Destiny: Insider erklären, warum die Story bei Release so furchtbar war

Beim MMO-Shooter Destiny gibt es nun anonyme Quellen angeblich aus den Reihen der Entwickler. Sie erklären, warum die erste Story so schwach war.

Die Seite Kotaku will mit 6 Mitarbeitern von Bungie gesprochen haben, die anonym bleiben möchten. Ihre Aussagen erklären, warum die Story zum Release so seltsam schwach war.

Die Ursprungs-Story gefiel den Chefs nicht, war zu linear, wurde gestrichen

So hätten Joe Staten, der „Haupt-Autor“, und sein Team, die ganze Story, Cutscenes und was sie bis dahin hatten, im Sommer 2013 in einem zweistündigen „Supercut“ den Senior Designern von Bungie vorgestellt. Und die fanden das einfach nicht gut, was sie sahen: zu kitschig, zu linear. Und sagten: „Alles weg, wir machen neu.“

Während man die Mythologie, die Alien-Rassen, den Traveler behielt, entschloss man sich den „Plot“, das Grundgerüst der Story, komplett neu zu erzählen.

Destiny-Concept-Art
Der Schatzraum von Charlemagne: Kam nicht mehr zum Release.

Es gibt verschiedene Aussagen über die Story bis dahin. Die eine Quelle sagt, das sei „verwirrender, esoterischer Quatsch gewesen“, eine andere Quelle spricht davon, es habe „starkes Material enthalten.“ Nur der Supercut habe dem keine Rechnung getragen. Andere sprechen davon, dass die Story bis dahin schon so oft geändert wurde, dass sie wie Frankensteins Monster zusammengestückelt wirkte.

Die wichtigen Leute bei Bungie fanden die Ursprungs-Story auf jeden Fall zu „linear.“ Während der ersten paar Missionen hätten Hüter schon alle Planeten gesehen. Das entsprach nicht ihren Vorstellungen. Man trennte sich von Staten unter „nicht gerade freundschaftlichen“ Bedingungen und ging selbst zu Werke.

Destiny Artwork Niederlage
Dieses Bild zeigt Rasputin.

Osiris, die Fremde und der Bruder der Königin

Was dann passierte ist ungewöhnlich: Man nahm die Teile, für die man Millionen ausgegeben hatte, und setzte sie unter Zeitdruck und ohne die Unterstützung der eigentlichen Autoren neu zusammen. Aus zwei ganz unterschiedlichen Missionen machte man eine neue. Bediente sich bei den vorhandenen Cutscenes und Charakter-Modellen.

Dabei schloss man einige der Figuren aus oder verwendete sie neu.

  • Osiris war eigentlich als eine Art „Obi Wan“-Mentor vorgesehen, der Spieler auf ihrem Weg begleiten sollte, der wurde gestrichen – ist nur als „Prüfungen von Osiris“ im Moment im Spiel
  • Osiris hatte eine Assistentin, deren Erscheinung modelte man zur „Fremden“ um
  • Crow spielte eine ähnliche Rolle wie nun Cayde-6 als Draufgänger, der den Spieler zu Osiris führen würde; diesen Charakter strich man und benutzte das Modell als Bruder der Erwachten-Königin
  • Rasputin hatte eine größere Rolle im Ursprung, er tauchte als „Exo“ auf, den man vor der Schar retten musste, die hatte ihn auf ihr Grabschiff entführt. Später stellte sich raus, dass die Figur nur eine „Puppe“ für den Kriegsgeist war
  • Charlemagne (Karl der Große) ein weiterer Kriegsgeist wurde ganz gestrichen
Destiny Hunter
War auf dem Screen nicht Bruder der Königin, sondern eine ganz andere Figur.

Ursprungs-Autoren galten als „geächtet

Diese „Umgestaltung“ der bestehenden Teile zu einer neuen Story wurde von einem kleinen Team vorgenommen mit Leuten wie Luke Smith und Chris Barett, die im letzten Jahr wichtige Rollen bei der Entwicklung der DLCs bekamen. Das ganze erfolgte unter Zeitdruck, denn man hatte das Spiel schon zweimal verschoben.

Die Autoren, die man bis dahin hatte, verließen das Studio nach und nach. Eine Quelle spricht davon, dass sie als „geächtet“ galten. Man habe die Story also ohne Autoren umgeschrieben.

Während man die Story unter Hochdruck und ohne Autoren neu zusammenklöppelte, dachte man noch, dass Destiny im März 2014 erscheinen solle. Als man eine Verschiebung auf September 2014 erreichte, nutzte man die zusätzliche Zeit und investierte sie in das Gameplay des Spiels, nicht in die Story.

Die ursprüngliche Geschichte, bevor man das alles änderte, solle einen wesentlich stärkeren Fokus auf der Story gehabt haben. So hätte sie viel mehr Cutscenes gehabt, am Beginn und Ende jeder Mission.

Mein MMO meint: Die Insider erzählen eine Geschichte, sie sich nahtlos in das Puzzle einfügt, das wir bisher kennen. So war die Trennung von Staten schon lange bekannt, auch die zweimalige Verschiebung ist seit kurzem offiziell bestätigt. Und in Interviews gestand Luke Smith zu, dass man am Anfang nicht so recht wusste, wo man mit der Story hinwollte, und dass man mit „König der Besessenen“ wichtige Änderungen mit den neuen Autoren vornehmen konnte.

Die jetzigen Quellen, vermeintlich aus den Reihen Bungies, geben den „bekannten Fakten“ einen neuen Dreh. Viele Fans glaubten, Bungie habe auf „Druck von Activision“ grundlos eine Super-Story zerstückelt. Sie nehmen Concept-Art als Beweis für ihre These, dass ganz viel rausgeschnitten wurde.

Wenn man den sechs Mitarbeitern hier glaubt, war die Story weder super, noch kam der Druck von Activision, sondern das Ursprungs-Autorenteam hatte sich verrannt und die Story enttäuschte die Entscheider bei Bungie. Ist vielleicht jetzt nicht so spektakulär mit riesiger Verschwörungstheorie, aber durchaus stimmig. Denn so einen drastischen „Wir fangen bei der Story noch mal von vorne an“-Einschnitt macht man sicher nicht grundlos.


In einem zweiten Artikel werden wir darauf eingehen, was die anonymen Quellen über eine mögliche Zukunft von Destiny sagen und warum die Parallelen von Destiny zu Diablo 3 vielleicht deutlicher sind, als man bisher von außen vermuten konnte. Gerüchte über „kostenlose“ DLCs gibt es zudem auch …

Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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