gerne einen weiblichen Char spielen. Gibt unzählige Spiele mit starken weiblichen Charakteren.

diesel

Und ebenso vielem Hass Diskussionen, man muss nur wissen wo

MrMittenz

Es ist für mich einfach unvorstellbar, dass solche Umstände im Jahr 2020 noch immer vorherrschen. Man glaubt die Menschheit sei heute aufgeklärter und der Umgang miteinander sei auf Augenhöhe, egal welchem Geschlecht, Nationalität, Religion oder Sexualität man angehört.

Dieses Jahr ist das wahrscheinlich fürchterlichste Jahr unserer Generation und das in so vielen Punkten, dass man einfach keine Worte mehr dafür hat. Und die Art wie Menschen miteinander umgehen, selbst heutzutage noch, ist dabei das schlimmste überhaupt.

Ich hoffe wirklich das Ganze dient zumindest als extrem negatives Beispiel und erwirkt eine Wende nicht nur in der Gaming-Industrie, sondern generell.

Alitsch

„Es ist für mich einfach unvorstellbar, dass solche Umstände im Jahr 2020 noch immer vorherrschen.“

Es ist wirklich un vollstellbar bei all der Technik Fortschritt : Tablet, Smartphones und Co, Globalisierung
anstelle das es hilft menschen sich weiter zu entwickeln sehe Ich eher mehr Rückschritten.

Zowser

Man sollte ein Zeichen setzten und keine news mehr posten von ubisoft. Das wäre ein gutes Zeichen. Damit unterbindet man kostenlose Werbung für ubisoft. Manche news Seiten machen das ich hoffe mein mmo macht mit

TNB

Ich hoffe Mein MMO macht da nicht mit bei solchen Hexenjagd Aktionen und Verallgemeinerungen. Was können die tausenden Mitarbeiter bei UBI dafür, wenn einzelne aus der Reihe tanzen. Da wird dann wieder jeder über einen Kamm geschert.

Und solange solche Anschuldigungen nicht bewiesen oder von anderen Quellen untermauert wurden, sollte man sowieso vorsichtig sein und nicht überreagieren, denn das bringt auch nichts und kann einen gegenteiligen Effekt erzeugen.

exelworks

+ würde man nicht darüber berichten (besonders Negativschlagzeilen), würde es auch wieder heißen „aber darüber schreibt ja niemand“

Bodicore

Klar ist Berichterstattung auch Marketing. Wäre blauäugig zu glauben dass nur ein Bericht nicht von den Gamingfirmen oder Drittpersonen gesteuert ist.
Die ganzen offiziellen Infos und die Leaks die immer wieder „durchsickern“. Alles gesteuert von der Marketingabteilung

Uns Spieler interessiert es und ihr bereitet das schön und erst noch kostenlos für uns auf.
Ist doch alles super,

Bodicore

Naja ok sicher war vielleicht etwas was übertrieben dargestellt von mir.

Sollte auch keine Kritik an euch sein!

Ich wollte nur damit ausdrücken dass sie Marketingabteilungen inzwischen realativ erfinderisch sind wenn es darum geht Knochen gezielt zu werfen.

Leya Jankowski

Dass Leaks gesteuert von Marketing sein ist so ein Märchen. Leaks passieren häufig durch menschliches Versagen. Da stellt dann jemand zB auf Facebook eine falsche Zeit ein, wenn er einen Post voraus plant. Es wird versehentlich eine Anzeige geschaltet, weil das Sales-Team nicht wusste, dass etwas unter Embargo steht. Ein News-Outlet hat sich mit den Zeitzonen vertan und bringt eine News zu früh, weil er das Embargo zeitlich falsch ausgerechnet hat. Es werden ja sogar Leaker verklagt, wenn sie wissentlich Material verbreiten.
Es gibt auch Publisher die arbeiten mit Blacklists. Wenn du etwas leakst, landest du auf so einer und bekommst eben keine Infos mehr.

TNB

Der Aluhut ist stark in dir!

