Unge verpetzt YouTuber ApoRed beim Anwalt – Der klärt auf: Ist Steuern sparen durch Insolvenz rechtlich okay?

Unge verpetzt YouTuber ApoRed beim Anwalt – Der klärt auf: Ist Steuern sparen durch Insolvenz rechtlich okay?

In einem Video-Statement auf YouTube hat Ahmad Nadim „ApoRed“ Ahadi sich zu den Vorwürfen bezüglich seiner Insolvenz, Gewinnspiel-Betrug und Abzocke geäußert. Dabei deutete er an, die Insolvenz nur angemeldet zu haben, um Steuern zu sparen. Nun äußerte sich Anwalt Christian Solmecke zu der Situation, nachdem ungespielt ihn darauf hinwies.

Was sieht die aktuelle Situation aus?

  • Der YouTuber MiiMii warf Ahadi vor, seine Zuschauer abzuzocken und „deckte auf“, dass ApoRed insolvent sei.
  • ApoRed entgegnete aber in einem eigenen Video.: Er habe Geld und er habe lediglich den „Insi-Modus“ aktivierte. Er meldete sich in Deutschland insolvent, um den hohen Steuern zu entkommen.
  • ApoRed sagte, dass man trotzdem weiterhin im Ausland Geschäfte anmelden könne. Die „deutschen Kopfschmerzen“ sei man so los und er betitelte sich als „schlauen Fuchs“.
  • Der Streamer und YouTuber ungespielt, kurz Unge, reagierte in einem Livestream auf das Statement seitens ApoRed und konnte kaum fassen, was sein YouTube-Kollege dort erzählte.
  • Unge verfasste daraufhin eine Nachricht an den Anwalt Christian Solmecke, der sich den Fall detailliert in einem Video ansah und meinte, dass das klassische Steuerhinterziehung wäre, wenn ApoRed das tatsächlich so mache.

Mehr Infos zu ApoReds Stellungnahme findet ihr hier:

YouTuber Apored deutet an, er habe Insolvenz angemeldet, um Steuern zu sparen: „Tut mir leid, dass ich ein Fuchs bin“

Unge verblüfft und konfus: „Habe ich das gerade richtig verstanden?“

Was sagte Unge in seinem Reaktionsvideo? Als ApoRed erläuterte, wie er in Deutschland keine hohen Steuern zahlen müsse, schaute ungespielt ziemlich verwirrt umher und konnte kaum fassen, was er gerade hörte:

Warte mal kurz? Habe ich das gerade richtig verstanden? Hat er gerade in seinem VLog gesagt, dass er Steuerhinterziehung begeht und dass er einfach Insolvenz angemeldet hat, um in Deutschland keine Steuern zu zahlen?

ungespielt

Die komplette Reaktion von ungespielt könnt ihr in diesem YouTube-Video ansehen:

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Ab Minute 4:20 spricht ApoRed über den „Insi-Modus“.

Weiterhin sagte Unge, dass er nicht wisse, ob es eine gute Idee von Ahadi sei, das Ganze in einem YouTube-Video preiszugeben. Am Schluss fasste er nochmal zusammen, dass er von dem nicht ausgelösten Gewinnspiel und der Insolvenzanmeldung nichts halte und enttäuscht sei.

ungespielt, weitere Content-Creator und Nutzer meldeten sich danach beim Anwalt Christian Solmecke und fragten, wie es rechtlich mit dem „Insi-Modus“ aussehe. Gab ApoRed in dem öffentlichen Video Steuerbetrug zu?

Christian Solmecke meint: „Klassischer Fall der Steuerhinterziehung“

Was sagt der Anwalt zur Situation? Zuerst schaute Solmecke auf Insolvenzbekanntmachungen.de, was genau bei ApoRed vorliegt. Demnach wurde ein Insolvenzfahren noch nicht eröffnet, da überprüft werden müsse, ob es geltend gemacht werden könne und ob genug Geld dafür vorhanden sei.

Es wurde zudem ein vorläufiger Insolvenzverwalter ernannt.

