Destiny: Gerichtsstreit gibt Einblicke in Entwicklungsgeschichte – 5 Teile geplant, 2mal verschoben

In den USA ging ein Prozess um Destiny zu Ende. Der langjährige Chef-Musiker von Bungie, Marty O’Donnell, prozessierte gegen Bungie. Dabei kamen Details über die Entwicklungsgeschichte zu Tage.

Venturebeat berichtet über den kürzlich zu Ende gegangenen Prozess um Marty O’Donell. Der war seit Ewigkeiten bei Bungie, hatte die Firma mitgegründet, die Musik für Halo komponiert und zeichnet auch für Destiny verantwortlich. Ursprünglich war vorgesehen, dass seine Musik alle Destiny-Titel begleiten wurde.

O’Donnell komponierte zusammen mit dem Ex-Beatle Paul McCartney eine Symphonie mit 8 Sätzen und nahm die Anfang 2013 auf. Es war geplant, dass diese Musik, die „Music of the Spheres“, für alle Destiny-Teile verwendet werden würde.

Anlass des Ärgers: Activision verwendete nicht O’Donnells Musik für E3-Trailer

Probleme gab es, wie jetzt bekannt wurde, im Vorfeld der E3 2013. Da zeigte sich, dass Activision nicht O’Donnells Musik für den E3-Trailer verwenden würde. Man machte auch keine Anstalten sie als „Standalone“-Werk herauszugeben, was O’Donnell wohl sehr wichtig war.

Activision gestaltete hingegen den Trailer selbst und verwendete eigene Musik. Für O’Donnell war das ein Zeichen, dass Bungie nicht mehr die „Gemeinschaft von Brüdern“ war wie früher, dass sich Activision als Publisher zu sehr in den kreativen Prozess einmischte, man als Entwicklungsstudio seine Eigenständigkeit verlor. Dem stimmte man bei Bungie wohl zumindest in Teilen zu. Bungie-Chef Harold Ryan legte ein Veto ein, Activision überstimmte das aber.

Offenbar gab es danach eine Vielzahl von internen Scharmützeln, die Stimmung zwischen dem Chef-Musiker, der Firma und den Kollegen wurde zusehends schlechter. Hätte O’Donnell von sich aus gekündigt und wäre freiwillig gegangen, hätte er riesige finanzielle Nachteile in Kauf genommen; seine Anteile an Bungie verloren, die ihm als Mitgründer zustanden.

Die Berichte aus dem Gericht deuten an, dass Teammitglieder sich beschwerten, O’Donnell leiste nicht mehr so viel, wie man von ihm erwartete. Zudem sei es immer frustrierender geworden, mit O’Donnell zusammenzuarbeiten.

Bungie glaubte, O’Donnell stelle sein persönliches Interesse, den Destiny-Soundtrack herauszugeben, über die Interessen der Firma.

Das ist der Trailer VOR dem E3-Trailer:

Richterspruch gibt Chef-Musiker Recht

O‘Donnell bekam schlechte Bewertungen, focht diese an. Sein Vertrag wurde letztlich beendet und man entzog ihm seine Anteile an der Firma, damit man niemand bei Aufsichtsratssitzungen habe, der da querschieße. Das gaben später Bungies Anwälte zumindest als Begründ an.

Offenbar ging nicht alles mit rechten Dingen zu: So wurde ihm etwa der angehäufte Urlaub nicht ausgezahlt. Man befürchtete bei Bungie, O’Donnell wolle die Musik zu Destiny nun auf eigene Faust herausbringen und benutzte das Geld als „Druckmittel.“

Nun liegt ein Urteil eines Schiedsgerichts vor. Das gibt O’Donnell Recht. Der wird finanziell erheblich entschädigt und erhält seine Anteile an der Firma zurück. Wie viel Geld er letztlich erhält, ist nicht klar, da Bungie kein öffentlich gehandeltes Unternehmen ist. In einem separaten Prozess wurde O’Donnel das Geld für die Urlaubstage zugesprochen. Das waren 95.000 US-Dollar.

Das verrät der Prozess über Destiny

Interessant: Während des Prozesses kamen einige Details ans Licht:

  • So sei Destiny als 5-teilige Serie geplant, das sei in einem Vertrag zwischen Bungie und Activision am 14. April 2010 festgehalten worden
  • Das ursprüngliche Release-Datum für Destiny I war der 24. September 2013; danach wurde es einmal auf den März 2014 verschoben, bevor man beim tatsächlichen Release-Datum landete
  • Im August 2013 wurde die Story erheblich überarbeitet, das sorgte für die Verzögerung

Das sind viele Details, die Fans schon geahnt haben, sie offiziell aus den Gerichtsunterlagen zu entnehmen, ist sicher noch mal etwas anderes.

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