Square Enix hat in dem Finanzbericht an die Investoren Final Fantasy XIV als den Hauptgrund für die gute finanzielle Performance des Digital Entertainment Sektors angegeben. Andere Titel, die im Finanzjahr 2021 veröffentlicht wurden, waren weniger erfolgreich.
Welche Flops gab es bei Square Enix in 2021? Vor Kurzem veröffentlichte Square Enix den jährlichen Bericht an die Investoren für das Finanzjahr 2021. Während das Unternehmen in Sektoren wie “Merchandise” und “Publications” Wachstum verzeichnet, gab es bei den Verkäufen der “HD-Games” einen Einbruch von fast 10 %.
Das Finanzjahr in Japan startet am 1. April und endet am 31. März des Folgejahres, das heißt also, dass sich der Finanzbericht auf die Zeitspanne zwischen 1.04.2021 und 31.03.2022 bezieht. In diesem Zeitfenster erschienen zum Beispiel folgende neue Titel, die in die Kategorie HD-Games fallen:
- NEO: The World Ends With You – Sequel zu dem beliebten Action-JRPG The World Ends With You für den Nintendo DS. Laut Square Enix waren die Verkaufszahlen des Spiels enttäuschend und niedriger als erwartet (via Nintendo Life).
- Outriders – Der postapokalyptischer Loot-Shooter, der bald ein DLC veröffentlicht, hat laut dem Entwickler People Can Fly keine Gewinne erzielt (via Tweaktown)
- Guardians of the Galaxy – Ein Spiel, das in Kooperation mit Marvel entstanden ist, hat die Erwartungen von Square Enix ebenfalls nicht erfüllt und verkaufte sich schlechter als erhofft (via. Gamerant)
- Generell haben Marvel’s Avengers und GotG Square Enix wohl 200 Millionen Verluste beschert (via Dualshockers)
- Babylon’s Fall, ein Service-Spiel mit Action-Combat von Platinum Games, hat auf Steam weniger als 50 aktive Spieler. Zwischenzeitlich fiel diese Zahl auf einen einzigen Spieler runter (via PCGamer).
- Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin hat bis jetzt zwar keine negativen Kommentare von Square Enix bezüglich der Erwartungen kassiert, doch hatte den viert-schwächsten Launch eines Final-Fantasy-Spiels in Japan überhaupt. Schlechtere Launches konnten nur Chocobo’s Dungeon (Wii), FFCC: Crystal Bearers (Wii) und FF Fables: Chocobo Tales (DS) verbuchen (via VideoGamesChronicle). Im Vergleich dazu ist Stranger of Paradise ein Multiplatform-Titel für PC, PS4/5, Xbox One und Series X/S.
Die restlichen Releases ergaben sich aus einer Reihe von Ports und Remasters wie Nier, FFVII Remake für PC, Legend of Mana und SaGa Frontier. Sie erfüllten zwar ihren Zweck, sind aber nicht die Zugpferde, die das große Geld ins Unternehmen pumpen.
Dennoch verzeichnet der Digital Entertainment Sektor von Square Enix einen Anstieg im Umsatz für das Jahr 2021 und das haben sie ihrem einst gescheitertem MMORPG zu verdanken.
Final Fantasy XIV als Hauptgrund für das Wachstum
Das besagt der Finanzbericht: Es ist mittlerweile schon fast eine Tradition, dass FFXIV in den Berichten an die Investoren als positives Beispiel für Wachstum vermerkt wird. In 2021 wurde es aber als der Hauptgrund für den gestiegenen Umsatz bezeichnet.
Die “drastisch” gestiegenen Abo-Zahlen und die starken Verkäufe des neuen Addons Endwalker, der im Dezember 2021 erschien, haben dem Digital Entertainment Sektor von Square einen saftigen Boost gegeben.
Der Bericht hebt FFXIV hervor als den Hauptträger des Wachstums im Jahr 2021. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Einnahmen durch den MMO-Sektor (auf dem Bild grün) um über 22 Milliarden Yen. Das sind umgerechnet rund 162 Millionen Euro.
Der Grund dafür liegt einerseits in dem Release des Addons Endwalker, der die 10 Jahre alten Story-Strang des MMORPGs abschließt. Andererseits aber auch an dem großen Anstieg der aktiven Spieler und hohem medialem Interesse an FFXIV, der durch bekannte WoW-Streamer wie Asmongold, Preach und Bellular verursacht wurde.
Zwar verzeichnet der Umsatz der Mobile-Games ebenfalls Wachstum, doch dieser liegt bei “nur” 2,9 Milliarden Yen. Die Umsätze in diesem Bereich sind im Vergleich zum Vorjahr stabil. Square Enix selbst bezeichnete die Performance dieser Spiele als “ziemlich schwach”.
Ohne die starken Verkäufe von FFXIV würde der Digital Entertainment Sektor von Square Enix einen Verlust verzeichnen.
Wie geht es mit FFXIV weiter? Im April 2022 veröffentlichte das MMORPG das große Content-Update 6.1, in dem für die Spieler eine neue Story beginnt. Gleichzeitig erschien der neue 24-Mann-Raid Aglaia, der ultimative Raid Drachenkrieg (Fatal) und großflächige Überarbeitungen des PvP. Weitere Teil-Updates mit neuen Quests und Dailies werden im Laufe der nächsten Monate folgen.
Wenn sich das Entwickler-Team an den straffen Zeitplan hält, können die Fans das nächste Update etwa im August 2022 erwarten. Konkrete Infos dazu gibt es nicht, aber mit folgenden Inhalten können die Spieler dennoch fest rechnen:
- Fortsetzung der Story-Quests
- Zweiter Teil des 8-Mann-Raids Pandaemonium in normal und episch
- Neue Prüfung in normal und extrem
Allgemein gibt es für FFXIV laut dem Direktor Naoki Yoshida aber schon Pläne für mindestens 5 Jahre im Voraus. Die Spieler brauchen also nicht zu befürchten, dass ihrem MMORPG bald der Saft abgedreht wird. Auch an dem neuen Addon wird bereits gearbeitet, auch wenn der Inhalt davon von den Entwicklern noch geheim gehalten wird.
Dafür, dass das MMORPG als totaler Flop startete, geht es ihm jetzt sehr gut. Innerhalb von FFXIV gab es aber Ärger:
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