Was tut ein Insolvenzverwalter? Der bestimmt nun, was Ahadi kaufen darf und was nicht. Des Weiteren müssen alle, die ApoRed etwas schulden, an den Insolvenzverwalter zahlen. Er verwaltet jetzt das Geld des YouTubers, um das Vermögen für das eventuell kommende Insolvenzverfahren zu sichern.

Was passiert, wenn das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet wird? Dann muss der YouTuber 3 Jahre lang einen Großteil seiner Einnahmen an den Insolvenzverwalter abtreten. Nach diesen 3 Jahren wäre ApoRed beinahe komplett schuldenfrei, wenn er die „Wohlverhaltensphase“ einhalte.

Was bedeutet Wohlverhaltensphase? Solmecke schilderte, dass Ahadi während der Privatinsolvenz also die Pflicht habe zu arbeiten, Lottogewinne abgeben müsse und als Selbstständiger müsse er den Betrag abtreten, den er durch angemessene Anstellung verdient hätte.

Hier könnt ihr die Aussagen des Anwalts auf YouTube ansehen:

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Was sagt Solmecke zum „Insi-Modus“? „Es liegt nahe, dass sich ApoRed hier künstlich arm macht, um so keine Steuern zahlen zu müssen. Davor hätte er aber besser mal, meiner Meinung nach, einen Blick in 283 Strafgesetzbuch werfen müssen.“

Nach § 283 droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren, wenn man bei Überschuldung oder drohender/eingetretener Zahlungsunfähigkeit Bestandteile seines Vermögens beiseite schafft, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Solmecke sagt weiter in Bezug zu ApoRed:

(…) Und das ist tatsächlich kritisch, denn das ist ’ne Straftat und man kann dafür 5 Jahre ins Gefängnis wandern, wenn er sein Vermögen verschafft hat oder heimlich sozusagen ins Ausland gebracht hat. Das wissen wir nicht hundertprozentig, aber die Vermutung liegt natürlich sehr, sehr nahe. Und er sagt ja: ‚Ich baue mir jetzt einfach die neue Existenz woanders auf – im Ausland. Und bin dann hier einfach straffrei.‘

Christian Solmecke

Welche Konsequenzen kann es noch geben? Es kann sogar sein, so Solmecke, dass Gewinnsucht hinter Ahadis Plan stecke, so „skrupellos und geplant wie das Vorgehen durch ApoRed hier war“. Das gelte somit als besonders schweres Vergehen. Demnach drohen dem YouTuber bis zu 10 Jahre Haft.

Zusätzlich kommen laut § 370 nochmal 5 Jahre Haft obendrauf, wenn man den Finanzbehörden falsche Angaben macht. „Wer Vermögenswerte ins Ausland schafft, um hier keine Steuern zu zahlen – ja, klassischer Fall, liebe Leute, der Steuerhinterziehung.“

Kann ApoRed sich also arm rechnen und den Schulden entkommen? Nein, kann er laut Solmecke nicht, wenn Ahadi eine der oben genannten Straftaten begeht und verurteilt wird. Weiterhin droht eine Geldstrafe und muss dauerhaft seine Schuldner bezahlen.

„Dieses Video, was ApoRed da gemacht hat, als Reaction auf das MiiMii-Video, war ein Schuss nach hinten – ein Schuss in den Ofen“, sagte der Anwalt abschließend.

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Mantis

Muß man den kennen? sagt mir überhaupt nichts

Skyzi

ApoRed ist leider ein Lügner und Lügner mag keiner.

Irgendwann ist dann halt sein Kartenhaus untergegangen… Und dann Zweifel.

Zord

Ich denke das ist nur Show. Der Typ ist Pleite und versucht den Beweis für seine Unfähigkeit mit Geld umzugehen, als genialen Schachzug zu verkaufen. Insolvenzverwalter sind ja auch nicht doof, wenn das so einfach wäre würden das mindestens die hälfte der Reichen machen.

TorbenNW

Und das alles von einem nicht in Deutschland steuerpflichtigen Millionär.
Zumindest war das mein letzter Stand über „Unge“.
Was natürlich nicht heißt, das ich die Aktion gutheiße, jeder der Steuerhinterziehung begeht gehört entsprechend bestraft.