N0ma

Wenn hier keiner über den IS geschrieben hätte wären nicht tausende von Deutschen da hin gereist. Leider sind selbst „Negativ“schlagzeilen Werbung. Ob man das nun Werbung nennt oder wie auch immer sei mal dahingestellt.
Da Firmen auch direkt für Newsartikel bezahlen, wissen die durchaus was so ein Artikel wert ist, daraus ergibt sich dann der Preis X.

Platzhalter

postings mit „aber die anderen sind viel schlimmer!“ Fingerzeig Kommentaren helfen einen nicht weiter

Was ich meine? Du hast IS mit in den Topf geworfen

N0ma

Falsch, IS Beispiel hab ich aus dem Beitrag davor genommen.

N0ma

Würde ich so nicht unterschreiben. Ja, Informationen können sich auch viral verteilen. Allerdings passiert das nicht mit jeder und nicht jedes viral erreicht die Menge von sagen wir einer Tagesschau oder Bildzeitung. Sachen die in den Mainstream Medien nicht erwähnt werden kommen bei 80% der Leute nicht an, das ist nachweisbar. Es wird zum Problem, wenn 80% der Medien in wenigen Händen konzentriert sind. Da sind wir in Deutschland nahe dran bei zeitungen, gut das es das Internet gibt.

Was man sicher nicht sagen, wenn man nicht über das Thema berichte dann ist das tot. Von daher gibts da keinen goldenen Weg, muss jede Redaktion selbst entscheiden, soweit meine Meinung.

Zowser

„Ich finde das ein erschreckendes Zeichen dafür, dass Leute gar nicht Berichterstattung und Marketing trennen können. “

Ja das kann ich sehr gut keine sorge aber so lange ein Spiel im Gespräch bleibt durch News Seiten sind die Menschen natürlich Neugierig. Sehe Twitch wieso hat sich PUBG sich so gut verkauft ? Weil es ein super Spiel war ? vielleicht aber sicher weil alle darüber berichten/ gestreamt haben und indirekte Werbung gemacht haben .

Ich sage nicht und das möchte hier klar stellen das ihr Werbung macht und dafür Geld bekommt von Ubisoft . Aber in ein meinen Augen ist es indirekte Werbung und ja das kann nun jeder gerne so sehen oder auch so sehen .

„Welche Seiten hören denn damit auf über Ubisoft zu berichten? Das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass eine seriöse Seite auf die Idee kommt “

Vielleicht sollten sie mal ihre journalistische Aufgaben mal nachgehen ….. bevor ich hier werbung mache und wegen Werbung gesperrt werde . Den Nachher wird es mir auch unterstellt so wie ihre Aussage mit der Berichterstattung und Marketing

„Sonst hätte ja die Tagesschau jahrelang Werbung für den Islamischen Staat gemacht oder für den NSU.“

Apfel mit Birnen vergleichen ist nicht immer gut . Ihr Style ? Kritik ja gerne wenn sie Angebracht ist und das scheint in diesen Fall ja auch zugeben . Nur wenn man so welche News schreibt und am nächsten Tag über ein Spiel von Ubisoft berichtet ob nix wäre ….

Zowser

Also ist ihre Aussage folgende ? Das PUBG nur durch den Zeitgeist so erfolgreich geworden ist ? Und Twitch und die Bericht Erstattung hatten kein wirklichen Einfluss gehabt ?

TNB

Es gibt zig Spiele auf Twitch die trotzdem floppen. Twitch alleine macht keinen Millionen Seller. PUBG kam zur richtigen Zeit und war schnell ein Phänomen und etwas neues und die Leute sind darauf abgegangen. Mundpropaganda und das „dabei sein“ Gefühl waren da wesentlich effektiver und wichtiger als Twitch oder die Berichterstattung der Medien.
Der Schulhof, Discord Communities, reddit etc. haben immer noch den größten Einfluss bei erfolgreichen Spielen. Danach kommt YT/Twitch und dann Seiten wie MEIN MMO.

GamerPanda09

Wenn diese vorwürfe stimmen (was ich glaube) dan hoffe ich das Ubisoft eine Kehrtwende macht

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