Bahaha

Naja auszuwandern und woanders Geld verdienen oder auszuwandern und in Deutschland nen Haufen Schulden machen und davon im Ausland leben…

realBurny

Sollte ApoRed so eine Scheiße wirklich abziehen, ist das natürlich schon eine ziemliche Sauerei.. und auch noch recht blöd, sowas in einem VLog zuzugeben. Mal abwarten, was da noch bei rumkommt.

Allerdings gibt es ja noch andere Abzock-Lichtgestalten der Social-Media-Szene. Man denke nur mal an die ganzen aktuellen Dubai-Influencer wie Sami Slimani oder an Kasper wie Simon Desue, wobei dieser Gauner tatsächlich noch auf freiem Fuß ist.

Es hat aber auch ein Stück von Heuchelei, wenn ausgerechnet Unge sich so echauffiert, wo er sich doch aus DE nach Madeira verkrümelt hat, um weniger Steuern abdrücken zu müssen.

God Loll Loot

ApoRed ist noch dämlich genug um daraus nen angeber Video zumachen 😂

Envy

Es hat aber auch ein Stück von Heuchelei, wenn ausgerechnet Unge sich so echauffiert, wo er sich doch aus DE nach Madeira verkrümelt hat, um weniger Steuern abdrücken zu müssen.

Also du sprichst von Deutschland Spitzensteuersatz 45% vs Madeira Spitzensteuersatz 48%…

Ja richtiger Heuchler…er zahlt zwar wesentlich mehr Steuern als in DE aber Hauptsache mal was dazu gesagt.

realBurny

„Aber hauptsache mal was dazu gesagt“ .. jap, dachte ich mir auch bei Deinem Kommentar.

Nur mal für Dich ein Auszug aus Portugals Steuersituation:

<<Für beschränkt steuerpflichtige Personen, die hier vorübergehend ein Arbeitsverhältnis eingehen gilt in der Regel ein Steuersatz von 21,5%. EU-Bürger können aber auch, unter Berücksichtigung des Welteinkommens (Progressionsvorbehalt), den entsprechenden anzuwendenden portugiesischen Steuersatz wählen. Die Steuern werden bei Arbeitnehmern und teilweise bei Selbstständigen (in der Regel 21,5%) vom Unternehmen direkt einbehalten und abgeführt. Für andere Ertragsarten können andere Steuersätze anfallen. Für besondere Berufsgruppen, die aus dem Ausland nach Portugal imigrieren kann unter Umständen ein Steuersatz von lediglich 20% anfallen, sogenannter „estatuto de residente não habitual“..>>

Aber wie jeder Gutverdiener, wird Unge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den portugiesischen Behörden gesagt haben „Hey, dass ihr mir aber ja den Spitzensteuersatz zuweist! *zwinkersmiley* *handherz*“ Ich kann mich aber natürlich auch irren – vielleicht ist Madeira auch einfach nur DIE angesagte In-Location für deutsche Streamer geworden. Das würde zumindest erklären, warum sich Reved und Anni letztes Jahr dort ebenfalls ein schickes Häuschen gegönnt haben. Reichweitenstarke Streamer die sich Möglichkeiten der Steuerersparnis offen halten, nee, das kann nicht stimmen. Es muss am Flair und dem angenehmen Duft von Olivenbäumen, Thymian und Jasmin liegen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von realBurny
zigZag

Sind plausible Vermutungen, wirklich Wissen tun wir es natürlich nicht 😉

Aber „legale Steuerflucht“ gehört doch mittlerweile zum guten Ton, Dtl. hat sicherlich die Möglichkeit den entsprechenden Personen lukrative Angebote zu unterbreiten, so gibt es am Ende halt gar nichts für den Staat.

Und bei den Youtubern tut es dem Staat vermutlich einfach weniger weh als bei Großen Konzernen die legale Steuerflucht betreiben.

Huehuehue

Ist sogar noch weniger als 21,5%
„Unternehmen“ mit „Niederlassungen“ auf Madeira, zahlen den von der EU-Kommission vorerst bis 2027 genehmigten, begünstigten Körperschaftssteuersatz von 5% auf „mit im Ausland ansässigen Kunden oder Unternehmen der Sonderwirtschaftszone“ erwirtschaftete Gewinne, sofern sie „Unternehmensräumlichkeiten“, „Angestellte“und ein „Firmenkonto“ auf Madeira haben und „75.000 € Mindestinvestionen“, die aber nicht auf Madeira passieren müssen, in den ersten beiden Jahren tätigen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Huehuehue

*wahrscheinlich

Envy

Unge selbst ist weder eine juristische Person noch eine Aktiengesellschaft, er gilt als natürliche Person und muss somit da er selbst in Madeira lebt den portugiesischen Steuersatz zahlen. 48% bei 80.000 im Jahr zum Vergleich DE 42% bei 277.000 im Jahr.

Ich zahle selbst 40,68% und würde nie im Leben nach Madeira ziehen. Da wäre ich schön blöd.

Die 40,68% in DE entspricht ca. 109.000 Euro in Madeira würde ich ca. 129.000 Euro zahlen.

Huehuehue

unggespielt, das Unternehmen, das für alle Kanäle von Unge verantwortlich zeichnet, allerdings ist eine juristische Person. Es ist für erfolgreiche Youtuber nämlich durchaus üblich, Unternehmen zu gründen, die den ganzen Bumms handlen. Unter anderem, weil es den ganzen verwaltungstechnischen Aufwand rund um Angestellte, wie Assistenten, Kameraleute, etc., wesentlich einfacher macht, als als Privatperson.

Allerdings hast du Recht damit, dass Unge selbst auch auf Madeira lebt und die Begünstigung einer Auszahlung etwaiger auf Madeira erzielten Gewinne deutlich geringer ist, als wenn er nicht selbst auch dort leben würde – letzteres würde aber wiederum die Erzielung von Erträgen durch Aktivitäten auf Madeira erschweren.

Zu dem Thema „Steuerkonstrukte Madeira“ gibt es ein paar nette Reportagen, zB. warum die deutsche Band „Böhse Onkelz“ ein auf Madeira gemeldetes Unternehmen „besitzt“.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Huehuehue

Selbstverständlich gäbe es auch noch günstigere Destinationen sls Madeira aber es ist jetzt nicht so, dass man ausschließlich deshalb nach Madeira geht, weil es dort so wunderschön ist

https://interaktiv.br.de/madeira/

Envy

Für beschränkt steuerpflichtige Personen, die hier vorübergehend ein Arbeitsverhältnis eingehen gilt in der Regel ein Steuersatz von 21,5%. 

Liest du dir das vorher durch oder gibst du das einfach so weiter ohne es zu verstehen?

Es geht um ein vorübergehendes Arbeitsverhältnis. Unge LEBT da, das hat nix mit vorübergehendes Arbeitsverhältnis zu tun.

Unge lebt so gesehen in Portugal/Madeira und zahlt dementsprechend Portugisische Steuern und das mit einem Steuersatz von 48% wenn er über 80.000 in Jahr verdient.

Wenn er eine Off-Shore Firma in Portugal hätte und da selbst nicht leben würde, wäre es ein Steuerparadies. Er hat aber weder eine Off-Shore Firma noch gilt er als juristische Person. Unge sowie jeder andere YouTuber gilt weiterhin als natürliche Person und zahlt ganz normal den Portugisischen Steuersatz.

Nach Madeira ziehen um Steuern zu sparen ist Quatsch. Dann zieht man lieber nach Malta, Zypern oder Cayman Inseln.

Madeira ist nur ein Steuerparadies für Off-Shore Firmen die nicht selbst in Portugal ansässig sind.

Erst mal das mit Steuern verstehen und dann was dazu sagen…en bisschen googlen und bullshit von sich geben bringt vllt was in der Welt in der du lebst, aber in der richtigen Welt kommst du damit nicht weit.

realBurny

Hallo Envy. Nett, dass Du auch hier warst. Ich wünsche Dir einen wunderschönen Start in die Woche.

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